Die Bergenie öffnet ihre rosa, roten oder weißen Blüten schon im März, bleibt den Winter über grün und kommt selbst mit mageren, schattigen Plätzen zurecht. Wir zeigen Ihnen, wo sich die Staude wohlfühlt und gepflanzt wird.

Schattige Beete unter Gehölzen, entlang von Mauern oder an der Nordseite des Hauses gelten oft als schwierig. Die Bergenie (Bergenia) beweist das Gegenteil. Mit ihren großen, ledrigen Blättern deckt sie den Boden dicht ab, im Frühjahr schiebt sie kräftige Blütendolden nach oben. Weil sie immergrün ist, bleibt das Beet auch in der kalten Jahreszeit nicht kahl. Dazu verzeiht die Staude Pflegefehler, an denen empfindlichere Pflanzen schnell scheitern.

Pflanzenportrait: Bergenie im Überblick

Die Bergenie ist eine immergrüne, horstbildende Staude, die im Laufe der Jahre zu breiten, dichten Polstern heranwächst. Ihre großen Blätter heißen im Volksmund „Elefantenohren“. Gebräuchlich sind auch die Namen Riesensteinbrech und Wickelwurz. Über diesem Blattschmuck erheben sich von März bis Mai die glockenförmigen Einzelblüten, die zu einer lockeren Dolde zusammenstehen. Je nach Sorte reicht die Farbpalette von zartem Rosa über kräftiges Purpurrot bis Weiß. Einige Züchtungen, etwa die Sorte „Herbstblüte“, öffnen im Spätjahr noch einmal einzelne Blüten.

💡 Tipp: Staude des Jahres 2017
Die frühen Blüten der Bergenie sind eine der ersten Nahrungsquelle für Bienen im Gartenjahr. Nicht zufällig wurde die Bergenie 2017 zur Staude des Jahres gewählt.

Pflanzenfamilie und Herkunft

Botanisch gehört die Bergenie zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Ihren Namen verdankt sie dem deutschen Botaniker Karl August von Bergen. Ursprünglich stammt die Gattung aus den Gebirgsregionen Zentral- und Ostasiens, etwa aus Sibirien, der Mongolei und dem Himalaya. An kargen, kalten und wechselhaften Standorten hat sich die Pflanze über Jahrtausende bewährt. Im Garten kultiviert wird meist die Dickblatt Bergenie (Bergenia cordifolia) sowie eine Reihe robuster Hybriden.

Merkmal
Botanischer NameBergenia, meist Bergenia cordifolia
PflanzenfamilieSteinbrechgewächse (Saxifragaceae)
HerkunftGebirge Zentral- und Ostasiens
Wuchsformhorstbildend, immergrün, mit kriechendem Rhizom
Wuchshöhe20 bis 50 cm
BlütezeitMärz bis Mai, einzelne Sorten mit Nachblüte im Herbst
BlütenfarbeRosa, Purpurrot, Weiß
StandortSonne bis Schatten
Bodendurchlässig, normaler Gartenboden, kalkverträglich
Winterhärtesehr gut, wintergrün, verträgt strengen Frost
VerwendungBeeteinfassung, Gehölzrand, Steingarten, Bodendecker, Kübel
Besonderheitenledrige „Elefantenohren“, rote bis bronzene Herbstfärbung

Bergenie pflanzen

Bergenien lassen sich als Topfware vom Frühjahr bis in den Herbst pflanzen. Am zuverlässigsten wächst die Staude an, wenn Sie sie im Frühjahr nach den letzten strengen Frösten oder im September setzen. Der Boden ist dann feucht und ausreichend warm, sodass die Wurzeln vor dem Winter noch gut einwachsen.

💡 Tipp:
Sommerpflanzungen sind möglich, brauchen an heißen Tagen aber mehr Aufmerksamkeit beim Wässern.

Standort

Die Bergenie gedeiht im Schatten, Halbschatten wie auch in der vollen Sonne. Am üppigsten blüht sie im lichten Halbschatten. Zwei Extreme mag sie allerdings nicht. Das sind ein dunkler Platz direkt unter dichten Laubbäumen, wo zu wenig Licht die Blühfreude bremst, sowie die pralle Mittagssonne auf trockenem Boden, unter der die Blattränder braun einziehen. Ein Standort mit Morgen- oder Nachmittagssonne trifft ihre Vorlieben am besten.

