Das bekannteste Hochstämmchen ist wohl die Rose. Meist wird es in der Gartenabteilung gekauft, doch warum nicht mal ein eigenes Höchstämmchen ziehen?
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Hochstämmchen selber ziehen
Viele Pflanzen kommen als Hochstämmchen daher. Dazu zählt vor allem die Rose. Aber auch Lorbeer, Oleander, Enzianstrauch und viele weitere Pflanzen, die in der Regel direkt aus dem Boden heraus breit wachsen, kann man als Hochstämmchen ziehen. Das bedarf ein wenig Geduld, aber es lohnt sich.

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Den Haupttrieb (der kräftigste) der Jungpflanze an einem Stab mittig festbinden. Die seitlichen Triebe, sowohl die, die direkt am Haupttrieb entstehen, als auch die, die aus dem Boden wachsen, regelmäßig abschneiden.
- Diese Prozedur wird die nächsten zwei bis fünf Jahre durchgeführt. Je nachdem, wie schnell die Pflanze wächst. Dabei binden wir den Haupttrieb immer wieder neu fest, damit er gerade wächst.
- Hat die Pflanze die gewünschte Höhe erreicht, dann wird die Triebspitze gekappt. So bestimmt man auch die Höhe.
- Durch diese Kappung beginnt die Pflanze, Seitentriebe zu bilden. Diese Seitentriebe regelmäßig einkürzen und zu einer buschigen Krone wachsen lassen. Verzweigungen weiter unten am Stamm ebenfalls immer wieder kappen.
Je nach Pflanzwachstum kann man so innerhalb von drei bis fünf Jahren ein hübsches Hochstämmchen selbst ziehen.
Hochstämmchen richtig pflegen
Der ideale Zeitpunkt für den Beginn der Erziehung zum Hochstämmchen liegt im Frühjahr, sobald die Pflanze im Saft steht und kräftig austreibt. Dann lässt sich der Wuchs am besten lenken, der Schnitt heilt schnell, und der junge Leittrieb hat genügend Zeit, um sich vor dem Winter zu festigen. Was beim Wachstum, Schnitt und der Überwinterung noch wichtig ist, zeigt die folgende Übersicht.
| Bedingungen | |
|---|---|
| Standort | Hochstämmchen lieben einen hellen, luftigen, aber windgeschützten Platz. Junge Stämmchen sind anfällig für Windschäden. |
| Stamm stützen | Den Haupttrieb stets an einem stabilen Stützstab befestigen. Bindungen regelmäßig lockern, prüfen und erneuern. |
| Dauer | Bis zur fertigen Form vergehen meist 3 bis 5 Jahre. In dieser Zeit regelmäßig schneiden, binden, kontrollieren und den Aufbau der Krone begleiten. |
| Krone schneiden | Nach Erreichen der gewünschten Höhe, die Spitze im Frühjahr kappen. Ab dann die Krone regelmäßig zurückschneiden, um eine dichte Baumkrone zu fördern. |
| Gießen und Düngen | Hochstämmchen benötigen gleichmäßige Wassergaben, besonders im Kübel. Im Frühjahr mit organischem Dünger versorgen, um den Austrieb zu unterstützen. |
| Überwintern | Empfindliche Pflanzen wie Oleander oder Enzianstrauch frostfrei überwintern. Bei winterharten Arten wie Rosen den Stamm mit Vlies vor Frostrissen schützen. |
Fazit: Hochstämmchen ziehen heißt Geduld zeigen und dranbleiben
Ein Hochstämmchen ist keine Laune der Natur, sondern geduldige und konsequente Schnittarbeit über mehrere Jahre.
Wer einen Hochstamm ziehen möchte, sollte bereits zu Beginn verstehen, dass Sträucher immer wieder versuchen, ihre natürliche Wuchsform durchzusetzen. Sie treiben aus der Basis aus, bilden neue Äste am Stamm und das genau dort, wo der Gärtner sie nicht haben möchte. Diese Austriebe müssen regelmäßig entfernt werden, sonst verliert das Stämmchen schnell seine Form.
Auch die Krone verlangt Aufmerksamkeit. Ob Frühlings- oder Sommerblüher: Der Schnitt richtet sich nach den Schnittregeln der jeweiligen Pflanzenart. Mit der Zeit wird die Pflege zwar etwas leichter, doch ganz von selbst bleibt ein Hochstämmchen nie in Form.
Wer jedoch Freude daran hat, seine Pflanzen über Jahre zu begleiten, ihren Wuchs zu lenken und dabei geduldig auf das Ergebnis zu warten, wird mit einem echten Einzelstück belohnt. Ein Hochstämmchen, das im Garten nicht nur auffällt, sondern auch die eigene Handschrift trägt. 🙂
Liste: Geeignete Pflanzen für Hochstamm-Erziehung
Viele Blüten- und Ziersträucher, aber auch mediterrane Gehölze lassen sich mit Geduld und Schnitttechnik zum Hochstämmchen erziehen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über bewährte Arten, ihre Besonderheiten und den Schwierigkeitsgrad bei der Erziehung zum Hochstamm.
| Pflanze | Besonderheit | Schwierigkeit |
|---|---|---|
| Hibiskus Hibiscus | Sommerblüher, kräftiger Mitteltrieb | Einfach |
| Rispenhortensie Hydrangea paniculata | Blüht am einjährigen Holz, unkompliziert | Einfach |
| Sommerflieder Buddleja | Starker Neuaustrieb, gut formbar | Einfach |
| Forsythie Forsythia | Treibt stark aus der Basis, konsequente Kontrolle nötig | Mittel |
| Weigelie Weigela | Treibt aus mittlerem Astbereich, regelmäßige Korrektur nötig | Mittel |
| Blauregen Wisteria | Kletterpflanze, als Hochstamm anspruchsvoll | Anspruchsvoll |
| Wandelröschen Lantana | Sommerblüher, kräftiger jährlicher Rückschnitt möglich | Einfach |
| Lorbeer Laurus nobilis | Immergrün, langsam wachsend, braucht Geduld | Mittel |
| Oleander Nerium oleander | Mediterran, starktriebig, frostempfindlich | Mittel |
| Enzianstrauch Solanum rantonnetii | Sommerblüher, starker Wuchs, frostempfindlich | Einfach bis Mittel |
| Rosmarin Rosmarinus officinalis | Immergrün, buschig, als Hochstämmchen möglich, benötigt Geduld und Erfahrung | Anspruchsvoll |
| Olivenbaum Olea europaea | Sehr langsam wachsend, erfordert lange Erziehungsphase | Anspruchsvoll |
| Zitronenbaum Citrus limon | Kräftiger Leittrieb, gut erziehbar, frostempfindlich, Krone verlangt regelmäßigen Formschnitt | Mittel bis Anspruchsvoll |





