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Tulpenbaum – Pflanzen, pflegen & schneiden

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Der Tulpenbaum gehört zu einem der beliebtesten Ziergehölze in deutschen Vorgärten. Wussten Sie, dass das Holz sogar zur Spielwarenherstellung genutzt wird?

Tulpenbaum
© nickkurzenko – Fotolia.com

Der Tulpenbaum gehört der Familie der Magnoliengewächse an und bildet dort eine der beiden Arten der Tulpenbäume. Der sommergrüne Baum kann eine stattliche Wuchshöhe von bis zu 40 Metern erreichen. Einige Exemplare besitzen sogar Höhen von etwa 60 Metern. Dabei können auch die Stämme beachtliche Durchmesser von bis zu 1,5 Metern aufweisen. Junge Bäume besitzen eher schmale und kegelförmige Kronen. Bei älteren Gehölzen erscheint die Baumkrone gewölbter, aber weiterhin recht schmal. Tulpenbäume können sehr alt werden.

Das älteste bekannte Exemplar befindet sich in Nordamerika. „Queens Giant“ wird auf mehr als 400 Jahre geschätzt. Der attraktive Laubbaum mit seinen auffälligen und an Tulpen erinnernden Blüten und der besonders intensiven Herbstfärbung ist auch in vielen heimischen Ziergärten anzutreffen. Die Pflanze stellt einige Ansprüche. Werden die Pflegehinweise beachtet, gedeihen Tulpenbäume prächtig und sind eine Zierde für große Gärten und Parkanlagen. Der Unechte Tulpenbaum ist eine Alternative für Gärten mit weniger Raumangebot.

Die Verbreitung und Nutzung des Tulpenbaumes

Die ursprüngliche Heimat des Tulpenbaumes liegt im Norden Amerikas. Das hauptsächliche Verbreitungsgebiet liegt dabei in den Appalachen. Dort kommt der Tulpenbaum bis in Höhen von knapp 1.400 Metern vor. Anzutreffen ist die Pflanze auch in Vermont, Michigan und Rhode Island. In Indiana, Tennessee und Kentucky gilt die attraktive Pflanze als Staatsbaum.

Über England fand der Tulpenbaum im Jahre 1663 seinen Weg nach Europa. Mittlerweile ist die Pflanze auch in unseren Breiten heimisch geworden und wächst hier bis auf etwa 25 Meter heran. In seiner natürlichen Heimat ist der Tulpenbaum nicht nur ein Ziergewächs, sein Holz wird vielfältig genutzt und unter anderem zu Furnieren, Türen, Fenstern oder Regalen verarbeitet. Auch im Musikinstrumentenbau oder in der Spielwarenherstellung besitzt das Holz des Tulpenbaumes Bedeutung.

Wann blüht der Tulpenbaum?

Die Blütezeit des Tulpenbaums erstreckt sich auf die Monate Mai und Juni. Dann ist der Baum mit seinen gelben, auffälligen Blüten ein wahrer Blickfang. Die Blüten zeigen sich an den Zweigenden und erscheinen zunächst becherförmig. Im weiteren Verlauf öffnen sie sich zu Glocken. Aus den Blüten entwickeln sich im Herbst die Früchte, welche einen bis zwei Samen beherbergen können.

Tulpenbäume pflanzen – Tipps und Ratschläge auf einen Blick

Der Standort des Tulpenbaums sollte gut überlegt sein. Es gilt, nicht nur den Ansprüchen der Pflanze hinsichtlich des Bodens und Flüssigkeitsbedarfs gerecht zu werden, Tulpenbäume wollen nicht umgesetzt werden. Recht junge Pflanzen verkraften das Umsetzen unter Umständen, ältere Bäume würden einen Standortwechsel wahrscheinlich nicht überleben. Die beste Pflanzzeit für den Tulpenbaum ist der Spätherbst bis hin zum zeitigen Frühjahr.

» Tipp: Im März gepflanzte Bäumchen können gut anwachsen und sich für den Winter wappnen.

Standort:

Tulpenbäume beanspruchen ihren Standort und möchten nicht umgesetzt werden. Daher ist es umso wichtiger, einen geeigneten Platz für das Gehölz zu finden und dabei auch zu bedenken, dass die Bäume stattliche Größen erreichen und am liebsten als Solitärpflanze, ohne die direkte Nachbarschaft anderer Pflanzen ihren Standort behaupten.

Der Tulpenbaum benötigt einen hellen und sonnigen Standort. Dabei sollte die Pflanze windgeschützt stehen und nicht von anderen Pflanzen in ihrem Wachstum eingeschränkt werden. Die Wurzeln müssen sich ausdehnen können, daher ist die direkte Pflanzung in der Nähe von Hausmauern eher ungeeignet.

