Anis duftet nicht nur herrlich, es ist auch ein tolles Gewürz und Heilmittel. Wogegen es hilft und wie Sie Anis selbst anbauen können, erkläre ich hier genauer.

Anis darf in keinem Haushalt fehlen. Denn hierbei handelt es sich nicht nur um ein tolles Gewürz, das sowohl süße als auch herzhafte Speisen verfeinern kann, sondern auch um ein sehr geschätztes Heilmittel. Schließlich ist es ein bewährtes Mittel gegen Husten und kann auch zur Behandlung von Verdauungsstörungen eingesetzt werden. Und das schon ab Klein auf an. Es lohnt sich also, Anis selbst anzubauen. Wie Ihnen das gelingt und wie Sie Anis richtig ernten, erkläre ich nachfolgend im Detail.

Herkunft und Geschichte

Anis, wissenschaftlich bekannt als Pimpinella anisum, stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Südwestasien. Diese Pflanze zählt sogar zu den ältesten bekannten Heil- und Gewürzpflanzen der Menschheit. Die ersten dokumentierten Hinweise auf die Verwendung von Anis stammen aus dem alten Ägypten. Priester und Heiler sollen Anis sowohl in der Küche als auch in der Medizin eingesetzt haben. Denn man wusste schon früher, dass Anis gegen Husten, Fieber und Magenbeschwerden hilft und ein perfektes Gewürz für Gebäcke ist. Die Römer haben mit dieser Zutat zum Beispiel ihr berühmtes Anisbrot „Mustaceum“ hergestellt. Es war ein beliebtes Hochzeitsgebäck, das die Verdauung nach üppigen Festmahlen fördern sollte.

Und auch heute noch darf Anis in keinem Haushalt fehlen. Denn gerade, wer ein Baby zu Hause hat, kann bei Bauchschmerzen und Blähungen mit diesem Heilmittel schnell für Linderung sorgen. Natürlich profitieren aber auch Erwachsene davon. Die Inhaltsstoffe lindern nämlich nicht nur Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, sie helfen auch bei Entzündungen der Atemwege.

Steckbrief

Anis (Pimpinella anisum)
Pflanzenfamilie:Doldenblütler (Apiaceae)
Wuchshöhe:50 – 70 cm
Blütezeit:Juli – August
Blütenfarbe:weiß
Standort:sonnig
Boden:locker, sandig

Aussehen und Wuchs der Pflanze

Anis pflanzen, pflegen und ernten
Anissamen erscheinen von Juli bis August – © andreasalexander / stock.adobe.com

Anis gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist eine einjährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 50 bis 70 cm erreichen kann. Die Stängel sind schlank und verzweigt und die Blätter gefiedert. Die Blüten des Anis sind klein, weiß und in Dolden angeordnet. Sie haben in der Regel einen Durchmesser von etwa 2 bis 6 cm und erscheinen von Juli bis August. Das Besondere am Anis sind jedoch die kleinen, länglichen sowie grünen bis braunen Früchte, welche die Pflanze nach der Blüte ausbildet und die etwa 5 mm groß sind. Denn diese enthalten die wertvollen ätherischen Öle, die der Pflanze den typischen Anisduft und -geschmack verleihen. Deshalb werden von der Pflanze in der Regel auch nur die Samen geerntet.

Optimaler Standort und Boden

Anis gedeiht am besten an einem sonnigen und warmen Standort, da die Pflanze viel Licht benötigt, um eine reiche Ernte zu liefern. Was den Boden angeht, bevorzugt Anis einen lockeren sowie sandigen Lehmboden mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7. Dazu hier mein Lesetipp: pH-Wert im Boden messen – So wird’s gemacht.

Es ist zudem wichtig, dass der Boden zwar Wasser speichern kann, sich aber keine Staunässe bildet. Daher rate ich Ihnen, den Boden vor dem Pflanzen gut vorzubereiten, indem Sie ihn tief lockern und eine Drainage anlegen.

