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Pflegeleichte Grabgestaltung – 3 Tipps für weniger Arbeit im Jahr

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Nur selten haben wir die Zeit, uns um die Gräber Angehöriger zu kümmern. Oft wohnt man auch gar nicht mehr in deren Nähe. Mit diesen 3 Tipps bleibt ein Grab pflegeleicht und trotzdem schön anzusehen.

Grabgestaltung pflegeleicht

Wenn eine geliebter Mensch von uns geht, ist das schon schlimm genug. Wenn man dann aber auch schon weiß, dass die Grabgestaltung auf Dauer zum Problem werden könnte, wird es noch trauriger. Schließlich möchte man für den besonderen Menschen ein schönes Grab hinterlassen, mit vielen blühenden Blumen und Sträuchern.

Gerade Angehörige, die weiter weg wohnen, können nicht jede Woche zum Friedhof, um neue Schnittblumen aufzustellen oder regelmäßig das Grab zu pflegen.

Viele Friedhofsgärtnereien bieten eine Dauerpflege der Grabstätte an, aber wer möchte schon 1000 Euro im Jahr ausgeben, nur damit ein anderer dort hin und wieder mal gießt oder eine neue Pflanze einsetzt. Ich bin der Meinung, dass den sowieso schon trauernden Menschen so einfach zu viel Geld aus der Tasche gezogen wird. Man wohnt weit weg, hat keine Möglichkeit zur Pflege, also können die Gärtnereien hier ordentlich was verlangen.

Das Geld können Sie sich sparen, indem Sie das Grab so pflegeleicht wie möglich gestalten. Es gibt unzählige Sträucher und Blumen, die nicht regelmäßig gegossen werden müssen, die einfach genügend Nährstoffe aus dem Boden bekommen. Mit dem richtigen Boden umgehen Sie auch das lästige Unkraut zupfen, so brauchen Sie in weiter Ferne keine Angst haben, dass die letzte Ruhestätte von Tag zu Tag mehr verwildert.

5 Tipps für ein dauerhaft pflegeleichtes Grab

✶ Tipp 1: Die Wahl der richtigen Pflanzen

Ein Grab, das ganzjährig blüht, ist ein schöner Blickfang und hilft mit der Trauer besser umzugehen. Natürlich freut man sich, wenn im Sommer die Tulpen blühen und man jede Woche einen neuen bunten Strauß Blumen hinstellen kann. Alles geht aber leider nicht.

Wählen Sie Pflanzen, die besonders im Sommer auch mal zwei drei Tage ohne Zugabe von Wasser auskommen. Sehr beliebt und auch auf Gräbern in den letzten Jahren immer häufiger zu sehen ist die Dipladenia. Die mit leuchtend rot, rosafarben oder weißen Blüten blühende Pflanze ist hitzetolerant und übersteht auch mal eine längere Zeit ohne Wasser.

Sehr empfehlenswert ist auch die japanische Azalee, eine Gattung des Rhododendron. Sie ist so besonders, weil sie aus einer großen Pracht von Blüten besteht, aber nur langsam und vor allem niedrig wächst.

» Tipp: Bei der Pflanzenwahl sollten Sie in jedem Fall auf langsam wachsende Pflanzen zurückgreifen. Lassen Sie sich am besten beim Gärtner Ihres Vertrauens ausreichend beraten. Zusammen finden Sie sicher eine Lösung.

✶ Tipp 2: Kies statt Erde

Leichter zu Handhaben und um einiges pflegeleichter als Erde ist Kies. Weiße Kieselsteine sehen zudem noch äußerst edel aus und bringen die Farbpracht der Pflanzen noch deutlich besser zur Geltung. Wer es nicht ganz so auffällig mag, kann auch zu einem edlen Grau oder Naturtönen greifen. (gibt’s hier günstig)

Dieser Kies wird dann einfach flächendeckend auf die Erde aufgetragen. Und das Beste daran, Unkraut und Moos wird der Weg an die Luft schwer gemacht. So müssen Sie also auch nicht ständig dem Unkraut zu Leibe rücken, denn das ist es doch was gerade im Sommer zu ständigen und längeren Aufenthalten an einem Grab führt. Pflegeleicht ist Unkraut nun wahrlich nicht.

Rindenmulch optimale Alternative zu Kies
Statt Kies können Sie aber auch auf Rindenmulch zurückgreifen. Dieser ist ebenfalls günstig zu bekommen und hat sich besonders in der Grabgestaltung als nützlich erwiesen. Das Unkraut hat auch hier nämlich wenig Chance.

Mir persönlich gefällt weißer Kies besser, da es einfach gepflegt und schön aussieht. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.

Tipp 3: Bodendecker als Klassiker

Der Klassiker auf Gräbern sind Bodendecker. Auch hier gibt es etliche Sorten. Die Finger würde ich an Ihrer Stelle von Efeu lassen. Dieser wuchert ziemlich schnell über alle Grenzen hinaus, sodass Sie möglicherweise noch Ärger bekommen, wenn Sie ihn nicht rechtzeitig zurückschneiden.

➤ Achtung

Gräber liegen meist im Schatten. Achten Sie beim Kauf von Pflanzen immer auf den geeigneten Standort!

Sehr schön und passend finde ich die rote Teppichbeere (bei Garten Schlüter günstig gesehen). Dieser Bodendecker wächst nur maximal 15 Zentimeter hoch und blüht im kräftigen rot von Oktober bis Mai. So haben Sie das Grab im Winter mit farblichen Akzenten, währenddessen bei anderen nur das Tannengrün liegt. Und wenn die Blütezeit der Teppichbeere vorbei ist, dann beginnen auch schon die sommerlichen Pflanzen – ganzjähriger Blüh-Genuss.

» Mein Tipp: Beim Pflanzen der Bodendecker können Sie auch hin und wieder ein Fleckchen auslassen und in diese Lücken Pflanzschalen oder spezielle Grableuchten stellen. Das lockert das Gesamtbild ein wenig auf und schafft ein ruhiges besinnliches Flair.


Foto1: © Petra Beerhalter - Fotolia.com

1 KOMMENTAR

  1. Ein gelungener Beitrag, denn auch ein Grab kann pflegeleicht gestalltet werden, wenn man nicht in der Nähe wohnt und im Sommer nicht täglich gießen kann. Einzig der weiße Kies kann je nach Friedhofssatzung problematisch werden. Ich habe das Grab (Tiefgrab), das ich pflege, mit Sedum und zwei Hortensien bepflanzt, Als Bodendecker habe ich Euonymus (Pfaffenhütchen) in drei Farbtönen; gelb-grün, grün-weiß und dunkelgrün gepflanzt. Unkomplizierter Schnitt,einmal im Jahr: niedrig buschig, do it yourself, dazu eine robuste Stammrose, die aktuell noch in voller Blüte steht. Vorne am Grabstein: kleine Wechselbeflanzung Bellis, Siefmütterchen (Hasenschreckpulver nicht vergessen!) im Frühjahr, robuste Eisbegonien im Sommer und im Herbst/Winter winterharte Callunen (Heidepflanzen) und/oder Stacheldrahtpflanzen in silbergrau sowie ein schönes selbstgefertigtes Gesteck zu den Feiertagen im November. Finanzieller Aufwand: ca. 40,–€ jährlich.

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