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Eukalyptus – Pflanzen, pflegen und schneiden

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Denkt man an Koalas verbindet man auch automatisch gleich Eukalyptusbäume mit ihnen. Wussten Sie eigentlich, dass diese auch bei uns prächtig gedeihen?

Eukalyptus
© artistrobd – Fotolia.com

Im ersten Moment werden Sie bei der Bezeichnung Eukalyptus vielleicht keine Pflanze, sondern ein aromatisches Bonbon vor Augen haben. Dies sei Ihnen verziehen. Gleichzeitig ist es auch Grund genug, sich nun etwas näher mit den Eukalyptusbäumen zu befassen. Diese zählen zu den Myrtengewächsen, werden auch Blaugummibäume genannt und sind ungeahnt artenreich. Mehr als 600 verschiedene Arten wurde bereits beschrieben. Darunter befindet sich mit dem Riesen-Eukalyptus ein wahrer Gigant. Knapp 100 Meter erreicht der Laubbaum mit der höchsten Wuchshöhe. Für den Hobbygärtner ist dieses Gewächs deshalb verständlicherweise weniger von Interesse. Doch es gibt auch zahlreiche Arten, die sich im Garten und auf der Terrasse wohlfühlen und den Sommer gern dort verbringen. Auch als Zimmerpflanze macht der Eukalyptus eine gute Figur. Dabei erweist sich die exotische Pflanze als recht pflegeleicht und robust. Unter Beachtung der folgenden Tipps und Ratschläge werden Sie an Ihrem Blaugummibaum sicherlich lange Freude haben.

Das Erscheinungsbild des Eukalyptus

Aufgrund des außergewöhnlich großen Artenreichtums sind beim Erscheinungsbild des Eukalyptus auch optisch gewisse Unterschiede festzustellen. Im Laufe ihres Alters ändern die Blaugummibäume das Aussehen ihrer Rinde. Durch neue Schichten Borke wird der Stammesumfang der Bäume jährlich erweitert. Bei einigen Arten löst sich dann die äußere Schicht ab, bei wieder anderen verbleibt sie am Stamm. Dies verleiht den Stämmen ein unterschiedliches Erscheinungsbild. Auch bei den Blättern gibt es Unterschiede. Nach dem Austrieb sind die Blätter meist gegenständig. Die adulten Blätter sind meist herz- bis eiförmig.

Herkunft und Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat der Eukalyptusbäume befindet sich in Australien und Tasmanien. Auch im Osten Indonesiens liegt das natürliche Verbreitungsgebiet der Pflanzengattung. Allein in Australien bestehen Dreiviertel aller Baumarten aus Eukalyptusgewächsen. Zahlreiche Arten der Blaugummibäume sind heute auch weltweit in den Subtropen heimisch geworden.

Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde der Eukalyptus Ende des 18. Jahrhunderts von Charles Louis L`Héritiert de Brutelle, einem französischen Botaniker, der damals in London ansässig war. Die Pflanzenbezeichnung stammt aus dem Altgriechischen und spielt auf die geschlossenen Blütenkelche mit den Wortentsprechungen „schön“ und „versteckt“ an.

Die Verwendung des Eukalyptus

Eukalyptusblätter dienen als Leibspeise des Koala. Weiterhin wird die Pflanze für die Gewinnung von ätherischen Ölen eingesetzt und auch zur Holzgewinnung verwendet. Allein aus etwa 50 Eukalyptusarten kann ätherisches Öl gewonnen werden. Bereits um 1850 wurde Eukalyptusöl für medizinische Zwecke eingesetzt. Dabei machte man sich die durchblutungsfördernde und entkrampfende Wirkung der Pflanze zu Nutze. Einsatzgebiete von Eukalyptusöl sind:

  • Husten
  • Heiserkeit
  • Rheuma
  • Blasenerkrankungen
  • Nervenschmerzen

Vorsicht:
Die Blätter des Eukalyptus enthalten Giftstoffe. Eukalyptusöl sollte deshalb nicht in größeren Mengen eingenommen werden und ist für Menschen mit Bluthochdruck, Leberleiden oder Erkrankungen des Verdauungstraktes sogar tabu.

Wann blüht der Eukalyptus?

Die weißen Blüten des Eukalyptus erscheinen zwischen September und Dezember. Dabei sind die doldigen Blütenstände dicht mit Blüten besetzt. Es handelt sich um vierzählig-zwittrige Blüten. Die Knospen sind mit einer „Operculum“ genannten Kapsel umgeben. Mit dem Öffnen der Blüte und der Erweiterung der Staubgefäße löst sich die Kapsel ab. Die Fruchtstände erinnern häufig an Zapfen.