Boden

Ein normaler, durchlässiger und nährstoffhaltiger Boden genügt. Wichtig ist vor allem, dass Wasser gut abziehen kann, denn dauerhafte Staunässe schädigt das Rhizom. Bei schwerem, lehmigem Erdreich arbeiten Sie vor dem Pflanzen reichlich Sand und reifen Kompost ein, um die Struktur zu lockern. Kalk verträgt die Bergenie problemlos, sodass Sie sich um den pH-Wert kaum Gedanken machen müssen.

Pflanzanleitung Schritt für Schritt

  1. Lockern Sie den Boden gründlich und entfernen Sie Wurzelunkräuter.
  2. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so breit ist wie der Wurzelballen.
  3. Bei schwerem Boden mischen Sie etwas Sand und Kompost unter den Aushub.
  4. Setzen Sie die Bergenie so tief, wie sie im Topf gestanden hat. Das Rhizom liegt flach unter der Oberfläche und darf nicht tief vergraben werden.
  5. Füllen Sie die Erde auf, drücken Sie sie leicht an und gießen Sie gründlich ein.

💡 Tipp:
Für eine flächige Wirkung setzen Sie die jungen Stauden im Abstand von 35 bis 40 cm. So schließen sich die Polster nach ein bis zwei Jahren zu einer geschlossenen Decke.

Pflanzpartner

Am schönsten wirkt die Bergenie in Gesellschaft, die ihre großen Blätter kontrastiert. Filigrane Farne und schmale Ziergräser bilden einen reizvollen Gegensatz zum kräftigen Laub. Sehr gut harmoniert sie mit den ausladenden Blattschmuckstauden der Funkien, da beide ähnliche Standortwünsche haben. Das zart überhängende Tränende Herz ergänzt die frühe Blütezeit und bringt Leichtigkeit ins Beet. Für ein stimmiges Schattenbeet lohnt zudem ein Blick auf weitere bewährte Schattenstauden, die zur gleichen Zeit Struktur und Farbe in den Garten bringen. In sonnigeren Lagen setzen früh blühende Zwiebeln wie Tulpen und Narzissen hübsche Akzente zwischen den immergrünen Blättern.

💡 Tipp: Warum blüht meine Bergenie nicht?
Meist fehlt es am Licht oder es wurde zu stickstoffreich gedüngt. Ein hellerer Standort und sparsames Düngen fördern die Blüte.

Bergenie pflegen

Die Staude gilt als eine der genügsamsten Blütenpflanzen fürs Beet. Trotzdem entscheiden ein paar Handgriffe darüber, ob sie über Jahre kräftig bleibt und zuverlässig blüht.

Gießen

Frisch gepflanzte Bergenien gießen Sie in den ersten Wochen regelmäßig, aber maßvoll, damit die Wurzeln in Kontakt zur feuchten Erde bleiben. Sobald die Staude eingewachsen ist, kommt sie meist mit dem natürlichen Regen aus. Nur in längeren Trockenphasen, vor allem an vollsonnigen Plätzen, wässern Sie zusätzlich.

Düngen

Der Nährstoffbedarf ist gering. Eine Gabe reifer Kompost im Herbst oder im zeitigen Frühjahr deckt den Bedarf in aller Regel ab. Der Kompost versorgt den Boden schonend, lockert ihn auf und hält ihn durchlässig. Alternativ eignet sich ein organischer Langzeitdünger für Blüh- und Blattstauden. Verzichten Sie auf zu viel Stickstoff. Er treibt das Laub aus, geht aber zulasten der Blüten.

Rückschnitt

Ein starker Rückschnitt ist bei der immergrünen Bergenie im Normalfall nicht nötig, denn das Laub schützt die Pflanze über den Winter. Beschränken Sie sich auf zwei Handgriffe: Direkt nach der Blüte schneiden Sie die verblühten Blütenstiele bodennah ab, damit die Staude keine Kraft in die Samenbildung steckt. Verwelkte oder von Frost gezeichnete Blätter entfernen Sie im zeitigen Frühjahr. So sieht das Polster gepflegt aus und treibt frisch nach.

💡 Tipp:
Ein radikaler Rückschnitt bis kurz über den Boden ist im Herbst zwar möglich und bringt vergreiste, unansehnliche Exemplare wieder in Form, in aller Regel brauchen Bergenien ihn aber nicht.

