Pflanzen Stauden & Ziergräser

Rutenhirse – Tipps zum Pflanzen, Pflegen und beliebte Sorten

Die Rutenhirse (Panicum virgatum) ist Staude des Jahres 2020 und das nicht ohne Grund. Schaut man sich die Nutzungsgeschichte der Pflanze genauer an, ist Hirse bekanntlich eine der wichtigsten Getreidesorten, mit einigen Hirsearten kann man aber auch wunderbar den Garten gestalten – das gilt auch für die Rutenhirse. Das Süßgras eignet sich hervorragend zur Begrünung zahlreicher Gartenareale und ist zudem auch äußerst pflegeleicht.

Rutenhirse
© Winfried Rusch / stock.adobe.com
Der Begriff „Hirse“ beschreibt eigentlich keine eigenständige Pflanzengattung. Vielmehr umfasst er unterschiedliche Gräserarten, die sich als Spelzgetreide nutzen lassen. Hierzu gehören, neben Arten aus Gattungen der Borstenhirse, Fingerhirse, Hühnerhirse, Liebes- und Lampenputzergras, auch einige Arten aus der Gattung der Rispenhirsen (Panicum).

Die Nutzung der jeweiligen Süßgräser ist von Kulturregion zu Kulturregion verschieden, wobei Rutenhirse selbst ursprünglich aus Nordamerika stammt. Bis heute ist sie dort Hauptnahrungsquelle der nordamerikanischen Bisons. Und auch für Nutzvieh wird Panicum virgatum im Norden Amerikas gerne als Futterpflanze angebaut. Allerdings kann Rutenhirse noch weitaus mehr. So wird Panicum virgatum beispielsweise als C4-Pflanze zur Gewinnung von Bioethanol genutzt. Ein Biokraftstoff, der wesentlich weniger Umweltschadstoffe produziert als herkömmlicher Kraftstoff. Auch als Biofaser und sogar als Basis für ökologisch abbaubare Kunststoffe ist Rutenhirse in Gebrauch. Noch bedeutsamer ist das Spelzgetreide als Lebensmittel der Zukunft, denn dank seines außergewöhnlichen Kohlenstoffwechsels ist diese Hirse deutlich ertragreicher und widerstandsfähiger gegen extrem trockenes und heißes Klima.

Rutenhirse in der Küche

Rutenhirse, ebenso wie viele andere Arten der Gattung Panicum, werden seit Jahrtausenden als Getreide genutzt. Da das Süßgras als sogenanntes Präriegras gilt, wächst es selbst in sehr kargen und trockenen Regionen. Insbesondere in Afrika ist Hirse deshalb die wichtigste Getreideart. Das nicht ganz ohne Grund, denn Rutenhirse und Co. sind besonders mineralstoffreich und damit eine kostbare Nährstoffquelle in Ländern, in denen die Bevölkerung nicht sehr wohlhabend ist und anhaltende Dürren so manche Ernte zerstören. Zu den wichtigsten Mineralstoffen in Hirse gehören:

  • Eisen
  • Fluor
  • Kalium
  • Magnesium
  • Phosphor
  • Schwefel
  • Silizium
Außerdem stecken in Hirse auch Proteine und Vitamin B6, was das Nährstoffprofil der Nutzpflanze noch vielseitiger macht. Der Proteingehalt ist hier auch für Menschen von Interesse, die sich vegan oder vegetarisch ernähren. Sie müssen auf tierische Proteinquellen, wie Fisch oder Fleisch, verzichten und finden in Hirse deshalb eine wunderbare pflanzliche Alternative. Darüber hinaus ist das Spelzgetreide glutenfrei und damit eine optimale Grundlage für Backwaren, die von Personen mit Glutenunverträglichkeit vertragen werden sollen.

Rutenhirse (Panicum virgatum)
Wuchs: aufrecht, kompakt, horstbildend
Wuchshöhe: 150 – 180 cm
Wuchsbreite: 30 – 50 cm
Besonderheiten: winterhart, pflegeleicht
Standort: Sonne
Boden: leicht trocken bis frisch, durchlässig, nährstoffreich, lehmig
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Rutenhirse im Garten

Nun ist Rutenhirse aber weitaus mehr als „nur“ Getreide. Als Ziergras hat die Pflanze im Garten ebenfalls diverse Aufgaben. Die Hirseart gehört zu den sogenannten „Warm-Season-Gräsern“, was bedeutet, dass sie relativ spät im August austreiben. Dafür halten sich die grünen Horste von Panicum virgatum aber auch den gesamten Herbst über und manchmal sogar bis in den Winter hinein.

