Magnolien schneiden – So geht’s!

Magnolien schneiden – So geht’s!

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Nicht jede Pflanze macht gerne Bekanntschaft mit der Gartenschere. Besonders nicht die Magnolie. Wenn sie überhaupt geschnitten werden muss, dann aber mit Vorsicht.

Magnolien sind wunderschöne Sträucher – sie machen allerdings auch sehr viel Dreck. Vor allem dann, wenn sie die Blüten abwerfen. Wer das in Kauf nimmt und sich immer gut um die Pflanze kümmert, der wird sicherlich schon bald einen üppig wachsenden, sehr großen Busch im Garten zu stehen haben. Damit dieser allerdings nicht zu groß und ausladend wird, müssen Sie die Magnolie auch mal schneiden.

An sich müssen Sie die Magnolie grundsätzlich nicht jedes Jahr zurückschneiden. Bei anderen Pflanzen ist das vielleicht Pflicht, bei der Magnolie aber nicht, denn sie wächst nur sehr langsam. Wenn überhaupt, dann dürfen Sie die Schere nur ansetzen, um die natürliche Wuchsform zu erhalten. Da eine Magnolie mit mehreren Gerüsttrieben wächst, kann es schnell mal passieren, dass diese sehr eng beieinander stehen. Ist das der Fall, dann schieben sie sich gegenseitig so hoch, bis sie genügend Platz haben, um sich auszubreiten. Und genau deswegen explodieren manche Pflanzen förmlich. Nur, um die Magnolie dann wieder in Form zu bringen, dürfen Sie zur Gartenschere greifen.

➤ Kleiner Tipp:

Wer möchte, der kann beim Rückschnitt gleich noch Stecklinge ziehen und so die Magnolie vermehren.

Magnolie immer mit Vorsicht und Zurückhaltung schneiden

Magnolien müssen nicht unbedingt geschnitten werden
Magnolien müssen nicht unbedingt geschnitten werden

Wenn Sie Ihre Magnolie mal wieder in Form bringen möchten, was in der Regel nur alle drei bis fünf Jahre notwendig ist, dann setzen Sie die Gartenschere am besten immer erst nach der Blüte an. Abhängig von der Sorte sollte dieser Zeitpunkt bei Ende Juni bzw. Anfang Juli liegen. Nehmen Sie dann eine scharfe und frisch desinfizierte Baum- oder Astschere zur Hand und beginnen Sie mit der Arbeit. Dabei müssen Sie:

  • abgestorbene und kranke Triebe entfernen
  • Konkurrenztriebe zum Hauptstamm abschneiden
  • nach innen gerichtete und sich kreuzende Äste entfernen
  • die Krone leicht auslichten

Sie können auch längere Triebe auf tiefer liegende umleiten. Dadurch bekommt die Pflanze mehr Licht und bildet neue Blütentriebe. Wichtig ist auf jeden Fall immer, dass Sie die Äste direkt am Stamm abschneiden. Denn die Magnolie besitzt einen Wundheilmechanismus, der die Rinde um die Schnittfläche verdickt und schließt, wenn Sie den Ast dicht genug am Stamm abschneiden. Anschließend ist es noch wichtig, dass Sie die Schnittflächen mit Baumwachs (z.B. hier erhältlich) versiegeln, damit sich kein Krankheiten bilden.

Radikaler Rückschnitt nur in Ausnahmefällen

Einen radikalen Rückschnitt wird Ihnen Ihre Magnolie so schnell nicht verzeihen. Zum einen werden Sie dann mit kuriosen Ausläufern bestraft und zum anderen mit einer sehr langsam wachsenden Magnolie. So einen radikalen Rückschnitt dürfen Sie also nur in Ausnahmefällen durchführen. Zum Beispiel etwa, wenn ein Sturm der Magnolie großen Schaden zugefügt hat. Gehen Sie dann am besten so vor:

Kappen Sie die Gerüsttriebe auf drei bis maximal fünf Triebe. Diese Anzahl ist vollkommen ausreichend. Bei kräftigen und dicken Ästen müssen Sie hingegen etwas mehr stehen lassen. Entfernen Sie zudem auch Triebe, die sich überkreuzen oder nach innen wachsen. Anschließend müssen Sie dann viel Geduld haben, denn bis die Magnolie wieder zu einem stattlichen Busch heranwächst, kann es eine Weile dauern. Außerdem müssen Sie bei einem radikalen Schnitt im Folgejahr auf die Blüte verzichten.

Übrigens:

Wenn Sie Magnolien im Kübel halten, sollten Sie wissen, dass Sie diese nicht zurückschneiden dürfen. Wenn überhaupt, dann empfiehlt es sich nur abgestorbene Äste abzuschneiden.


Foto1: © Kanea - Fotolia.com

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