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Zwergkiefer – Pflanzen, pflegen und schneiden

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Wer meint, dass Kiefern immer nur viele Meter hoch wachsen, der irrt sich. Es gibt auch viel kleinere Arten. Wie Beispielsweise etwa die Zwergkiefer.

Zwergkiefer
© paradoxu – Fotolia.com

Der Zwerg unter den Kiefern bringt es gerade einmal auf einen und selten bis auf drei Meter Wuchshöhe. Dabei muss sich die Kriechkiefer in keiner Weise verstecken, die kleine Kiefer ist äußerst attraktiv und endlich auch für kleinere Gärten eine Alternative zum imposanten Waldbaum. Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn der Garten einen grauen und verlassenen Eindruck macht, weiß die Zwerglatsche für Farbtupfer zu sorgen, denn die bis zu sechs Zentimeter langen Nadeln bleiben den ganzen Winter erhalten. Die anspruchslose Zwergkiefer kann auch als kleine Hecke gepflanzt werden oder Gräber stilvoll umrahmen. Was es bei der Pflege und Aufzucht des beliebten Kleinstrauches zu beachten gibt, möchten wir Ihnen im Folgenden vermitteln.

Pflanzenbeschreibung und Herkunft

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Pflanze reicht vom Nordosten Sibiriens bis Japan. Die kleine Kiefer trägt mit Kriechkiefer, Bergföhre oder Kniekiefer dabei viele Namen. Tatsächlich wachsen die Mini-Kiefern nur sehr langsam. Pro Jahr sind es nur etwa sechs bis acht Zentimeter. Mit knapp einem Meter ist die Kriechkiefer bereits ausgewachsen. Häufig werden Zwergkiefern breiter als höher. Ein Umfang von 1,5 Metern ist keine Seltenheit.

Der besonders dichte Wuchs ist kennzeichnend für die Kleinsträucher. Die immergrünen, langen und dichten Nadeln sind die Zierde der Pflanze. Ab dem zweiten Standjahr werden zudem noch kleine runde Zapfen ausgebildet. Diese erscheinen zunächst violett und färben sich im Folgejahr dunkelbraun.

Einige Zwergkiefer-Arten vorgestellt

Es sind einige Arten von Zwergkiefern im Handel erhältlich, welche sich aufgrund ihrer geringen Wuchshöhe sehr gut für die Kultivierung im Garten oder auch im Kübel für Terrasse und Balkonbepflanzung eignen. Gemeint sind beispielsweise etwa diese hier:

❍ Zwergkiefer Benjamin:

Mit ihrem kugeligen und flachen Wuchs ist die Zwergkiefer Benjamin besonders gut für die Bestückung von Pflanzgefäßen geeignet. Die Pflanzen werden meist nur maximal einen halben Meter hoch und gehen ebenso weit in die Breite. Die hellgrünen Nadeln erscheinen besonders dicht. Die Kriechkiefer wächst sehr langsam und bevorzugt dabei einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Als Substrat können Sie Kübelpflanzenerde verwenden. Ebenso bekommt der Zwergkiefer Benjamin während der Wachstumsperiode in vier- bis achtwöchigen Abständen Koniferendünger.

❍ Zwergkiefer Mops:

Der Name lässt es bereits erahnen, auch die Zwergkiefer Mops kann selbst in kleinen Gärten gut integriert werden. Ebenso eignet sich die buschig wachsende Mini-Kiefer für den Steingarten oder für die Kübelbepflanzung. Maximal einen Meter kann diese Kriechkiefer an Wuchshöhe erreichen. Dabei werden pro Jahr etwa fünf bis zehn Zentimeter erreicht. An einem sonnigen Standort gedeiht die Zwergkiefer Mops besonders gut.

❍ Silberkiefer:

Die Silberkiefer ist vielleicht nicht die typische Zwergkiefer, kann aber dennoch gut auch in kleinen Gärten einen Platz finden. Junge Pflanzen gedeihen auch im Kübel sehr gut. Silberkiefern erreichen eine Höhe von fünf bis sechs Metern. Die Silberkiefer wird bevorzugt für die Bonsaikultur verwendet.

Wann blüht die Zwergkiefer?

Die Blütezeit der Kriechkiefer beschränkt sich auf die Monate Juni und Juli. Die Blüten erscheinen eher unscheinbar, wobei die männlichen Blüten gelb gefärbt sind und die weiblichen Blüten an den Triebspitzen eine rosarote Färbung aufweisen. Aus den Blüten bilden sich im Herbst eiförmige und bis fünf Zentimeter lange Früchte.

