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Zierquitte – Pflanzen, schneiden & vermehren

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Farbenfrohe Blüten im Vorgarten sind ein Muss für fast jeden Hobbygärtner. Sehr beliebt ist hier die Zierquitte mit ihrem strahlenden Blütenkleid. Sieh at nur wenige Ansprüche und ist deshalb sehr pflegeleicht.

Zierquitte
© Dimitris – Fotolia.com

Bei der Zierquitte (lat. Chaenomeles) handelt es sich um eine Zierpflanze, die zur Gattung der Rosengewächse gehört und ursprünglich aus Ostasien stammt. Auch die Optik der lieblichen Pflanze erinnert an das ferne Asien. Die reichhaltigen Blüten machen die Sträucher neben den essbaren Früchten, die an Äpfel erinnern, aus. Auf bis zu zwei Metern Breite und bis zu fünf Metern Wuchshöhe können sich diese zauberhaften Gewächse ausdehnen und so ein imposantes Bild im eigenen Garten abgeben. Dabei sind es vor allem drei Arten der Scheinquitte, wie die Zierquitte auch genannt wird, die sich für diese Gefilde besonders gut eignen:

  • Chaenomeles japonica aus Japan
  • Chaenomeles speciosa aus China
  • Chaenomeles x superba (eine Kreuzung aus diesen beiden Arten)

Die Zierquitte aus China überzeugt mit ihrem stärkeren Wuchs, blüht allerdings erst im April, während die Japanische Zierquitte bereits im März in ihrer vollen Blütenpracht erstrahlt. Essbar sind die Quitten der beiden Sträucher in jedem Fall. Gerne kann das Quittenobst auch in Marmelade verwandelt oder zu homöopathischen Zwecken weiterverarbeitet werden. Der Saft aus den Früchten der Zierquitte gilt als sehr erfrischend und lässt einen Hauch von Zitrusfrüchten hervorschmecken. Wer sich eine Zierquitte in den eigenen Garten holt, profitiert demnach nicht nur von der wunderschönen Farbbracht und einem zitronenähnlichen Duft. Vielmehr sind die Zierquittenfrüchte ebenso ein Fest für die Sinne.

Weitere Informationen zur Zierquitte

Auch wenn die Zierquitte den Namen „Quitte“ trägt, ist sie botanisch gesehen eigentlich gar keine Quitte. Das Rosengewächs stammt zudem nicht nur aus China und Japan, sondern auch aus Myanmar. Die Triebe der Zierquitte sind von spitzen Stacheln geprägt, während die Blüten zwischen März und April in der folgenden Farbpracht erstrahlen:

  • weiß
  • rosa
  • ziegelrot
  • orange

Außerdem ist die Zierquitte ein sogenannter Selbstbefruchter, deren Früchte von einem dicken, harten Fruchtfleisch gekennzeichnet sind. Neben der Japanischen und Chinesischen Zierquitte gibt es noch drei weitere Reinarten, sowie diverse Hybride (Kreuzungen aus verschiedenen Zierquittenarten).

Essbare Früchte der Zierquitte

Die Zierquitte bringt eine Art Apfelfrüchte hervor, die entweder eine rote oder gelbe Farbe aufweisen. Die Ernte der Früchte ist im Herbst möglich, wenn der Rest des Zierstrauches schon längst kahl ist. Zierquittenfrüchte sind roh sehr hart. Damit die Früchte etwas weicher werden, bedarf es starken Frosts. Dann lassen sich die Zierquittenfrüchte auch leichter weiterverarbeiten. Der hohe Gehalt an Vitamin C und der niedrige Zuckergehalt machen die Früchte der Zierquitte so gesund.

Wer die Früchte der Zierquitte auspresst, erhält einen leckeren Saft, der dem Saft von Zitronen geschmacklich ähnelt. Die Zierquittenfrüchte können ebenso gut zu Marmelade oder Gelee eingekocht werden. Sofern die Früchte sowohl kühl als auch trocken gelagert werden, sind sie selbst roh recht lange haltbar. Die Ernte der Zierquittenfrüchte sollte dabei nicht auf einen Schlag erfolgen. Denn wer einige Früchte am Strauch zurücklässt, der kann sich im Winter über eine große Vielfalt an tierischen Besuchern freuen, die gerne an den Früchten der Zierpflanze naschen.

