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Trompetenbaum – Pflanzen, pflegen und überwintern

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Wer sich einen Hingucker in den Garten holen möchte, der ist mit dem Trompetenbaum besten beraten. Doch Vorsicht: er ist in all seinen Pflanzenteilen leicht giftig.

Trompetenbaum
© v_blinov – Fotolia.com

Der Trompetenbaum zählt zu den Trompetenbaumgewächsen und kann beachtliche Ausmaße sowie eine Wuchshöhe von bis zu 18 Metern erlangen. Während der Stamm eher dick und verkürzt wirkt, kann die Baumkrone umso ausladender erscheinen. Die herzförmigen Blätter erreichen eine Länge von bis zu 20 Zentimetern. Doch die Bäume werden besonders aufgrund ihrer Blüten geschätzt und kommen als Ziergehölze in Gärten und Parks vor. Die auffälligen, an Trompeten erinnernden Blüten haben den Bäumen auch ihren Namen gegeben.

Gewöhnliche Trompetenbäume werden in ihrer Heimat auch als Nutzpflanze verwendet und gelten als beliebte Bienenweide. Für Hobbygärtner sind bei uns eher die kleinwüchsigeren Arten von Interesse. Diese wachsen recht langsam und können auch auf Balkon und Terrasse für Blickfänge sorgen.

Vorsicht:
Der Trompetenbaum ist in all seinen Pflanzenteilen leicht giftig. Hauptsächlich ist der Wirkstoff Catalpin vorherrschend. Dieser ist lediglich in den Samen nicht nachgewiesen worden. Die Blätter enthalten Cumarsäure, Kaffeesäure und Ursolsäure. Allergische Reaktionen können auch auftreten, wenn Sie mit dem Holz in Kontakt kommen.

Die Verbreitung des Trompetenbaums

Die ursprüngliche Heimat des Trompetenbaums liegt in den USA. Sie sind im Südosten der USA ebenso anzutreffen, wie in Florida. Dort ist die Pflanze ein beliebtes Ziergehölz und in Parkanlagen und auch in vielen Privatgärten zu finden. Im 18. Jahrhundert gelangte die Pflanze nach Europa und wird heute auch in unseren Breiten gezielt kultiviert. Besonders der Gold-Trompetenbaum und der Kugel-Trompetenbaum sind in vielen Gärten oder auf Terrassen und Balkons anzutreffen. In freier Natur ist der Trompetenbaum auf trockenen Böden und an sonnigen Standorten heimisch.

Wann blüht der Trompetenbaum?

Die Blütezeit des Trompetenbaums erstreckt sich über die Monate Juni und Juli. Bereits im Mai können die etwa vier Millimeter langen runden Blütenknospen erscheinen. Die Blüte des Trompetenbaums ist auffällig, da die weißen und bis zu 15 Zentimeter langen Blüten von zwei gelben Streifen durchzogen werden und purpurfarbene bis goldene Flecken zeigen.

Welche Arten von Trompetenbäumen gibt es?

❍ Gold-Trompetenbaum:

Der Gold-Trompetenbaum gelangte im 18. Jahrhundert aus seiner Heimat USA in unsere Breiten. Im Gegensatz zum Gewöhnlichen Trompetenbaum wachsen diese beliebten Ziergewächse lediglich vier bis sechs Meter in die Höhe. Der Gold-Trompetenbaum besitzt nach dem Austrieb goldgelbe Blätter, die einen in den Abendstunden vernehmbaren Duft verströmen, der vor Mücken schützen soll.

Die kleinen Bäumchen treiben sehr spät aus und erscheinen Anfang Mai oft noch kahl. An einem warmen und sonnigen Standort gedeiht der Gold-Trompetenbaum besonders gut. Junge Pflanzen erscheinen weniger robust und benötigen eine Wachstumsstütze und einen Winterschutz.

❍ Kugel-Trompetenbaum:

Kugel-Trompetenbäume sind die kleine und kompakt erscheinende Alternative zum wuchsfreudigen Baumriesen aus der Pflanzenfamilie. Die besonders beliebte Sorte „Nana“ wird lediglich etwa vier Meter hoch. Jährlich wachsen Kugel-Trompetenbäume etwa 20 Zentimeter. Das sollten Sie bei der Pflanzung beachten. Auch diese kleine Art benötigt ausreichend Platz! Nach der Veredlung des Gewöhnliches Trompetenbaums stellt der Halbstamm sein Wachstum ein. Lediglich die kugelförmige Krone bildet sich im Laufe der Zeit stattlich und kompakt heraus.

