Die Gänsekresse gehört zu den beliebtesten Steinpflanzen. Wir möchten Ihnen hier erklären, wie Sie die Pflanze auf einfache Weise vermehren können. Dazu gibt es drei verschiedene Möglichkeiten.

Wer sich eine pflegeleichte Pflanze wünscht, welche auch mit kargen Böden zurechtkommt, uns mit reicher Blüte belohnt und auch dort wächst, wo es bislang unmöglich schien, der wird die Gänsekresse (Arabis) nicht mehr missen wollen. Als Frühblüher lässt der wuchsfreudige Kreuzblütler bereits im April Leben in das triste Gartenbeet einziehen. Warum also nicht durch Vermehrung der Pflanze dafür sorgen, dass sich die hübschen Polsterstauden auch in anderen Regionen des Gartens niederlassen können? Wie die Gänsekresse vermehrt wird und was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie im Folgenden.

Gänsekresse vermehren: 3 Methoden

Die Vermehrung von Gänsekresse kann auf mehreren Wegen erfolgen. Alle Möglichkeiten der Vermehrung sind einfach durchzuführen und bieten Ihnen eine recht hohe Erfolgsgarantie.

Gänsekresse durch Stecklinge vermehren

Die Stecklingsvermehrung ist weit verbreitet. Die Methode kostet Sie nur wenig Aufwand und verspricht eine hohe Erfolgsgarantie. Der Sommer ist der passende Zeitpunkt, um Stecklinge von der Gänsekresse abzuschneiden. Dann können die Stecklinge vor dem Winter noch gut anwachsen und ausreichend Wurzeln bilden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Jungen Trieb abschneiden
  2. Untere Blätter entfernen
  3. Steckling einpflanzen
  4. Steckling bewässern

Gänsekresse lässt sich auch über Stecklinge vermehren, besonders zuverlässig ist diese Methode jedoch nicht bei jedem Trieb. Am besten eignen sich junge, nicht blühende Triebe nach der Blüte. Sie werden etwa 5 bis 8 cm lang geschnitten, im unteren Bereich entblättert und in lockere, leicht feuchte Anzuchterde gesteckt. Der Standort sollte hell, aber vor direkter Mittagssonne geschützt sein. Wichtig ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit, denn trocknet das Substrat aus, bilden sich nur schwer Wurzeln. Zu nass darf es aber ebenfalls nicht stehen, da die feinen Triebe schnell faulen.

💡 Tipp:
Im Winter werden junge Pflanzen zur Vorsicht mit einem leichten Winterschutz aus Laub und Reisig geschützt.

Gänsekresse durch Samen vermehren

Gänsekresse sät sich im Garten oft selbst aus, wenn die verblühten Triebe stehenbleiben dürfen. Das zeigt schon, dass die Vermehrung über Samen grundsätzlich gut funktioniert.

Gänsekresse vermehren
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Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Samen gewinnen
  2. Samen ausstreuen
  3. Samen feucht halten
  4. Keimung abwarten

Nach der Blüte bilden sich kleine Schoten mit Samen, die bei Trockenheit ausreifen. Wer die Pflanze gezielt vermehren möchte, lässt einige verblühte Triebe stehen und sammelt die Samen, sobald sie trocken sind.

Ausgesät wird entweder direkt ins Beet oder in Anzuchtschalen. Da Gänsekresse zu den Lichtkeimern zählt, werden die feinen Samen nur leicht angedrückt und höchstens hauchdünn mit Erde bedeckt. Wichtig ist, dass das Substrat gleichmäßig leicht feucht bleibt, ohne nass zu werden. An einem hellen, geschützten Platz zeigen sich meist nach kurzer Zeit die ersten Keimlinge.

Sobald sich neben den Keimblättern die ersten echten Blätter zeigen und die Jungpflanzen gut greifbar sind, können sie in kleine Töpfe oder separate Pflanzgefäße umgesetzt werden. Kräftige Jungpflanzen dürfen später auch ins Freiland, sofern der Boden durchlässig ist und keine längere Frost- oder Nässephase bevorsteht. Bis aus den kleinen Sämlingen geschlossene Polster entstehen, braucht es etwas Geduld.

💡 Tipp:
Bei reinen Arten ist die Aussaat eine gute Methode. Bei besonderen Gänsekresse-Sorten mit bestimmter Blütenfarbe oder Wuchsform ist die Teilung zur Vermehrung die bessere Methode, weil die Jungpflanzen aus Samen leicht anders aussehen können als die Mutterpflanze.

Gänsekresse durch Teilung vermehren

Gänsekresse bildet mit der Zeit flache, dichte Polster. Diese lassen sich gut aufnehmen und in kleinere Stücke teilen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Gänsekresse ausgraben
  2. Wurzelballen kontrollieren
  3. Wurzelballen teilen
  4. einzelne Teilstücke einpflanzen
  5. wie gewohnt kultivieren

Die Teilung ist bei Gänsekresse die einfachste und zuverlässigste Vermehrungsmethode. Besonders gut eignet sie sich für ältere Pflanzen, die bereits dichte Polster gebildet haben. Nach der Blüte oder im frühen Herbst wird die Pflanze vorsichtig mit einer Grabegabel aus dem Boden gehoben. Anschließend lässt sich der Wurzelballen mit den Händen oder einem scharfen Spaten in mehrere Stücke teilen.

Jedes Teilstück sollte mehrere gesunde Triebe und genügend feine Wurzeln besitzen. Schwache, vertrocknete oder kahle Pflanzenteile werden dabei entfernt. Danach werden die Teilstücke direkt wieder eingepflanzt, leicht angedrückt und gründlich angegossen. In den ersten Wochen sollte der Boden gleichmäßig leicht feucht bleiben, damit die jungen Pflanzen gut anwachsen.

💡 Tipp:
Die neuen Pflanzen entsprechen der Mutterpflanze und blühen oft schneller als aus Samen gezogene Gänsekressen. Gleichzeitig bleibt das Polster vital, weil ältere Pflanzen durch die Teilung verjüngt werden.

Methoden der Vermehrung mit ihren Vor- und Nachteilen

MethodeAufwandZuverlässigkeitErfolgsrate
Teilungeinfachsehr hochhoch
Sameneinfachgutgut bis hoch
Stecklingeeinfach bis mittelmäßig bis gutunterschiedlich
Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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