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Wacholder pflanzen und pflegen – So wird’s gemacht

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Wenn Sie gerne Heilpflanzen selber anbauen, dann sollten Sie in Ihrem Garten auch Wacholder pflanzen. Wie das geht und was Sie bei der Pflege beachten müssen, lesen Sie hier.

Es gibt viele Wacholder-Arten
Es gibt viele Wacholder-Arten

Ein so genannter Alpen-Wacholder (Gemeiner Wacholder) eignet sich hervorragend für die Gartengestaltung unserer Breitengrade. Denn zum einen ist Wacholder recht robust und winterhart, und zum anderen lässt sich mit ihm mediterranes Flair im Garten ebenso gestalten wie rustikale Romantik. Wacholdersäulen eignen sich z.B. sehr gut zur Heckenbepflanzung, bieten dabei sogar einen ganzjährigen, immergrünen Sichtschutz! Sie eignen sich aber auch gut als Garten-Raumteiler.

Weitere Arten des Wacholders werden inzwischen aber auch aus dem Mittelmeerraum importiert, aus Asien (chinesischer Wacholder) und Amerika, etc. Immerhin sind heute mehr als 60 Arten dieses Zypressengewächses bekannt.

Es gibt männliche und weibliche Pflanzen

Haben Sie gewusst, dass es beim Wacholder eine männliche und eine weibliche Pflanze gibt? Ja, das stimmt. Diese lassen sich in der Regel an der Blütenform unterscheiden:

  • Die männliche Wacholderblüte besteht aus Staubgefäßen, die zusammenstehen.
  • Die weibliche Wacholderblüte besteht aus drei nebeneinander stehenden Samenknospen. Bereits im ersten Jahr bilden sich am weiblichen Stamm Beeren, die allerdings nicht reifen (grün bleiben). Erst ab dem zweiten, manchmal auch erst nach dem dritten Pflanzjahr können Sie dann die schwarzen Wacholderbeeren ernten (Erntezeitpunkt – früher Herbst).

Egal für welche Pflanzen Sie sich entscheiden: Wie Sie dieses im Garten pflanzen sollten und was Sie bei der Pflege der Zypressengewächse beachten müssen, verraten wir Ihnen nun hier.

Wacholder pflanzen und pflegen – So wird’s gemacht

Anbau:

Der bis zu 10 Meter hoch wachsende Wacholder wird meist als Ballenpflanze angeboten. Diese Pflanzen können Sie entweder einzeln oder als Heckenreihe an einen sonnigen bis mäßig halbschattigen Standort einpflanzen. Dabei sollten Sie aber immer einen Abstand von ca. 70 bis 100 Zentimeter einhalten. Die beste Jahreszeit für das Anpflanzen des Nadelgehölzes ist dabei das Frühjahr, Wacholder können Sie aber auch noch im zeitigen Herbst einpflanzen.

Wacholder bevorzugt einen sonnigen bis mäßig halbschattigen Standort
Wacholder bevorzugt einen sonnigen bis mäßig halbschattigen Standort

» Tipp:
Wacholder können Sie über Stecklinge natürlich auch selbst vermehren. Hierbei müssen Sie aber sehr geduldig sein, denn Wacholder wächst nur äußerst langsam.

Was die Bodenbeschaffenheit angeht, so stellt der Wacholder kaum Ansprüche, er bevorzugt jedoch eindeutig trockene Böden. Das Erdreich sollten Sie vor dem Einpflanzen jedoch am besten mit Kompost anreichern und gut angießen.

Pflege:

Wacholder düngen:

Ab und an sollten Sie den Wacholder auch mal düngen, wobei das Einarbeiten von Kompost rund um den Stamm oft schon völlig ausreicht. Im Fachhandel wird aber sogar spezieller Wacholder-Dünger angeboten, den Sie bei Bedarf gerne verwenden können. Übrigens: Wacholder-Dünger wird vielmals auch bei Bonsai-Wacholder-Pflanzen eingesetzt.

Rückschnitt:

Im Frühjahr oder im Herbst können Sie den Wacholder zurückschneiden bzw. in Form schneiden. Es empfiehlt sich dabei zuerst die abgestorbenen Hölzer sorgsam zu entfernen, bevor Sie mit dem eigentlichen Rückschnitt beginnen. Dabei den Wacholder möglichst nur an den Astgabeln abkappen sowie ausschließlich nur die grünen Äste zurückschneiden, wodurch dann auch gleichzeitig ein Schädlingsbefall am Wacholder vermieden werden kann.

Wacholder im Frühjahr oder Herbst zurückschneiden
Wacholder im Frühjahr oder Herbst zurückschneiden

»Tipp:
Wacholder-Rückschnitte sind eine äußerst stachelige Angelegenheit, weshalb Sie mit fester Kleidung und Handschuhen arbeiten sollten!

Schädlinge bekämpfen:

Von Schädlingen wird Wacholder nur selten einmal befallen. Lediglich der Birnengitterrost (Pilzkrankheit) tritt an manchen Standorten vermehrt auf, kann aber durch diverse Spritzmittel (Fungizide) schnell wieder in den Griff bekommen werden.

»Tipp:
Nur kleine Befallstellen am Wacholder können Sie großzügig abschneiden und im Hausmüll (nicht auf dem Kompost!) entsorgen, um ein Übergreifen auf Birnenbäume zu vermeiden.

Verwendungstipps

Wacholder – vor allem die Wacholderbeere – zählt zu den Heilpflanzen und kann vielseitig eingesetzt werden. Unter anderem bei Beschwerden der Atemwege, bei Verdauungsproblemen und Frauenbeschwerden, aber auch bei Infektionen und Gelenkschmerzen, etc. Wobei Sie aus dem Wacholder Sirup, Tee, Tinkturen und ätherische Öle herstellen können.

Wacholderbeeren zählen zu den Heilpflanzen
Wacholderbeeren zählen zu den Heilpflanzen

Weiterhin können Sie die Wacholderbeere, die Sie im Frühherbst ernten können, in der Küche verwenden, beispielsweise in Soßen von Wildgerichten sowie zum Würzen von Sauerkraut. Aber auch die Spirituosenhersteller verwenden Wacholderbeeren gerne zur Herstellung verschiedener Schnapssorten.

Wichtig:
Die Dosierung von Wacholderbeeren im Essen sollten Sie möglichst gering halten. Bei Nierenkrankheiten sollten Sie auf den Genuss von Wacholder sogar ganz verzichten.


Foto1: © Ruslan Kudrin - Fotolia.com, Foto2: © Kasia Bialasiewicz - Fotolia.com, Foto3: © Kasia Bialasiewicz - Fotolia.com, Foto4: © Printemps - Fotolia.com

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