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Bartfaden – Pflanzen, pflegen und überwintern

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Der Bartfaden (Penstemon) mit seinen fingerhutähnlichen Blüten ist eine beliebte Zierstaude im Garten. Hinweise zum Anbau und zur Pflege finden Sie hier.

Bartfaden
© Boggy – Fotolia.com

Allgemein begehrt sind hochwachsende Stauden, da sie Gärten mit ihrer Wachstumsform eine gefällige Struktur verleihen. An Hauswänden, alten Mauern oder Zäunen gepflanzt, zieren sie eher eindruckslose Standorte.

Der Bartfaden (Penstemon) weist vortreffliche Eigenschaften auf. So werten sattgrüne Blätter und fingerhutähnliche Blüten Flächen im Hintergrund optisch auf. Wuchshöhe und Blütenfarbe unterscheiden sich je nach Art und Sorte. Wenn Sie also Bartfaden-Pflanzen kaufen oder bestellen, achten Sie darauf, um später keine Enttäuschung zu erleben. Egal wie hoch oder niedrig die Zierpflanze wächst, dekorativ ist sie allemal.

Kurze Pflanzenbeschreibung

Aus Nordamerika stammt der Bartfaden ursprünglich. Diese Pflanzengattung gehört zur Familie der Wegerichgewächse. In Europa wird die Blütenstaude seit dem 19. Jahrhundert kultiviert. Weltweit bekannt sind annähernd 250 Arten.

Allein schon im Frühjahr besticht die Staude mit ihren saftig grünen Blättern. Abhängig von Art und Sorte blüht das Wegerichgewächs dann zwischen Mai und Oktober. Die Blüten ähneln die des Fingerhuts. Von 20 bis 300 Zentimeter variiert zudem die Wuchshöhe. Neben mehrjährige Gewächse gibt es auch einjährige.

So sieht der perfekte Standort für den Bartfaden aus

Mit einem optimalen Wachstum und prächtigen Blütenflor bedankt sich die Staude für einen sonnigen und warmen Standort. Die höheren Arten stellen Sie am besten in eine windgeschützte Lage, damit sie bei leichten Böen nicht gleich einknicken. Ein solcher Platz liegt beispielsweise an Hauswänden oder Hecken, wenn möglich mit Rankgitter.

Die Bodenbedingungen sollten für die unterschiedlichen Wegerichgewächse artgerecht sein. Niedriger Penstemon fühlt sich eher im mageren und sandigen Erdreich wohl und eignet sich daher gut für den Steingarten. Hoch wachsende Bartfaden-Stauden sagen eher humusreiche und tiefgründige Böden zu. Vorteilhaft ist es, in die Erde für den auserwählten Standort Humus und groben Kies tiefgründig einzuarbeiten. Somit wird der Boden optimal aufgelockert und Staunässe weitestgehend ausgeschlossen.

So pflegen Sie den Bartfaden richtig

Bartfaden
© KELLY – Fotolia.com

Gießen:

Bartfaden möchte nicht in nasser Erde stehen. Feucht sollte die aber schon sein. Sie müssen die Pflanze daher regelmäßig gießen. Mulchen Sie zudem. Die Feuchtigkeit im Boden verdunstet dann nicht so schnell.

Zweckmäßig ist es, an heißen Sommertagen den Pflanzenstandort täglich auf Feuchtigkeit zu kontrollieren. Sobald die Bodenoberfläche fingernageltief angetrocknet ist, wässern Sie umgehend Ihren Penstemon.

Düngen:

Wenn Sie im Frühjahr und Spätsommer ausreichend Kompost um Ihre Pflanze einarbeiten, dann decken Sie bereits den Nähstoffbedarf der Staude. Sollten Sie dennoch erkennen, dass Ihr Bartfaden schwächelt, dann könnte es möglicherweise an fehlende Nährstoffe liegen. In diesem Fall geben Sie ein wenig phosphorhaltigen Flüssigdünger ins Gießwasser und düngen damit den Boden nach.