Überwintern

Im Beet braucht die Bergenie keinen Winterschutz, denn sie ist ausgesprochen frosthart und übersteht auch strenge Kahlfröste. Der Frost hat sogar einen Nutzen, denn erst die Kälte lässt das Laub kräftig rot und bronzefarben werden. Ein Risiko sind allein späte Fröste, die im Frühjahr die früh geschobenen Blütenknospen treffen. In frostgefährdeten Lagen hilft dann etwas Reisig, das Sie aber erst kurz vor dem Austrieb der Blüten auflegen, damit die Pflanze die winterliche Rotfärbung nicht verpasst.

💡 Tipp:
Etwas Aufmerksamkeit verlangt die Kübelhaltung, denn im Topf ist der Wurzelballen der Kälte stärker ausgesetzt. Umwickeln Sie das Gefäß vor dem ersten Frost mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie und stellen Sie es an einen geschützten Platz nahe der Hauswand.

Bergenie vermehren

Am schnellsten und sichersten gelingt die Teilung, für Geduldige kommt auch die Aussaat infrage.

Vermehrung durch Teilung

Die Teilung ist die einfachste Methode und verjüngt gleichzeitig ältere, in der Mitte verkahlte Pflanzen. Der beste Zeitpunkt liegt im Frühjahr nach der Blüte oder im September. Graben Sie den Horst aus, schütteln Sie die Erde ab und trennen Sie das Rhizom mit einem scharfen Spaten oder Messer in kräftige Stücke. Jedes Teilstück sollte mindestens eine Blattrosette und gesunde Wurzeln tragen. Pflanzen Sie die Abschnitte sofort wieder ein und gießen Sie an. Worauf es beim Stauden teilen ankommt und welcher Rhythmus sinnvoll ist, lesen Sie in der ausführlichen Anleitung.

Vermehrung durch Rhizomstücke

Verwandt mit der Teilung ist die Vermehrung über Rhizomstücke, mit der Sie aus einer Pflanze gleich mehrere Ableger ziehen. Der beste Zeitpunkt liegt im Herbst. Graben Sie ältere, blattlose Rhizome aus und schneiden Sie sie in etwa 4 bis 5 cm lange Stücke, die jeweils mindestens ein Auge tragen. Legen Sie die Abschnitte waagerecht in Anzuchterde, bedecken Sie sie dünn mit Sand und halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht. An einem hellen, nicht vollsonnigen Platz bilden sich in den folgenden Wochen Wurzeln und neue Blätter.

Vermehrung durch Aussaat

Die Aussaat ist möglich, verlangt aber Geduld. Bergenien sind Lichtkeimer. Verteilen Sie die Samen im Frühjahr auf feuchter Anzuchterde und drücken Sie sie nur leicht an, ohne sie mit Substrat zu bedecken. Bei etwa 20 bis 25 °C an einem hellen Platz zeigen sich nach drei bis vier Wochen die ersten Keimlinge. Danach kultivieren Sie die Jungpflanzen etwas kühler weiter und setzen sie ins Beet, sobald sie kräftig genug sind. Bis zur ersten Blüte vergehen allerdings mehrere Jahre.

Krankheiten und Schädlinge

Schnecken sind bei der Bergenie kein Thema, denn sie machen einen weiten Bogen um die ledrigen Blätter. Auch Krankheiten treten selten auf, gelegentlich zeigen sich bei zu feuchtem Stand Blattflecken.

Ein Schädling kann ihr dagegen ernsthaft zusetzen: der Dickmaulrüssler. Der nachtaktive Käfer hinterlässt typische buchtenförmige Fraßspuren an den Blatträndern, während seine Larven im Boden die Wurzeln schädigen. Die Larven bekämpfen Sie umweltschonend mit Nematoden, winzigen Fadenwürmern, die Sie ins Gießwasser geben und über den Boden ausbringen. Fertige HB-Nematoden fürs Gießwasser gibt es im Fachhandel und online. Gegen die erwachsenen Käfer helfen zusätzlich Fallen oder das Absammeln bei Dämmerung. Wie Sie den Befall erkennen und Schritt für Schritt vorgehen, ist ausführlich unter Dickmaulrüssler bekämpfen beschrieben.

