Die Zistrose macht nicht nur optisch etwas her, sie besticht auch durch ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Hier mehr über diese und die Pflanzung.

Wer den Begriff „Zistrose“ (botanisch Cistus) hört, hat bestimmt direkt eine klassische Rose vor dem inneren Auge. Doch genau genommen hat die Zistrose mit den Rosengewächsen überhaupt nichts zu tun. Sie gehört nämlich mit ihren rund 24 Arten zur Gattung der Zistrosengewächse (botanisch Cistaceae). Dementsprechend erinnert die Zistrose optisch auch nicht an eine Rose. Verstecken muss sich diese Pflanze trotzdem nicht. Denn so wie Rosen, so ist auch die Zistrose ein kleiner Hingucker. Aber auch was ihre Inhaltsstoffe und Anwendungsmöglichkeiten angeht, hat die Zistrose einiges zu bieten.

Herkunft

Die Zistrose und alle ihre Arten stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo sie seit Jahrhunderten als Heilpflanze verwendet werden. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass die Zistrose bereits in der Antike bekannt war und für ihre heilenden Eigenschaften geschätzt wurde. Sie wurde auch bei religiösen Ritualen eingesetzt und diente oft als Grabbeigabe.

Aussehen und Wuchs

Zistrose pflanzen, pflegen und vermehren
Zistrosen werden bis zu 80 cm hoch – © photohampster / stock.adobe.com

Zistrosen sind Sträucher, die je nach Art zwischen 30 und 80 Zentimeter hoch wachsen. Sie besitzen eine dichte, buschige Form und meist kleine, ledrige sowie immergrüne Blätter mit einer glänzenden Oberfläche. Die Blätter erscheinen dabei oft dunkelgrün oder grau-grün und sind leicht behaart. Das besondere Highlight an ihnen ist jedoch, dass sie angenehm duften. Weniger schön ist, dass die Blätter aufgrund des hohen Harzgehaltes klebrig sind.

Die Blüten der Zistrose sind besonders auffällig. Sie erscheinen im späten Frühjahr bis in den Sommer hinein und können weiß, rosa oder purpurfarben sein. Oft besitzen sie dazu noch ein markantes gelbes Zentrum. Die Blüten sind in der Regel groß und haben fünf Blütenblätter, die sehr dünn sind. Das Besondere an ihnen ist, dass sie leicht zerknittert aussehen. Was etwas außergewöhnlich erscheinen mag, ist von der Natur jedoch so gewollt.

Steckbrief zur Zistrose

Zistrose (Cistus)
Gattung:Zistrosengewächse (Cistaceae)
Wuchshöhe:30 – 80 cm
Blüte:im Frühjahr; weiß, rosa oder purpurfarben
Standort:sonnig
Boden:karg, steinig, nährstoffarm, trocken
Besonderheit:Heilpflanze
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Eigenschaften und Anwendungsgebiete

Die Zistrose ist seit der Antike bekannt und wurde schon zu dieser Zeit aufgrund ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten geschätzt. Denn die harzige Substanz, die von einigen Arten der Zistrose produziert wird und welche auch als Ladanum oder Labdanum bekannt ist, wurde schon früher in der Parfümerie, als Weihrauch und als Heilmittel genutzt. Denn man wusste schon früher, dass die Zistrose gegen Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden hilft sowie antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Selbst bei Hauterkrankungen, Hautalterung, zur Stärkung des Immunsystems und zur natürlichen Abwehr von Zecken soll diese Pflanze hilfreich sein.

Und auch heute noch wird die Zistrose nicht nur wegen ihrer Optik geschätzt. Denn auch in der heutigen Zeit kommt sie in der Parfümerie und Kosmetik zum Einsatz. Obendrein ist sie als Tee sowie in Kapsel- und Pulverform erhältlich und soll die Abwehrkräfte stärken. Ein Sud wiederum kann bei Hautproblemen und ein Tee aus Zistrosenblättern bei Entzündungen helfen.

Standort und Boden

Zistrose pflanzen, pflegen und vermehren
Zistrosen gedeihen auf mageren Böden – © Tolo / stock.adobe.com

Zistrosen sind typisch für mediterrane Landschaften und bekannt für ihre Anpassungsfähigkeit an trockene Umgebungen. Sie wachsen typischerweise schnell und können sich auch in kargen, steinigen sowie nährstoffarmen Böden gut entwickeln. Somit sind sie perfekt geeignet für Steingärten oder andere trockene und sandige Standorte. Dementsprechend darf am Standort auch keine Staunässe entstehen, denn Zistrosen reagieren sehr empfindlich auf zu viel Feuchtigkeit im Wurzelbereich.

Zistrosen bevorzugen zudem vollsonnige Standorte. Denn wie üppig diese Pflanze blüht, ist abhängig davon, wie viel Sonne sie abbekommt. Dementsprechend zählt die Zistrose zu den perfekten Blumen für besonders sonnige Beete. Wählen Sie also ruhig einen vollsonnigen Standort aus. Keine Sorge, die Zistrose ist extrem hitzetolerant und hält der Sonne stand. Viel wichtiger ist, dass Sie sie vor Wind schützen. Denn obwohl Zistrosen in ihrem natürlichen Lebensraum oft extremen Bedingungen ausgesetzt sind, profitieren sie von einem windgeschützten Standort. Ansonsten kann es nämlich vorkommen, dass ihre Äste brechen.