Rückschnitt:

Verwelkte Blütenstände der Staude können Sie sofort entfernen. Die eingesparte Energie für die gekappte Samenbildung kann die Pflanze dann gut nutzen, um sich zu kräftigen. Radikal zurückgeschnitten wird die Zierstaude erst im Frühjahr, nicht früher. Vor der kalten Jahreszeit sammelt die Pflanze noch wertvolle Energie zum Überwintern und für den Austrieb im folgenden Frühjahr.

Zur Blütezeit können Sie Ihren Bartfaden unbedenklich für einen Vasenschmuck schneiden. Dafür sollten Sie nur Triebe verwenden, an denen sich bereits 2/3 der Blüten geöffnet haben. Der Bartfaden hält übrigens lange in der Vase, wenn Sie ihn am frühen Morgen schneiden. Die Vase mit den Blumen stellen Sie dann an einen kühlen, hellen Platz. Kürzen Sie alle zwei bis drei Tage die Stiele etwas, hält sich die Blütenpracht im Zimmer einige Zeit.

Überwinterung:

Im allgemeinen führt der Gartenfachhandel in unseren Breiten winterfesten Bartfaden. Allerdings variieren sortenabhängig die Toleranzgrenzen der verträglichen Mindesttemperaturen. Während einige der Wegerichgewächse problemlos und unbeschadet die kalte Jahreszeit überdauern, bevorzugen andere einen geeigneten Raum als Winterschutz.

Robustere Sorten decken Sie um den Wurzelbereich mit einer schützenden Schicht aus Rindenmulch, Rasenschnitt und Reisig ab. Weniger kälteresistente Sorten siedeln Sie hingegen vor dem ersten Frost in einen kühlen, hellen Raum um.

Schädlinge und Pflanzenkrankheiten erkennen und bekämpfen

❍ Blattläuse:

Der Bartfaden kann durchaus von Blattläusen befallen werden. Sollten Sie in Ihrem Garten ein Insektenhotel haben, übernehmen Maikäfer und Schlupfwespen die Schädlingsbekämpfung. Sie können den Schädling aber auch mit verdünnter Ackerschachtelhalmbrühe (Anleitung für Ackerschachtelhalmbrühe) oder Brennnesseljauche (Anleitung für Brennnesseljauche) zu Leibe rücken.

❍ Stängelgrundfäule:

Stängelgrundfäule ist eine Pilzkrankheit, die den Penstemon befallen kann. Wenn die Pflanze infiziert ist, sterben die Triebe ab. Ob Fungizide helfen, ist unsicher. Am besten entfernen Sie stark befallene Pflanzenteile und entsorgen Sie sie über den Hausmüll. So dämmen Sie die Verbreitung der Krankheit ein.

❍ Wurzelfäule:

Wurzelfäule tritt auf, wenn der Boden stark verdichtet ist. Ebenso bei lang anhaltender Staunässe. Dringt ein aufdringlicher Geruch aus der Erde, dann hat sich die Pilzkrankheit bereits über die ganze Wurzel verbreitet. Entfernen Sie die Staude und entsorgen Sie diese im Grünabfall.

Sie können Wurzelfäule vorbeugen, indem Sie mit Kompost und groben Kies für einen lockeren und tiefgründigen Boden sorgen. Gießen Sie regelmäßig, aber nur kleinere Wassermengen.

Zusammenfassung:

Bartfaden ist eine reizvolle Zierpflanze. Wachstum, Blütenfarbe und Frostempfindlichkeit sind abhängig von Art und Sorte. Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Einen mageren und sandigen Boden mögen die niedrigen Sorten, während die hochwachsenden einen humosen und tiefgründigen Standort bedürfen.

Die Zierstaude muss regelmäßig gegossen werden. Kompost reicht vollends für die Nähstoffversorgung aus. Geschnitten wird der Bartfaden grundsätzlich im Frühjahr. Robuste Sorte überwintern im Freien mit einer Schutzschicht aus Mulch und Reisig um den Wurzelbereich. Weniger frostempfindliche Stauden müssen in einem kühlen und hellen Raum überwintern.


Foto1: © Boggy - Fotolia.com, Foto2: © KELLY - Fotolia.com

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