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Wichtige Kriterien für gute Gartenhandschuhe – Darauf kommt es an

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Gute Handschuhe sind bei Gartentätigkeiten unerlässlich. Aber welche Kriterien müssen sie erfüllen, um unsere Hände optimal zu schützen? Hier erfahren Sie es.

Wichtige Kriterien für gute Gartenhandschuhe – Darauf kommt es an

Der Winter geht vorüber und wir Hobbygärtner sitzen schon wieder in den Startlöchern. Sobald das Wetter es zulässt wird draußen wieder fleißig gearbeitet. Umgraben, einpflanzen, schneiden – diese Arbeiten können schon mal Spuren an unseren Händen hinterlassen. Deshalb ist es auch so wichtig bei sämtlichen Gartenarbeiten Handschuhe zu tragen. Sie schützen nicht nur vor Kälte und Nässe, sondern auch vor Abschürfungen und fiesen Dornen.

In den ersten Jahren meiner Gartenarbeit habe ich nur Billig-Produkte aus dem Discounter verwendet. Rückblickend betrachtet habe ich für diese Dinger mehr Geld ausgegeben, als wenn ich mir gleich etwas Vernünftiges gegönnt hätte. Wie sagt man immer so schön: „Wer billig kauft, kauft zwei Mal“. Das mag nicht immer so sein, aber in meinem Fall stimmte es leider.

Woran erkennt man gute Gartenhandschuhe? – 7 wichtige Kriterien

1. Schutz vor Kälte und Nässe

Gute Gartenhandschuhe müssen natürlich vor Kälte und Nässe schützen. Dieser Punkt war gerade bei meinen billigen Handschuhen oft das KO-Kriterium. Zumindest finde ich, dass die Hände nach einem Mal Umtopfen keinesfalls nass und feucht sein sollten, denn das waren sie leider. Statt Feuchtigkeit abzuleiten, wurde diese geradewegs angezogen.

Ganz ausschließen kann man nicht, dass Feuchtigkeit in die Handschuhe gelangen, denn dann müssten sie aus einem Material bestehen, was wasserabweisend ist. Dies würde aber wiederum bedeuten, dass die Hände darunter schwitzen. Die meisten Hersteller nutzen daher atmungsaktives Textilgewebe. Handschuhe aus diesem Material halten relativ lange Feuchtigkeit ab.

2. Fingerspitzengefühl

Ein wichtiges Kriterium ist auch das Gefühl in den Handschuhen. Gerade beim Unkraut zupfen merkt man, ob die Handschuhe gut sind oder nicht. Wer statt dem wilden Wuchs nur Erde in der Hand hat, weiß, dass dies nicht die richtigen sind.

Unpraktische Handschuhe sind erkennbar an dicken klobigen Nähten an den Fingerspitzen. Diese machen präzises Arbeiten fast unmöglich. Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf.
Gartenhandschuhe sollten aber dennoch eine Verstärkung an den Fingerspitzen vorweisen, die aber so verarbeitet ist, dass diese beim Arbeiten nicht stört. Die Verstärkung dient dem Schutz vor Feuchtigkeit und Schmutz.

3. Die optimale Passform

Wenn die Handschuhe nicht richtig passen, ist das Arbeiten damit nicht nur völlig unmöglich, es kann einen fleißigen Gärtner auch schlichtweg zur Weißglut bringen. Das Gefühl, wenn die Handschuhe fast von der Hand rutschen, ist einfach unpraktisch. Beim Arbeiten mit einer Motorsäge oder anderen Geräten, könnte das schon einmal gefährlich werden.

Achten Sie deshalb unbedingt immer auf die Größenangaben. Jeder gute Hersteller bietet immer verschiedene Größen an, da ist von S bis L eigentlich immer was dabei. Andere Anbieter bieten nur die Größenangabe F für Frauen und M für Männer an.

4. Sicherer Halt

Sehr wichtig bei vielen Arbeiten ist auch der sichere Halt. Viele Hersteller versehen ihre Handschuhe mit speziellen Noppen an den Innenflächen, damit sie bei Ihrer Arbeit nicht abrutschen und sich so möglicherweise verletzen. Andere Handschuhe besitzen eine wasserresistente Latexbeschichtung. Beide Möglichkeiten sind gut und geben die zusätzliche Sicherheit beim Arbeiten.

Es gibt auch gepolsterte Gartenhandschuhe, die speziell für das Arbeiten mit Harke, Spaten und Grabegabel gedacht sind, um Blasen und Schwielen zu vermeiden. Diese extra Polsterung ist bei diesen Arbeiten nicht schlecht, allerdings geht dabei das Gefühl in den Handschuhen schnell verloren, da einige Modelle wirklich sehr dick sind.