In Kurzform:

  • hell
  • sonnig
  • windgeschützt
  • freistehend

Boden:

Für den Tulpenbaum sollte ein lockerer und durchlässiger Boden gewählt werden. Ein zu fester Boden wird die Wuchsfreudigkeit und Blühfreude des Baumes einschränken. Da das Wasser in einem festen Erdreich nur schwer bis zu den Wurzeln vordringen kann, zeigt sich die Pflanze allgemein in ihrer Entwicklung gehemmt. Um den Bedürfnissen der Pflanze zu entsprechen, kann das Erdreich entsprechend aufbereitet werden. Vor der Pflanzung ist der Boden daher aufzulockern und mit Kompost oder Humus anzureichern.

In Kurzform:

  • locker
  • durchlässig
  • nährstoffreich

» Achtung: Ein Plus an Nährstoffen lässt den Tulpenbaum gut gedeihen. Die Pflanze verträgt jedoch keine kalkhaltigen Böden.

Pflanz-Anleitung:

❶ Pflanze in einen Wassereimer setzen und Wurzelballen vollsaugen lassen
❷ passenden Standort auswählen
❸ auf entsprechendes Platzangebot achten
❹ Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
❺ Pflanze einsetzen
❻ Wurzeln schonen
❼ Erde leicht andrücken
❽ Jungpflanzen ausreichend gießen

So pflegen Sie den Tulpenbaum

Tulpenbaum Blüte
© kazakovmaksim – Fotolia.com

❍ Gießen:

Die Pflanzen besitzen einen hohen Wasserbedarf. Dennoch ist beim Gießen des Tulpenbaumes einiges an Fingerspitzengefühl notwendig. Die Erde um die Pflanze darf nicht austrocknen. Ebenso gilt es, beim Gießen Staunässe zu vermeiden. Jungpflanzen sind in jedem Falle regelmäßig zu wässern. Bei älteren Bäumen, die bereits gut angewachsen sind, sollten die Wassergaben nach der Witterung ausgerichtet werden. An heißen Tagen zeigt eine Bodenkontrolle an, ob gewässert werden muss. Sollten die Pflanzen ihre Blätter hängenlassen, kann dies ebenfalls auf einen Wassermangel hindeuten.

❍ Düngen:

Der Tulpenbaum besitzt in all seinen Wachstumsstadien einen hohen Nährstoffverbrauch. Eine Düngung ist also in jedem Fall empfehlenswert. Sehr gut geeignet ist dabei Rhododendren-Dünger. Alternativ kann auch auf Dünger zurückgegriffen werden, die einen recht hohen Phosphoranteil besitzen und leicht sauer auf den Boden wirken. Die Menge ist von der Größe der Pflanze und von der vorherrschenden Bodenqualität abhängig. Beachten Sie hierbei die Angaben der Hersteller.

» Tipp: Tulpenbäume sollten nur während der Wachstumsphase gedüngt werden. Während der Winterruhe können die Wurzeln die Nährstoffe nicht aufnehmen.

❍ Rückschnitt:

Beim Rückschnitt zeigt sich die Pflanze sensibel. Besonders empfindlich reagiert der Tulpenbaum auf einen radikalen Rückschnitt. Um die Pflanze zu schonen, sollte mit Bedacht zurückgeschnitten werden. Im Frühling ist ein behutsam ausgeführter Formschnitt ratsam. Achten Sie darauf, nicht zu viel Astwerk zu entfernen. Bei abgestorbenen Ästen oder verblühten Blütenständen sollte nicht gezögert werden. Diese Pflanzenteile sind umgehend zu entfernen. Gleiches gilt für kranke oder von Schädlingen befallene Teile des Tulpenbaumes.

» Tipp: Scharfes und hochwertiges Gartenwerkzeug schont die Pflanze.

❍ Schädlinge und Krankheiten:

Tulpenbäume sind mittlerweile sehr gut an unser Klima angepasst und zeigen sich robust und widerstandsfähig. Schädlinge oder Pilzbefall sind kein Thema, wenn die Ansprüche an Standort und Substrat erfüllt werden.

Ein gelegentlicher Befall von Blattläusen ist beobachtet worden. Die Schädlinge sind an der Pflanze leicht auszumachen und können rechtzeitig abgesammelt oder mit Hausmitteln wie Seifenlauge oder Brennnesselsud vertrieben werden. Für den Tulpenbaum stellt der Befall mit Schädlingen generell kein Problem dar und die Pflanze wird keinen Schaden nehmen.

Durch Pflegefehler können sich folgende Schadbilder bemerkbar machen:

  • Verfärbung der Blätter
  • Welken der Blätter
  • Abwerfen der Blätter
  • Faulen der Wurzeln

Eine Veränderung der Blätter sollte jeden Hobbygärtner wachrütteln, denn meist liegt ein grober Pflegefehler vor. Wenn sich die Blätter und Blüten verfärben, wurde zu wenig gegossen. Wer hier nicht einschreitet, muss damit rechnen, dass der Baum seine Blätter abwirft. Ein zu fester Boden und zu viele Wassergaben führen schnell zu Staunässe, die der Baum überhaupt nicht verträgt. Die Wurzeln beginnen zu faulen, die Pflanze bleibt im Wachstum zurück und die Blätter fallen schließlich ebenfalls ab. Befallene Triebe und Blüten sind zu entfernen.
Hilfe, braune Flecken

Wenn sich Blätter und Blüten des Tulpenbaumes braun verfärben, kann es mehrere Ursachen geben. Kann Wassermangel ausgeschlossen werden, ist eine Bodenverunreinigung in Betracht zu ziehen. Enthält der Boden zu viele Salze, ist der Standort für den Tulpenbaum definitiv ungeeignet und die Pflanze sollte umgesetzt werden, auch wenn man dies beim Tulpenbaum eigentlich vermeiden sollte.

