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Kriechmispel “Repens” – Pflanzen, pflegen, schneiden & vermehren

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Die Kriechmispel ist ein pflegeleichter und robuster Bodendecker, der im nicht nur im Herbst mit einer attraktiven Färbung überzeugt. Zudem strotzt er dem lästigen Unkraut.

Kriechmispel
© Sergey Ryzhov – Fotolia.com

Klein aber oho, so lässt sich die Kriechmispel “Repens” wohl am ehesten umschreiben. Der attraktive Bodendecker begleitet uns mit einer faszinierenden Blütenpracht, leuchtend roten Beerenfrüchten und einer attraktiven Herbstfärbung durchs Jahr. Dabei sind die Pflanzen anspruchslos und lassen sich zur schnellen und zuverlässigen Begrünung größerer Flächen einsetzen. Das Beste daran – wo sich die Kriechmispel “Repens” einmal niedergelassen hat, muss sich das Unkraut geschlagen geben. Erfahren Sie nun näheres über den beliebten Bodendecker, der sich im Kübel ebenso gut macht, wie als Hangbefestigung oder als Mini-Hecke.

Pflanzenbeschreibung

Ursprünglich stammt die Kriechmispel aus China, wo sie bereits als Zierpflanze von sich reden machte.

Die immergrünen Zwergsträucher besitzen zahllose sattgrüne Blätter, die den polsterartigen Wuchs des Bodendeckers unterstreichen. Im Frühling sind es die kleinen weißen Blüten, die ins Auge fallen und tolle Akzente zur sattgrünen Laubfarbe bilden. Der Spätsommer wird durch die roten Apfelbeeren begleitet, die oft den ganzen Winter an der Pflanze verbleiben. Für ein stimmungsvolles Finale sorgt die Herbstfärbung.

» Tipp: Die Kriechmispel ist zwar immergrün, ein Teil der Blätter färbt sich im Herbst aber dennoch gelb bis orange.

Die Kriechmispel “Repens” wächst langsam aber zuverlässig. Bepflanzte Flächen gleichen mit der Zeit einem grünen Teppich. Das Unkraut wird erfolgreich verdrängt.

Wann blüht die Kriechmispel “Repens”?

Die Blüten der Kriechmispel “Repens” erscheinen im Juni. Wenn auch die weißen Blüten eher unscheinbar wirken, in ihrer Gesamtheit bilden sie einen attraktiven Blütenteppich. Ab September schmücken die orange-roten Früchte den Kleinstrauch. Die Früchte sind nicht zum Verzehr geeignet, bilden aber einen attraktiven Beetschmuck, der häufig den ganzen Winter über andauert.

Einige Arten von Kriechmispeln näher vorgestellt

Die Zwergmispeln bilden die Familie der Rosengewächse und umfassen zirka 90 Arten. Einige Kriechmispeln stellen wir Ihnen hier nun einmal vor.

❍ Kriechmispel “Herbstfeuer”

Diese robuste Kriechmispel besitzt glänzende dunkelgrüne Blätter und eignet sich besonders gut als Bodendecker. Ab Mai erscheinen die weißen Blüten und ab September lassen sich die hellroten Früchte bewundern. Die Kriechmispel bevorzugt einen sonnigen Standort und nahrhaften und durchlässigen Boden.

❍ Kriechmispel “Eichholz”

Die Kriechmispel “Eichholz” ist mit einer Wuchshöhe von bis zu 40 Zentimetern auch für die Heckenpflanzung gut geeignet. Die Pflanzen wachsen besonders dicht und besitzen leicht überhängende Triebe. Besonders dekorativ erscheinen die ab September anzutreffenden korallenroten Beeren. Teile des Laubes verfärben sich in ein attraktives Gelb-Rot.

❍ Kriechmispel “Jürgl”

Diese Pflanzenart wächst recht schnell und erreicht dabei Wuchshöhen von bis zu einem halben Meter. Zwischen Mai und Juni können die weißrosa Blüten bewundert werden. Die hellroten Früchte sind leicht giftig. Die Kriechmispel “Jürgl” wächst auf beinahe jedem Boden, bevorzugt jedoch sonnige Standorte.

❍ Kriechmispel “Radicans”

Die Kriechmispel “Radicans” ist von geringer Wuchshöhe und wird nur maximal 20 Zentimeter hoch. Gemessen an der geringen Größe erscheinen die im hellroten Früchte beinahe überdimensional. Die Blätter verfärben sich im Herbst leicht rötlich, fallen aber nicht ab.

