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Austernpflanze: Das Strandkraut pflanzen, pflegen und vermehren

Mit der Austernpflanze holen Sie sich eine äußerst interessante Staude in den Garten. Dabei spricht nicht nur der geringe Pflegeaufwand für sie.

Austernpflanze
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Die Geschmacksvielfalt der Pflanzen im heimischen Garten ist groß und kann durch die Blätter der Austernpflanze (Mertensia maritima) um eine weitere Nuance erweitert werden. Die Austernpflanze bringt nicht nur den Geschmack von Meerestieren auf den Tisch, das bizarre Gewächs aus rauen Küstenlandschaften ist einfach zu kultivieren und besitzt durch seine blauen Glockenblüten einen hohen Zierwert.

Herkunft und Besonderheiten der Austernpflanze

Die auch als Küsten-Blauglöckchen bezeichnete Pflanze ist an den Küsten Schottlands oder Islands zuhause. Der Hobbygärtner kann sich die Robustheit der Pflanzen zunutze machen und seinen Garten mit der hübschen Wildpflanze bereichern.

Das Strandkraut erreicht mit etwa 15 Zentimetern eher geringe Wuchshöhen, kann aber mit seinen blauen Blüten beeindrucken, die einen hübschen Kontrast zu den blaugrünen Blättern mit ihrem leichten Silberschimmer bilden.

Verwendung für die Austernpflanze

Nicht nur als Zierpflanze ist das Blauglöckchen von Bedeutung. Die Blätter der Pflanze sind essbar und versprechen eine kulinarische Überraschung, erinnern sie doch an das Aroma von Meeresfrüchten. Das Geschmackserlebnis lässt sich am ehesten mit einem Mix aus Austern, Champignons, Anchovis und Borretsch vergleichen.

Die fleischigen Blätter können fortlaufend zwischen Frühjahr und Herbst geerntet werden. Im Winter zieht sich die Austernpflanze in den Boden zurück.

Tipp: Bei der Ernte sollte darauf geachtet werden, dass etwa die Hälfte der Blätter an der Austernpflanze verbleiben. Wer mit der Ernte übertreibt, riskiert das Absterben des Küsten-Blauglöckchens.

Die Blätter der Austernpflanze können Salate bereichern, Fischgerichte verfeinern oder direkt auf frischem Brot genossen werden.

Achtung: Werden die Blätter der Austernpflanze gekocht, verlieren sie ihr Aroma.

Den passenden Standort für die Austernpflanze finden

Da die Austernpflanze an den Stränden wächst, ist sie an häufige Sonneneinstrahlung angepasst und auch an ein raues Klima gewöhnt. Im heimischen Garten kommt dem Blauglöckchen ein sonniger Standort entgegen. Auch im Halbschatten fühlt sich die Strandpflanze wohl. Einige Stunden täglich sollte Sonnenlicht gegeben sein. Ansonsten stellt die Pflanze keine weiteren Ansprüche an ihren Standort und kann auch Wind und Regen ausgesetzt werden.

Das ideale Substrat für die Austernpflanze auswählen

Das Substrat sollte dem ursprünglichen Standort der Austernpflanze angeglichen werden. Es ist für ein lockeres und durchlässiges Erdreich zu sorgen. Ein schwerer Lehmboden bekommt der Austernpflanze nicht. Dieser sollte mit Sand aufbereitet und lockerer gestaltet werden.

Gieß- und Regenwasser müssen gut abfließen können, denn Staunässe verträgt die Austernpflanze nicht. Willkommen ist dagegen ein leicht salziger Boden. Daher gedeihen die Pflanzen auch in Küstenregionen besonders gut.

Die Austernpflanze pflanzen – Schritt für Schritt

Austerpflanze pflanzen
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Die beste Pflanzzeit für das Blauglöckchen ist das Frühjahr. Bei der Pflanzung ist wie folgt vorzugehen:

1. Standort auswählen
2. Unkraut, Wurzeln und Steinen entfernen
3. Pflanzloch ausheben
4. Boden ggf. mit Sand vermischen
5. Pflanze einsetzen
6. Erde auffüllen
7. Erde leicht andrücken
8. Pflanze gut angießen

Die Austernpflanze im Kübel pflanzen

Die Austernpflanze ist eine Bereicherung für jedes Beet, allerdings auch ein willkommenes Fressen für Schnecken. Daher kann über die Pflanzung im Kübel nachgedacht werden. Die Schnecken sind der größte Feind der ansonsten robusten Strandpflanze. Trotz Anbringung eines Schneckenschutzes und weiterer Vorkehrungen ist es dem Hobbygärtner oft nicht möglich, die Pflanze im Beet vor Schnecken zu beschützen. Da die schleimigen Kreaturen förmlich über die fleischigen Blätter herfallen, ist Kahlfraß keine Seltenheit.

