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Wellplatten richtig verlegen – Tipps zu Unterkonstruktion, Werkzeug & Aufbau

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Wellplatten werden im Garten häufig als günstige Bedachung eingesetzt. Sie sind pflegeleicht, bruchsicher, UV-beständig und lassen sich zudem ganz einfach selbst verlegen.

Wellplatten verlegen - Tipps zu Unterkonstruktion, Material und Aufbau
Wellplatten – Günstige und langlebige Dacheindeckung
Carports, Gartenhäuser, Gewächshaus oder Holzunterstand – häufig finden Wellplatten hier als Dacheindeckungen ihren Einsatz. Die Platten haben gleich mehrere Vorteile.

Sie sind sehr langlebig, lassen sich schnell reinigen und können vom Hobbygärtner mit ein bisschen handwerklichem Geschick allein verlegt werden. Sie sind also die optimale und günstigere Alternative zu Dachziegeln & Co..

Verschiedene Materialien

Bevor Sie sich mit dem Verlegen auseinandersetzen, sollten Sie sich mit den unterschiedlichen Materialien vertraut machen. Hier gibt es nämlich gravierende Unterschiede. Die Experten von W&S Kunststoffe weisen in einer kurzen Materialübersicht darauf hin, dass sich einige Materialien optisch zwar sehr ähneln, im Material allerdings starke Unterschiede aufweisen. Unbedingt ansehen, siehe Link oben. Wichtig ist hier, dass Sie für sich die richtigen Platten finden, die auch Ihren Anforderungen entsprechen.

Wellplatten finden Sie beispielsweise aus folgenden Materialien:

  • PVC
  • GFK (Glasfaser-Kunststoff)
  • Polycarbonat
  • Acrylglas

Am häufigsten werden heutzutage Wellplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas (Plexiglas) verwendet. Acrylglas weist hierbei eine ähnliche Optik wie Glas auf, wobei Acrylglas aber deutlich robuster ist. Polycarbonat ähnelt eher Kunststoff, ist aber leichter und dünner als Acryl und bietet zusätzlich eine gleichbleibende Schlagfestigkeit. Für was Sie sich schlussendlich entscheiden, ist hier reine Geschmackssache.

Wellplatten verlegen – So geht’s

Wenn Sie sich für ein bestimmtes Material entschieden haben, kann es auch schon losgehen. Der Aufbau ist bei allen Wellplatten gleich.

Unterkonstruktion bauen

Das wichtigste bei Wellplatten ist eine sachgemäße Unterkonstruktion. Die sieht folgendermaßen aus:

Bei Wellplatten benötigen Sie eine Unterkonstruktion mit Querlattung, worauf Sie die Platten festschrauben. Diese Unterkonstruktion kann aus Metall oder aber aus Holz bestehen. Bei Holz sollten Sie allerdings darauf achten, dass dieses verzugsfrei ist. Am besten eignen sich hierbei Leimbinder, die sich unter den verschiedenen Wettereinflüssen nicht verziehen. Im Gegensatz zu normalen Bauholz – da kann es im schlimmsten Fall passieren, dass es zu Schäden (Risse oder Sprünge) an den Platten kommt. Besonders bei Acrylplatten sollten Sie hier vorsichtig sein, denn diese sind wie Glas sehr empfindlich.

Die Lattung wird quer zum Gefälle befestigt. Die Unterstützungsabstände sind je nach Material unterschiedlich.

Wellplatten verlegen - Unterkonstruktion
Quelle: W&S Kunststoffe

PVC und Polyester
Bei PVC und Polyester verwenden Sie einen Unterstützungsabstand von 50 cm.

Polycarbonat und Arcyl
Bei Polycarbonat und Acryl reicht ein Abstand von ca. 80 cm.

Diese Werte gelten bei durchschnittlichen Schnee- und Windlasten. Ist bei Ihnen mit größeren Belastungen zu rechnen, sollten Sie den Abstand dementsprechend verringern.

Der letzte Punkt, der bei der Unterkonstruktion beachtet werden sollte, ist die Oberseite. Diese sollten Sie hell streichen, um Verbrennungen an der Wellplatte zu vermeiden. Zwischen Konstruktion und Platte herrschen im Sommer hohe Temperaturen, die vor allem Platten aus PVC und GFK stark zusetzen können. Die Platten verändern hier nicht nur ihre Farbe, sondern verformen sich auch.

Folgendes Material benötigen Sie:

➜ Schrauben
Damit Sie die Wellplatten auf der Unterkonstruktion befestigen können, benötigen Sie noch Schrauben. Die Experten von Primo Befestigungstechnik empfehlen für diesen Einsatz so genannte Spenglerschrauben (gibt’s hier). Diese sind durch die enthaltene Dichtscheibe besonders wasserdicht. Außerdem sind sie witterungs- und korrosionsbeständig. Optimale Voraussetzungen für den Einsatz zur Verbindung von Kunststoff und Holz.

➜ Säge
Damit Sie die Wellplatten auf Ihre Größe zuschneiden können, benötigen Sie zusätzlich eine hochtourige Hand- oder Tischkreissäge. Vorzugsweise mit einem feinverzahnten Sägeblatt, dass mit Hartmetall-Schneiden bestückt ist.

➜ Bohrer
Ebenfalls vorrätig sollten Sie einen Kegelbohrer (wie z.B. diesen hier) haben, um in die Wellplatten Löcher vorbohren zu können. Diese sollten übrigens 3-4 mm größer sein, als der Durchmesser der Spenglerschrauben. Somit können sich die Platten bei Temperaturunterschieden ausreichend ausdehnen oder schrumpfen.

Wichtige Hinweise zum Verlegen:

Nachdem Sie alle Vorbereitungen getroffen haben und das Werkzeug bereit liegt, kann es nun ans Verlegen gehen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

✜ Schritt 1:
Beginnen Sie mit der ersten Wellplatte. Legen Sie diese auf die Unterkonstruktion und richten Sie diese aus. Nun folgt die zweite Platte. Wichtig ist, dass Sie bei diesen beiden Platten exakt arbeiten, dann kann bei den folgenden nicht mehr viel schief gehen.

» Übrigens: Arbeiten Sie immer gegen Windrichtung. So kann sich bei starkem Regen kein Wasser unter die Überlappung drücken.

✜ Schritt 2:
Befestigen Sie die ersten beiden Wellplatten mit einigen Schrauben, sodass sie sich nicht mehr verschieben können.

» Vorsicht: Wenn Sie sich auf den Wellplatten hin und her bewegen, sollten Sie sich unbedingt eine Bohle darunter legen, um das Gewicht zu verteilen.

✜ Schritt 3:
Nachdem die ersten Platten nun befestigt sind, können Sie mit den anderen Platten fortfahren. Fixieren Sie diese ebenfalls mit ein paar Schrauben. Am Dachende sollten Sie darauf achten, dass die Enden bündig schließen. Schneiden Sie die Platten im Vorfeld dementsprechend zu.

» Hinweis: Bohren Sie die Löcher nur auf dem Wellenberg.

✜ Schritt 4:
Nachdem alle Platten verlegt und fixiert sind, können Sie die restliche Verschraubung vornehmen. Experten empfehlen ca. 6 bis 8 Schrauben pro Quadratmeter.

Das war es schon. Und war übehaupt nicht schwer oder?


Foto1: © Ralf Geithe - Fotolia.com, Foto2: © 2014 W&S Kunststoffe

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