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Passionsblume im Kübel kultivieren

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Passionsblumen bringen exotischen Flair in Ihren Garten und eignen sich hervorragend für die Kultivierung im Kübel. Wir zeigen Ihnen, was dabei zu beachten ist.

Passionsblume
© Ruckszio / stock.adobe.com

Die Passionsblume (Passiflora) ist als Zimmerpflanze beliebt, kann aber auch im Kübel den Sommer auf Balkon oder Terrasse verbringen. Mit dieser außergewöhnlichen Pflanze holen Sie sich exotischen Charme nach Hause. Die hübschen Blüten besitzen zudem eine tiefe Bedeutung und erinnern an die Passion Christi. Damit Sie sich an einer prächtigen Blüte erfreuen können, sind einige Pflegehinweise zu beachten.

Besonderheiten der Passionsblume

Charakteristisch für die Passionsblume sind die auffälligen Blüten. Christen sehen darin die Leidensgeschichte Christi verdeutlicht. Dabei stehen die Staubgefäße für die davongetragenen Wunden, die drei Narben versinnbildlichen die für die Kreuzigung benötigten Nägel. Die Dornenkrone lässt sich im aus Staubblättern geformten Strahlenkranz erkennen. Die zehn Blütenblätter werden als die bei der Kreuzigung anwesenden Apostel verstanden. Bei den rückseitigen Deckblättern wird die Dreifaltigkeit symbolisiert. Die genannte Deutung gab der Pflanze ihren Namen.

Passionsblume (Passiflora)
Wuchs:je nach Sorte krautig oder verholzend, kletternd
Wuchshöhe:je nach Sorte mehr als 10 m möglich
Wurzelsystem:zum Teil unterirdische Wurzelausläufer
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:durchlässiger Boden

Herkunft der Passionsblume

Die Passionsblume zählt zu den Passionsblumengewächsen. Dieser Gattung gehören mehr als 500 Arten an. Es wurden darüber hinaus zahllose Hybriden aus den einzelnen Sorten herausgezüchtet. Die natürliche Heimat der Passionsblumen liegt in den Tropen Südamerikas. Aber auch in Asien oder Australien finden sich natürliche Vorkommen.

Heilwirkung der Passionsblume

Die Passionsblume besitzt eine wissenschaftlich belegte Heilwirkung. Die krampflösende und beruhigende Wirkung empfiehlt sich bei nervösen Unruhezuständen. Klinische Studien haben die Wirkung bestätigt und zugleich deutlich gemacht, dass sich die Wirkungsweise in Verbindung mit Baldrian oder Melisse noch intensivieren lässt.

Hauptsächlich wird die Passionsblume bei Angst- und Unruhezuständen oder psychisch bedingtem Herzklopfen oder Kopfschmerzen eingesetzt. Die angstlösende Wirkung wurde im Jahre 2017 offiziell bestätigt.

Passionsblume pflanzen

Passender Standort für die Passionsblume

Passionsblume pflanzen
© kutterimages / stock.adobe.com

Damit sich der Hobbygärtner an den ausdrucksvollen Blüten der Passionsblume erfreuen kann, ist ein warmer und sonniger Standort Voraussetzung. Im Sommer dürfen die Pflanzen auf Balkon oder Terrasse stehen. Dort sollten Sie jedoch unbedingt auf eine ausreichende Wasserversorgung achten und Staunässe vermeiden.

Ideales Substrat für Passionsblumen

Als Substrat kann herkömmliche Blumenerde verwendet werden. Um Staunässe vorzubeugen, sollte das Granulat gut durchlässig beschaffen sein. Dies lässt sich durch die Beimengung von Sand oder Tongranulat erreichen. Auch die Beigabe von Kompost schafft ideale Wachstumsbedingungen.

Tipp: Der pH-Wert des Bodens sollte bei 5,8 bis 6,8 liegen.

Passionsblume pflanzen – Schritt für Schritt

1. Pflanzgefäß auswählen
2. Substrat vorbereiten
3. Drainage legen
4. Substrat einfüllen
5. Pflanze mittig einsetzen
6. Substrat auffüllen
7. Boden leicht andrücken
8. Rankhilfe anbringen
9. Pflanze angießen

Um der Passionsblume die nötige Standfestigkeit zu gewähren und gleichzeitig das Nährstoffangebot nicht zu knapp zu halten, ist auf ein ausreichend großes und entsprechend schweres Pflanzgefäß zu achten. Bei der Auswahl gilt es auch zu bedenken, dass die Rankhilfe gut in den Pflanztopf integriert werden kann.

Um Staunässe vorzubeugen, werden in den Gefäßboden einige Tonscherben als Drainage gelegt.

Passionsblume umtopfen

Die Pflanze müssen Sie etwa alle zwei bis drei Jahre umtopfen. Dies liegt nicht nur daran, dass das Pflanzgefäß mit der zeit zu klein wird. Es ist auch wichtig, das Substrat auszutauschen, welches sich mit der Zeit verbraucht und den Pflanzen kaum noch Nährstoffe zur Verfügung stellt. Pflanzen Sie die Passionsblume in jedem Fall um, wenn die Erde vollständig durchwurzelt ist, kaum noch Substrat zu erkennen ist und die Wurzeln bereits aus dem Gefäßboden ragen oder sich auf der Oberfläche abzeichnen.