Die Pflanzung im Kübel besitzt einen weiteren Vorteil. Entspricht der Standort den Ansprüchen des Blauglöckchens, breitet sich die Pflanze über ihre Ausläufer großflächig aus und kann dabei andere Beetnachbarn verdrängen.

Bei der Kübelpflanzung ist zu beachten, dass sich ausreichend große Abzugslöcher im Gefäßboden befinden. Vorteilhaft ist das Anlegen einer Drainage aus Kies oder Tonscherben. Dies fördert den Abfluss von Gieß- und Regenwasser.

Die Austernpflanze richtig gießen

Das Gießen der Austernpflanze erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Die Bewässerung ist nicht zu vernachlässigen, allerdings auch nicht zu übertreiben. Die Erde sollte nicht austrocknen, darf aber auch keinesfalls dauerhaft stark durchfeuchtet erscheinen.

Kommt es zu Staunässe, beginnen die Wurzeln zu faulen, die Pflanze kann sich nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgen und stirbt ab.

Die Austernpflanze richtig düngen

Beim Gebrauch von Dünger gilt ähnliches, wie beim Gießen beschrieben. Es schadet nicht, die Pflanze während der Wachstumsperiode zu düngen, übertrieben werden sollte die Nährstoffzufuhr jedoch nicht.

Tipp: Damit die Nährstoffe konstant an die Pflanze abgegeben werden können, empfiehlt sich die Verabreichung eines organischen Langzeitdüngers:

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Die wichtigsten Pflanz- und Pflegetipps auf einen Blick

Tätigkeit Was ist zu beachten?
Standort auswählen • sonnig bis halbschattig
Boden vorbereiten schwere Böden mit Sand auflockern
• für gute Durchlässigkeit sorgen
• Boden von Wurzeln und Unkraut befreien
Austernpflanze gießen • regelmäßig gießen
• Austrocknung vermeiden
• Staunässe vermeiden
Austernpflanze düngen • während der Wachstumsphase düngen
organischer Langzeitdünger empfohlen

Austernpflanze schneiden

Bei der niedrig wachsenden Pflanze sind keine großartigen Schnittmaßnahmen erforderlich. Um die Austernpflanze bei Wuchs und Blüte zu unterstützen, sollte Verblühtes regelmäßig entfernt werden. Dadurch wird das Blauglöckchen zur Nachblüte angeregt.

Ein gelegentlicher Rückschnitt hilft der Pflanze, ihre Form zu behalten und kräftige Stängel auszubilden.

Austernpflanze vermehren

Für die Vermehrung der Austernpflanze hat der Hobbygärtner zwei Möglichkeiten:

  • Teilung
  • Aussaat

Die Austernpflanze durch Teilung vermehren

Austernpflanze vermehren
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Diese Art der Vermehrung setzt das Vorhandensein einer gut entwickelten Austernpflanze voraus. Die Teilung ist eine einfache Methode der Vermehrung, welche sofort für eine kräftige Pflanze sorgt, die separat eingepflanzt und wie gewohnt kultiviert werden kann.

Teilung – Schritt für Schritt

1. Austernpflanze ausgraben
2. Wurzeln kontrollieren
3. beschädigte oder abgestorbene Pflanzenteile entfernen
4. Austernpflanze mittig teilen
5. geteilte Pflanzen wieder in die Erde setzen
6. Pflanzen gut angießen und wie gewohnt pflegen

Bei der Kultivierung im Kübel ist das Umpflanzen im Frühling ein idealer Zeitpunkt, um die Austernpflanze wie beschrieben zu teilen.

Die Austernpflanze durch Aussaat vermehren

Wesentlich mehr Geduld muss der Hobbygärtner bei der Aussaat der Austernpflanze mitbringen. Hierbei gilt es zu bedenken, dass es sich bei der Austernpflanze um einen Kaltkeimer handelt. Dies bedeutet, dass die Samen nur Keimen, wenn ein Kältereiz gegeben ist. Daher wird direkt ins Freiland ausgesät und zwar zu einer eher ungewöhnlichen Zeit, nämlich zwischen Oktober und Februar. Die Samen dürfen nur leicht mit Substrat bedeckt werden, denn die Austernpflanze benötigt Licht für die Keimung.

Tipp: Damit die Keimlinge nicht Opfer von Schnecken werden, bietet sich die Aussaat in Pflanztöpfe an.

Die Samen dürfen nicht austrocknen, daher ist regelmäßig zu gießen. Zu beachten gilt es, dass die Samen unregelmäßig und über einen längeren Zeitraum keimen.

Die Austernpflanze überwintern

Die robusten Strandpflanzen überdauern die kalte Jahreszeit an rauen Küsten. Daher ist die Überwinterung im Freiland kein Problem. Ein zusätzlicher Winterschutz ist nicht notwendig.

Bei der Haltung im Kübel ist dafür zu sorgen, dass das Pflanzgefäß nicht durchfrieren kann. Dies erreicht der Hobbygärtner durch das Platzieren auf einer Unterlage aus Styropor oder Holz.

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