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Kastanienbaum vermehren – 3 Varianten vorgestellt

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Kastanienbäume sind gigantische Schattenspender. Wer gleich zwei oder drei Exemplare davon in seinem Garten haben möchte, der hat es einfach. Die Vermehrung ist nämlich ein Kinderspiel.

Kastanie vermehren
© M. Schuppich – Fotolia.com

Wer heute den Begriff „Kastanie“ hört, denkt in der Regel als erstes an die rotbraunen Rosskastanien (Aesculus), die nahezu in jeder Region Deutschlands zu finden sind. Für viele Erwachsene ist mit der Rosskastanie auch die Kindheitserinnerung an lange Bastelnachmittage mit den gerade frisch eingesammelten Kastanien verbunden.

Doch auch die deutlich seltener vertretene Esskastanie (Castanea sativa) ist in Deutschland heimisch. Kastanien (Castanea) sind dabei sehr imposante Bäume. Je nach Kastanienart kann der Baum eine Größe zwischen 10 und 30 Meter erreichen. Dabei entwickelt er ein dicht geschlossenes Laubdach, dass mit einer sehr breiten und ausladenden Baumkrone einhergeht. Daher sollte man sich, bevor man eine Kastanie im eigenen Garten pflanzt, darüber im Klaren sein, dass Kastanien nicht überall gedeihen und schon gar nicht überall hinpassen.

In Vorgärten und auf kleinen Grünflächen sind Kastanienbäume ebenso fehl am Platz wie nahe an Gebäuden, Garagen oder stark befahrenen Straßen. Wer Kastanien im eigenen Garten vermehren will, beispielsweise in dem er die notwendigen Samen oder Triebe von wild wachsenden Kastanien mitbringt, sollte sich genau überlegen, welcher Platz im Garten der beste Ort zum Pflanzen ist. Denn Kastanien wachsen schnell und auch wenn es Jahre dauert, bis sie wirklich eine Höhe von 30 Metern erreicht haben, spenden sie doch schon nach einigen Jahren eine Menge Schatten – oder rauben eine Menge Sonne, je nach Sichtweise.

Die Kastanie – ein kurzer Überblick über den Baum

BaumartLaubbaum
HeimatEuropa, Asien und Nordamerika
Wuchshöhebis zu 30 Meter
Früchte
  • Die Rosskastanie ist ungenießbar und kann bei Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen
  • Die Esskastanie hingegen ist, wie der Name schon sagt essbar und gilt in vielen Teilen der Welt als Delikatesse

Kastanien vermehren – So geht’s

Wer die Rosskastanie vermehren möchte, hat es dabei sehr einfach. Die Esskastanie ist deutlich schwerer zu vermehren. Hier macht es vor allem für Hobbygärtner eher Sinn einen vorgezogenen jungen Baum mit Wurzelballen in der Baumschule oder einer Gärtnerei zu kaufen, denn selbst aufgezogene Esskastanien sind oft sehr anfällig für Krankheiten und dazu auch noch meist eher schwach im Wuchs. Dazu kommt, dass man bei Esskastanien beachten muss, dass sie sehr empfindlich auf zweistellige Minustemperaturen reagieren, während die Rosskastanie auch was die Temperaturen im Winter angeht, hart im Nehmen ist.

Für die Vermehrung der Rosskastanie gibt es drei mögliche Varianten. Für zwei davon benötigen Sie die Frucht des Baumes, also eine klassische Kastanie. Diese sollte reif, aber noch nicht ausgetrocknet sein.

Variante eins – Anzucht in Watte

Auch wenn man es kaum glauben mag – die Kastanie kann man am einfachsten und besten zur ersten Anzucht in Watte packen. Dazu benötigt man eine wie oben beschriebene Kastanie. Dann muss ein Stück Watte her, in die die Frucht eingepackt werden kann. Die Watte muss stets feucht gehalten werden und sollte mit der Frucht in ein flaches Aufzuchtgefäß gelegt werden. Die Watte muss durchgehend ausreichend feucht gehalten werden, wobei Sie darauf achten müssen, dass Sie Staunässe und direkte Sonneneinstrahlung unbedingt vermeiden. Es dauert rund 14 Tage, bis die Pflanze die ersten Triebe entwickelt. Wenn der junge Baum eine ausreichende Größe erreicht hat, wird es Zeit ihn in einen größeren Kübel zu pflanzen.

