Die Taubnessel (Lamium) ist mehrjährig und pflegeleicht. Die Pflanze wird oft als Bodendecker verwendet und wächst gut im Halbschatten.

Taubnessel
Die Taubnessel wird häufig in der Naturheilkunde eingesetzt | © АliVa / stock.adobe.com

Die Taubnessel (Lamium) sollte nicht als lästiges Unkraut verkannt werden. Auch eine Verwechslung mit Brennnesseln ist ungerechtfertigt. Die Taubnessel besitzt zwar ähnliche Blätter, kommt jedoch ohne die charakteristischen Brennhaare aus. Die Blüten der ausdauernd wachsenden Stauden erfreuen von April bis September. Taubnesseln stellen eine beliebte Nahrungsquelle für Hummeln und Bienen dar. Auch als Heilpflanze macht die Taubnessel von sich reden.

Herkunft

Taubnesseln zählen zu den Lippenblütengewächsen und kommen in etwa 30 Arten vor. Die Pflanzen sind weltweit verbreitet und sind am häufigsten auf der Nordhalbkugel anzutreffen. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Europa, Asien und dem Norden Afrikas.





Verwendung

Die jungen Blätter und die farbenfrohen Blüten können verzehrt werden. Taubnesseln sind im Frühling eine beliebte Beigabe zu Wildkräuter-Salaten. In der Naturheilkunde wird die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung der Pflanzen geschätzt. Ein Tee aus Taubnesseln kann die Verdauung ankurbeln und wirkt harntreibend. Die Taubnessel ist auch zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden im Gespräch.

Den idealen Standort finden

Taubnesseln können sich mit den meisten Standorten anfreunden. Es spricht nichts gegen eine vielseitige Verwendung. An einem sonnigen bis halbschattigen Standplatz kann die Taubnessel als Bodendecker eingesetzt werden oder auch als Unterpflanzung für Bäume und Sträucher dienen.

Das passende Substrat auswählen

Es wird ein feuchter und frischer Boden bevorzugt. Achten Sie darauf, dass der Untergrund nicht austrocknet und das Wasser gut abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht.

Taubnessel pflanzen

Taubnesseln können im Freiland, wie auch im Pflanzgefäß gedeihen.

Bei der Pflanzung im Kübel gibt es einige Dinge zu beachten:

  • großzügiges Pflanzgefäß verwenden (mindestens doppelter Umfang des Wurzelballens)
  • Drainage aus Kies oder Tonscherben einbringen, damit keine Staunässe entsteht
  • Substrat mit Kompost oder Hornspänen anreichern
  • Taubnessel nach der Pflanzung reichlich mit Wasser versorgen

» Tipp: Kübelpflanzen benötigen mehr Wasser und Nährstoffe als eine Freilandpflanze, denn das Nährstoffangebot im Kübel ist begrenzt und entsprechend schnell aufgebraucht.

Taubnessel richtig pflegen

Bei der Kultivierung im Freiland müssen Sie wenig beachten.

Folgende Pflegemaßnahmen bieten sich an:

  • Gießen: Moderate Wassergaben an heißen Tagen oder während längerer Trockenzeiten.
  • Düngen: Dünger nicht zwingend notwendig. Kompost oder Hornspäne bei der Pflanzung empfohlen. Nachdüngung ab dem zweiten Standjahr möglich.
  • Schneiden: Die Taubnessel sollte nicht geschnitten werden. Auch im Herbst wird nicht zurückgeschnitten, denn die Triebe dienen der Pflanze als Schutz vor Kälte.

Taubnessel – beliebte Sorten

Taubnessel Pflege
Das Wildkraut ist reich an Vitamin B und C | © detailfoto / stock.adobe.com
Die Taubnessel hat in unterschiedlichen Sorten in unseren Gärten Einzug gehalten.

Weiße Taubnessel

Die Weiße Taubnessel wird nicht von jedem Hobbygärtner gern gesehen. Die Pflanzen vermehren sich durch Selbstaussaat sehr stark und werden häufig wie Unkraut bekämpft.

Großblütige Taubnessel

Die Stauden wirken beinahe majestätisch und werden nicht umsonst „Nesselkönig“ genannt. In einer großzügigen Rabatte wie auch für die Gestaltung von Gehölzrändern bietet sich die Großblütige Taubnessel an. Die Blüten beeindrucken mit ihrer braunroten Färbung. Die Sorte „Album“ blüht weiß.

Gefleckte Taubnessel

Das gefleckte Laub macht sich hervorragend als Bodendecker. Die Pflanzen bilden hübsche Teppiche, wuchern jedoch nicht. Gefleckte Taubnesseln gedeihen auch sehr gut im Halbschatten.

Taubnesseln vermehren

Die Vermehrung erfolgt über Stecklinge. Diese können den ganzen Sommer geschnitten werden. Die Erfolgsquote ist hoch und die meisten Stecklinge bewurzeln zuverlässig. Wenig Erfolg verspricht dagegen die Vermehrung durch Aussaat. Obwohl die Großblättrige Taubnessel und andere horstbildende Arten Samen ausbilden, gelingt die Vermehrung Laien nur selten.

Krankheiten und Schädlinge

Die robusten Pflanzen können gelegentlich von Blattläusen heimgesucht und die Blätter von Grauschimmel befallen werden. Treten an der Gefleckten Taubnessel lila Flecken auf, ist sie von einer Peronospora lamii genannten Blattfleckenkrankheit betroffen. Schnecken machen um die meisten Taubnesseln dagegen einen Bogen.

Taubnessel im Winter

Im Freiland ist die Taubnessel durchweg frosthart. Kübel drohen zuzufrieren. Dies lässt sich durch eine Platzierung des Pflanzgefäßes auf Holz oder Styropor verhindern.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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