Wasabi ist den meisten nur in Verbindung mit Sushi bekannt. Doch der scharfe Meerrettich kann auch als Topfpflanze kultiviert werden. Wie es geht, erkläre ich hier.

Wasabi pflanzen
Wasabi stammt aus Japan – © OlgaDm / stock.adobe.com

Sicherlich haben Sie auch schon einmal Sushi gegessen und den dabei zugehörigen süß-sauer eingelegten Ingwer und die grüne Paste probiert. Diese ist zwar nicht jedermanns Sache, weil sie sehr scharf ist, zum Sushi passt sie jedoch perfekt. Wenn Sie diese Wasabipaste in Zukunft selber herstellen möchten, können Sie den Japanischen Meerrettich auch selber anbauen. Dabei sollten Sie jedoch einige Besonderheiten beachten. Welche, erkläre ich nachfolgend etwas genauer.

Herkunft

Wasabi (Eutrema japonicum) stammt aus Japan und wird auch als Japanischer Meerrettich bezeichnet. Eine enge Verwandtschaft mit dem heimischen Meerrettich liegt jedoch nicht vor. Beide Pflanzen teilen sich mit den Kreuzblütengewächsen jedoch ein und dieselbe Pflanzenfamilie.

In Japan wachsen die Pflanzen bei Temperaturen zwischen 8 und 20 Grad. Auf den wilden Wasabi stößt man am Ufer von Gebirgsflüssen.

Produkte aus echtem Wasabi werden „Nama Wasabi“ genannt und in Japan teuer verkauft. In unserem heimischen Supermarkt erhältliche Pasten und Pulver bestehen hingegen häufig aus heimischem Meerrettich, der lediglich mit grünem Farbstoff behandelt wurde.

Kurzer Steckbrief zum Wasabi

Wasabi (Eutrema japonicum)
Wuchs: Staude
Wuchshöhe: 20 – 60 cm
Aussaat: Frühjahr
Standort: schattig bis halbschattig
Boden: feucht bis nass, nährstoffreich
Ernte: ca. 18 Monate nach der Aussaat

Der passende Standort für Wasabi

Angepasst an die natürlichen Wachstumsbedingungen, sollte Wasabi nicht zu warm und sonnig kultiviert werden. Er toleriert Temperaturen zwischen fünf und 20 Grad. In wärmeren Sommern bekommt den Pflanzen ein halbschattiger bis schattiger Standort besser. Dabei müssen Sie stets auf eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit achten. Da dies im Freiland schlecht zu realisieren ist, ist die Kultur im Freiland weniger zu empfehlen. Als Kübelpflanze gezogen, können Sie den Standort flexibler wählen und häufiger wechseln.

Das ideale Substrat für Wasabi

Es bietet sich an, hochwertige Kübelpflanzenerde für den Japanischen Meerrettich zu verwenden. Damit die Feuchtigkeit im Pflanzgefäß länger gehalten werden kann, ist die Oberfläche des Pflanzgefäßes mit Rindenmulch abzudecken.

So können Sie Wasabi heranziehen

Wasabi anbauen
Die Aussaat von Wasabi erfolgt im Frühling – © Heike Rau / stock.adobe.com

Sie können Wasabi aus Samen heranziehen. Die Anzucht verlangt jedoch einiges an Geduld und wird nicht immer gelingen. Daher empfehle ich Ihnen, sich Jungpflanzen im Handel zu besorgen. Wenn Sie sich dennoch für die Samenanzucht entscheiden, gehen Sie am besten wie folgt vor:

  1. Die Aussaat erfolgt im Frühling.
  2. Die Keimlinge müssen Sie anschließend permanent feucht halten.
  3. Sind mehrere Keimblätter sichtbar, werden die Pflanzen vereinzelt und im Abstand von etwa 30 Zentimetern ausgepflanzt.
# Vorschau Produkt Bewertung Preis
1 Saterkali Wasabi-Samen für die Gartenbepflanzung, 500... Saterkali Wasabi-Samen für die Gartenbepflanzung, 500... Aktuell keine Bewertungen 2,63 €

Tipp:
Neben der bereits beschriebenen Aussaat können Sie den Japanischen Meerrettich durch Teilung vermehren. Hierfür werden die Rhizome einfach abgeschnitten und in separate Pflanztöpfe gesetzt.

So pflegen Sie Wasabi richtig

❍ gießen:

Wasabipflanzen dürfen nicht trocken stehen, vertragen aber im Gegenzug auch keine Staunässe. Daher ist Fingerspitzengefühl gefragt. Am einfachsten können Sie die artgerechte Bewässerung sicherstellen, indem sich im Untersetzer immer etwas Wasser befindet und sich die Pflanzen bei Bedarf selbst mit Flüssigkeit versorgen können.

Wasser im Untersetzer besitzt einen weiteren positiven Nebeneffekt: Das stehende Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum und schafft damit eine ideale klimatische Umgebung für die Tropenpflanze.

❍ düngen:

Das Wachstum des Japanischen Meerrettichs können Sie durch eine gezielte Düngung unterstützen. Die Grunddüngung kann dabei bereits bei der Pflanzung erfolgen. Hierfür geben Sie 20 Gramm eines handelsüblichen Langzeitdüngers pro fünf Liter Topfvolumen dem Substrat hinzu. Anschließend bekommt die Wasabipflanze alle 14 Tage eine Flüssigdüngung. Dabei geben Sie 20 Gramm Dünger auf zehn Liter Gießwasser.

❍ schneiden:

Wasabi wird nicht geschnitten, zum Verzehr abgeerntete Pflanzenteile ausgenommen. Denn Schnittmaßnahmen beeinträchtigen den Wuchs.

❍ überwintern:

Die Pflanzen sind nur bedingt winterhart. Die Kübelpflanzen überwintern deshalb bevorzugt in einem hellen Raum bei Werten knapp über dem Gefrierpunkt.

❍ Krankheiten und Schädlinge bekämpfen:

Hin und wieder wird der Japanische Meerrettich von Blattläusen heimgesucht. Setzen Sie gegen diese am besten Florfliegen ein.

So wird Wasabi geerntet

Wasabi ernten
Erst nach ca. 18 Monaten kann Wasabi geerntet werden – © sasazawa / stock.adobe.com

Bis die ersten Rhizome geerntet werden können, ist Geduld gefragt. Erst nach etwa 18 Monaten haben die Wurzeln eine Länge von 15 Zentimetern erreicht und können aus dem Topf genommen werden. Die Rhizome werden anschließend geraspelt oder gemahlen.

Blätter und Blüten können Sie hingegen das ganze Jahr über ernten, pürieren und zu einer wohlschmeckenden Paste verarbeiten. Eine Paste aus Blättern, Salz und Reisessig schmeckt milder als die uns bekannte Wasabi-Paste.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

Antwort hinterlassen

Gartentipp des Tages!