Mannstreu ist eine anspruchslose, dekorative Zierpflanze für mediterrane Staudenrabatte oder Naturgärten. Aufzucht und Pflege werden hier genau erläutert.

Disteln im Garten, das mögen Hobbygärtner nun gar nicht. Distelähnliche Zierstauden, wie das Mannstreu (Eryngium) sind dabei zweifelsfrei eine Ausnahme. In Gesellschaft mit anderen blühenden Stauden wertet das Mannstreu jede Rabatte optisch auf. Der strauchige Wuchs und die einfachen Dolden, die köpfchenförmige Blütenstände bilden und meist von bizarren Hüllblättern umgeben sind, geben dem Staudenbeet eine besondere Anziehungskraft.

Mannstreu in vielen Sorten

Nahaufnahme der Blüte vom Alpen-Mannstreu.
Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) | © stockpics – Fotolia.com

Mannstreu, auch Edeldistel genannt, umfasst rund 240 Arten und zählt damit zu den artenreichsten Gattungen der Doldenblütler. Hier in Europa gedeihen 26 Arten vom Mannstreu.

Dabei unterscheidet sich jede einzelne durch Farbe und Form der Blüten. Je nach Art kann Mannstreu zudem Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern erreichen. Das Amethyst-Mannstreu (Eryngium amethystinum), Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) sowie die Spanische Edeldistel (Eryngium bourgatii) werden hierzulande vorrangig im Ziergarten gepflanzt. Diese mehrjährigen Gewächse blühen von August bis September. Getrocknet können die kräftigen Blütenstände für ansehnliche Trockengestecke verwendet werden.

Steckbrief Mannstreu

Mannstreu, Edeldistel(Eryngium)
FamilieDoldenblütler (Apiaceae)
WuchsformStaude, aufrecht, oft verzweigt
Wuchshöhe30 bis 100 cm, je nach Art
BlütezeitJuni bis September
BlütenfarbeBlau, silbrig, violett, selten weiß
BlütenformDistelähnliche Köpfchen mit auffälligen Hüllblättern
StandortSonnig, warm, windgeschützt
BodenDurchlässig, eher trocken, sandig bis kiesig
WasserbedarfGering, sehr trockenheitsverträglich
WinterhärteMeist gut winterhart
PflegeaufwandSehr gering
BesonderheitenInsektenfreundlich, attraktive Strukturpflanze
VerwendungStaudenbeet, Präriegarten, Steingarten, Trockensträuße
GiftigkeitUngiftig
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Mannstreu pflanzen

Mannstreu steht in der Sonne.
Mannstreu bevorzugt einen vollsonnigen Standort. | © Anna Kluba – Fotolia.com

Standort

Mannstreu bevorzugt einen vollsonnigen Standort. Ein halbschattiger Platz wird auch angenommen. Mindestens vier Stunden Sonne täglich sollten die Pflanzen abbekommen. Platzieren Sie das Gewächs zudem so, dass es vor Wind geschützt ist.

Boden

Meiden Sie feuchte Böden. Mannstreu verträgt generell keine Staunässe. Sie können schwere Böden mit Splitt oder grobem Sand mischen und somit den Platz für die Pflanzen durchlässiger machen. Gut verträgt das Gewächs auch kalkreiche und steinige Böden.

Pflanzanleitung

Mannstreu wird entweder als Samen oder als kräftige Topfpflanze im Gartenfachhandel angeboten.

Mannstreu aussäen

Viele Mannstreu-Arten gehören zu den Kaltkeimern. Das bedeutet, die Samen keimen erst, wenn sie eine Kälteperiode durchlaufen haben.

Direktaussaat im Freiland

  1. Zeitpunkt: Herbst (September bis November)
  2. Standort: sonnig, durchlässiger, eher sandiger Boden
  3. Samen nur leicht andrücken, nicht tief einarbeiten
  4. Winter übernimmt die Kältephase automatisch

Mannstreu im Topf säen

  1. Zeitpunkt: Frühjahr (März bis April)
  2. Aussaat in Anzuchttöpfe mit sandiger Erde (18–20 °C/ 2–4 Wochen)
  3. Töpfe anschließend für 4 bis 8 Wochen nach draußen stellen (Alternativ in den Kühlschrank bei ca. 0 bis 5 °C)
  4. Nach der Kältephase beginnen die Samen zu keimen

💡 Tipp:
Mannstreu bei der Anzucht im Topf muss nach der Keimung frühzeitig vereinzelt werden, da die Pflanze eine Pfahlwurzel bildet und empfindlich auf einen Standortwechsel reagiert.

Mannstreu pflanzen, pflegen und schneiden
Kleiner Mannstreu (Eryngium planum) | © Gartentipps.com

Mannstreu Topfware richtig einpflanzen

Gepflanzt wird idealerweise im Frühjahr, auch eine Pflanzzeit im frühen Herbst ist möglich.