Rutenhirse wächst, je nach Sorte und Standort, zwischen 60 und 200 cm hoch. Größere Sorten geben somit einen idealen Sichtschutz ab und sind deshalb für Pflanzungen an Zäunen oder an der Grundstücksgrenze empfehlenswert. Kleinwüchsige Varianten machen sich dagegen gut im Stauden- oder Blumenbeet. Ebenso ist eine Pflanzung in Einzelstellung oder im Topf möglich.

Beim Anblick der buschigen Halme der Rutenhirse fühlen sich viele zunächst an Teichgräser, wie das Schilfrohr, erinnert. Es sei aber darauf hingewiesen, dass Panicum virgatum allzu feuchten Uferboden nur bedingt verträgt. Es ist deshalb besser, das Ziergras eher im Teichhintergrund zu pflanzen. Besser geeignet ist das Präriegras für „trockene“ Gartenkonzepte, zum Beispiel:
Blumengarten, Heidegarten, Naturgarten, Präriegarten, Rosengarten oder Steingarten.

Begleitpflanzen für Rutenhirse

Rutenhirse Pflanznachbarn
© Michal / stock.adobe.com
Schöne Pflanzpartner finden sich, je nach Gartenstil, zahlreich. Vor allem mit ähnlich hoch wachsenden Pracht- und Präriestauden wie Astern, Bartfaden Phlox, Prachtscharte oder Sonnenhut sind schöne Nachbarpflanzen. Doch auch kleinere Blütenstauden und Sukkulenten (z.B. Zierlauch, Sedum oder Narzissen) machen sich als Begleitpflanzen der Rutenhirse sehr gut.

Rutenhirse – Standort und Pflanzung

Als Präriegras bevorzugt Rutenhirse sonnige und trockene bis frische Böden. Am besten sind durchlässige, sandig-lehmige oder kiesig-lehmige Substrate. Zu schwere Böden beeinträchtigen dagegen die Blüte von Panicum virgatum. Ein guter Nährstoff- und Humusanteil des Substrats ist zu empfehlen. Der optimale pH-Wert des Bodens liegt bei Rutenhirse im sauren bis schwach basischen Bereich, zwischen 4,5 und 8 Punkten.

Pflanzanleitung in 3 Schritten

  • 1. Schritt: Pflanzen können Sie Rutenhirse durchgehend von März bis November. Für eine schnelle Etablierung am Standort empfiehlt sich aber eine Pflanzung im Mai. Die allmählich wärmer werdenden Temperaturen begünstigen hier ein rasches Anwurzeln im Boden.
  • 2. Schritt: Optimieren Sie den Standortboden von Panicum virgatum bei Bedarf vor der Pflanzung. Um ein lockeres und wasserdurchlässiges Substrat zu erhalten, können Sie die Gartenerde mit Sand oder Kies anreichern. Zusätzlich sollte eine Bodendrainage ins Pflanzloch bzw. den Pflanztopf eingebracht werden. Zur Grunddüngung empfehlen sich Komposterde oder Hornspäne.
  • 3. Schritt: Heben Sie ein Pflanzloch aus, dass der Rutenhirse eine Oberbodendicke von ca. 30 cm garantiert. Der Pflanzabstand zu Nachbarpflanzen beträgt 80 cm. Besonders schön kommen die Horste von Panicum virgatum in kleinen Grüppchen zu je 3 bis 5 Stück zur Geltung.

Rutenhirse gießen und düngen

Jungpflanzen der Rutenhirse benötigen in der Regel etwas mehr Wasser als ältere Pflanzen. Neupflanzungen sollten dementsprechend in den ersten zwei Standjahren regelmäßig bewässert werden. Hat sich das Ziergras aber erst einmal vollständig am Standort eingewöhnt reicht es, die Pflanzen in längeren Trockenphasen ein- bis zweimal wöchentlich zu gießen.

Panicum virgatum liebt nährstoffreiche Böden. Aus diesem Grund darf man auch ruhig großzügig düngen. Die Düngung erfolgt von März bis September in regelmäßigen Abständen. Geben Sie hier am besten organischen Dünger wie Kompost, Hornspäne oder Guano an die Pflanze ab. Für Topfpflanzen kann alternativ Flüssigdünger verwendet werden. Die Pflanze ist dann aber nicht mehr genießbar, was Nutzpflanzengärtner bedenken sollten, wenn Sie die Hirse weiterverarbeiten wollen.

Rutenhirse schneiden und vermehren

Schneiden Sie Rutenhirse bitte nicht vor dem Winter. Die Pflanze ist mit einer Winterhärte bis -29 °C zwar äußerst frostresistent, mag jedoch kein eisiges Schmelzwasser im Wurzelbereich. Die vertrockneten Halme bilden deshalb einen natürlichen Winterschutz und sind auch eine begehrte Zuflucht für Gartentiere, die darin ihren Winterschlaf halten. Erst im März, vor dem Austrieb, werden die Horste der Rutenhirse dann in Büscheln bodennah zurück geschnitten.