» Tipp: Gelegentlich kann der Tulpenbaum auch von der Blattfleckenkrankheit befallen werden. Dagegen hilft eine regelmäßig verabreichte Kupfersulfat-Lösung.

❍ Vermehrung:

Die Vermehrung des Tulpenbaumes ist keine leichte Aufgabe. Wer sich der Herausforderung stellen möchte, kann versuchen, die Pflanze durch Samen oder durch Stecklinge zu vermehren.

Die Vermehrung durch Samen

Aus den Früchten des Tulpenbaums lassen sich die Samen gewinnen. Die kräftigsten unter den Samen bewahrt man sich bis September auf und beginnt dann schrittweise mit der Anzucht:

❶ Samen in Anzuchterde legen
❷ Samen leicht mit Substrat bedecken
❸ zum Angießen weiches Wasser verwenden
❹ Pflanztöpfe auf dem Fensterbrett bei Zimmertemperatur platzieren
❺ Pflanzen bis auf etwa zehn Zentimeter heranwachsen lassen
❻ Pflanzen pikieren und an die normale Umgebungstemperatur gewöhnen
❼ Pflanzung ins Freie erst nach Verholzung der Triebe empfohlen

Die Vermehrung durch Stecklinge

❶ Stecklinge lassen sich gewinnen, indem beim jährlichen Verschnitt im Frühjahr entsprechende Triebe ausgewählt und wie folgt weiter verwendet werden:
❷ Steckling in Anzuchterde einbringen
❸ Angießen mit weichem Wasser
❹ Pflanztopf mit Folie abdecken
❺ Aufzucht im Gewächshaus ratsam
❻ Anzucht bei Temperaturen um 25 Grad
❼ Erde gleichmäßig feucht halten

Zeigen sich neue Triebe und Blüten, kann von einer erfolgreichen Anzucht ausgegangen werden. Bis sich ein Wurzelballen ausbildet, vergeht beim Tulpenbaum erfahrungsgemäß recht viel Zeit.

❍ Überwintern:

Der Tulpenbaum ist winterhart und übersteht auch strenge Fröste. Jungpflanzen zeigen sich dagegen noch weniger robust und sollten in den ersten Jahren einen Winterschutz erhalten. Mit einer Auflage aus Laub oder einer Mulchschicht hilft man den jungen Tulpenbäumen über den Winter.

Besonders Tulpen-Magnolien zeigen sich anfällig für Spätfröste. Diese können die recht früh austreibenden Blüten schädigen und zum Absterben der ersten Blüten führen. Wird ein Schutz aus Gartenvlies angebracht, sind die unechten Tulpenbäume ebenfalls gut vor späten Frösten geschützt.

Allgemeine Pflegetipps für den Tulpenbaum

  • Standort bewusst auswählen
  • Pflanze nicht umsetzen
  • viel Sonne
  • freier Standort
  • lockerer, nährstoffreicher Boden
  • bei Bodentrockenheit gießen
  • Staunässe vermeiden
  • im Frühling und Sommer mit Rhododendrendünger versorgen

Welche Arten von Tulpenbäumen gibt es?

Zunächst kann eine grobe Unterteilung in Echte und in Unechte Tulpenbäume vorgenommen werden.
Folgende Übersicht zeigt die weitere Differenzierung in die einzelnen Unterarten:

TulpenbaumartMerkmale
Echte Tulpenbäume:

Chinesischer Tulpenbaum
Afrikanischer Tulpenbaum
Amerikanischer Tulpenbaum
❍ Blüten grüngelb, orange schattiert
❍ Wuchshöhe bis 18 Meter
❍ kleinwüchsig, bis acht Meter hoch
❍ zeitige Blüte, rote Blüten
❍ Wuchshöhe bis 40 Meter
Unechter Tulpenbaum:

Magnolien-Tulpenbaum
❍ Wuchshöhe bis acht Meter
❍ weiße bis rosafarbene Blüten

Während bei den einzelnen Arten Unterscheidungen hinsichtlich der Wuchshöhe und der Blütenfarbe vorgenommen werden können, ist die an Ahornblätter erinnernde gezackte Form der Blätter allen Arten des Tulpenbaumes eigen.

Die Tulpen-Magnolie ist auf Grund der geringeren Wuchshöhe recht häufig in den Gärten anzutreffen. Durch einen gezielten Rückschnitt lässt sich der unechte Tulpenbaum zu einem kompakten Strauch formen, welcher auch in recht kleinen Gärten seinen Platz findet. Eine üppige und frühzeitige Blüte zeichnet die Tulpen-Magnolie weiterhin aus.


Foto1: © nickkurzenko - Fotolia.com

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