Die trompetenförmigen, weißen Blüten erscheinen an bis zu 15 Zentimeter langen Rispen und sind reinweiß. Die an Zigarren erinnernden Früchte werden bis zu 30 Zentimeter lang und fallen im Winter nicht ab. Die Blätter werden im Herbst hingegen abgeworfen. Eine Laubfärbung findet dabei nicht statt.

Trompetenbaum pflanzen – Alle Informationen auf einen Blick

Trompetenbäume haben in ihren kleinwüchsigen Arten Platz in jedem Garten. Besonders der Kugel-Trompetenbaum ist in unseren Breiten längst heimisch geworden. Da die Pflanzen besonders langsam wachsen, lassen sie sich die ersten Jahre auch sehr gut im Kübel kultivieren. Der Baum stellt jedoch einige Ansprüche an seinen Standort und benötigt viel Wasser.

❍ Standort:

Ein sonniger Standort wird von den Pflanzen dankbar angenommen. Trompetenbäume gedeihen aber auch im Halbschatten. Dann müssen Sie jedoch Abstriche in Wuchs- und Blühfreudigkeit machen. Damit die Äste nicht wegknicken, sollten Sie zudem einen windgeschützten Standort wählen. Ein geschützter Standort ist auch für die Überwinterung der Pflanze von Vorteil. Am Standort der Pflanze sollte außerdem kein Platzmangel herrschen, denn auch kleinwüchsigere Arten können Wuchshöhen von bis zu sechs Metern erreichen.

Tipp: In Gruppen gepflanzt, können Trompetenbäume als natürliche Schattenspender dienen.

❍ Boden:

Auch bei der Wahl des Substrates zeigt sich die Pflanze nicht anspruchslos. Der Boden sollte frisch und nährstoffreich beschaffen sein. Ideal ist ein Sand-Lehmgemisch mit einem pH-Wert zwischen 7 und 8. Den Nährstoffgehalt des Bodens können Sie mit einer Kompostgabe zur Pflanzzeit aufwerten. Weiterhin müssen Sie den Boden gleichmäßig feucht halten.

❍ Pflanzung:

Möchten Sie einen Trompetenbaum in Ihren Garten pflanzen, dann ist das zeitige Frühjahr der perfekte Zeitpunkt dafür. Gehen Sie beim Pflanzen am besten wie folgt vor:

❶ Lassen Sie den Wurzelballen vor dem Pflanzen mit Wasser vollsaugen.
❷ Heben Sie das Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens aus.
❸ Setzen Sie die Pflanze ein ohne dabei die Wurzeln zu beschädigen.
❹ Einen Holzpfahl als Stütze ins Pflanzloch setzen und den Baum daran festbinden.
❺ Abschließend das Pflanzloch schließen und die Pflanze ausreichend angießen.

So gießen Sie Trompetenbäume richtig

Der Trompetenbaum hat sich an unsere klimatischen Bedingungen sehr gut angepasst und zeigt sich als recht unkomplizierte Pflanze. Wer lange an seinem Trompetenbaum Freude haben möchte, sollte fleißig gießen, denn die Pflanze benötigt eine gleichmäßige Feuchtigkeit. Dabei sollten Sie es aber nicht übertreiben, denn Staunässe nimmt Ihnen die Pflanze schwer übel und die Wurzeln beginnen schnell zu faulen. Kübelpflanzen besitzen einen höheren Wasserbedarf. Lehren Sie den Untersetzer aber immer aus, um Staunässe vorzubeugen.

An heißen Tagen sind Wassergaben in den Morgen- und Abendstunden sinnvoll. Während der heißen Mittagsstunden sollten Sie nicht gießen.

So werden Trompetenbäume richtig gedüngt

Damit die Pflanze gut anwächst, können Sie nach dem Pflanzen Langzeitdünger verabreichen. Mischen Sie im Frühling Kompost unter das Substrat, ist die Pflanze meist ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Kübelpflanzen sollten Sie während der Wachstumsperiode etwa alle zwei Wochen mit einem handelsüblichen Volldünger versorgen, den Sie dem Gießwasser beigeben.

