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Färberkamille: Gelbe Staude für den Garten

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Die Färberkamille ist ursprünglich eine wunderschöne Wildstaude. Sie kann aber auch das Gartenbeet oder den Balkon mit ihren strahlend gelben Blüten bereichern.

Färberkamille
© M. Schuppich / stock.adobe.com

Die Färberkamille oder auch Anthemis tinctoria ist eine strahlend gelbe Staude, die sowohl im Garten als auch auf Balkon und Terrasse hervorragend wächst. Aufgrund der intensiven Blütenfarbe ist sie bei Bienen besonders beliebt und dient als wichtige Nahrungsquelle. Nach der Aussaat im März beginnt der Korbblütler im Juni zu blühen. Die Blütezeit reicht bis etwa in den September.

Je nach Standortbedingungen, die sonnig bis halbschattig sein sollten, erreichen die Stauden eine Höhe von 60 bis höchstens 80 cm. Da die Färber-Hundskamille mehrjährig ist, entfaltet sie sich nach der Aussaat jedes Jahr neu. Wie andere Stauden passt sich auch die Färber-Hundskamille schnell an die Bedingungen vor Ort an.

Herkunft der Färberkamille

Als Gartenstaude gewinnt die Färberkamille seit wenigen Jahren immer mehr an Beliebtheit. Da es sich um eine in Deutschland heimische Wildstaude handelt, kommt sie mit den hiesigen klimatischen Bedingungen und der Bodenbeschaffenheit gut zurecht. Die Färberkamille gehört zur Hundskamille. Zu dieser Gattung zählen weitere etwa 100 Staudenarten, von denen viele in Deutschland bekannt sind. Acker- und Ruthenische Hundskamille gehören zu den bekanntesten Gattungen.

Färberkamille (Anthemis tinctoria)
Wuchs: buschig, aufrecht, horstbildend, manchmal leicht standschwach
Wuchshöhe: 30 – 60 cm
Wuchsbreite: 45 – 50 cm
Verwendung: Freiland, Steppenheide, Steinanlagen, Felssteppen, Böschungen
Standort: Sonne
Boden: trocken, gut durchlässig, sandig, mineralisch, steinreich
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Färberkamille pflanzen und pflegen

Die Färberkamille ist kompromissbereit bei der Standortwahl

Die Färberkamille ist eine recht anspruchslose Gartenstaude mit hoher Anpassungsfähigkeit. Dies zeigt sich gerade bei der Standortwahl. Auch sich verändernde Bodenbeschaffenheit und klimatische Einflüsse machen der Staude kaum etwas aus und beeinträchtigen die Entwicklung nicht nennenswert.

Empfindlich reagiert die Färberkamille lediglich auf Feuchtigkeit, weshalb Sie unbedingt Staunässe vermeiden sollten. Sind die Böden dauerhaft zu feucht, bildet die Färberkamille mehr Blätter als Blüten aus. Ideal sind dagegen eher steinige Böden oder Standorte, die einen hohen Stickstoffgehalt aufweisen.

Die Färberkamille kann im Garten und auf dem Balkon gepflanzt werden. Während sie im Garten sehr gut im Kiesbeet wächst und deswegen gerade in Steingärten beliebt ist, sollte auf dem Balkon auf die Dwarf Färberkamille ausgewichen werden. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form dieser Staude, die allerdings aufgrund ihres kompakten Wachstums hervorragend für Blumenkästen geeignet ist. Weiterhin handelt es sich bei der Dwarf Färberkamille um einen Dauerblüher. Sie sorgt also lange für intensive Farben auf dem Balkon.

Färberkamille ‚Dwarf-Form‘ (Anthemis tinctoria ‚Dwarf-Form‘)
Wuchs: buschig, horstig, dicht
Wuchshöhe: 25 – 40 cm
Besonderheiten: gelbe Blüten, blüht den ganzen Sommer
Verwendung: Beete, Kübel, Gruppen
Standort: Sonne
Boden: kiesig, sandig, nährstoffarm, trocken, durchlässig
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Färberkamille schon früh pflanzen

Damit sich die Färberkamille im Jahresverlauf prächtig entwickelt und eine angenehme Höhe erreicht, ist eine frühe Aussaat wichtig. Schon im März sollte mit der Anzucht des Lichtkeimers begonnen werden. Zu dieser Zeit erfolgt die Aussaat noch unter Glas, sodass die Samen vor Einflüssen von außen bestmöglich geschützt werden.

Einfacher ist die Aussaat im August und September. In dieser Zeit werden die Samen direkt im Freiland gesät. Hierfür müssen zunächst rund ein Zentimeter tiefe Reihen in den ausgesuchten Beeten oder Balkonkästen gezogen werden. In diesen werden dann die Samen verteilt.

Tipp: Da die Färberkamiile so beliebt bei Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ist, sind die Samen oft auch in Bienen-Saatmischungen enthalten:

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Färberkamille benötigt kaum Pflege

Bei der Färberkamille handelt es sich um eine besonders pflegeleichte Staude, die wenig Zeit beansprucht und durch reguläre Aussaat, Teilung oder Stecklinge leicht zu vermehren ist. Da sie mit trockenen Böden sehr gut zurechtkommt, ist es nicht erforderlich, die Färberkamille regelmäßig zu gießen. Zudem kann auf ein regelmäßiges Düngen verzichtet werden. Damit die Färberkamille gut über den Winter kommt, ist ein Rückschnitt im September auf zehn Zentimeter möglich. Das kräftigt die Pflanze und trägt zu einem gesunden Wachstum bei, von dem der Garten im Folgejahr profitiert.

Tipp: Damit die Färberkamille den Winter schadlos übersteht ist ein Standort ohne Gefahr der Staunässe wichtig.

Verwendung der Färberkamille …

… in der Küche

Seit Jahrhunderten wird die Färberkamille in der Naturheilkunde verwendet. Im Vordergrund stehen dabei die strahlend gelben Blüten, die bedenkenlos verzehrt werden können. Sie eignen sich für Tees und andere Getränke, können aber auch zur Dekoration von Speisen dienen. Durch das Einlegen in Honig werden die Blüten konserviert und sie bekommen einen angenehm süßen Geschmack. Die jungen Blätter der Färberkamille können beispielsweise im Kräuterquark und anderen Dips verarbeitet werden.

… in der Naturheilkunde

In der Naturheilkunde hat sich die Färberkamille bei der Behandlung von Menstruationsbeschwerden bewährt. Der regelmäßige Verzehr eines Färberkamillentees trägt außerdem zur Menstruationsanregung bei. Werden die Blüten frisch geerntet und anschließend zerrieben, können sie als Wundauflage genutzt werden und die Heilung anregen.

… zum Färben

Vor Jahrhunderten diente die Färberkamille in Deutschland als Färbemittel von Wolle und Eiern. Die gelben Blüten wurden für mehrere Stunden im Wasser eingelegt und danach aufgekocht. Nachdem die Blüten etwa eine halbe Stunde im köchelnden Wasser auf dem Herd ruhen, verbleiben sie noch einmal rund 12 Stunden in dem Wasser, bevor dieses schließlich abgegossen wird. In dem Wasser kann die Wolle dann bei höchstens 70 Grad gefärbt werden. Damit die Wolle das Gelb gut aufnimmt, ist eine Ruhezeit von acht Stunden ratsam. Um die Wolle im Garn zu versiegeln, wurde Essig verwendet.

Tipp: Die so gewonnene Farbe lässt sich auch zum Färben der Eier nutzen.

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