Drei beliebte Bergenien mit Bild

Aus der Wildform sind etliche Züchtungen hervorgegangen. Drei davon zählen zu den beliebtesten für den Hausgarten und decken zusammen ein breites Spektrum an Blütenfarben, Blütezeiten und Blattwirkungen ab.

Altai-Bergenie

Altai-Bergenien
Altai-Bergenien mit rosa Blüten über grünem Laub. | © Baumschule Horstmann

Die Altai-Bergenie, oder Dickblatt Bergenie ist die Ursprungsart, aus der viele Gartensorten gezüchtet wurden. Sie gilt als besonders genügsam und langlebig und kommt sogar mit tiefem Schatten am Gehölzrand zurecht, wo kaum eine andere Blütenstaude noch zuverlässig gedeiht. Ihr frischgrünes, glänzendes Laub färbt sich im Herbst rötlich, die Blütendolden erscheinen an rötlichen Stielen. Als klassischer Bodendecker bildet sie mit der Zeit dichte, breite Horste.

Altai-Bergenie (Bergenia cordifolia)
Blütenfarbe:Rosa
Blütezeit:April bis Mai
Wuchshöhe:20 – 40 cm
Standort:Halbschatten bis Schatten
Laub:wintergrün, im Herbst rötlich
Besonderheit:robuste Ursprungsart, auch für tiefen Schatten
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Bergenie ‚David‘

Bergenien David
Bergenie David mit purpurrosa Blüten und leicht rotem Laub. | © Baumschule Horstmann

‚David‘ fällt vor allem durch die leuchtend rotbraune Herbst- und Winterfärbung des Laubs auf, die dem Beet in der kalten Jahreszeit Farbe gibt. Mit ihrem kompakten, kriechenden Wuchs eignet sie sich gut für den vorderen Beetrand. Die Blüten sitzen an kräftigen Stielen und fallen etwas größer aus als bei der Wildform. Als bienenfreundliche Sorte bietet sie früh im Jahr Nahrung.

Bergenie ‚David‘ (Bergenia cordifolia ‚David‘)
Blütenfarbe:Purpurrosa
Blütezeit:April bis Mai
Wuchshöhe:25 bis 40 cm
Standort:Halbschatten
Laub:wintergrün, im Herbst rotbraun
Besonderheit:leuchtendes Herbstlaub, bienenfreundlich
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Bergenie ‚Herbstblüte‘

Bergenien Herbstblüte
Bergenie Herbstblüte mit hellpurpurrosa Blüten über hellem Laub. | © Baumschule Horstmann

Ihren Namen trägt die ‚Herbstblüte‘ wegen der zuverlässigen zweiten Blüte im Herbst, die nach dem Hauptflor im Frühjahr noch einmal für Farbe sorgt. Anders als viele Sorten behält ihr derbes, glänzendes Laub über den Winter ein sattes Dunkelgrün, statt sich rot zu färben. Sie ist ausgesprochen winterhart, schneckenfest und macht auch im Kübel und als Schnittblume in der Vase eine gute Figur.

Bergenie ‚David‘ (Bergenia cordifolia ‚David‘)
Blütenfarbe:helles Purpurrosa mit dunkler Mitte
Blütezeit:März bis April, Nachblüte im Herbst
Wuchshöhe:25 bis 30 cm
Standort:Sonne bis Halbschatten
Laub:wintergrün, ganzjährig dunkelgrün
Besonderheit:zweite Blüte im Herbst, schneckenfest, kübelgeeignet
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Fazit: Bergenien pflanzen

Die Bergenie ist eine dankbare Wahl für schattige oder pflegeintensive Ecken mit wenig Aufwand begrünen möchten. Sie blüht früh, bleibt im Winter grün und übersteht Trockenheit wie Frost ohne Sonderbehandlung. Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind ein durchlässiger Boden ohne Staunässe und ein Standort mit genügend Licht für die Blüte. Sind diese Anforderungen erfüllt, macht die Staude über viele Jahre kaum Arbeit und bleibt ein verlässlicher Blickfang im Beet.

Konrad von Gartentipps.com

Meine große Leidenschaft gilt nicht nur dem Gärtnern, ich bin ein sehr großer Liebhaber der Rose. Mit meinem bereits jahrzehntelangen Wissen unterstütze ich in meiner Heimatstadt die "Rosenfreunde Wittstock" als Gründungsmitglied (Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V.).

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