Umgetopft wird bevorzugt, wenn die Wachstumsphase noch nicht eingesetzt hat, zwischen Februar und März. Tauschen Sie dabei die Erde komplett aus. Das neue Pflanzgefäß sollten Sie mindestens drei Zentimeter größer als das alte Gefäß wählen.

Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick

TätigkeitErläuterung
Standort bestimmenwarm
sonnig
luftig
Substrat auswählendurchlässig
nährstoffreich
pH-Wert: 5,8 bis 6,8
Pflanzung vornehmenStandfestigkeit garantieren
Rankhilfe anbringen
Drainage gegen Staunässe 

Passionsblume pflegen

Passionsblume richtig gießen

Gießen Sie die Passionsblume regelmäßig aber nicht zu intensiv. Denn bei Topfpflanzen besteht immer die Gefahr, dass sich Staunässe bildet. Der Wasserbedarf steigt mit Beginn der Wachstumsphase im April. Ab Oktober müssen Sie entsprechend weniger bewässern.

Tipp: Passionsblumen reagieren oft empfindlich auf kalkhaltiges Leitungswasser. Daher ist bevorzugt mit Regenwasser oder abgestandenem Wasser zu gießen.

Passionsblume richtig düngen

Düngen Sie die Passionsblume lediglich während der Wachstumsphase. Alle zwei Wochen können Sie einn Flüssigdünger für Blühpflanzen ins Gießwasser geben. Im Winter ist zwar keine Düngung notwendig, die Pflanze sollte aber hin und wieder leicht mit Wasser eingesprüht werden. Dies beugt einem Befall mit Spinnmilben vor.

Passionsblume schneiden

Um die Blütenbildung zu fördern, wird die Passionsblume im zeitigen Frühling, vor dem Austrieb, geschnitten. Die Seitentriebe werden auf maximal drei bis fünf Augen gekürzt. Größere Pflanzen können zur besseren Überwinterung im Herbst auf die Höhe der Rankhilfe zurückgeschnitten werden.

Wie das dann aussehen kann, sehen Sie im folgenden Video:

Passionsblume vermehren

Die Vermehrung durch Kopfstecklinge ist recht einfach durchzuführen:

1. Stecklinge schneiden
2. untere Blätter entfernen
3. Schnittstelle in Bewurzelungshormon tauchen
4. Steckling in ein Torf-Sand-Gemisch setzen
5. Pflanzgefäß mit Plastikhaube abdecken
6. Pflanzgefäß hell und warm aufstellen
7. Steckling leicht feucht halten
8. Bewurzelung abwarten

Schneiden Sie die Stecklinge im Frühsommer in einer Länge von etwa 15 Zentimetern. Der Schnitt wird unmittelbar unterhalb des Blattknotens angesetzt. Damit die Stecklinge bewurzeln, werden Temperaturen von mindestens 20 Grad benötigt.

Ob die Bewurzelung erfolgreich war, lässt sich am Austrieb erkennen. Sobald sich neue Blattpaare zeigen, kann die Abdeckung entfernt werden. Die Pflänzchen sollten Sie nun etwas düngen und heller aufstellen. Im kommenden Frühjahr können Sie die Pflanzen umtopfen und, wie bereits beschrieben, kultivieren

Passionsblumen kreuzen

Eine spannende Herausforderung für den Hobbygärtner ist die Kreuzung der Pflanzen.

Diese lässt sich wie folgt durchführen:

1. Blüten von zwei verschiedenen Sorten auswählen
2. von der Spenderblüte mit einer Pinzette einen Staubbeutel abtrennen
3. Pollen vorsichtig auf die Narbe der zweiten Blüte streichen
4. Blüte verhüllen

Wichtig ist, dass die Blüte nach der Bestäubung in ein Säckchen oder einen Teefilter gehüllt wird, damit die Sortenreinheit garantiert werden kann und sich keine fremden Pollen dazu gesellen. Bei einer erfolgreichen Kreuzung werden sich Früchte ausbilden. Die Samen werden entnommen und im nächsten Sommer ausgesät. Mit etwas Glück kultiviert man eine neue Sorte.

Passionsblumen überwintern

Die frostempfindlichen Exoten sollten Sie spätestens im Oktober ins Haus holen. Die Pflanzen überwintern hell und sortenabhängig bei Temperaturen zwischen fünf und 15 Grad. Während der Ruhepause zwischen Oktober und März wird weniger gegossen.

Tipp: Die Pflanzen trocknen über den Winter ein. Dies ist normal und nicht auf Gießfehler zurückzuführen.

Sollen die Pflanzen den Sommer auf Balkon oder Terrasse verbringen, sind sie nach dem Winter schrittweise an die sommerlichen Temperaturen zu gewöhnen. Die Blätter könnten ansonsten verbrennen. Die Pflanzen werden zunächst für etwa 14 Tage an einem schattigen bis halbschattigen Standort aufgestellt. Dabei sollte die Passionsblume lediglich der Morgen- oder Abendsonne ausgesetzt werden. Nach der Umgewöhnungsphase kann der Sonnenplatz bezogen werden.

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