Wichtige Pflegemaßnahmen

Zierquitte Blüten
© Albatraoz – Fotolia.com

Standort:

Wer eine Zierquitte im eigenen Garten oder auf der Terrasse beheimaten möchte, sollte dazu den geeigneten Standort wählen. Generell handelt es sich bei der Zierquitte um eine recht anspruchslose und somit sehr pflegeleichte Zierpflanze. Dank der starken Wurzeln der Pflanze, die bis tief ins Erdreich reichen, machen starke Winde der Zierquitte kaum etwas aus. Dies gilt allerdings erst, sobald die Quitte ordentlich angewachsen ist.

Dazu bedarf es eines tiefgründigen Bodens, der noch dazu gut durchlüftet sein sollte. Denn nur dann hat das recht feine Wurzelwerk der Zierquitte die Chance, sich bis in die Tiefen auszubreiten und die Pflanze dort fest zu verankern. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist ideal. Im Idealfall wird die Zierquitte im Oktober oder erst wieder im April im eigenen Garten angepflanzt. Die meisten Experten entscheiden sich jedoch für die Anpflanzung im Herbst. Immerhin gibt dies dem Zierstrauch ausreichend Zeit, um während der Wintermonate reichlich neue Wurzeln zu bilden.

Wichtig:
Während die Zierquitte eine gewisse Regelmäßigkeit der Bewässerung zu schätzen weiß, kann stehende Feuchtigkeit schnell ihren Tod bedeuten. Böden, die zu Staunässe neigen, sind daher alles andere als ideal. In diesem Fall sollte eine untere Schicht an Kompost oder Mulch in das Pflanzloch gegeben werden, damit der nötige Wasserabfluss besser gewährleistet werden kann. Sofern es sich um ein eher nährstoffarmes Erdreich handelt, ist es wichtig, dieses im Frühjahr ausreichend zu düngen, um die Zierquitte mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen.

Pflanzen:

Sofern die erforderlichen Standortbedingungen erfüllt sind, können Zierquitten von einem sehr ausladenden Wuchs gekennzeichnet sein. Dies gilt es bereits beim Anpflanzen des Strauchs zu bedenken, damit es später zu keinen Platzproblemen kommen kann. Sofern es sich um eine Solitärpflanze handelt, sollte genügend Abstand zu weiteren Pflanzen im gleichen Beet bestehen. Sonst würden die Nachbarpflanzen wohlmöglich unnötig im Schatten der Zierquitte stehen, was gerade bei kleineren Pflanzen schnell der Fall sein könnte.

Wer die Zierquitten als prachtvolle Hecke anpflanzen möchte, hält bitte einen Pflanzabstand von rund einem Meter ein. Somit kann für eine ausreichend dicke und gleichzeitig gesunde Zierquittenhecke gesorgt werden.

❶ Ob als Hecke oder als Strauch, zunächst muss natürlich das Pflanzloch ausgehoben werden. Im Idealfall sollte dieses Loch fünfmal so groß sein wie der Ballen der Zierquitte. Außerdem gilt es den Boden des Lochs gut aufzulockern. Wie bereits angesprochen, ist eine Drainageschicht, die zum Beispiel aus Kieselsteinen oder als Blähton bestehen kann, eventuell erforderlich. Somit kann dafür gesorgt werden, dass Staunässe erst gar keine Chance hat.

» Expertentipp: Bevor die Zierquitte in den Boden eingesetzt wird, sollten alle Wurzelreste, die entweder abgestorben sind oder in irgendeiner Weise beschädigt wurden, entfernt werden. Zudem gilt es den Wurzelballen zunächst ausreichend gut zu wässern, bevor dieser ins Erdreich verpflanzt wird. Ein Netz, welches den Wurzelballen der Zierquitte wohlmöglich umgibt, ist vor dem Anpflanzen auf jeden Fall zu entfernen.