Verschiedene Eukalyptus-Arten im Überblick

❍ Schnee-Eukalyptus:

Der Schnee-Eukalyptus stammt aus Australien und wächst dort in Regionen bis 1.800 Metern. Die robuste Art besitzt eine eher geringe Wuchshöhe von maximal zehn Metern.

❍ Silberdollar-Eukalyptus:

Der Silberdollar-Eukalyptus wächst lediglich in Tasmanien. Die Pflanzen wachsen dort als Baum oder auch als Strauch. Die Wuchshöhe beträgt zwischen zehn und zwanzig Meter.

❍ Jarrah-Eukalyptus:

Im Westen Australiens wächst der Jarrah-Eukalyptus. Das Holz wird nicht von Termiten befallen und ist in der Möbel- und Musikinstrumentenherstellung geschätzt. Die Bäume können sehr alt werden. Ein in Armadale vorkommendes Exemplar wird auf etwa 600 Jahre geschätzt.

❍ Powderbark-Eukalyptus:

An der Westküste Australiens ist die Heimat des Powderbark-Eukalyptus. Die Bäume werden etwa 15 bis 25 Meter hoch. Sie blühen von Dezember bis in den April hinein und besitzen eine auffällig glatte Borke in attraktiven rosa-orangen Färbungen.

So pflanzen Sie Eukalyptus richtig an

Die ursprüngliche Heimat des Eukalyptus sind die Tropen und Subtropen. Dennoch spricht nichts gegen die Kultivierung in unseren Breiten. Einige Arten vertragen dabei sogar leichte Fröste. Als beliebte Art für die Kultivierung im heimischen Garten erweist sich der Eukalyptus gunnii, welchen auch Minusgrade nichts anhaben können. Was es beim Anpflanzen der Blaugummibäume zu beachten gibt, verraten wir Ihnen nun hier.

Standort:

Um den tropischen Pflanzen gerecht werden zu können, wird ein heller und warmer Standort gebraucht. Die Pflanzen mögen die direkte Sonneneinstrahlung. Dies zeigt sich in einem schnellen und attraktiven Wuchs und einer kräftigen Blattfärbung. Einige Arten tolerieren auch Minusgrade. Besonders Eukalyptus gunnii „Azura“ zählt dazu. Die Sorte verträgt Temperaturen von bis zu -20 Grad. Die Resistenz gegen leichte Fröste gilt aber nur für Freilandpflanzen. Kübelpflanzen sind empfindlicher und benötigen einen Winterschutz.

Halbschatten toleriert der Eukalyptus bedingt. Dies geht jedoch zu Lasten der Wuchsfreude und der hübschen Blattfärbung. Benötigt wird auch ein windgeschützter Standort. Wind und Zugluft bekommen den Tropenpflanzen nämlich nicht.

Der ideale Standort in Stichworten:

  • hell
  • warm
  • vollsonnig
  • geschützt

Substrat:

Die Ansprüche an das Substrat sind eher gering. Es sollte sich jedoch um einen nährstoffreichen Boden handeln. Daher bietet es sich an, bei der Pflanzung den Boden mit Kompost anzureichern und so für eine organische Langzeitdüngung der Pflanzen zu sorgen. Da sie keine Staunässe vertragen, sollten Sie mit einer Drainage aus Tonscherben oder Kies vorsorgen. Dies ist besonders bei Kübelpflanzen ein Muss.

Das ideale Substrat in Stichworten:

  • frisch
  • nährstoffreich
  • Kompost beimischen
  • Drainage anlegen

Pflanzanleitung für Eukalyptus:

Die beste Pflanzzeit für den Eukalyptus ist das zeitige Frühjahr. Wählen Sie dazu einen milden und frostfreien Tag aus und gehen Sie beim Pflanzen wie folgt vor:

  1. Standort auswählen.
  2. Boden lockern.
  3. Pflanzloch ausheben.
  4. Kompost unter das Substrat mischen.
  5. Drainage anlegen.
  6. Pflanze einsetzen.
  7. Substrat auffüllen.
  8. Boden leicht andrücken.
  9. Pflanze gut angießen.

Eukalyptus als Zimmerpflanze halten

Die Kultur des Eukalyptus ist auch als Zimmerpflanze möglich. Hierbei bietet es sich an auf Eukalyptus gunnii zurückzugreifen. Diese recht robuste Sorte wächst weniger schnell. Pro Jahr legt diese Art weniger als 50 Zentimeter an Wuchshöhe zu. Die meisten Arten wachsen jährlich mehr als das Doppelte in die Höhe und müssten daher laufend zurückgeschnitten werden, damit sie sich als Zimmerpflanze eignen.

