Junikäfer sind gar nicht mal so schlimm. Aber ihre Larven, die Engerlinge. Erfahren Sie deshalb hier alles, was Sie über Schädling und Bekämpfung wissen müssen.

Wenn es immer wärmer wird, haben Schädlinge leichtes Spiel. Allen voran ist hier der Junikäfer (Amphimallon solstitiale) zu nennen, der sich, wie der Name es schon vermuten lässt, vor allem im Juni ausbreitet. Vielleicht kennen Sie diesen Käfer aber auch unter dem Namen Gerippter Brachkäfer oder Sommerkäfer. Fakt ist auf jeden Fall, dass der Junikäfer zwar relativ klein ist, in der Landwirtschaft und im Garten jedoch großen Schaden anrichten kann. Deshalb ist es gut zu wissen, wie man den Schädling unter Kontrolle bekommen kann. Und genau das möchte ich Ihnen nachfolgend etwas genauer erklären.

Herkunft und Verbreitung

Der Junikäfer ist in Europa weitverbreitet, kommt aber auch in Teilen Asiens und in Nordafrika vor. Er bevorzugt gemäßigte Klimazonen und ist häufig in Gärten, auf Wiesen, an Waldrändern und auf Feldern zu finden. In Deutschland ist der Junikäfer eine bekannte Art, die jedoch oft mit dem Maikäfer verwechselt wird und das, obwohl er deutlich kleiner ist.

Aussehen

Junikäfer - Aussehen, Lebensweise & Bekämpfung
Nicht die Käfer richten Schäden an, sondern die Larven – © Andreas Gillner / stock.adobe.com

Beim Junikäfer handelt es sich um einen mittelgroßen Käfer, der zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) gehört und eine Körperlänge von etwa 14 bis 18 Millimetern besitzt. Er hat eine ovale Form und eine hellbraune bis rötlich-braune Färbung. Die Flügeldecken sind fein behaart und oft leicht glänzend. Und auch die Unterseite des Körpers und die Beine sind behaart sowie hell gefärbt. An den Beinen besitzen sie zudem kleine Zacken, mit denen sie sich am Blatt oder auch an Kleidung festhalten können. Charakteristisch für den Junikäfer sind zudem die gefächerten Fühler, die bei Männchen ausgeprägter sind als bei Weibchen.

Die Engerlinge, also die Larven, sind 2 bis 3 cm groß sowie weiß bis gelblich-weiß. Sie sehen optisch den Larven des Maikäfers und des Gartenlaubkäfers ähnlich, sind aber eindeutig am Hinterende identifizierbar. Denn dieser ähnelt einem „Mercedes-Stern“.

Lebensweise

Die ausgewachsenen Käfer sind nachtaktiv und fliegen hauptsächlich in den Monaten Juni und Juli, was ihnen auch ihren Namen einbrachte. Dann begeben sich die Käfer nämlich auf Nahrungssuche und schwärmen in Scharen aus. Während der Dämmerung und in der Nacht sind sie dabei oft in der Nähe von Lichtquellen zu finden. Tagsüber lassen sich die Käfer hingegen eher weniger sehen, da sie sich dann in ihr Versteck zurückziehen.

Die Weibchen legen ihre Eier (circa 40) Ende Juli in den Boden, aus denen nach etwa vier Wochen die Nachkommen, die sogenannten Engerlinge, schlüpfen. Diese durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, welche Jahre dauern können, und bleiben dabei über den Winter im Boden. Im dritten Jahr verpuppen sie sich schließlich und erscheinen dann im folgenden Sommer als ausgewachsene Käfer.

Nach der Paarung sterben übrigens die Männchen. Die Weibchen hingegen einige Tage nach der Eiablage.

Steckbrief

Junikäfer (Amphimallon solstitiale) 
Familie:Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Ordnung:Käfer (Coleoptera)
Größe:14 bis 18 mm
Farbe:hellbraun bis rötlich-braun
Körperform:oval, fein behaart
Verbreitungsgebiet:Europa, Asien, Nordafrika
Lebensraum:Gärten, Wiesen, Waldränder, Felder
Schadwirkung:Larven: fressen Wurzeln und verursachen dadurch Pflanzenschäden
Käfer: fressen Blätter an
Besonderheit:wird oft mit dem Maikäfer verwechselt, Larven gefährlicher als Käfer

Warum ist der Junikäfer ein Schädling?