5. Robustheit

Vom Unkraut zupfen zum Rosen schneiden – wer nicht ständig seine Handschuhe wechseln möchte, der sollte beim Kauf von Gartenhandschuhen darauf achten, dass diese ausreichend robust sind. Wer mag schon im Nachhinein alle Dornen einzeln aus seiner Hand ziehen?

Da auch Gartenhandschuhe nichts anderes sind als Arbeits- bzw. Schutzhandschuhe werden sie nach dem Grad der Beanspruchung in verschiedene Leistungsstufen eingeteilt. Als Grundlage dient die DIN EN 420 bzw. die spezifische Form der DIN EN 388 (Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken).

Wenn Handschuhe den Mindestanforderungen der DIN EN 388 entsprechen, werden sie häufig mit einem Hammer (Piktogramm) gekennzeichnet. Darunter befindet sich eine 4-stellige Ziffer, die die erreichten Leistungslevel darstellt.

  • 1. Zahl: Abriebsfestigkeit
  • 2. Zahl: Schnittfestigkeit
  • 3. Zahl: Weiterreißfestigkeit
  • 4. Zahl: Durchstichfestigkeit

In der Tabelle sehen Sie, wie die Handschuhe in die bestimmten Leistungsstufen eingeteilt werden bzw. welche Anforderungen sie dafür erfüllen müssen.

Gartenhandschuhe kriterien Robustheit Tabelle
Quelle: bvh.de

Wer mehr über die einzelnen Leistungsstufen und deren Bestimmung erfahren möchte, findet beim Bundesverband Handschutz e.V. die passenden Informationen.

6. Festigkeit der Nähte

Viele meiner günstigen Produkte haben nicht lange gehalten. Gerade wenn sie nass geworden sind, hatte ich das Gefühl, dass sich auch gleich die Nähte in Luft aufgelöst haben. Das darf natürlich nicht sein. Da hilft es auch nichts, wenn lustige Motive die Handschuhe schmücken. Aber für wenige Centbeiträge kann man eben auch keine perfekte Qualität erwarten.

7. Schadstoffgehalt

Handschuhe sind wichtig, um die eigenen Hände vor Verletzungen und Schmutz zu schützen – nicht umsonst heißen sie auch Schutzhandschuhe. Umso schlimmer ist es jedoch, dass sich gerade in vielen Handschuhen gesundheitsschädliche Stoffe befinden, die die Haut reizen und zu Hauterkrankungen führen können.

Das Problem ist, dass sich Handschuhe meist ohne diese Bestandteile nicht herstellen lassen, deshalb erlaubt die DIN EN 420 indirekt den Einsatz. Aber mit der Forderung die Substanzen anzugeben. Somit kann jeder selbst entscheiden, ob er die Handschuhe nutzt oder eben nicht.

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft stellt dafür eine ausführliche Allergenliste bereit, auf die jeder Zugriff hat.

Bei der Bremer Umwelt Beratung habe ich ebenfalls einen sehr interessanten Artikel über die Schadstoffe in Gartenhandschuhen gefunden. Hier erfahren Sie unter anderem, dass eine Untersuchung von 13 Handschuhen laut Öko-Test ergeben hat, dass sieben dieser Handschuhe mit Weichmachern belastet sind und weitere fünf bedenkliche Schwermetalle enthielten. Nur bei Handschuhen aus Nitril konnten keine Schadstoffe festgestellt werden.

Meine Favoriten:

Meine am häufigsten verwendeten Handschuhe im Gartenbereich sind die PU-Microhandschuhe und die Nitril Handschuhe Monza von engelbert-strauss. Sie passen einfach perfekt und es lässt sich so gut wie jede Gartenarbeit ohne Probleme damit verrichten.

Gartenhandschuhe Kriterien - Meine Favoriten

» Mein Tipp: Bei der Auswahl unbedingt mal ein Blick auf die Einsatz-Empfehlungen für Schutzhandschuhe von engelbert strauss werfen.

Gartenhandschuhe Kriterien Einsatz Empfehlung engelbert strauss

Die Punktetabelle zeigt die Erfahrungswerte. Je mehr Punkte dunkel gekennzeichnet sind, desto besser ist der Handschuh für diesen Bereich geeignet.

» Lesetipp: Gartenhandschuhe: Modelle und deren Einsatzgebiete vorgestellt


Foto1: © cocoparisienne - pixabay.com, Foto2: © Bundesverband Handschutz e.V., Oberhausen / Rheinl., Foto3: © engelbert strauss GmbH, Foto4: © engelbert strauss GmbH

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