Aussaat

Anis können Sie selten als Pflanze kaufen. In der Regel sind im Handel eher Samen erhältlich. Die Aussaat ist generell sehr einfach und schnell erledigt. Gehen Sie dabei am besten folgendermaßen vor:

  1. Saatgut vorbereiten:
    Anissamen können Sie zwischen Mai und Juni direkt ins Freiland säen. Eine Vorkultur ist in der Regel nicht notwendig, aber möglich. Wenn Sie das lieber mögen, können Sie die Samen ab Februar in Saatkisten im Haus vorziehen und die Pflanzen ab April in nährstoffreiche Erde ins Freiland setzen.
  2. Bodenvorbereitung:
    Haben Sie sich für die Aussaat direkt ins Beet entschieden, sollten Sie den Boden tief lockern und am besten obendrein mit Kompost oder gut verrottetem Mist anreichern, um eine gute Nährstoffversorgung sicherzustellen.
  3. Aussaat:
    Die Samen nun etwa 1 bis 2 cm tief in Reihen mit einem Abstand von 20 bis 30 cm aussäen. Anschließend leicht mit Erde bedecken und vorsichtig gießen. Bei Temperaturen zwischen 15 und 25 °C sollten sich dann innerhalb von zwei bis drei Wochen die ersten Pflänzchen zeigen.
  4. Vereinzeln:
    Sobald die Pflanzen eine Höhe von etwa 10 cm erreicht haben, sollten Sie diese vereinzeln. Halten Sie dabei einen Abstand von 10 bis 15 cm ein.

Tipps zur Pflege

Anis ist generell eine relativ anspruchslose Pflanze, die kaum Pflege benötigt. Wenn Sie Ihren Pflanzen jedoch etwas Gutes tun möchten, dann halten Sie sich an die folgenden Empfehlungen:

Gießen:

Anis benötigt eigentlich kaum Wassergaben. Lediglich in heißen Sommern sollten Sie gelegentlich wässern.

Düngen:

Eine Düngung ist in der Regel nicht notwendig, wenn Sie den Boden vor der Aussaat gut vorbereitet haben. Bei mageren Böden kann jedoch das Ausbringen von organischem Dünger während der Wachstumsperiode ratsam sein.

Überwinterung:

Da Anis eine einjährige Pflanze ist, muss bzw. kann sie nicht überwintert werden. Nach der Ernte und dem Absterben der Pflanzen können Sie diese einfach auf den Kompost geben.

• Schnitt:

Ein Schnitt ist bei Anis nicht erforderlich. Nur dann, wenn Sie die Samen ernten möchten. In diesem Fall können Sie im Spätsommer oder Frühherbst zur Schere greifen und die Stängel abschneiden.

Ernte

Anis pflanzen, pflegen und ernten
Anis schmeckt leicht nach Lakritz – © Daorson / stock.adobe.com

Von Anis können Sie die Samen selbst ernten. Und zwar dann, wenn diese eine bräunliche Farbe annehmen, was in der Regel im Spätsommer oder Frühherbst der Fall ist. Gehen Sie dann folgendermaßen vor:

  1. Schneiden Sie die Dolden mit den erntereifen Samen ab.
  2. Hängen Sie die Dolden kopfüber an einem warmen, trockenen und gut belüfteten Ort auf.
  3. Legen Sie darunter ein sauberes Tuch, damit Samen, die sich lösen und herunterfallen, gleich aufgefangen werden.
  4. Nachdem die Dolden vollständig getrocknet sind, können Sie die Samen durch leichtes Schütteln oder Reiben von den Dolden lösen.

Nach der Ernte sollten Sie die Anissamen in einem luftdichten Behälter sowie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren. Denn nur so bleiben die ätherischen Öle in den Samen lange erhalten.

Verwendung

Da Anissamen süß und leicht nach Lakritz schmecken, werden sie häufig als Gewürz in der Küche verwendet. Sie sind unter anderem eine beliebte Zutat in Brot, Kuchen und Keksen und werden oft auch in Gewürzmischungen und zur Verfeinerung von Süßspeisen verwendet. Anis wird aber auch zur Herstellung von verschiedene Getränken verwendet. So ist Anis z.B. die Hauptzutat in Spirituosen wie Ouzo, Raki, Pastis und Sambuca. Aber auch Anis-Tee ist sehr beliebt, weil er gegen Magenbeschwerden und Entzündungen der Atemwege hilft. Zudem soll er für stillende Mütter gut sein, die die Milchproduktion unterstützen möchten.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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