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Weinreben schneiden – So wird’s gemacht

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Wenn Sie Weinreben im Garten pflanzen möchten, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass diese auch viel Pflege benötigen. Dazu gehört z.B. auch der Rückschnitt.

Rückschnitt einer Weinrebe
Rückschnitt einer Weinrebe

Nicht nur im Weinberg, sondern auch im heimischen Garten ist ein regelmäßiger Rückschnitt notwendig, um die Reben zu erziehen. Sie beeinflussen dadurch nicht nur die Form, sondern fördern dadurch auch das Wachstum und den Ernteertrag. Sie müssen jedoch das Früchte-tragende Holz auch an der korrekten Stelle kappen. Viele Hobbygärtner sind sich gerade bei diesem Punkt unsicher. Sie wissen nicht wie viel und zu welchem Zeitpunkt sie schneiden sollen.

Grundsätzlich können Sie auch ohne Schnitt leckere Trauben ernten. Allerdings schützen Sie die Pflanzen durch das Schneiden auch vor Pilzerkrankungen (Lesetipp: Krankheiten an Weinreben – 3 Krankheiten). Deshalb sollten Sie sämtliche Rückschnittvarianten bei Weinreben kennen.

So werden Weinreben richtig geschnitten

➤ der Hauptschnitt:

Am besten nehmen Sie den Hauptschnitt im März vor. Allerdings sollten Sie erst schneiden, wenn die Rebe aufgebaut und richtig erzogen ist. Schneiden Sie das Fruchtholz dann so dicht wie möglich am alten Holz ab. Dabei sollten Sie von dem Ast hinter der letzten Knospe etwa zwei Zentimeter stehen lassen.

Wichtig:

Das Werkzeug muss beim Schnitt immer scharf und absolut sauber sein. So verhindern Sie, dass die Triebe gequetscht werden. Des Weiteren setzt man beim Schnitt immer schräg an, damit eventuell austretendes Blut nicht auf die darunter liegenden Knospen gelangen kann.

➤ der Winterschnitt:

Den Winterschnitt sollten Sie spätestens Anfang März, besser jedoch im Februar, vornehmen. Kümmern Sie sich später um den Schnitt, so ist der Pflanzensaft schon in die Triebe gestiegen, wodurch es dann zum „Verbluten“ kommen könnte. Und dies wiederum schwächt die Pflanzen enorm.

Beim Winterschnitt werden die dünnen, langen Triebe aus dem Vorjahr abgeschnitten. Diese sind in der Regel rotbraun oder leicht gelblich gefärbt. Diese Triebe schneiden Sie bis auf vier Knospen zurück. Von den dicken Trieben aus dem Vorjahr müssen immer fünf bis sieben Stück übrig bleiben, um ein Gerüst zu bilden. Diese werden angezeichnet, die übrigen schneiden Sie am nächsten dicken Trieb ab. Dabei sollte kein Zapfen übrig bleiben. Haben Sie die Weinrebe so beschnitten, ist nur noch rund ein Zehntel von der ursprünglichen Rebe übrig.

Für den Feinschnitt sollten Sie alle anderen Triebe im unteren Bereich auf zwei bis drei Knospen einkürzen. Die oberen Triebe lassen Sie einfach unverändert. Sollten sich am alten Holz wilde Triebe befinden, so entfernt Sie diese auch noch.

➤ das Ausbrechen im Frühling:

Bis zum Frühling sind die neuen Triebe bis zu 30 cm lang geworden. Dann ist es Zeit für das so genannte Ausbrechen. Zu dieser Zeit können auch Laien noch gut sehen, was genau nun entfernt werden muss. Fassen Sie die betreffenden Triebe an der Basis an und reißen Sie diese einfach ganz vorsichtig heraus. In den kommenden Monaten könnte es notwendig sein, noch ein paar weitere Triebe auszubrechen.

Auf jeden Fall ausbrechen müssen Sie die Wasserschosse und diejenigen Triebe, an denen kein Blütenansatz zu erkennen ist. Ein neuer Trieb in der Nähe des Stammes muss allerdings unbedingt erhalten bleiben. Kommen aus einer Knospe mehrere Triebe, so sollten Sie nur denjenigen lassen, der am meisten Fruchtansätze aufweist.

➤ der Sommerschnitt:

Einen Schnitt im Sommer benötigt es nur, wenn Sie wert auf sehr gepflegte Spaliere legen, oder wenn Sie besonders hochwertige Tafeltrauben im Garten anbauen.

Es gibt sehr starkwüchsige Rebsorten, bei denen vor allem in den ersten Standjahren eine große Menge an langen Trieben ausgebildet wird. Anfangs ist das in Ordnung, doch irgendwann hat der Rebstock einfach zu viele Blätter. Durch das Kürzen wird die Weinrebe jedoch mehr Geiztriebe bilden, die dann sehr lang werden können. Sind die Reben noch jung, so sollten Sie sie stehen lassen. Nur bei älteren Pflanzen sollten Sie sie entfernen.

Verzichten Sie auf den Sommerschnitt, so werden die Reben buschiger. Möchten Sie also ein schönes Spalier, so sollten Sie im Sommer schneiden. Außerdem haben Sie dann im Winter wesentlich weniger Arbeit mit dem Rückschnitt.

Damit die Sonne besser an die Trauben gelangen kann, sollten Sie bei dieser Gelegenheit auch Blätter entfernen, die Trauben verdecken. Wichtig dabei ist jedoch, dass Sie nicht allzu viele Blätter entfernen, denn sonst könnte ein Sonnenbrand drohen. Durch das Entlauben der Traubenzone können Sie auch einen Schimmelbefall vorbeugen, da die Früchte bei feuchter Witterung schneller abtrocknen können.

➤ der Verjüngungsschnitt:

Ein Weinstock kann sehr alt werden. Doch wenn Sie keinen Verjüngungsschnitt vornehmen, so bleibt irgendwann der Ertrag aus. Alle paar Jahre wird deshalb auf einen stammnahen, aufrecht wachsenden Wasserschoss verjüngt. Kürzen Sie diesen Trieb, wachsen aus den übrig gebliebenen Knospen neue Fruchttriebe.

➤ der Auslichtungsschnitt:

Hat eine Rebe kranke Blätter oder sehr viele schwache oder gar abgestorbene Triebe, so steht ein Auslichtungsschnitt an. Das ist jedoch meistens nur bei Weinreben der Fall, die Sie vorher nicht regelmäßig gepflegt haben.

Schneiden Sie am besten Anfang März, wenn die Pflanze noch keine Blätter hat. Kürzen Sie dabei zunächst die dicken Stammarme. Ist deren Anzahl sehr hoch, so sollten Sie ein paar davon komplett entfernen. Anschließend müssen Sie noch einen großen Teil der dünnen Seitentriebe entfernen, so dass nur ein paar verholzte Triebe aus dem Vorjahr am Stammgerüst übrig bleiben.


Foto1: © sima - Fotolia.com

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