  1. Boden vorbereiten
    Lockern Sie die Erde gut und sorgen Sie für durchlässigen, eher sandigen Boden.
  2. Pflanzloch ausheben
    Das Loch sollte etwa doppelt so breit wie der Wurzelballen sein.
  3. Richtige Pflanztiefe
    Setzen Sie das Mannstreu wie im Topf ein, damit die Pflanze bündig mit der Erdoberfläche abschließt. Nicht tiefer setzen, sonst droht Fäulnis.
  4. Erde andrücken und angießen
    Nach dem Einsetzen leicht andrücken und gut wässern.

💡 Tipp:
Das Mannstreu kommt hervorragend in kleinen Tuffs von drei bis fünf Pflanzen zur Geltung.

Mannstreu pflegen

Blauer Mannstreu und pinke Lupine im Staudenbeet.
Blauer Mannstreu und pinke Lupine bilden die Attraktion im Staudenbeet. | © JulietPhotography / stock.adobe.com

Gießen

Nach dem Einpflanzen werden die Jungpflanzen in den ersten Wochen regelmäßig gegossen. Sobald sie gut angewachsen sind, reicht gelegentliches Wässern aus. Mannstreu verträgt Trockenheit gut und kommt auch mit längeren trockenen Phasen zurecht. Der Boden darf zwischen den Wassergaben ruhig abtrocknen, Staunässe hingegen bekommt der Pflanze nicht.

Düngen

Düngen Sie Ihre Edeldisteln im ersten Jahr nach dem Pflanzen mit einem organischen Staudendünger. Es reicht dann vollkommen, wenn Sie alle 2 bis 3 Jahre nachdüngen. Nehmen Sie keinen Kompost zum Düngen, denn diesen verträgt das Mannstreu nicht.

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💡 Tipp:
Zu viele Nährstoffe führen eher zu weichem, instabilem Wuchs und weniger intensiver Blütenfärbung.

Schneiden

Wer eine Selbstaussaat vermeiden möchte, schneidet verblühte Triebe regelmäßig zurück. Auf einen Rückschnitt des Mannstreu kann im Herbst aber auch verzichtet werden, da die trockenen Blütenstände im Winter dekorativ aussehen.

Überwinterung

Ist Mannstreu gut angewachsen, kommt die Pflanze problemlos durch den Winter. Nur spät gesetzte Edeldisteln freuen sich über etwas Schutz, zum Beispiel durch ein Gartenvlies.

💡 Tipp:
Ist der Boden verdichtet, droht Staunässe. Dann kann es schnell zu Schäden an den Wurzeln kommen. Da Mannstreu eine empfindliche Pfahlwurzel bildet, sollte der Boden nicht direkt an der Pflanze bearbeitet werden. Stattdessen wird die Erde rundherum vorsichtig aufgelockert und mit Sand und Kies durchlässiger gemacht.

Mannstreu vermehren

Bleiben die Blütenstände stehen, sorgt Mannstreu häufig selbst für Nachwuchs im Beet. Für eine bewusste Vermehrung lassen sich die ausgereiften, trockenen Samenstände nach der Blüte ernten. Sind diese im Spätsommer vollständig abgetrocknet, können die Samen vorsichtig herausgelöst und anschließend wie bereits beschrieben ausgesät werden.

💡 Tipp:
Mannstreu eignet sich nicht für die Vermehrung durch Teilung, da die Pflanze eine empfindliche Pfahlwurzel ausbildet.

Schädlinge und Krankheiten

Mit ihren dornigen Blättern hält das Eryngium Pflanzenschädlinge ab. Ein Schädlingsbefall ist somit nicht zu befürchten. Außerdem ist das Gewächs im Wesentlichen resistent gegen Krankheiten. Nur Staunässe kann zur Wurzelfäule führen.

Zusammenfassung

Mannstreu ist eine robuste, pflegeleichte und winterharte Zierpflanze und eignet sich für mediterrane Staudenrabatte oder für den Naturgarten. Als Standort wird ein sonniger, windgeschützter Platz bevorzugt. Das Erdreich sollte wasserdurchlässig sein. Kalkhaltiges und steiniges Erdreich wird aber auch angenommen. Gießen sollten Sie nur mäßig. Gedüngt wird mit einem organischen Staudendünger. Kompost verträgt die Pflanze nicht.

Konrad von Gartentipps.com

Meine große Leidenschaft gilt nicht nur dem Gärtnern, ich bin ein sehr großer Liebhaber der Rose. Mit meinem bereits jahrzehntelangen Wissen unterstütze ich in meiner Heimatstadt die "Rosenfreunde Wittstock" als Gründungsmitglied (Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V.).

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