So pflanzen Sie die Zwergkiefer richtig

Dem Hobbygärtner bieten sich viele Möglichkeiten, die Kriechkiefer auch in kleinen Gärten und selbst auf Balkon und Terrasse in Szene zu setzen. Folgende Pflanzarten sind möglich:

  • Gruppenpflanzung im Beet oder auf dem Rasen
  • Heckenpflanzung
  • Einzelpflanzung im Beet
  • Pflanzung in Töpfen und Pflanzkästen

Durch ihren geringen Wuchs, der Anspruchslosigkeit und der Robustheit der Pflanze kann auch die Standortwahl relativ frei erfolgen. Auch oder gerade im Winter entfaltet die Zwergkiefer ihre ganze Schönheit. Die Pflanzen sind nicht nur zuverlässig winterhart, sie stellen auch eine Bereicherung für den winterlichen Garten dar.

❍ Die Wahl des passenden Standortes:

Die Pflanzen sind robust und widerstandsfähig. Wenn die Kriechkiefer allerdings die Wahl hätte, würde sie einen sonnigen Standort bevorzugen. Bei andauernder Sonneneinstrahlung kann über die Nadeln ein Plus an Sauerstoff und Zucker gebildet werden. Dieser Überschuss an Energie fördert den Wuchs und kräftigt die Pflanze. Wie Sie vielleicht bereits ahnen, wird die Kriechkiefer auch an einem schattigen Platz nicht eingehen, wächst dann aber langsamer und ist weniger widerstandsfähig.

Durch einen Standplatz im Freien sind die Kriechkiefern Regen und Wind ausgesetzt. Dies kräftigt die Nadeln, welche an Härte gewinnen und gegen Krankheiten und Schädlinge resistenter werden. Kriechkiefern sind schließlich durchaus auch an raues Klima gewöhnt und kommen in ihrer natürlichen Umgebung bis in Höhen von 2.500 Metern vor.

❍ Das passende Substrat auswählen:

Kriechkiefern passen sich allen Bodenverhältnissen an. Selbst wenn das Substrat zu trocken ist, kaum Nährstoffe aufweist und in den sauren Bereich tendiert, muss dies für die Zwergkiefer kein Todesurteil bedeuten. Die Pflanzen wachsen dann nur langsamer und die Nadel büßen etwas von ihre sattgrünen Farbe ein.

Ein durchlässiger Boden bekommt der Pflanze besonders gut. Dann kann das Wasser gut abfließen und staut sich nicht. Wer sich sein Substrat selbst mischen möchte, ist mit einem Mix aus Blumenerde, Sand und Tongranulat gut beraten. Alternativ eignet sich auch handelsübliche Bonsaierde, denn diese Erde enthält weniger Kies und Sand und kann Wasser länger speichern.

❍ Pflanzanleitung:

Die beste Zeit, um Zwergkiefern zu pflanzen, sind die letzten Spätsommertage. Etwa ab August können Sie damit beginnen, den Boden an der Pflanzstelle zu säubern, zu lockern und gegebenenfalls aufzubereiten. Halten Sie sich beim Pflanzen einfach an die nachfolgende Anleitung:

  1. Boden von Steinen und Unkraut befreien.
  2. Boden aufbereiten.
  3. Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben.
  4. Wurzelballen kurz wässern.
  5. Pflanze einsetzen und bei Heckenpflanzung Pflanzabstand beachten.
  6. Substrat auffüllen.
  7. Luftlöcher durch leichtes Schütteln der Pflanze schließen.
  8. Boden leicht andrücken.
  9. Gießrand kreisförmig um den Stamm der Zwergkiefer anlegen.
  10. Pflanze wässern.

Tipp: Damit eine dichte und geschlossene Hecke entstehen kann, sollten Sie pro Meter drei Pflanzen setzen.

So pflegen Sie die Zwergkiefer richtig

Gießen:

Der Wasserbedarf der Kriechkiefer ist vergleichsweise gering. Dennoch sollte der Boden niemals vollständig austrocknen. Das bedeutet also, Fingerspitzengefühl zu beweisen und die Pflanze zu beobachten. An heißen Sommertagen müssen Sie folglich häufiger gießen. Ein Austrocknen des Bodens würde zum Absterben des feinen Wurzelgeflechts führen. Die Pflanzen lieben auch ein gelegentliches Duschbad mit Regenwasser.