Rutenhirse vermehren

Vermehrung durch Selbstaussaat

Rutenhirse neigt zur unkontrollierten Vermehrung. Manche Gärtner wünschen das und lassen die Pflanze gewähren. Wer der Selbstaussaat jedoch Einhalt gebieten möchte, sollte schon bei der Pflanzung eine Wurzelsperre im Boden ausbringen.

Vermehrung durch Wurzelteilung

Eine Teilung der Horste lässt sich bei der Rutenhirse nicht nur zur kontrollierten Vermehrung nutzen. Ebenso verjüngt die Wurzelteilung die Pflanzen, welche danach wieder kräftiger austreiben. Nehmen Sie die Teilung am besten im Spätfrühling vor, trennen Sie hier mit einem Spaten zwei gleichgroße Teilstücke ab. Diese können Sie im Anschluss umgehend wieder zurück in den Garten pflanzen.

Rutenhirse überwintern

Im Freiland benötigt Rutenhirse eigentlich keinen Winterschutz, wenn man wie erwähnt die vertrockneten Horste stehen lässt. Anders sieht es aber bei Kübelpflanzungen aus. Umwickeln Sie den Pflanzküel im Winter mit mit Gartenvlies oder Kokosmatten. Ebenso ist es sinnvoll, den Kübel auf Holzklötze zu stellen, damit von unten keine Bodenkälte in den Topf einziehen kann.

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Beliebte Sorten der Rutenhirse für den Garten

Es gibt ein paar äußerst ziervolle Variationen der Rutenhirse, die sich im Garten für ganz spezielle Zwecke nutzen lassen. Sie unterscheiden sich sowohl in ihrer finalen Wuchshöhe, als auch in der Färbung ihrer Grashalme. Vor allem rote Sorten zaubern im Sommer und Herbst unglaublich schöne Akzente in den Garten. Zur besseren Übersicht, hier eine kleine Sortenauswahl:

Rutenhirse ‚Northwind‘

Rutenhirse Northwind
© Winfried Rusch / stock.adobe,com
Rutenhirse ‚Northwind‘ (Panicum virgatum ‚Northwind‘)
Wuchs: aufrechte beblätterte Stiele, horstbildend
Wuchshöhe: 170 – 180 cm
Wuchsbreite: 90 – 100 cm
Blütezeit: Juli – September
Standort: Sonne
Boden: frisch, durchlässig, lehmig-sandig, humos
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Rutenhirse ‚Rotstrahlbusch‘

Rutenhirse Rotstrahlbusch
© Winfried Rusch / stock.adobe.com
Rutenhhirse ‚Rotstrahlbusch‘ (Panicum virgatum ‚Rotstrahlbusch‘)
Wuchs: aufrechte beblätterte Stiele, horstbildend
Wuchshöhe: 80 – 100 cm
Wuchsbreite: 80 – 100 cm
Blütezeit: Juli – September
Standort: Sonne
Boden: frisch, durchlässig, lehmig-sandig, humos
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Rutenhirse ‚Strictum‘

Rutenhirse Strictum
© Winfried Rusch / stock.adobe.com
Rutenhhirse ‚Strictum‘ (Panicum virgatum ‚Strictum‘)
Wuchs: kompakt, aufrechte beblätterte Blütenstiele, horstig
Wuchshöhe: 150 – 180 cm
Wuchsbreite: 80 – 100 cm
Blütezeit: Juli – September
Standort: Sonne
Boden: leicht trocken bis frisch, durchlässig, lehmig-sandig, humos
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Rutenhirse ‚Heiliger Hain‘

Rutenhirse Heiliger Hain
© HVPM dev / stock.adobe.com
Rutenhhirse ‚Heiliger Hain‘ (Panicum virgatum ‚Heiliger Hain‘)
Wuchs: straff aufrechte, beblätterte Stängel, horstig
Wuchshöhe: 80 – 100 cm
Wuchsbreite: 60 – 80 cm
Blütezeit: Juli – September
Standort: Sonne
Boden: frisch, durchlässig, lehmig-sandig, humos
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Krankheiten und Schädlinge

Besondere Schadbilder sind an der Rutenhirse nicht bekannt. Allerdings kann Staunässe zur Wurzelfäule führen. Übergießen Sie das Ziergras darum bitte nicht und warten Sie mit der manuellen Bewässerung stets ab, bis der Oberboden vollständig abgetrocknet ist.

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