Pflege der Zimmerpflanze:
Auch im Zimmer benötigt die Pflanze einen hellen Sonnenplatz. Bei der Umgebungstemperatur zeigt sich der Blaugummibaum hingegen tolerant. Der Eukalyptus wird bei Zimmertemperatur ebenso gut wachsen, wie in etwas kühleren Räumen.

Während der Wachstumszeit benötigt die Pflanze ausreichend Feuchtigkeit. Der Boden sollte auch im Winter nicht austrocknen. Auch bei Zimmerpflanzen ist Komposterde das geeignete Substrat.

Eukalyptus als Bonsai kultivieren

Eukalyptus sind besonders wuchsfreudig, was sie als Kandidat für die Bonsaierziehung nicht wirklich einfach erscheinen lässt. Die Mühe lohnt jedoch. Besonders gut als Bonsai kultivieren lässt sich die robuste und frostresistente Art Eukalyptus gunnii. Aufrechte Formen sind dabei die beliebtesten Gestaltungsarten des Eukalyptus-Bonsai.

Pflege des Bonsais:
Im Sommer kann der Bonsai einen Sonnenplatz im Freien erhalten. Die Überwinterung erfolgt hell und bei Temperaturen um 15 bis 18 Grad. Sorgen Sie für ausreichend Wassergaben. Der Wurzelballen sollte sich stets feucht anfühlen. Bonsaidünger können Sie in der Wachstumsphase, zwischen April und August, in wöchentlichen Abständen geben. Den Rückschnitt müssen Sie aufgrund des schnellen Wachstums konsequent verfolgen. Die Rinde der Bäume ist besonders empfindlich. Drahten ist daher nicht ratsam. Etwa alle drei Jahre benötigt der Eukalyptus-Bonsai ein größeres Pflanzgefäß.

So pflegen Sie Eukalyptuspflanzen richtig

Eukalyptusblätter
© simona – Fotolia.com

Gießen:

Im Verhältnis zu vergleichbaren Gewächsen ist der Wasserbedarf des Blaugummibaumes eher gering. Die hartlaubigen Blätter verdunsten relativ wenig Wasser. Dennoch sollten Sie den Eukalyptus mäßig aber regelmäßig wässern. Der Wasserbedarf steigt dabei an heißen Sommertagen. Zwischen den einzelnen Wassergaben sollte das Substrat antrocknen können. So lässt sich besser einschätzen, ob die Pflanze auch wirklich Wasser benötigt. Denn die Pflanzen vertragen keine Staunässe. Im Winter benötigen die Pflanzen zudem deutlich weniger Wasser, sollten aber keinesfalls komplett austrocknen.

Wichtig:
Gießen Sie bevorzugt mit Regenwasser. Der Eukalyptus verträgt nämlich kein kalkhaltiges Leitungswasser.

Düngen:

Mischen Sie der Pflanzerde Kompost unter, sind die Jungpflanzen mit einem wirkungsvollen Langzeitdünger versorgt und benötigen im ersten Jahr nach der Pflanzung keine zusätzlichen Düngergaben. Ansonsten gilt es während der Wachstumsperiode Dünger zu verabreichen. Handelsüblicher Flüssigdünger ist z.B. gut geeignet. Diesen sollten Sie alle zwei Wochen dem Gießwasser zugeben. Achten Sie beim Kauf auf einen möglichst niedrigen Anteil an Phosphor und Stickstoff. Ab August sollten Sie nicht mehr düngen.

Rückschnitt:

Was beim bis zu 100 Meter hohen Rieseneukalyptus sichtlich versäumt wurde, ist bei der Zimmer- oder Kübelpflanze unerlässlich. Sollen uns die Blaugummibäume nicht über den Kopf wachsen, ist ein regelmäßiger Schnitt unumgänglich. Dies lässt sich aber problemlos bewerkstelligen, denn die Pflanzen sind sehr gut schnittverträglich. Schnittmaßnahmen an Pflanzen im Freiland und Kübel werden bevorzugt im Frühling durchgeführt. Entstehen dabei größere Wunden, sollten Sie diese mit einem Wundverschlussmittel behandeln. Die Wurzeln der Pflanzen dürfen Sie nicht beschneiden.