Aber beachten Sie: Zu viel Wasser während der Sommermonate führt zu besonders langen Nadeln, die gerade in der Bonsaipflege weniger erwünscht sind. Zu viele Wassergaben im Winter lassen zudem den für die Pflanze notwendigen Mykorrhiza Pilz absterben. Davon erholt sich die Zwergkiefer dann nicht mehr.

Düngen:

Düngen ist kein Muss, sorgt aber für einen gesunden Wuchs und ein attraktives Erscheinungsbild. Zwischen April und September können Sie etwa einmal im Monat handelsüblicher Flüssigdünger verabreichen. Während der Blüte sollten Sie hingegen nicht düngen.

Rückschnitt:

Auch wenn die Kriechkiefer Ihnen kaum über den Kopf wachsen wird, Schnittmaßnahmen sollten Sie trotzdem nicht vernachlässigen. Damit eine kompakte Wuchsform entsteht, sollten Sie die frischen Triebe im Frühsommer auf etwa einen Zentimeter zurückschneiden. An den übrig gebliebenen Nadeln werden sich dann die neuen Triebe, in der Fachsprache Kerzen genannt, ausbilden.

Beim Umpflanzen der Zwergkiefer können Sie zudem die Wurzeln stutzen und damit die gedrungene und kompakte Wuchsform erhalten.

Umtopfen:

Aufgrund der geringen Wuchshöhe und des attraktiven Erscheinungsbildes sind Zwergkiefern als Kübelpflanzen ausgesprochen beliebt. Da die Pflanze nur wenige Zentimeter pro Jahr wächst und auch mit weniger optimalen Bodenverhältnissen gut umgehen kann, müssen Sie die Pflanze nicht zwingend jährlich umtopfen. Spätestens alle vier Jahre ist es jedoch an der Zeit, die verbrauchte Erde zu ersetzen, die Wurzeln etwas zurückzuschneiden und einen etwas größeren Pflanztopf zu wählen. Ein geeignetes Pflanzgefäß umfasst dabei etwa zwei Drittel der gesamten Pflanzenhöhe.

Überwinterung:

Die Zwergkiefer ist zuverlässig winterhart und verträgt auch strenge Fröste ohne einen zusätzlichen Schutz. Sie sollten lediglich gelegentlich das Substrat kontrollieren. Da der Wurzelballen nicht komplett austrocknen sollte, sind Wassergaben an frostfreien Tagen ratsam.

Zwergkiefer klein halten:

Soll das Wachstum der Kriechkiefern gezielt gebremst werden, kommt das Pinzieren zur Anwendung. Die Jungtriebe werden hierfür etwa um die Hälfte ihrer Länge gekürzt. Es bilden sich dann aus den verbliebenen Triebenden neue Knospen und die Zwergkiefer erscheint besonders gedrungen.

Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

Kriechkiefer
© maykal – Fotolia.com

Ob es Ihrer Zwergkiefer gut geht, erkennen Sie meist an den Nadeln. Verfärbungen der Nadeln können viele Ursachen haben, denen Sie schrittweise auf den Grund gehen sollten. Das könnten mögliche Ursachen sein:

❍ Die Zwergkiefer steht zu trocken:

Ballentrockenheit wird von der Kriechkiefer nicht vertragen. Besonders junge Pflanzen erholen sich nur schwer davon. Das dünne Wurzelgeflecht wird durch anhaltende Trockenheit häufig so schwer geschädigt, dass nicht mehr ausreichend Nährstoffe aufgenommen werden können.

Verfärben sich die Nadeln im Winter braun, betreibt die Pflanze Hilfe zur Selbsthilfe. Denn ist der Boden gefroren, kann die Kriechkiefer über die Wurzeln keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Ältere Nadeln werden deshalb zunächst braun und später abgestoßen. Damit bringt die Pflanze ihren Wasserhaushalt wieder in das Gleichgewicht.

❍ Die Zwergkiefer ist gestresst:

Haben Sie Ihre Zwergkiefer vor einiger Zeit umgepflanzt und womöglich die Wurzeln dabei gekürzt? Dann hat die Pflanze den Stress des Umpflanzens womöglich noch nicht weggesteckt. Es kann jedoch einige Monate dauern, bis das Schadbild deutlich wird und sich die Nadeln bräunlich färben und schließlich abfallen. Viele Hobbygärtner glauben dann, ihre Kriechkiefer wäre nicht angewachsen und verkennen damit den eigentlichen Hintergrund des Schadbildes.