Die Kriechmispel “Repens” pflanzen

Nicht umsonst zählen die Kriechmispeln zu den beliebtesten Bodendeckern. Die Pflanzen sind unkompliziert und pflegeleicht. Dennoch gilt es, bei der Pflanzung einiges zu beachten.

Den passenden Standort finden

Die Kriechmispel “Repens” toleriert beinahe jeden Standort. Möchten Sie sich am Blütenteppich und an den Früchten erfreuen, ist ein sonniger bis halbschattiger Standort die beste Wahl. An schattigen Plätzen gedeihen die Pflanzen zwar, lassen aber meist die Blüte vermissen.

» Tipp: Möchten Sie die Kriechmispel lediglich als Bodendecker verwenden und legen weniger Wert auf eine reiche Blüte, eignet sich auch ein schattiger Standort.

An Hängen und Böschungen macht sich die Kriechmispel besonders gut und findet in Efeu oder Ysander willkommene Nachbarn. Auch im Steingarten fühlt sich die Pflanze in Gesellschaft von Phlox und anderen Bauernblumen wohl. Auch die Alleinstellung auf Freiflächen oder im Kübel ist eine Möglichkeit, die Pflanzen in Szene zu setzen.

In Kurzform:

  • hell
  • sonnig bis halbschattig
  • keine Staunässe

Kriechmispel “Repens” – Pech für Unkraut
Die Kriechmispeln besitzen einen großen Vorteil für den Hobbygärtner. Unkraut hat keine Chance und verkümmert unter dem dichten Blätterdach der Zwergmispel. Soll eine Fläche von einem Quadratmeter zuverlässig begrünt werden, sind sechs bis acht Pflanzen zu setzen.

Das passende Substrat auswählen

Zeigt sich die Pflanze auch weitgehend tolerant gegenüber der Bodenbeschaffenheit, am besten gedeiht die Kriechmispel “Repens” in einem durchlässigen und nährstoffreichen Boden. Für die Pflanzung im Kübel eignet sich herkömmliche Blumenerde.

» Tipp: Staunässe schadet dem Bodendecker nicht zuletzt, weil die Zweige unmittelbar auf der Erdoberfläche aufliegen.

Der Boden sollte vor der Pflanzung aufgelockert werden. Handelt es sich um schwere Lehmböden, können diese durch die Beigabe von grobem Sand durchlässiger gestaltet werden. Ein humoser, frischer Boden wird begrüßt. Der pH-Wert sollte sich im neutralen Bereich bewegen. Kriechmispeln gedeihen auch auf kalkreichen und nährstoffarmen Boden. Dies geht aber zu Lasten der Blüte und folglich auch der Fruchtausbildung.

In Kurzform:

  • locker
  • frisch
  • durchlässig
  • nährstoffreich
  • humos
  • pH-neutral

Die Kriechmispel “Repens” pflanzen – Schritt für Schritt

❶ beste Pflanzzeit – Frühjahr oder Herbst
❷ Standort auswählen
❸ Boden von Unkraut und Steinen befreien
❹ Boden ggf. durch die Beigabe von Kies oder Sand durchlässiger gestalten
❺ Kompost einarbeiten
❻ Pflanzlöcher ausheben
❼ Pflanzen einsetzen
❽ Pflanzloch schließen
❾ Pflanzen angießen

» Tipp: Werden die Pflanzen bereits nach der Pflanzung leicht zurückgeschnitten, fördert dies einen kräftigen und dichten Wuchs.

So pflegen Sie die Kriechmispel

Kriechmispel Beeren
© adrian sumner – Fotolia.com

Gießen:

Der Hobbygärtner profitiert vom umfangreichen Toleranzbereich der Zwergmispel. Dauerregen kann der Pflanze ebenso wenig anhaben, wie sie sich über kürzere Trockenphasen beschweren wird. Mit einem frischen und gut durchlässigen Boden schaffen Sie ideale Wachstumsbedingungen. Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Ebenso ist die Bewässerung bei längerer Trockenheit notwendig, die Wurzeln dürfen nicht komplett austrocknen. Ansonsten kommen die Kriechmispeln mit dem natürlichen Regenaufkommen zurecht.

