Wer einen Ölkäfer im Garten entdeckt, sollte vorsichtig sein. Panik ist jedoch fehl am Platze. Ich erkläre, wie Sie sich richtig verhalten.

Ölkäfer im Garten
Ölkäfer sind giftig – © brudertack69 / stock.adobe.com

Wer dicklichen schwarzen Käfern im Garten begegnet, bekommt es vermutlich mit dem Ölkäfer zu tun. Die Maiwürmer sind keine Gefahr für Gartenpflanzen, sondern sogar wichtige Bestäuber, da sie sich hauptsächlich von Nektar und Blütenpollen ernähren. Wer Ölkäfer im Garten sieht, sollte jedoch einiges beachten, denn Ölkäfer sind giftig und sollten nicht angefasst werden. Panik ist jedoch fehl am Platze, denn der Ölkäfer steht in Deutschland auf der Roten Liste, da die Bestände gefährdet sind.

🔎 Wie sieht der Ölkäfer aus?

Zwischen März und Mai bestehen die besten Chancen, im Garten Ölkäfer zu Gesicht zu bekommen. Denn die Käfer nutzen vor allem sandige Böden für die Eiablage. Dort können die Krabbeltiere daher durchaus zu Hunderten anzutreffen sein.

In Mitteleuropa kommen circa 20 verschiedene Arten des Ölkäfers vor. Die Insekten sind zwischen ein und drei Zentimetern groß. Der Körper ist dick und glänzend. Der Kopf erscheint im Verhältnis dazu eher klein und quer-oval geformt. Die langen Fühler treten wiederum deutlicher in Erscheinung. Vom Bild des herkömmlichen Käfers unterscheiden sich die stark verkürzten Flügeldecken, welche einen Großteil des Hinterleibes nicht abdecken. An der Wurzel überlappen die Flügeldecken und an den Enden klaffen sie leicht auseinander.

Die Weibchen können die Männchen übrigens deutlich an Körpergröße übertreffen. Denn der Rumpf schwillt durch die sich entwickelnden Eier stark an und Körperlängen von drei Zentimetern sind in diesem Stadium keine Seltenheit. Die Vermehrung des Schwarzbraunen Ölkäfers ist übrigens eine Besonderheit, denn die Weibchen kommen pro Jahr bis zu sechsmal zur Eiablage. Innerhalb von ein bis zwei Wochen können so zwischen 3.000 und 9.000 Eier im Boden abgelegt werden.

Die Larven werden Sie bei näherem Hinsehen zum Beispiel auf den Blüten erkennen können. Eine Gefahr für die Gartenpflanzen besteht jedoch nicht. Denn die Larven versammeln sich dort lediglich, um auf bestimmte Wildbienenarten zu warten, welche sie zu ihren Nestern befördern. In diesem Stadium überleben nur die wenigsten Larven, denn sie klammern sich auch an Schwebfliegen, Grabwespen und andere Fressfeinde. Expertenmeinungen zufolge wird sich daher nur aus jeder tausendsten Larve tatsächlich ein Ölkäfer entwickeln.

❔ Warum ist es ein Problem, wenn man Ölkäfer im Garten entdeckt?

Ölkäfer sind keine Pflanzenschädlinge und können dennoch Probleme mit sich bringen. Möchten Sie den Ölkäfer beobachten, sollten Sie dabei auf Abstand gehen. Denn Ölkäfer sollten nicht mit den Händen berührt werden, da sie, wenn sie sich bedroht oder angegriffen fühlen, aus den Drüsen an den Beinen ein Gift absondern. Der Giftstoff Cantharidin wird in Tröpfchenform freigesetzt und dient dem Schutz vor Fressfeinden. Allerdings ist das Gift auch für den Menschen und bei Haustieren hochwirksam.

Deshalb ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder darüber aufklären, die Käfer nicht anzufassen oder gar in den Mund zu stecken. Denn im schlimmsten Fall kann das Verschlucken mehrerer Ölkäfer tödlich sein. Entsprechende Fälle sind bislang allerdings nicht bekannt. Nach Kontakt mit Ölkäfern sollten Sie sich jedoch unbedingt gründlich die Hände waschen. Weitere Schutzmaßnahmen sind nicht notwendig.

💡 Wie verhält man sich richtig, wenn man einen Ölkäfer entdeckt hat?

Ölkäfer
Der Giftstoff Cantharidin wird in Tröpfchenform freigesetzt – © 聡 足立 / stock.adobe.com

Auf keinen Fall sind die Krabbeltiere ein Grund, um in Panik zu geraten. Ölkäfer sind zwar giftig, es gibt aber bislang in Deutschland keine bestätigten Hinweise, dass Menschen oder Haustiere durch den Kontakt mit Ölkäfern lebensgefährlich verletzt wurden. Das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt, Ölkäfer nicht zu berühren und aus sicherer Entfernung zu beobachten.

In Deutschland kommen vermehrt der Schwarzblaue und der Violette Ölkäfer vor. Außerhalb der Eiablage werden Sie die Käfer allerdings nur äußerst selten zu Gesicht bekommen. Allgemein gehen die Zahlen stark zurück, sodass eine Käferplage praktisch ausgeschlossen ist.

➡ Zusammenfassung:

◾ Ölkäfer sind giftig, aber keine lebensgefährliche Bedrohung
◾ Bestand an Ölkäfern ist rückläufig
◾ Ölkäfer sollten nicht berührt werden
◾ Nach versehentlichem Kontakt die Hände gründlich waschen
◾ Kinder auf die Gefahr hinweisen
◾ Ölkäfer schaden den Gartenpflanzen nicht
◾ Käfer können aus sicherem Abstand beobachtet werden

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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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