❍ Die Zwergkiefer ist krank:

Auch ein Pilzbefall kann sich durch eine Braunfärbung der Nadeln bemerkbar machen. Dies gilt besonders für die Kiefernschütte. Einige Pilzarten, wie zum Beispiel der Kiefern-Braunporling, schädigen dagegen die Wurzeln und das Holz. Die Nadeln der Zwergkiefer sind auch eine beliebte Mahlzeit für die Raupen von Kiefernspanner, Kieferntriebwickler oder Kiefernharzgallenwickler. Gelbe Flecken an den Nadeln können hingegen auf Schmierläuse hindeuten.

Lesetipp: Bonsai: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

So lassen sich Zwergkiefern vermehren

Vermehrung durch Stecklinge:

Der beste Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist der Spätsommer. Sie erhalten zu diesem Zeitpunkt härtere und robustere Triebe als im Frühling. Gehen Sie bei der Stecklingsvermehrung wie folgt vor:

Schneiden Sie einjährige Triebe von der bestehenden Pflanze ab. Mehrjähriges Holz lässt sich nämlich nur schlecht bewurzeln. Benutzen Sie dabei ein scharfes Messer oder reißen Sie den Trieb einfach ab. Der Steckling sollte zwischen fünf und zehn Zentimeter umfassen. Wichtig ist jetzt, dass Sie die durch das Abreißen entstandene Wunde nicht mit dem Händen berühren. Keime könnten sonst nämlich übertragen werden. Den Steckling nun in Anzuchterde setzen. Die Temperaturen sollten die 20 Grad Marke möglichst nicht unterschreiten. Der Steckling bewurzelt dann recht zuverlässig nach etwa sechs bis acht Wochen.

Vermehrung durch Absenker:

Für die Kriechkiefer eignet sich auch die Vermehrung durch Absenker. Bodennahe Triebe müssen Sie dazu in den Erdboden führen. Die Stelle, wo die Wurzel später erscheinen soll, können Sie dann mit einem Messer leicht einritzen. Die Triebspitze muss aus dem Boden schauen. Anschließend den Absenker mit einem Stein oder Bodenhaken fixieren. Führen Sie diese Methode der Vermehrung im Frühling durch, haben sich meist bis zum Herbst ausreichend neue Wurzeln gebildet, sodass die Pflanze von der Mutterpflanze abgetrennt, ausgegraben und an einen anderen Standort ausgepflanzt werden kann.

Vermehrung durch Samen:

Geduld mitbringen sollten Hobbygärtner, die das Ziel verfolgen, Zwergkiefern aus Samen zu ziehen. Denn zunächst einmal müssen Sie die Samen auf das Substrat legen, aber nicht mit Erde bedecken. Anschließend wandern die Kiefernsamen für etwa einen Monat in den Kühlschrank. Nun erhält die Pflanzschale einen hellen aber nicht sonnigen Standort bei Zimmertemperatur. Die Keimung setzt dann nach weiteren vier bis acht Wochen ein. Sind die Pflanzen einige Zentimeter hoch gewachsen, können Sie sie in Pflanztöpfe umsetzen.

Zwergkiefer als Bonsai halten

Die Zwergkiefer wird bevorzugt als Bonsai kultiviert. Dennoch ist die Gestaltung von Nadelgewächsen, im Vergleich zu Laubgehölzen, anspruchsvoller. Halten Sie sich am besten an die folgenden Pflegehinweise:

Standort:

Der Bonsai benötigt ganzjährlich einen hellen Standort. Ausreichend Licht von allen Seiten zu erhalten, ist für die Pflanze besonders wichtig, ansonsten verliert die Mini-Kiefer ihre Nadeln oder Äste können absterben.

Gießen und düngen:

In den Sommermonaten müssen Sie die Erde gleichmäßig feucht halten. Im Winter und im Frühling sollten Sie dann weniger gießen. Von April bis August können Sie die Pflanze zudem mit Bonsai-Flüssigdünger versorgen.

Umtopfen:

Im Abstand von einigen Jahren benötigt der Bonsai eine größere Schale. In diesem Zuge sollten Sie gleich auch das Substrat zu etwa 2/3 ersetzen.

Drahten:

Durch Drahten lässt sich die Pflanze in die gewünschte Form bringen. Es sind alle Stilformen möglich, wobei es immer eine Herausforderung darstellt, eine bizarre Wuchsform herauszuarbeiten. Im Herbst und Winter sind die Zweige besonders gut biegsam und damit empfänglich für das Drahten. Verwenden Sie dabei am besten Aluminiumdraht, denn dieser lässt sich einfacher wieder entfernen.


Foto1: © paradoxu - Fotolia.com, Foto2: © maykal - Fotolia.com

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