» Tipp: Kübelpflanzen benötigen eine regelmäßige Bewässerung.

Düngen:

Bei der Pflanzung kann Kompost als Langzeitdünger in den Boden eingearbeitet werden. Dies wird sich im späteren Verlauf nicht mehr durchführen lassen, denn der Bodendecker wächst sehr dicht und an den Boden ist nur noch schwer oder unter Beeinträchtigung der Pflanze heranzukommen. Daher bietet sich Flüssigdünger an, der im Frühling verabreicht wird und den Pflanzen einen Wachstumsschub verschafft.

Rückschnitt:

Da es sich um einen Bodendecker mit geringer Wuchshöhe handelt, sind regelmäßige Schnittmaßnahmen im Grunde nicht erforderlich. Breitet sich die Kriechmispel allerdings ungewollt aus, kann ein Rückschnitt jederzeit durchgeführt werden.

» Tipp: Die Kriechmispel “Repens” kann bis zu 80 Zentimeter in die Breite wachsen.
Ein Rückschnitt ist auch von Vorteil, wenn eine dichte Verzweigung angestrebt wird. Es gibt keine Vorgaben für den Schnitt, die Pflanzen sind sehr gut schnittverträglich und können jederzeit um das gewünschte Maß gekürzt werden. Wer regelmäßig die Spitzen des Bodendeckers kappt, sorgt für dichte Zweige und eine reiche Blüte. Für diese Schnittmaßnahmen ist der Hochsommer die beste Jahreszeit. Würde erst im Herbst zurückgeschnitten werden, könnten die jungen Triebe empfindlich auf Frost reagieren.

Krankheiten und Schädlinge:

Eine robuste Pflanze wie die Kriechmispel wird selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Einen großen Feind besitzt der schier unverwüstliche Bodendecker allerdings – den Feuerbrand.

Feuerbrand – Achtung Seuchengefahr

Beim Feuerbrand handelt es sich um eine Pflanzenkrankheit, die weltweit anzutreffen ist. Verursacher der Seuche ist das Bakterium Erwinia amylovora. Feuerbrand ist eine typische Krankheit von Kernobst.

» Tipp: Die Kriechmispel sollte nicht in nächster Nähe zu Obstgehölzen gepflanzt werden.

Die Krankheit breitet sich recht schnell aus, daher ist frühzeitiges Handeln erforderlich.

Wie lässt sich Feuerbrand erkennen?

  • Blätter welken
  • Triebe zeigen Verfärbungen und Krümmungen
  • Blätter färben sich braun
  • Schleimige Substanz tritt aus

Achtung: Feuerbrand lässt sich bislang nicht bekämpfen. Die Pflanzen sind umgehend zu entsorgen. Die Infektion muss gemeldet werden. Das zuständige Amt wird über das weitere Vorgehen entscheiden. Für den Menschen besteht keine gesundheitliche Gefährdung.

Blattläuse – hartnäckige Sauger am Werk

Auch von Blattläusen bleibt die Kriechmispel “Repens” nicht verschont. Der Befall ist jedoch vergleichsweise harmlos und lässt sich gut mit Hausmitteln, statt mit Chemie, in den Griff bekommen.

Wie lässt sich der Befall erkennen?

  • eingerollte Blätter
  • Blattverfärbungen
  • Triebe verkümmern
  • blasige Erhebungen auf den Blättern

Auch mit dem bloßen Auge sind Blattläuse gut erkennbar. Sie halten sich bevorzugt an den Unterseiten der Blätter auf.

Was kann getan werden?
Häufig ist es bereits ausreichend, die Pflanzen kräftig abzuspritzen. Gegebenenfalls ist die Behandlung zu wiederholen. Wirksam gegen Blattläuse sind auch Brennnesselsud oder Zwiebelsud. Auch das Einspritzen mit Seifenlauge zeigt Erfolg.

» Tipp: Um einem Blattlausbefall vorzubeugen, sollten die Pflanzen keiner längeren Trockenperioden ausgesetzt werden.

Vermehrung:

Wer auf den Geschmack gekommen ist, möchte vielleicht mehrere Exemplare dieser pflegeleichten Pflanze heranziehen.

