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Baldrian vermehren – 4 Varianten vorgestellt

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Baldrian ist eine Heilpflanze mit einer üppigen Blütenpracht, die auch im eigenen Garten optimal gedeiht. Der Vorteil für Hobbygärtner? Sie lässt sich kinderleicht vermehren.

baldrian vermehren - Mögliche Varianten vorgestellt
© alisseja – Fotolia.com

Die beruhigende Wirkung von Baldrian (Valeriana) wird weithin geschätzt. Wenig Stress macht es auch, die Pflanze zu vermehren und damit immer eine wertvolle Heil- und attraktive Zierpflanze vorrätig zu haben. Die verschiedenen Möglichkeiten der Vermehrung von Baldrian werden nun näher vorgestellt.

Eine Vermehrung ist möglich durch:

  • Bodentriebe
  • Absenker
  • Stockteilung
  • Samen

Die unterschiedlichen Vermehrungsarten vorgestellt

❍ Die Vermehrung durch Bodentriebe

Baldrian durch Bodentriebe zu vermehren, ist eine sehr einfache und erfolgversprechende Methode, die dem Hobbygärtner allerdings etwas Geduld abverlangt.

Ein weiteres Zutun ist nicht erforderlich, denn die Pflanzen bilden Bodentriebe eigenständig aus. Zeigen sich neben der Mutterpflanze neue Triebspitzen, lässt man diese zunächst wachsen. Haben die Bodentriebe eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht, kann der Pflanzenfreund eingreifen, die Bodentriebe abstechen und ausgraben. Die Triebe können am gewünschten Standort neu verpflanzt werden und werden wie die Mutterpflanze fortan eigenständig kultiviert.

❍ Die Vermehrung durch Absenker

Die Vermehrung durch Absenker ist für den Hobbygärtner vielleicht etwas aufwendiger, verspricht aber gute Erfolge und geht noch dazu recht schnell. Zunächst wird ein kräftiger Seitentrieb ausgewählt, der bis zum Boden reicht.

» Achtung: Der Seitentrieb darf nicht geknickt werden, weil ansonsten die Nährstoffzufuhr unterbrochen wird.

Etwa zehn Zentimeter nach der Triebspitze wird ein Teilstück des Triebes in den Boden geführt, mit Erde bedeckt und beschwert, damit der Absenker nicht wieder aus dem Boden schnellt. Die verbliebene Triebspitze soll senkrecht nach oben wachsen und wird daher an einem in die Erde eingebrachten Holzstab befestigt. Am unterirdischen Abschnitt des Triebes bilden sich nun Wurzeln aus. Nach etwa vier bis acht Wochen, sollte es soweit sein. Der Absenker kann nun von der Mutterpflanze getrennt und als eigenständige Pflanze am gewünschten Standort eingepflanzt werden.

❍ Die Vermehrung durch Stockteilung

Soll die spätere Pflanze zu Heilzwecken verwendet werden, bietet sich die Vermehrung durch Stockteilung an, denn diese Methode garantiert die Anzucht von genetisch einheitlichen Baldrianpflanzen. Für die Stockteilung zerschneidet man den Mutterstock der Pflanze in etwa zehn bis zwanzig einzelne Teile.

» Tipp: Als Mutterstock wird der mit Wurzeln und Knospen versehene untere Stängel der Pflanze bezeichnet.

Die einzelnen Pflanzenteile werden anschließend neu ausgepflanzt. Bei Gruppenpflanzungen ist ein Abstand von etwa 30 Zentimetern einzuhalten.

» Tipp: Die Stockteilung sollte im Frühling erfolgen. Wird im Herbst vermehrt, sind die Setzlinge noch nicht robust genug und könnten im Winter erfrieren.

❍ Die Vermehrung durch Samen

Bei der Vermehrung durch Samen ist die Direktaussaat ebenso möglich wie die Vorkultur. Bessere Erfolgsaussichten verspricht dabei die Vorkultur von Baldrian.

Was passiert bei der Vorkultur?
Bei der Vorkultur wird der Samen nicht an Ort und Stelle im Freiland ausgesät, sondern zunächst in kleine Anzuchtgefäße. Dies kann bereits im Spätwinter geschehen. Für die Keimung benötigt Baldrian konstante Umgebungstemperaturen von 18 bis 20 Grad. Ein Abdecken der Pflanztöpfe mit Folie fördert die Keimung. Nach der Keimung kann die Temperatur bis auf etwa 16 Grad abgesenkt werden. Die heranwachsenden Pflänzchen sollten mehrmals in größere Pflanztöpfe umgesetzt werden. Im Sommer haben sich die Baldrianpflanzen soweit entwickelt, dass sie ins Beet oder den Kräutergarten umgesetzt werden können.

Die Pflanzung sollte spätestes Ende August erfolgen, damit sich die jungen Pflanzen vor dem Winter noch gut entwickeln können.

» Tipp: Der Samen von Baldrian behält seine Keimfähigkeit mehrere Jahre, wenn er trocken und kühl gelagert wird.

Die Direktaussaat
Weniger aufwendig gestaltet sich die Direktaussaat. Ein Nachteil besteht in der Anfälligkeit der Keimlinge. Regen und Hitze können den Keimlingen gleichsam schaden und die Erfolgsaussichten sind eher mäßig.

Die Aussaat erfolgt in Reihen, deren Abstände etwa 40 Zentimeter betragen sollten. Nach dem Ausstreuen sollte der Samen angepresst werden. Das Saatgut ist regelmäßig zu bewässern und das Beet von Unkraut zu säubern.

» Tipp: Wachsen die Keimlinge zu dicht, sollten sie vereinzelt werden, damit sich die jungen Pflanzen nicht gegenseitig in ihrem Wachstum behindern.


Foto1: © alisseja - Fotolia.com

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