Ein häufiges, aber oft zu spät erkanntes Problem bei Pflanzen, ist Wurzelfäule. Wodurch sie entsteht und wie Sie sie vorbeugen bzw. bekämpfen können, erkläre ich hier.

Wenn sorgfältig gepflegte Pflanzen plötzlich welken, schwach aussehen und trotz aller Bemühungen eingehen, sind nicht immer Schädlinge daran schuld. Denn häufig liegt das Problem nicht über, sondern unter der Erde. Die Rede ist von Wurzelfäule. Sie wird durch verschiedene Ursachen ausgelöst und lässt sich meist nicht mehr rechtzeitig behandeln. Vorsorge ist deshalb besser als Nachsorge.

Was versteht man unter Wurzelfäule?

Wurzelfäule bringt, wie die Bezeichnung es schon vermuten lässt, Wurzeln zum Faulen. Sie werden dadurch matschig und sorgen letztendlich dafür, dass die Pflanzen welk werden oder nur sehr langsam wachsen. Im schlimmsten Fall, sprich, wenn Sie nicht rechtzeitig handeln, können die Pflanzen dadurch sogar komplett absterben. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was die Auslöser für die Wurzelfäule sind.

Was sind die Ursachen für Wurzelfäule?

Verursacht wird Wurzelfäule hauptsächlich durch eine Reihe von Pilzen (vor allem Phytophthora-Pilze). Diese greifen die Wurzeln an und verhindern, dass die Pflanzen lebenswichtige Nährstoffe und Wasser aufnehmen können. Aber auch, wenn Sie viel zu oft zur Gießkanne greifen, können Sie Wurzelfäule begünstigen. Denn eine Überwässerung sowie eine schlechte Drainage bieten den perfekten Nährboden für Bakterien und Pilze. Befallen kann die Krankheiten dabei so gut wie alle Pflanzen. Sowohl im Garten als auch im Haus und auf dem Balkon sowie der Terrasse.

Woran erkennt man Wurzelfäule?

Wurzelfäule erkennen, behandeln & vorbeugen
Wurzelfäule lässt die Pflanze komplett verrotten – © GreenThumbShots / stock.adobe.com

Die Symptome zu erkennen und richtig zu deuten, ist entscheidend, um rechtzeitig einzugreifen und Ihre Pflanzen zu retten. Achten Sie bei Ihren Pflanzen im Haus und im Garten deshalb stets auf die folgenden Hauptanzeichen für Wurzelfäule:

Stagnierendes Wachstum:

Wenn eine Pflanze, trotz angemessener Pflege, nicht mehr wächst oder sichtbar an Vitalität verliert, könnte Wurzelfäule der Grund dafür sein. Denn die Wurzeln sind dafür da, dass eine Pflanze Nährstoffe und Wasser aus dem Boden aufnehmen kann. Sind die Wurzel nun aber verfault, kann sie all dies nicht mehr aufnehmen.

Welke Blätter und Stängel:

Obwohl welke und verfärbte Blätter auch ein Zeichen für Wassermangel sein können, treten diese häufig auch bei Wurzelfäule aufgrund einer Überwässerung auf. Die Blätter können gelb werden und schlaff aussehen. Ist die Wurzelfäule weit fortgeschritten, kann es sogar zum Absterben von Teilen oder sogar der ganzen Pflanze kommen. Angefangen bei den Wurzeln, breitet sich die Krankheit dabei immer weiter nach oben aus.

Verfärbung der Wurzeln:

Gesunde Wurzeln sind normalerweise hell und fühlen sich fest an. Wurzeln, die von Fäulnis befallen sind, verfärben sich dunkelbraun oder schwarz und werden matschig. Wenn Sie also den Verdacht haben, dass Ihre Pflanzen unter Wurzelfäule leiden, sollten Sie diese vorsichtig aus dem Boden heben und die Wurzeln überprüfen.

Schlechter Geruch:

Wenn die Wurzeln anfangen zu faulen, kann infolgedessen ein unangenehmer, fauliger Geruch entstehen. Dieser Geruch ist oft ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Pflanze ernsthaft erkrankt ist.

Wackeliger Stand:

Steht die Pflanze wackelig in der Erde, ist das meist auch ein eindeutiges Indiz dafür, dass sie unter Wurzelfäule leidet. Denn sind die Wurzeln faulig, hat die Pflanze keinen festen Halt mehr in der Erde.

So können Sie Wurzelfäule behandeln

Wurzelfäule erkennen, behandeln & vorbeugen
Entfernen Sie die Erde und die verfaulten Wurzeln – © Veronika Kraeva / stock.adobe.com

Fungizid einsetzen:

Wenn Sie Anzeichen für Wurzelfäule an Ihren Pflanzen erkennen, sollten Sie schnell handeln, um ein Fortschreiten der Krankheit zu stoppen. Bei Pflanzen im Beet ist die Bekämpfung eher schwierig, da die unterschiedlichsten Pilze Auslöser sein können und Fungizide gegen Wurzelfäule nur anfänglich helfen. Daher sollten Sie schon bei den ersten Anzeichen mit einem passenden Fungizid arbeiten.