❷ Nachdem die Zierquitte in das Erdloch eingesetzt wurde, gilt es dies zu befüllen. Dazu kann der Aushub bei Bedarf mit Kompost oder Stallmist angereichert werden, um die Zierquitte beim Anwachsen im Garten mit einer ausreichenden Menge an Nährstoffen zu versorgen. Die Erde sollte außerdem leicht angetreten werden, bis es eine Vertiefung gibt.

❸ Zum Schluss möchte die Zierquitte ausreichend gewässert werden. Damit das Wasser optimal gespeichert werden kann, ist eine Oberschicht bestehend aus Rindenmulch ebenso sinnvoll.

Gießen:

Während die Zierquitte eigentlich recht genügsam ist, sollten vor allem Jungpflanzen, die gerade erst angepflanzt wurden, regelmäßig gewässert werden. Ältere Zierquitten benötigen hingegen deutlich weniger Wasser und verlangen vor allem während längerer Trockenperioden danach. Sofern die Zierquitte ihre Blüten während der eigentlichen Blütezeit bereits abwirft, ist dies als deutliches Zeichen zu verstehen, dass die Pflanze nicht mit ausreichend Wasser versorgt worden ist. Dies kann sogar dazu führen, dass die Zierquitte ihre Früchte bereits im Sommer abwirft, bevor diese im Herbst ausreifen konnten.

Düngen:

Meist ist es völlig ausreichend, wenn die Zierquitte einmal im Frühjahr gedüngt wird. Dies ist jedoch nur bei Standorten, die als eher nährstoffarm zu betrachten sind, ein Muss. Folgende Arten von Dünger bieten sich für diese Zwecke an:

  • Stallmist
  • Kompost
  • weitere organische Dünger

Rückschnitt:

Schnittmaßnahmen sind bei der Zierquitte generell mit Vorsicht zu genießen. Weniger ist in diesem Fall mehr. Der erste Schnitt sollte bei den Sträuchern, die generell für ihr langsames Wachstum bekannt sind, überhaupt erst im dritten Jahr erfolgen. Vor allem folgende Bestandteile der Zierquitte können dabei gekürzt werden:

  • Äste, die sich kreuzen
  • Triebe, die schief/ nach innen wachsen
  • Triebspitzen im Anschluss an die Blüte (Rückschnitt im Mai oder Juni)
  • altes/ vertrocknetes Holz im Herbst, bevor es in den Winterschlaf geht (bitte recht nah am Ast abschneiden)

Sofern es um einen Verjüngungsschnitt geht, werden rund dreißig Prozent der Äste der Zierquitte zurückgeschnitten. Auch das Strauchinnere sollte nicht übersehen werden, damit es zu keiner Verwilderung der Zierquitte kommen kann. Ab dem dritten Jahr kann der Verjüngungsschnitt einmal im Jahr erfolgen. Dies sorgt nach spätestens drei Jahren für eine besonders reichhaltige Blüten- und Früchtepracht der Zierquitte.

Bei Zierquitten, die als Hecke angepflanzt wurden, ist eine Verwilderung sogar ausdrücklich erwünscht. Schließlich trägt dies zu der Blickdichte der Hecke bei. Wer seine Hecke in Form bringt, muss sich im Übrigen darauf einstellen, dass im nächsten Jahr mit weniger Zierquittenblüten zu rechnen ist. Wer sich eine dichte, formschöne und blühende Zierquittenhecke wünscht, muss also einen langen Atem an den Tag legen.

Vermehren:

Wer die Zierquitte vermehren möchte, kann dies mit Hilfe von Stecklingen oder per Aussaat tun. Allerdings gilt die Stecklings-Vermehrung als die zuverlässigere der beiden Methoden.

❍ Vermehrung mit Stecklingen:
Dazu einen Steckling von der Pflanze abnehmen und diesem in einem mit Wasser gefüllten Glas platzieren. Sobald der Steckling der Zierquitte ausreichend Wurzeln ausgebildet hat, kann dieser in das Erdreich eingepflanzt werden.

