Der Knollenziest ist in unsere Gärten zurückgekehrt. Wenn Sie beim Anbau einiges beachten, eignet sich das Wurzelgemüse sogar perfekt als Anfängerpflanze.

Knollenziest
Der Knollenziest wird auch Japanische Kartoffel genannt – © orestligetka / stock.adobe.com

Völlig zu Unrecht war die in Frankreich als Delikatesse geltende Pflanze in den letzten Jahrzehnten in Deutschland fast in Vergessenheit geraten. Denn die Stauden sind pflegeleicht und passen in jeden Bauerngarten. Zudem stellen sie ein schmackhaftes Wintergemüse dar.

Herkunft

Die ursprüngliche Heimat des Knollenziest liegt in Japan und China. Daher sind auch Bezeichnungen wie Japanische Kartoffel oder Chinesische Artischocke geläufig. Im ausgehenden 19. Jahrhundert gelangten die Pflanzen nach Frankreich, wo das Wurzelgemüse noch heute gern auf den Tisch gebracht wird. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Knollenziest auch in Deutschland kultiviert, geriet dann aber nach und nach in Vergessenheit. Heute sind die essbaren Knollen, die im Geschmack an Schwarzwurzeln oder Artischocken erinnern, aber wieder vermehrt auf Märkten zu finden.

Kurzer Steckbrief zum Knollenziest

Knollenziest (Stachys sieboldii)
andere Bezeichnungen: Chinesische Artischocke, Japanische Kartoffel, Japanknolle, Knollenkartoffel
Familie: Lippenblütengewächs
Wuchshöhe: 30 bis 50 cm
Standort: Halbschatten
Boden: locker, nährstoffreich, feucht, humos, neutral
Überwinterung: winterhart

Den passenden Standort finden

Die anspruchslosen Pflanzen gedeihen im Halbschatten wie auch an einem vollsonnigen Standplatz. Eine Stunde Sonnenlicht sollten die Pflanzen täglich abbekommen. Im Schatten wird die Japanknolle vermutlich nicht eingehen, Sie werden dann aber Abstriche bei der Ernte der Knollen machen müssen.

Wie bei winterhartem Gemüse allgemein der Fall, sollte der Knollenziest nicht in Mischkultur gepflanzt werden. Ziehen Sie die Pflanzen deshalb für einige Jahre an einem separaten Standort heran. Anschließend können Sie den Standplatz wechseln.

Das ideale Substrat auswählen

Knollenziest gedeiht bevorzugt in einem schweren Lehmboden. Diesen sollten Sie vor der Pflanzung mit Sand und Kompost vermischen. Dadurch werden die Bodenverhältnisse weiter verbessert und der Ernteertrag gesteigert.

Knollenziest pflanzen

Japanische Kartoffel
Der beste Pflanzzeitpunkt ist Mitte März – © juliedeshaies / stock.adobe.com

Die Pflanzung des Knollenziest ähnelt dem Anbau der heimischen Kartoffel. Der beste Pflanzzeitpunkt ist Mitte März. Die Pflanzung nachfolgend Schritt für Schritt erklärt:

  1. Boden von Unkraut, Wurzeln und Steinen befreien
  2. Boden gut auflockern
  3. Pro Quadratmeter etwa zwei Liter Kompost in den Boden einarbeiten
  4. Saatknöllchen circa zehn Zentimeter tief in die Erde legen
  5. Pflanzabstand von etwa 30 Zentimetern beachten
  6. Saatknöllchen mit Erde bedecken
  7. Boden angießen
  8. Abwarten, bis die Pflanzen etwa zehn Zentimetern hoch sind
  9. Pflanzreihen anhäufeln

Am in die Erde gebrachten Stängel erscheinen dann neue Wurzeln und es bilden sich zusätzliche Knollen aus.

Tipp:
Knollenziest vermehrt sich unterirdisch schnell weiter. Wenn Sie also verhindern möchten, dass die Knollenkartoffel vom Garten Besitz ergreift, sollten Sie eine Wurzelsperre anlegen oder die Pflanzung im Kübel bevorzugen.