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Pflanze aus dem Beet entfernen:

Ist die Wurzelfäule schon weit fortgeschritten, wird ein Fungizid nicht mehr helfen. In diesem Fall ist es besser, die Pflanze komplett aus dem Beet zu entfernen, bevor die Pilze auch die umliegenden Pflanzen befallen.

Topf-/Kübelpflanzen umtopfen:

Bei Topf- bzw. Kübelpflanzen gestaltet sich die Behandlung einfacher. Gehen Sie bei einem Befall am besten folgendermaßen vor:

  1. Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf.
  2. Entfernen Sie das komplette Substrat. Dafür die Wurzeln kurz unter fließendes Wasser halten.
  3. Schneiden Sie nun alle fauligen Wurzeln ab.
  4. Geben Sie anschließend Zimt auf die Schnittflächen, denn dieses wirkt antibakteriell und antifungal (pilztötend). Deshalb ist Zimt auch ein gutes Bewurzelungshormon für Stecklinge.
  5. Danach die Wurzeln bzw. den Zimt 10 Minuten trocknen lassen.
  6. Reinigen und desinfizieren Sie in der Zwischenzeit den Pflanztopf oder verwenden Sie einen neuen.
  7. Jetzt sollten Sie eine Drainage im Blumentopf anlegen und die Pflanze in frisches Substrat setzen.
  8. Zur Kräftigung der Pflanze ist es abschließend noch ratsam, diese zu düngen.

So können Sie Wurzelfäule vorbeugen

Wurzelfäule erkennen, behandeln & vorbeugen
Passen Sie auf, dass Sie nicht zu viel gießen – © benjaminnolte / stock.adobe.com

Mit Bedacht gießen:

Um Ihre Pflanzen vor Wurzelfäule zu schützen, müssen Sie eigentlich gar nicht viel machen. Der Schlüssel zur Vermeidung dieser Pflanzenkrankheit ist, einfach mit Bedacht zu wässern. Greifen Sie nicht zu oft zur Gießkanne und übertreiben Sie es bei den einzelnen Wassergaben nicht. Machen Sie vorher lieber die Fingerprobe und überprüfen Sie so, ob Ihre Pflanzen überhaupt schon wieder Wasser benötigen. Die ersten zwei bis drei Zentimeter der Erde sollten am besten immer erst durchgetrocknet sein, bevor Sie wieder gießen.

Alternativ zur Fingerprobe können Sie auch einen Bodenfeuchtigkeitsmesser für Pflanzen verwenden. Diesen müssen Sie nur für ein paar Sekunden in den Boden stecken und schon sehen Sie, ob Ihre Pflanzen Wasser benötigen oder sogar überwässert sind.

Staunässe vermeiden:

Kontrollieren Sie zudem immer, ob im Übertopf noch Wasser steht. Dieses sollten Sie nach dem Gießen immer entfernen. So können Sie effektiv verhindern, dass Staunässe und somit Wurzelfäule entsteht.

Drainage im Blumentopf anlegen:

Achten Sie des Weiteren auf eine gute Drainage, vor allem im Blumentopf. Denn gerade hier kann schnell Staunässe und somit Wurzelfäule entstehen. Um das zu verhindern, empfehle ich bei Pflanzen im Topf und Kübel eine Drainage aus Tongranulat (Blähton), Tonscherben oder Sand anzulegen.

Schwere Böden auflockern:

Im Garten sollten Sie auch auf einen gut durchlässigen und lockeren Boden setzen. Schwere Böden können Sie zum Beispiel auflockern, indem Sie etwas Sand und Kompost unter die Erde mischen.

Pflanzen stärken:

Damit Ihre Pflanzen robuster gegen Krankheiten und Schädlinge werden, ist es ratsam, sie mit Pflanzenjauche auf Trab zu bringen. Beispielsweise etwa mit Brennnesseljauche oder einem Sud aus Ackerschachtelhalm. Das stärkt die Pflanzen und macht es Erregern schwerer, in die Wurzeln einzudringen.

Auf die Fruchtfolge achten:

Unterschiedliche Pflanzen sind unterschiedlich anfällig für die Wurzelfäule. Achten Sie deshalb vor allem im Gemüsebeet auf die Fruchtfolge und pflanzen Sie nicht Jahr für Jahr auf derselben Stelle im Beet das Gleiche an. So verhindern Sie, dass der Boden auslaugt und sich Krankheiten ansiedeln können. Sorgen Sie also für Abwechslung im Beet. Lesetipp: Fruchtfolge beim Gemüseanbau: mehr Ernte, weniger Schädlinge.

Hier noch ein interessantes Video zum Thema:

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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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