Tipp: Verlieren die Blätter ihre sattgrüne Farbe, fehlen der Pflanze Nährstoffe und sie sollte baldigst gedüngt werden.

Vertragen Trompetenbäume einen Rückschnitt?

Der Gewöhnliche Trompetenbaum kann bis zu 18 Meter in die Höhe wachsen. Ein Rückschnitt ist dennoch problemlos möglich. Nach dem Winter können Sie z.B. alte und brüchig gewordene Äste ausschneiden. Ein weiterer Schnitt ist zum Ende der Wachstumsphase, sprich also im frühen Herbst, möglich. Einen radikalen Rückschnitt sollten Sie nur an sonnigen und trockenen Tagen vornehmen. Dann wird der Wundverschluss beschleunigt. Beim Rückschnitt sollten Sie immer auf die natürliche Wuchsrichtung des Trompetenbaumes achten. Erfolgt der Rückschnitt an asymmetrischen Blättern, können Sie eine frühe Blüte erreichen.

Bei den häufig in den Gärten anzutreffenden Kugel-Trompetenbäumen handelt es sich um eine Veredlung des Gewöhnlichen Trompetenbaumes. Die Basis für die Veredlung bildet der Halbstamm. Die kugeligen Bäume sollten Sie jährlich im Frühling in Form bringen. Ältere Pflanzen brauchen Sie im Herbst lediglich auslichten, damit die Äste nicht verkahlen.

Wie lassen sich Trompetenbäume vermehren?

Die Vermehrung der Pflanze kann durch Samen oder Ableger erfolgen. Das sind die zwei einfachsten Möglichkeiten. Nachfolgend genau erklärt, wie Sie bei beiden Methoden vorgehen müssen.

❍ Vermehrung durch Samen:

Die Aussaat der Samen erfolgt im Frühling an Ort und Stelle im Freiland. Hier ist Geduld von Nöten, denn die Pflanze treibt, wie bereits erwähnt, sehr spät aus. Junge Pflanzen benötigen viel Wasser, eine Stütze und einen Winterschutz.

Aus den Samen können Sie auch im Haus neue Pflanzen heranziehen. Hierfür sollten Sie die Samen einige Zeit in Wasser vorquellen lassen und anschließend in feuchter Anzuchterde einpflanzen. Die Samen dann etwa fünf Millimeter mit Erde bedecken und reichlich angießen. Nach etwa 1,5 Monaten dürften sich die ersten Triebe zeigen. Eine Abdeckung aus Folie, Plastik oder Glas beschleunigt die Keimdauer. Beim Umtopfen der Keimlinge müssen Sie dann aufpassen, dass Sie die zarten Wurzeln nicht beschädigen.

❍ Vermehrung durch Ableger:

An älteren Pflanzen bilden sich häufig Ableger. Diese entstehen aus Zweigen, welche bis zur Erde reichen und dort Wurzeln ausgebildet haben. Die Ableger können Sie aus dem Boden entfernen und an anderer Stelle wieder in die Erde einsetzen.

Trompetenbäume richtig überwintern – So wird’s gemacht

Im Laufe der Zeit hat sich der Trompetenbaum sehr gut an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst und kann beinahe als winterfest eingestuft werden. Junge Pflanzen benötigen allerdings noch etwas Hilfe, um gut über die kalte Jahreszeit zu kommen. Die Baumkrone können Sie z.B. mit Folie oder Gartenvlies umwickeln. Da die Baumrinde in kalten und trockenen Wintertagen aufreißen kann, sollten Sie vorbeugen und mit einem Kalkanstrich nachhelfen. Ist der Stamm weiß gestrichen, bleibt er von diesen Frostschäden verschont.

Pflanzen im Kübel sollten Sie ins Haus holen, denn Kübelpflanzen sind anfälliger für Frostschäden. Bringen Sie sie am besten in einen kühlen und hellen Raum.

Übrigens: Bis zu einem Alter von fünf Jahren spricht man von jungen Pflanzen, die einen Winterschutz benötigen.