Zimmerpflanzen können ganzjährlich beschnitten werden. Besonders wuchsfreudige Arten auch mehrmals. Beim Eukalyptus gunnii muss die Schere weniger häufig angesetzt werden, da die Pflanze nur etwa 40 Zentimeter pro Jahr wächst.

Umtopfen:

Die Pflanzen wachsen recht schnell, was ein regelmäßiges Umtopfen nach sich zieht. Je nach Wahl des Pflanzgefäßes, kann die Maßnahme auch zweimal jährlich notwendig werden. Wählen Sie ausreichend große Pflanzgefäße, damit das Umtopfen nicht mehrmals jährlich nötig wird. An Wurzeln, welche aus dem Pflanzkübel drängen, erkennen Sie, dass die Pflanze ein größeres Gefäß benötigt. Beim Umpflanzen sollten Sie den Wurzelbereich schonen. Die Wurzeln müssen Sie zudem vollständig mit dem neuen Substrat bedecken.

Überwinterung:

Einige Eukalyptus-Arten gelten als bedingt winterhart. In unseren Breiten sind die Winter jedoch meist zu kalt und rau, um ohne Winterschutz für den Blaugummibaum auszukommen. Im Freiland angepflanzte Bäumchen benötigen einen Winterschutz aus Gartenvlies. Den Wurzelbereich sollten Sie zusätzlich noch mit Reisig oder Laub abdecken. Lediglich Eukalyptus gunnii gilt als recht robust und verträgt Temperaturen von bis zu -12 Grad.

Kübelpflanzen sind generell im Haus zu überwintern. Im Kübel sind die Pflanzen nämlich weniger robust und der Frost würde das empfindliche Wurzelsystem angreifen. Das Winterquartier sollte hell beschaffen sein. Deshalb ist ein Wintergarten als Überwinterungsort ideal. Die Temperaturen sollten nicht unter acht Grad abfallen. Zimmerpflanzen können auch wärmer überwintern, sollten dann aber wie gewohnt gegossen werden.

Schädlinge und Krankheiten am Eukalyptus erkennen und bekämpfen

Der Eukalyptus erweist sich als robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Dies dürfte nicht zuletzt an den ätherischen Ölen liegen, welche zahlreiche Schädlinge abschrecken. Dennoch kann es hin und wieder dazu kommen, dass Blattläuse oder Spinnmilben am Eukalyptus auftreten.

Besonders im Frühling lassen sich an den Spitzen der Triebe Blattläuse ausmachen. Auch die Gemeine Spinnmilbe tritt dann gehäuft auf. Sie erkennen den Schädlingsbefall deutlich an den dunklen Rußtaupilzen bzw. am spinnwebenartigen Geflecht. Blattläuse lassen sich in der Regel ohne den Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfung beseitigen. Wird der Befall frühzeitig erkannt, kann es bereits helfen, die Schädlinge mit einem Wasserstrahl zu entfernen. Nimmt die Pflanze für etwa einen Tag ein Tauchbad in kaltem Wasser, werden Blattläuse auch bei stärkerem Befall zuverlässig abgetötet, wohingegen Sie der Pflanze selbst keinen Schaden zufügen. Auch die Behandlung mit Schmierseifenlösung oder Brennnesseljauche (Anleitung für Brennnesseljauche) kann bei Blattläusen und einem Spinnmilbenbefall helfen.

Wie lässt sich Eukalyptus vermehren?

Die Vermehrung durch Aussaat hat sich beim Blaugummibaum bewährt. Die Samen können dabei direkt aus bereits vorhandenen Pflanzen gewonnen oder im Fachhandel erworben werden. Als Zimmerpflanze kultivierter Eukalyptus blüht meist nicht und bildet daher auch keine Samen. Gehen Sie bei der Aussaat wie folgt vor:

Säen Sie die Samen in ein feuchtes Sand-Torf-Gemisch. Für die Keimung benötigen die Samen dann konstante Temperaturen von 22 bis 24 Grad. Damit dies gewährleistet ist, bietet sich die Unterbringung in einem Anzuchtkasten an. Die Keimzeit beträgt etwa 3,5 Wochen. Zeigen sich die ersten Blätter, sollten Sie die jungen Pflanzen pikieren und in größere Gefäße umsetzen. Als Substrat eignet sich Komposterde. Die jungen Pflanzen können Sie nun so behandeln wie bereits beschrieben und werden in der Regel schnell zu kräftigen Eukalyptusbäumchen heranwachsen.


Foto1: © artistrobd - Fotolia.com, Foto2: © simona - Fotolia.com

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