Im Garten gehört das Barbarakraut in die Ecke der essbaren Pflanzen. Denn sein Geschmack ist besonders würzig und aromatisch. Doch wie wird das heilsame Kraut gezüchtet?

Barbarakraut
Barbarakraut ist essbar – © Udo Bojahr / stock.adobe.com

Das Barbarakraut (Barbarea vulgaris), welches auch als Winterkresse bezeichnet wird, stammt ursprünglich aus Eurasien und wird zur Familie der Kreuzblütler gezählt. In ganz Europa wächst es wild, wird jedoch auch immer häufiger in heimischen Gärten gezüchtet. Geschichtlich besitzt das Kraut eine hohe Bedeutung, denn sein Verzehr schützte Seefahrer vor Skorbut und gehört somit zu den ältesten Salat- und Heilpflanzen überhaupt.

Gesundheitlich gesehen wird in Niederschriften immer wieder seine blutreinigende Wirkung erwähnt, die das Barbarakraut auch heute noch zu einer unverzichtbaren Pflanze im heimischen Kräutergarten macht.

Blütezeit und Aussehen

Ihre Blütezeit erlebt die Winterkresse zwischen Mai und Juli. Die Farbe der Blüten ist gelb und sie wachsen in sogenannten Trauben heran. Die Blätter bleiben dabei rundlich und sind am Rand gezahnt.

Kurzer Steckbrief zum Barbarakraut

Barbarakraut/Winterkresse (Barbarea vulgaris)
Familie: Brassicaceae
Wuchshöhe: zwischen 20 und 50 cm
Wuchsform: bildet Rosetten und wächst aufrecht
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: lehmiger bis kieshaltiger Boden mit neutralem oder leicht saurem pH-Wert, nährstoffreich und feucht gehalten
Überwinterung: winterhart
Besonderheiten: essbar

Standort und Boden

Die Winterkresse wird am besten in einem Boden angebaut, der lehmhaltig ist oder Kies aufweist. Er sollte einen leicht sauren oder neutralen pH-Wert besitzen, viele Nährstoffe enthalten und feucht gehalten werden. Das Barbarakraut kann es auch ohne Weiteres vertragen, wenn der Boden etwas mehr Kalk enthält.

Interessant: Je nachdem, wie trocken oder feucht der Boden ist, wirkt sich dies deutlich auf den Geschmack der Pflanze aus. Dabei gilt, dass je trockener der Boden ausfällt, desto schärfer wird das Gewächs am Ende. Wer es also lieber etwas schärfer mag, wählt einen von Natur aus trockeneren Boden aus und passt bei der Bewässerung auf.

In Bezug auf seinen Standort liebt es das Kraut in der Sonne zu stehen. Doch auch ein wenig Schatten tut ihm gut.

Aussaat und Ernte

Gesät wird das Barbarakraut am besten zwischen Juni und September. Somit fällt die Ernte auf das Frühjahr. Beim Aussäen sollten Sie auf einen Abstand von 15 bis 20 Zentimeter achten. Wichtig ist dabei, die Samen nur ganz leicht mit Erde zu bedecken, damit die Pflanzen keimen können.

Wer möchte, kann das Barbarakraut auch direkt ins Freiland setzen oder sie per Kultur vorziehen. Während ihres Wuchses dient die Pflanze dann als gute Nahrungsquelle für verschiedene Insekten.

Je nach Aussaat können die jungen Blätter bereits zwischen Oktober und April geerntet werden. Die Verarbeitung erfolgt dabei frisch, um den vollen Geschmack zu entfalten.

Details zur Pflege

Das Barbarakraut zählt zu den Pflanzen, die nicht viel Aufwand und Pflege benötigen. Wichtig jedoch ist:

  • zwischenzeitlich immer wieder das umliegende Unkraut zu entfernen
  • die Erde feucht zu halten
  • die Verwendung eines Düngers ist nicht erforderlich

Um eine Ernte im Winter zu gewährleisten, deckt man die Pflanze am besten mit Reisig ab. So ist sie vor dem Schnee geschützt, kann jedoch auch weiter wachsen.

Der Pflanze können übrigens auch Schädlinge oder Krankheiten nur wenig anhaben. Hier sollten Sie jedoch besonders auf Erdflöhe achten. Diese werden unter Umständen besonders im Frühjahr zum Problem.

Lebensdauer

Für gewöhnlich überstehen die Pflanzen etwa zwei Jahre, während der Sie auch regelmäßig ihre Blätter ernten können. Während des zweiten Jahres entwickelt das Barbarakraut allerdings einen herberen Geschmack, der nicht unbedingt jedem mundet.

Als vorteilhaft zeigt sich, dass man im zweiten Jahr nach der Blüte die Samen ernten kann. Doch auch das Einsammeln ist nicht zwingend notwendig. Denn die Pflanze wirft nach einer gewissen Zeit ihre Samen automatisch ab und vermehrt sich somit durch Selbstaussaat.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

Antwort hinterlassen