Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen eines Bonsais gehört der regelmäßige Schnitt. Der will aber gelernt sein. Sie müssen dabei schon im Vorfeld einige grundlegende Regeln beachten.

Wer sich für einen Gartenbonsai entscheidet, der entscheidet sich auch gleichzeitig dazu, dem Gewächs viel Liebe, Pflege und Zuwendung zu geben. Allein mit Wasser und Schere bewaffnet ist die Pflege noch längst nicht abgetan.

Bonsai: Standort und Pflege

Bonsai schneiden Regeln und Tipps
Bonsai schneiden: Regeln und Tipps | © Waraphan – Fotolia.com

Auch der richtige Standort entscheidet über den Erfolg eines Bonsais. So benötigt etwa der hochwertige japanische Bonsai Pinus Parviflora (Mädchenkiefer) viel und gern Sonne, wohingegen die japanische Eibe Taxus Cuspidata sich auch mit einem schattigen Plätzchen zufriedengibt (Quelle: Pflegehinweise von luxurytrees.com). Es kommt also auch auf die Sorte des Bonsais an. Und das gilt nicht nur beim Standort so, sondern auch beim Schnitt.

Der regelmäßige Schnitt gehört also zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen eines Bonsais. Denn der entscheidet erst über die Form. Schließlich muss die Grundstruktur des Baumes dargestellt werden. Die Äste dürfen nicht wild durcheinander wuchern und auch der Verlauf des Stammes muss erkennbar sein. Auch wenn der eigentliche Schnitt von der jeweiligen Sorte abhängt, die grundlegenden Regeln gelten bei allen Arten.

Das richtige Werkzeug

Ob bei Rosen, Obstgehölzen oder anderen Pflanzen – wenn es an den Schnitt geht, ist das beste Werkzeug gefragt. Andernfalls werden die Äste mehr gequetscht als geschnitten. Im schlimmsten Fall könnten sich Krankheitserreger ansammeln und die Pflanze zunichtemachen.

Am besten für den Bonsai-Schnitt eignen sich spezielle Bonsai-Scheren und Bonsai-Zangen. Und wer mag es kaum glauben? Die besten Modelle kommen direkt aus Japan, dem Land, wo der Bonsai seinen Ursprung hat.

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Es gibt natürlich auch chinesische Produkte, die zwar um einiges günstiger sind, aber in der Qualität absolut nicht vergleichbar sind. Die Werkzeuge aus Japan sind scharf (und bleiben es) und sind in der Handhabung deutlich einfacher. Hin und wieder lohnt sich eine höhere Investition also doch.

Wenn möglich, haben Sie die Zangen in mehreren Größen vorrätig. So haben Sie für jedes Geäst die passende Zange.

Gründe für den regelmäßigen Schnitt

Die Gründe für den regelmäßigen Schnitt sind sehr vielfältig. Hinter jedem Teil des Bonsais verstecken sich unterschiedliche Gründe.

  • Die Äste werden beispielsweise geschnitten, um dem Bonsai ein Grundgerüst zu verpassen. Der Schnitt ist dazu da, um den Baum auszulichten und für einen harmonischen Wuchs zu sorgen.
  • Das Laub des Bonsais wird geschnitten, um einen Neuaustrieb zu erreichen und das Wachstum des Astes zu fördern. Außerdem ist auch hier der Formschnitt sehr entscheidend.
  • Der Stamm beispielsweise hat den Schnitt dringend notwendig, dass er gleichmäßig wächst. Zudem kann so auch ein neuer Stammverlauf gebildet werden.
  • Die Wurzeln müssen Sie schneiden, um das Wachstum einzudämmen. Schneiden Sie die Wurzeln nicht, würde er einfach viel zu groß werden. Außerdem brauchen die Wurzeln in dem oft relativ kleinen Gefäß ausreichend Platz.
Bonsai schneiden regeln Tipps Schnitt
Nur bei einem regelmäßigen Schnitt können sich solche Formen entwickeln

10 grundlegende Regeln für den regelmäßigen Bonsai-Schnitt

Regel Nr. 1: Nach innen wachsende Äste

Alle Äste, die sich nach innen in Richtung Krone bewegen, müssen abgeschnitten werden.

Regel Nr. 2: Kreuzende Äste

Zwei sich kreuzende Äste gibt es bei einem Bonsai nicht. Sie müssen entscheiden, welcher von den beiden weniger ins Bild passt. So schwer es manchmal auch ist, ein Ast muss daran glauben und abgeschnitten werden.

Regel Nr. 3: Kleine, dünne Äste

Kleine dünne Äste, die aus dem Stamm wachsen, müssen gekürzt werden. Der Schnitt erfolgt hierbei direkt am Ansatz. Einzige Ausnahme: Wenn Sie genau an der Stelle einen Ast benötigen, darf er bleiben.

Regel Nr. 4: Gegenüberstehende Äste

Die Äste dürfen sich nicht gegenüberstehen. Bei einem Bonsai müssen die Äste wechselseitig angeordnet sein.

Regel Nr. 5: Unnatürlich gebogene Äste

Äste, die unnatürlich gebogen sind oder merkwürdige Drehungen oder Kurven haben, werden abgeschnitten.

Regel Nr. 6: Dicker Ast

Sollte es vorkommen, dass sich im oberen Teil des Baumes ein verhältnismäßig dicker Ast gebildet hat, muss auch dieser entfernt werden. Die natürliche Optik des Baumes hat unten dicke Äste und nach obenhin werden sie immer schmaler.

Regel Nr. 7: Alte Zweige

Schneiden Sie alte Zweige ab, um die schlafenden Knospen zum Wachsen anzuregen. So lässt sich die innere Baumkrone erneuern.

Regel Nr. 8: Starke Triebe

Schneiden Sie starke Triebe immer schräg, direkt über der Knospe, ab. Schwache Triebe werden rechtwinklig zur Wuchsrichtung abgeschnitten.

Regel Nr. 9: Ruhezeiten beachten

Kleine, dünne Äste dürfen das ganze Jahr über geschnitten werden. Bei den dickeren Ästen sollten Sie auf die Ruhezeit achten. Diese ist bei Bonsais im Winter. Aber Vorsicht: Nur an frostfreien Tagen schneiden!

Wichtiger Hinweis: Freiland-Bonsai über Winter nicht in beheizte Räume stellen. Die Winterruhe würde so gestört werden. Die Winterruhe ist für diese Pflanzen überlebenswichtig (Quelle: Pflegetipps von bonsaifreunde-eckental.de)!

Regel Nr. 10: Wundverschluss

Jeder Schnitt, den Sie vollbringen, hinterlässt eine Narbe an dem Bonsai. Dementsprechend sollten Sie nach dem Schnitt die Narben mit einem Wundverschluss behandeln. Das betrifft vor allem großflächige Schnittwunden.

Dieser Wundverschluss sorgt dafür, dass keine Schädlinge und Krankheiten eindringen. Außerdem wächst die Wunde so auch schneller zu.

Leseempfehlung: Fehler im Umgang mit Bonsai

Wer sich einen Bonsai neu zugelegt hat, der hat natürlich hin und wieder Angst etwas verkehrt zu machen. Und da die großen Pflanzen für den Garten nicht unbedingt günstig sind, sollte man grobe Fehler unbedingt vermeiden.

Bei meiner Recherche bin ich auf diese Checkliste gestoßen. Hierin finden Sie die 10 schwersten Fehler im Umgang mit einem Bonsai. Sehr empfehlenswert!

Gartentipp des Tages!

Ringo von Gartentipps.com

Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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