Dies ist recht einfach mit Hilfe folgender Methoden möglich:

  • Stecklinge
  • Absenker
  • Samen

Die Vermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung wird am häufigsten praktiziert. Der beste Zeitpunkt für das Schneiden der Stecklinge ist der Spätsommer. Die Triebe sollten gut entwickelt sein und müssen eine Länge von etwa acht bis zehn Zentimetern aufweisen. Damit der Steckling nicht zu faulen beginnt, sind die Blätter und Früchte im unteren Drittel zu entfernen.

» Tipp: Damit der Steckling schnell anwurzelt, kann Bewurzlungspulver aufgetragen werden.

Für die Stecklingsvermehrung eignet sich herkömmliche Anzuchterde. Jeder Steckling wird dabei in einen einzelnen Pflanztopf gesetzt. Wird eine Plastikhaube über die Pflanze gestülpt, lässt sich die Bewurzlung beschleunigen.

» Tipp: Die Plastikhaube ist regelmäßig zu lüften, da sich ansonsten Schimmel bilden kann.

Auf diese Weise werden die Stecklinge hell und frostfrei überwintert. Bis zum nächsten Frühjahr dürften sich kräftige Jungpflanzen entwickelt haben, welche nach den letzten Frösten ins Freiland oder in den Kübel gepflanzt werden können.

Die Vermehrung durch Absenker

Wer eine vorhandene Kriechmispel durch Absenker vermehren möchte, nutzt hierfür den Frühsommer. Neben der Mutterpflanze wird der Boden gesäubert und mit einer etwa zehn Zentimeter langen Rille versehen. Ein bodennaher Zweig wird von Laub befreit und in diese Rille gelegt. Die Spitze des Absenkers muss aus dem Boden ragen und wird angebunden, damit sie nicht umknicken kann. Die Rille wird geschlossen und beschwert. Nach etwa einem Jahr, werden sich am Absenker neue Wurzeln gebildet werden und die so entstandene Pflanze kann von der Mutterpflanze getrennt werden.

Die Vermehrung durch Samen

Wer bereits Kriechmispeln besitzt, kann im Herbst aus den kleinen Apfelbeeren die Samen gewinnen. Die Aussaat kann bereits im Spätherbst erfolgen. Auch im Spätwinter ist die Vermehrung durch Samen noch möglich. Ausgesät wird in Anzuchterde. Da es sich bei den Samen um Kaltkeimer handelt, sind diese zunächst in einem warmen Raum vorzuquellen. Nach etwa drei Wochen werden die Pflanztöpfe im Freiland in den Boden eingebracht und mit Reisig oder Laub abgedeckt. Im Spätwinter werden die Pflanztöpfe zurück ins Haus gebracht und beginnen nun zu keimen.

Überwintern:

Kriechmispeln vertragen selbst strenge Fröste. Als immergrüne Pflanze benötigt die Kriechmispel an frostfreien Tagen hin und wieder etwas Wasser. Da über die Blätter auch im Winter Feuchtigkeit verdunstet wird, besteht die Gefahr der Austrocknung. Ungünstig auf die Pflanzen auswirken kann sich Kahlfrost. An trockenen und sehr kalten Tagen ist ein Schutz aus Reisig oder Stroh ratsam. Kübelpflanzen sind angreifbarer und sollten in jedem Fall mit Gartenvlies umwickelt und an einen geschützten Standort gebracht werden.

Die Kriechmispel als Bonsai

Wird die Kriechmispel als Bonsai kultiviert, kann die Pflanze einen Platz im Freien erhalten. Die Erde ist stets feucht, aber nicht nass zu halten. Kommt es zur Austrocknung des Wurzelballens, sterben die feinen Wurzeln sehr schnell ab. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Blätter zu säubern, bietet sich eine gelegentliche Dusche mit Regenwasser an. Um die typische Wuchsform herauszuarbeiten, ist der Bonsai etwa alle zwei Monate zurückzuschneiden. Beim Umpflanzen werden auch die Wurzeln gekürzt. Die Äste und Zweige können auch gedrahtet werden.

» Tipp: Mit Beginn der Wachstumsphase ist der Draht zu entfernen.

Während der Wachstumsphase kann regelmäßig ein Bonsai-Flüssigdünger verabreicht werden. Die Kriechmispel ist winterhart und kann im Freien überwintern. Der Boden ist dabei gut mit Reisig oder Laub abzudecken.


Foto1: © Sergey Ryzhov - Fotolia.com, Foto2: © adrian sumner - Fotolia.com

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