Mitunter kommt es auch zu einer zufälligen Vermehrung der Zierquitte im eigenen Garten. Dieses Phänomen ist darauf zurückzuführen, dass Vögel die Früchte der Zierquitte lieben. Sie fressen die Früchte und scheiden die Samen der Zierquitte später im Garten aus. Wer jedoch nichts dem Zufall überlassen möchte, sollte folgende Faktoren bei der Vermehrung der Zierquitte mit Hilfe von Stecklingen unbedingt im Hinterkopf behalten:

  • Stecklinge nur im Frühjahr (gilt als Wachstumsperiode der Zierquitte) schneiden
  • ideale Länge der Zierquittenstecklinge: 15 bis circa 20 Zentimeter
  • die untersten Blätter der Zierquittenstecklinge unbedingt entfernen

❍ Vermehrung mit Samen:
Wer es mit der Anzucht mittels Samen probieren möchte, sollte wissen, dass es sich um Kaltkeimer handelt. Bei dieser Form der Vermehrung gehen Sie folgendermaßen vor:

❶ Zunächst sind die Samen der Zierquitte von jeglichem Fruchtfleisch zu befreien. Anschließend müssen sie mehrere Tage trocknen, bevor sie zusammen mit Sand in einem ausreichend großen Beutel für ganz drei Monate im Kühlschrank gelagert werden.

❷ Erst dann können die Samen der Zierquitte ausgesät werden. Keimfreie Aussaaterde ist dabei ein Muss. Die Samen sollten zudem nur von wenig Erde bedeckt werden.

❸ Der Topf, in dem die Zierquittensamen ausgesät wurden, sollte mit einer Glasscheibe bedeckt und an einem hellen, aber nicht zu sonnigen Standort platziert werden. Zu nass darf die Erde nicht sein, auch wenn die Zierquitte eine gleichmäßige Feuchte bevorzugt.

Die Keimdauer der Samen beträgt zwei oder mehr Monate. Erst wenn die neuen Zierquittenpflanzen eine Höhe von fünf Zentimetern erreicht haben, können sie im Garten angepflanzt werden.

Überwinterung:

Kalte Temperaturen kennt die Zierquitte auch aus ihrer Heimat Asien. Die meisten Zierquittenarten, die für die hiesigen Gefilde angeboten werden, können sogar bei eisigen Minustemperaturen problemlos im Garten überwintern. Dennoch sollten alle Hobbygärtner die erforderliche Pflege der Zierquitte im Winter nicht vernachlässigen. Wenngleich die Pflanze keiner Winterschutzmaßnahmen wie dem Abdecken mit Vliesstoffen bedarf, ist eine ausreichende Bewässerung selbst im Winter ein Muss.

Krankheiten & Schädlinge:

Zum Glück ist die Zierquitte nur wenig anfällig für Krankheiten. Zu viel Staunässe und ein Mangel an Eisen können der Zierpflanze auf Dauer allerdings spürbaren Schaden zufügen. Ein Eisenmangel der Pflanze ist meist auf einen Boden mit einem zu hohen pH-Wert zurückzuführen. Daher sollte der pH-Wert des Erdreichs entsprechend abgesenkt werden. Außerdem sind Herbizide Gift für Zierquitten. Von der Behandlung der Zierquitte mit einem Herbizid ist daher unbedingt abzusehen, was außerdem auch nicht notwendig ist, da die Zierquitte kaum schädlings- und krankheitsanfällig ist.

Lediglich der sogenannte Feuerbrand kann bei Zierquitten, wie bei vielen Quitten, Birnen und Äpfeln auch, zum Problem werden. Sofern die Pflanze damit infiziert ist, ist dies an den schwarzen Triebspitzen zu erkennen, die in der Tat so aussehen, als seien sie verbrannt. Falls die Zierquitte in der Tat vom Feuerbrand befallen ist, muss die komplette Pflanze ausgegraben werden. Anschließend gilt es, die Pflanze zu vernichten. Zudem muss der Feuerbrand den Behörden zwingend gemeldet werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese Bakterieninfektion besonders in Obstanbauregionen zu erheblichen Schäden und finanziellen Einbußen für die örtlichen Bauern führen kann.


Foto1: © Dimitris - Fotolia.com, Foto2: © Albatraoz - Fotolia.com

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