Pflanzanleitung

Zistrosen werden gerne als Solitärpflanzen in den Steingarten gesetzt. Sie können die Pflanze aber auch als Kübelpflanze auf den Balkon beziehungsweise auf die Terrasse stellen. Beides ist möglich und sorgt auf jeden Fall für einen Blickfang. Wichtig ist nur, dass Sie den Boden gut an die Zistrose anpassen.

Ein Steingarten ist von den Bodenbedingungen her generell ideal für die Zistrose. Normale Gartenböden wiederum müssen Sie künstlich „ärmer“ machen. Und zwar, indem Sie in das viermal so große Pflanzloch Kies und etwas Split einbringen. Anschließend sollten Sie erst die Pflanze einsetzen.

Möchten Sie die Zistrose im Kübel anpflanzen, sollten Sie nicht nur im unten Bereich des Kübels Sand und Split bzw. Tongranulat (wie z.B. Blähton) einbringen, sondern die gesamte Erde damit strecken und somit abmagern. Zudem ist es ratsam, die Jungpflanzen aus einem 5-Liter-Topf in einen 20-Liter-Topf zu pflanzen und alle zwei bis drei Jahre umzutopfen.

Tipps zur Pflege

Zistrose pflanzen, pflegen und vermehren
Zistrosen sollten nach der Blüte geschnitten werden – © Claude Calcagno / stock.adobe.com

Gießen:

Zistrosen sind Trockenheit gewohnt. Dementsprechend müssen sie im Freiland nicht mit Wasser versorgt werden. Jedoch im Kübel. Hier sollten Sie gelegentlich zur Gießkanne greifen. Vor allem an heißen Sommertagen. Es darf aber kein Wasser im Untersetzer stehen bleiben. Gießen Sie zu viel, zeigt sich das daran, dass die Pflanze plötzlich das Laub abwirft.

Düngen:

Da es Zistrosen gewohnt sind, mit mageren Böden zurechtzukommen, müssen sie bei der Freiland-Pflanzung nicht gedüngt werden. Anders sieht es bei Pflanzen im Kübel aus. Diese sollten Sie am besten einmal pro Jahr im Frühling mit einem Langzeitdünger versorgen.

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Schneiden:

Schneiden sollten Sie Zistrosen direkt nach der Blüte. Greifen Sie dazu zu einer gereinigten und desinfizierten Gartenschere und schneiden Sie die neuen Triebe über einer Verzweigung ab. Schneiden Sie dabei aber niemals ins alte Holz, denn daraus ist kein Neuaustrieb zu erwarten.

Überwinterung:

Zistrosen sind bis zu -12 °C winterhart. Damit sie gut über den Winter kommen, sollten Sie den Wurzelbereich am besten mit einer dicken Schicht Herbstlaub oder Stroh sowie etwas Reisig abdecken. Außerdem ist es ratsam, den Strauch mit Vlies zu umhüllen. Kübelpflanzen wiederum können Sie zum Überwintern in den Wintergarten, das Gewächshaus oder in eine helle Garage stellen. Gießen müssen Sie hier nur sehr spärlich.

Krankheiten und Schädlinge:

Dank des klebrigen Harzes auf den Blättern der Zistrose ist sie gut gegen Krankheiten und Schädlinge gewappnet. Passen Sie nur auf, dass Sie den richtigen Standort auswählen und nicht zu viel gießen. Denn bei zu viel Feuchtigkeit im Boden kann Wurzelfäule entstehen. Topfpflanzen sollten Sie dann am besten von den fauligen Wurzeln befreien und in frisches Substrat setzen. Bei Freilandpflanzen ist es hingegen ratsam, zu einem Fungizid zu greifen. Wie Sie Wurzelfäule sonst noch behandeln können, erfahren Sie in unserem Beitrag Wurzelfäule erkennen, behandeln & vorbeugen.

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Vermehrung

Zistrose pflanzen, pflegen und vermehren
Zistrosen lassen sich über Samen und Stecklinge vermehren – © svehlik / stock.adobe.com

➩ Vermehrung über Stecklinge:

Sie können von der Zistrose gut Stecklinge schneiden und vermehren. Hierfür sollten Sie im Frühsommer zur Gartenschere greifen und leicht verholzte sowie knospenlose Triebe abschneiden. Pflanzen Sie diese in Töpfe mit einem mineralischen und sandigen Substrat. Anschließend ist es wichtig, dass Sie die Stecklinge mit einer Folie abdecken und die Erde nur leicht feucht halten.

➩ Vermehrung über Samen:

Alternativ dazu können Sie auch neue Zistrosen aus Samen ziehen und somit vermehren. Diese können Sie direkt auf die Anzuchterde geben. Sie dürfen die Samen aber nicht mit Erde bedecken, da es sich um einen Lichtkeimer handelt. Anschließend müssen Sie die Erde nur leicht feucht halten.

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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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