Die Pflanzung im Kübel

Knollenziest eignet sich auch für die Kultivierung auf Balkon und Terrasse. Hierfür bildet ein ausreichend großes Pflanzgefäß die Grundlage. Fünf bis zehn Liter Substrat sollten in in etwa in den Pflanzkübel passen. Um Staunässe zu vermeiden, sollten Sie auf ausreichend viele Abzugslöcher im Boden des Pflanztopfes achten. Eine Drainage aus Kies, Sand oder Blähton ist ebenfalls hilfreich.

Nachdem Sie die Knollen eingesetzt haben, müssen Sie das Substrat kräftig angießen. Pflanzen im Kübel besitzen generell einen erhöhten Bedarf an Feuchtigkeit und Nährstoffen. Eine regelmäßige Bewässerung ist deshalb wichtig.

So pflegen Sie den Knollenziest richtig

❍ gießen:

Der Wasserbedarf der Pflanze ist durchweg hoch. Nach der Pflanzung dürfen Sie das Gießen keinesfalls vergessen, denn nur so kann die Japanknolle gut anwachsen. Eine regelmäßige Bewässerung garantiert zudem größere Knollen und hohe Ernteerträge.

❍ düngen:

Im Frühjahr sollten die Pflanzen eine Düngergabe erhalten, denn der Knollenziest besitzt einen mittelhohen Bedarf an Nährstoffen. Wird bei der Pflanzung Kompost eingearbeitet, ist bereits die Grundlage für eine konstante Nährstoffversorgung in der ersten Wachstumsphase geschaffen.

Für eine konstante und schonende Abgabe von Nährstoffen sorgt organischer Langzeitdünger. Diesen sollten Sie oberflächlich in das Substrat rund um die Pflanze einarbeiten.

❍ überwintern:

Im Beet übersteht die Pflanze den Winter ohne Probleme. Bei der Kultivierung im Pflanztopf sollten Sie hingegen einen Winterschutz aus Reisig, Vlies oder Jute um den Topf herum anbringen. Damit das Pflanzgefäß nicht durchfriert, bietet sich die Positionierung auf einer Unterlage aus Styropor an.

So können Sie den Knollenziest vermehren

Für ihre Vermehrung sorgt die Chinesische Artischocke fleißig selbst. Die Pflanzen breiten sich nämlich großflächig unterirdisch aus, wenn sie nicht mit Rasenkanten oder Wurzelsperren daran gehindert werden.

Werden die Knollen geerntet, kann ein Teil davon erneut in den Boden gesetzt werden. Daraus werden sich dann zuverlässig neue Pflanzen bilden.

Knollenziest ernten und verwerten

Japanische Kartoffel
Die Knollen müssen nicht geschält werden – © joanna wnuk / stock.adobe.com

❍ Ernte:

Die Erntezeit der Knollenkartoffel beginnt, wenn im Herbst das Blattgrün welkt und abstirbt. Wie auch bei Kartoffeln üblich, wird eine Grabgabel benutzt, um die Wurzeln auszugraben. Die Knollen sind von den Wurzeln zu trennen und sollten baldigst weiterverarbeitet werden, denn der Knollenziest lässt sich nur schlecht lagern.

Tipp:
Möchten Sie den Knollenziest für einige Tage aufbewahren, geben Sie ihn in ein feuchtes Tuch und lagern das Wintergemüse bei vier Grad. Noch länger lagerfähig ist der Knollenziest, wenn die Knollen in einer mit feuchtem Sand gefüllten Kiste im Keller aufbewahrt werden.

❍ Verwendung:

Die Knollen müssen nicht geschält werden, da die Schale nur sehr dünn ist. Sie können den Knollenziest zum Beisiel einfach in Butter anbraten und bei der weiteren Zubereitung wie Schwarzwurzeln oder Spargel behandeln. Knollenziest eignet sich aber auch für die Zubereitung von Aufläufen, Currys, Salaten und diversen Beilagen.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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