Variante zwei – ganz klassisch mit Substrat

Alternativ zur Watte besteht auch die Möglichkeit ein eher mageres Substrat bestehend aus Sand und Erde zu verwenden. Dabei muss es keine besonders nährstoffhaltige Erde sein, da die Kastanie vor allem in ihren Anfängen sehr anspruchslos daherkommt. Aber auch bei der klassischen Vermehrungsvariante mit Substrat sollten Sie sicherstellen, dass keine Staunässe vorhanden ist. Die Erde-Sand-Mischung sollte, ebenso wie die Watte, durchgehend feucht gehalten werden und sollte mit der Kastanie in einem flachen Aufzuchtgefäß gelagert werden. Die Kastanie sollte dabei mit der weichen Seite nach unten in den Aufzuchtboden gesteckt werden, da hier die Wurzeln herausschießen.

Variante drei – die Vermehrung mit Stecklingen

Die Laubbäume, die wirklich hervorragend als Schattenspender in großen Gärten geeignet sind, lassen sich auch wunderbar mit Stecklingen vermehren. Dazu benötigen Sie im Frühjahr mehrere Triebe einer Kastanie, die zwischen 20 und 30 Zentimeter lang sein sollten. Bis auf die vier obersten Blattpaare müssen alle Blätter entfernt werden. Dann stecken Sie die Triebe etwa 5 Zentimeter tief ins Erdreich und sorgen dafür, dass das Substrat rund um den Trieb herum immer feucht gehalten wird. Auch hier gilt natürlich, dass Staunässe zu vermeiden ist. Direkte Sonneneinstrahlung ist bei dieser Variante der Vermehrung nicht ganz so schlimm, kann aber schnell zum Austrocknen der Erde rund um den Trieb führen. Zum Bewässern ist es sinnvoll auf die Gießkanne zu verzichten und lieber einen Wasserzerstäuber zu verwenden. So beugen Sie nicht nur Staunässe vor – Sie stellen auch sicher, dass die Erde rund um die Triebe herum gleichmäßig feucht bleibt.

Wenn ein kleiner Baum entstanden ist….

Wenn aus der kleinen Anzucht ein erster junger Baum entstanden und dieser auch dem Pflanzkübel entwachsen ist, wird es Zeit ihn an den Platz zu pflanzen, den Sie für Ihre Kastanie vorgesehen haben. Dabei wird jetzt die notwendige Nährstoffzufuhr wichtig. Denn in diesem Stadium des Wachstums braucht die Kastanie sehr viele Nährstoffe und ausreichend Wasser. Wenn Sie den Baum aus dem Topf ins Erdreich pflanzen, sollten Sie auf jeden Fall das Loch mit einer guten Schicht Humus oder Dünger ausfüllen, bevor Sie den jungen Baum einsetzen. In der Folge eignen sich vor allem Laub und Rasenschnitt hervorragend, um die Kastanie zu düngen. Rund um den Baum herum verteilt sorgen die sich langsam zersetzenden natürlichen Pflanzendünger dafür, dass Ihr junger Baum immer ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen hat.

Fazit:

Die Rosskastanie gehört zu den Bäumen, die sich sehr leicht vermehren lassen und auch bei Hobbygärtnern oft einen stattlichen Wuchs erreichen, ohne dass Sie einen vermehrten Befall von Krankheiten befürchten müssen. Wenn Sie dann noch den richtigen Standort für Ihre Kastanie gewählt haben, werden Sie mit Sicherheit einige Jahrzehnte Spaß an diesem beeindruckenden, schattenspendenden und vor allem wunderschönen Laubbaum haben.


Foto1: © M. Schuppich - Fotolia.com

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