Krankheiten und Schädlinge beim Trompetenbaum erkennen und bekämpfen

Trompetenbaum Blüten
© balakleypb – Fotolia.com

Die Pflanze erscheint allgemein recht robust, was den Trompetenbaum aber nicht gänzlich vor Schädlingen und Krankheiten schützt. Mit folgenden Schädlingen und Krankheiten könnten Sie es mal zu tun bekommen:

❍ Mehltau:

Steht die Pflanze zu feucht, ist die Gefahr für den Befall mit Echtem Mehltau groß. Die Krankheit ist an einem mehligen Belag auf den Blättern gut zu erkennen. Diesen können Sie anfänglich leicht abstreifen. Später rollen sich die Blätter ein, verwelken und fallen ab. Milch oder Molke in Wasser verdünnt, sind ein gut wirksames Hausmittel. Die Pflanze einfach mehrmals wöchentlich mit der Lösung einsprühen.

❍ Verticillium-Welke:

Dieser Pilz erweist sich als besonders aggressiv und für die Pflanze kommt meist jede Hilfe zu spät. Häufig wird die Krankheit zu spät erkannt und Veränderungen an den Blättern werden Pflegefehlern zugesprochen. Der Pilz ist an gelben Blättern, welche sich kräuseln und schließlich abfallen zu erkennen. Er unterbindet die Nährstoffversorgung, wodurch die Pflanze kein Wasser mehr transportieren kann und abstirbt.

Um einen Befall vorzubeugen, sollten Sie beim Pflanzen immer frischen, nährstoffreichen Boden wählen und regelmäßig aber mäßig gießen und düngen. Wird der Trompetenbaum dennoch befallen, sollten Sie ihn radikal zurückschneiden. Die befallenen Pflanzenteile aber nicht auf dem Kompost entsorgen, da sich die Krankheit sonst ausbreitet. Benutzte Gartengeräte müssen Sie außerdem desinfizieren.

❍ Brandkrustenpilz:

Dieser Pilz ist ebenfalls besonders heimtückisch, denn er befällt die Wurzeln und kann zunächst optisch nicht ausgemacht werden. Zu erkennen ist der Brandkrustenpilz im Verlauf an auffallend hell gefärbten Fruchtkörpern, welche nach und nach verfaulen. Auch hier können Sie nur durch passende Standortwahl und artgerechte Pflege vorbeugen. An wirksamen Gegenmitteln fehlt es bislang, weshalb der Trompetenbaum leider absterben wird.

❍ Blattläuse:

Blattläuse machen sich an den Blättern des Trompetenbaumes zu schaffen. Sie sind gut zu erkennen und lassen sich von der Pflanze absammeln. Das sollten Sie am besten am frühen Morgen machen. Auch mit Seifenlauge, Knoblauchsud (Anleitung Knoblauchsud selber machen) oder Brennnesseljauche (Anleitung Brennnesseljauche selber machen) können Sie auf eine umweltfreundliche Art und Weise wirkungsvoll gegen die Schädlinge vorgehen.

❍ Spinnmilben:

Weniger effektiv erweist sich das Vorgehen gegen Spinnmilben. Diese können die Pflanzen nachhaltig schwächen und sind oftmals leider nur mit chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln zu vertreiben.

❍ Schnecken:

Der Trompetenbaum wird auch von Schnecken heimgesucht. Besonders junge Pflanzen sind davon betroffen. Die Schnecken erklimmen die Stämme und fressen die Blätter. Sie können die Schnecken ganz einfach von Hand absammeln. Anstatt das aggressive Schneckenkorn auszubringen, können Sie auch ein Ring aus Tannenreisig, Kies, Kaffeesatz oder Katzenstreu um den Stamm anlegen, da diese Mittel für die Schnecken eine hinderliche Barriere sind. Hier noch weitere Tipps gegen Schnecken im Garten.

Zusammenfassung der besten Pflegetipps für den Trompetenbaum

  • viel Sonne
  • viel Platz
  • geschützter Standort
  • nährstoffreicher und feuchter Boden
  • ausreichend gießen
  • Wurzeln dürfen nicht austrocknen
  • Staunässe vermeiden
  • junge Pflanzen stützen und vor Frost schützen

Foto1: © v_blinov - Fotolia.com, Foto2: © balakleypb - Fotolia.com

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