Der Junikäfer wird deshalb als Schädling betrachtet, weil insbesondere die Larven (Engerlinge) großen Schaden anrichten können. Denn diese fressen die Wurzeln von Gräsern und anderen Pflanzen, was diese absterben lässt und somit zu erheblichen Schäden in Gärten und vor allem auf Rasenflächen führen kann. Selbst in Obstgärten und Weinbergen können die Larven Schäden an den Wurzeln der Pflanzen verursachen und somit den Ertrag beeinträchtigt. Im Gegensatz dazu sind die erwachsenen Käfer eher harmlos, denn sie fressen meist nur wenig an den Blättern von Pflanzen. Es sind also die Engerlinge die Übeltäter.

So können Sie den Junikäfer bekämpfen

Junikäfer - Aussehen, Lebensweise & Bekämpfung
Beim Umgraben sind Engerlinge schnell zu erkennen – © FotoSabine / stock.adobe.com

Wenn Pflanzen ohne ersichtlichen Grund oder Rasenflächen nesterweise verkümmern, kann es hilfreich sein, die Pflanzen bzw. ein Stück vom verkümmerten Rasen freizulegen. Sind die Wurzeln komplett abgefressen, sind die Engerlinge Schuld. Diese werden Sie dann auch in der Erde sehen können. Dagegen können Sie folgendermaßen vorgehen:

Nematoden einsetzen:

Nematoden, dabei speziell Heterorhabditis bacteriophora, sind winzige parasitische Würmer, die Sie gezielt gegen Engerlinge einsetzen können. Sie dringen durch die Körperöffnungen in die Larven ein und sorgen schließlich dafür, dass sie absterben. Toller Nebeneffekt: auf diese Weise werden auch gleich die Engerlinge des Maikäfers sowie die des Gartenlaubkäfers bekämpft.

Geben Sie die Nematoden einfach zwischen Juli und September ins Gießwasser und tragen Sie diese Lösung auf die zu behandelnde Fläche auf. Der Boden sollte dafür etwa 12 °C warm sein. Außerdem sollten Sie den Boden nach dem Ausbringen feucht halten.

Beete regelmäßig bearbeiten:

In Beeten bietet es sich an, den Boden regelmäßig aufzulockern. Denn auf diese Weise kommen die Engerlinge zum Vorschein und können gut abgesammelt werden. Die Engerlinge, die Sie dabei übersehen, sind wiederum ein gefundenes Fressen für Vögel.

Rasen vertikutieren:

Bei Rasenflächen hilft es, diesen zu vertikutieren. Am besten Ende April bzw. Anfang Mai, denn dann befinden sich die Engerlinge wieder in den oberen Bodenschichten. Nach dem Vertikutieren können Sie die Engerlinge einfach absammeln.

So können Sie einem Befall vorbeugen

Einem Befall mit dem Junikäfer vorzubeugen, ist relativ schwierig. Denn es sind weniger die Käfer das Problem, sondern die Larven. Deshalb sollten Sie sich auch auf genau diese konzentrieren. Vorbeugend können Sie folgendermaßen vorgehen:

Rasen mähen und düngen:

Behalten Sie vor allem Ihre Rasenfläche im Auge. Denn diese sind die perfekte Brutstätte für Junikäfer. Deshalb gilt es, den Rasen „unattraktiv“ für die Käfer zu gestalten. Das gelingt Ihnen, indem Sie den Rasen nicht zu kurz halten und ihn regelmäßig düngen. Sie können sogar den Rasen organisch düngen. Das sorgt für eine dichte Grasnarbe und dementsprechend dafür, dass es die Junikäfer schwerer haben, in den Boden einzudringen.

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Rittersporn, Knoblauch und Geranien anpflanzen:

Pflanzen Sie in Ihrem Garten Rittersporn, Knoblauch und/oder Geranien an. Denn die Wurzeln dieser Pflanzen sind für Engerlinge giftig. Dementsprechend machen sie einen großen Bogen um die Pflanzen.

Nützlinge anlocken:

Sie können auch gezielt Feinde der Junikäfer bzw. Engerlinge in den Garten locken. Dazu zählen Igel, Spitzmäuse, Maulwürfe, Erdkröten und Vögel. Diese helfen effektiv dabei, die Population der Junikäferlarven niedrig zu halten. Dazu hier zwei Lesetipps:

Vögel anlocken – So holen Sie sich stimmungsvolles Gezwitscher in den Garten
Igelfreundlicher Garten: So unterstützen Sie den stacheligen Gartenbewohner

Fazit

Auch wenn der Junikäfer mit seinen gefächerten Fühlern fast schon niedlich aussieht, so bringt er leider nichts Gutes mit sich. Ganz im Gegenteil. Einmal im Garten verbreitet, können die Engerlinge großen Schaden anrichten. Wenn Sie jedoch die Artenvielfalt in Ihrem Garten fördern, den Rasen regelmäßig vertikutieren und Ihre Beete gut durcharbeiten, können Sie einen Befall gut unter Kontrolle bekommen.

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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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