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Blauschwingel – das blaue Wunder im Steingarten

Blauschwingel ist ein anspruchloses, robustes Ziergras, das mit seinem halbkugeligen Wuchs das ganze Jahr über für Schönheit im Garten sorgt.

Blauschwingel
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Unter den Schwingel-Arten ist der Blauschwingel (Festuca glauca) besonders beliebt. Seine blaugrünen Grashalme schaffen im Garten außergewöhnliche Farbakzente und verleihen ein harmonisches Ambiente. Insbesondere Steingartenkonzepte profitieren von dem einzigartigen Blauton, den die Horste des Blauschwingels ins Beet zaubern.
Seine kräftig blaue Färbung verdankt der Blauschwingel den äußerst kargen und sonnigen Standorten seiner Herkunftsgebiete. Diese liegen maßgeblich in Südfrankreich und damit im Mediterraneum. Dabei werden nicht nur die Sorten von Festuca glauca, sondern auch andere blaue Schwingel-Arten gerne als Blauschwingel bezeichnet. Wer das Original im Garten wünscht, muss beim Kauf daher aufpassen.

Ebenfalls ein wachsames Auge müssen Gärtner bei der Pflege des Süßgrases haben. Denn Pflegefehler wirken sich hier nicht nur auf die schöne Blaufärbung der Pflanze aus. Ebenso kann ein Fehlverhalten die Langlebigkeit der Schwingel-Art gefährden und die Pflanze anfällig für Schadbilder machen. Aus diesem Grund, nachstehend ein paar wichtige Tipps zur Kultur von Festuca glauca.

Blauschwingel im Garten

Blauschwingel wächst in kompakten, kugelförmigen Horsten, die dank ihrer geringen Wuchshöhe von nur 15 bis 30 cm ideale Polsterstauden und Bodendecker sind. Zudem nutzt man die Schwingel-Art gerne als Rasenersatz für Standorte, an denen sich herkömmliche Gräser schwer tun. Das gilt insbesondere für wie den

Gerade im Steingarten setzt die tief blaue Färbung des Blauschwingels sehr kontrastreiche Akzente zu eher unscheinbaren Gräsern mit grüngelblicher Färbung. Ebenso wertet das blaue Farbwunder eintönige Stein- und Kiesflächen effektvoll auf. Der Clou sind hierbei die beige-gelben Blütenähren, die im Sommer malerisch aus den silbrig-blauen Grashalmen empor wachsen.

Ein Geheimtipp ist Blauschwingel für Balkone, wo das Süßgras freudlose Balkonstandorte zuverlässig aufwertet. Manche Gärtner haben den Blauschwingel gar so lieb gewonnen, dass sie ihn als Polsterstaude für ganze Dach- und Beetflächen, Hänge oder Trockenmauern einsetzen. Allerdings kommt das Ziergras auch Kombinationspflanzungen mit anderen klassischen Mediterran- und Steingartenpflanzen unwahrscheinlich gut zur Geltung.

So harmoniert Festuca glauca beispielsweise wunderbar mit Lavendel, der ebenfalls leicht blaugrüne Blätter besitzt und so einen idealen Pflanzpartner für den Blauschwingel darstellt. Auch trockenheitsliebende Gewächse wie Aloe vera, Federgras, Grasnelken, Hauswurz, Mauerpfeffer, Rosmarin oder Thymian sind schöne Beetnachbarn. Nicht zuletzt lassen sich natürlich in Kombination mit anderen Schwingel-Arten, wie dem Rotschwingel oder Bärenfell-Schwingel, interessante Effekte erzielen.

Blauschwingel (Festuca glaucaa)
Wuchs: polsterartig, halbkugelig, horstig
Wuchshöhe: 10 – 25 cm
Wuchsbreite: 20 – 30 cm
Pflanzenbedarf: 15 bis 17 Stück pro m²
Standort: Sonne
Boden: trocken, gut durchlässig, nährstoffarm
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Blauschwingel – Standort und Pflanzung

Der richtige Standort ist entscheidend, wenn man die einzigartige Färbung des Blauschwingels gekonnt in Szene setzen möchte. Zu diesem Zweck muss der Boden unbedingt karg und nährstoffarm sein. Denn je karger der Boden ist, desto kräftiger entwickelt sich die Blaufärbung. Statt Nährstoffen können Sie dem Boden aber etwas Kalk zusetzen. Festuca glauca ist relativ kalkliebend und ein neutraler Boden-pH-Wert, der sich mit Kalk wunderbar erzielen lässt, ist der Pflanze am liebsten. Dazu ein trockenes, durchlässiges und kiesiges bis sandiges Substrat und der Blauschwingel fühlt sich bodentechnisch rundum wohl.

In Sachen Lichtverhältnisse am Standort sollte man ebenfalls die Farbpracht von Festuca glauca im Auge behalten. Im Halbschatten wandelt sich das magische Blau nach dem Neuaustrieb nämlich vermehrt in ein schlichtes Grün. Man kann die Pflanze also bei Bedarf durchaus halbschattig pflanzen, muss dann aber auf die charakteristische Blaufärbung verzichten.

Pflanzanleitung Schritt für Schritt

1. Schritt:
Blauschwingel sollte nur gepflanzt werden, wenn das Erdreich trocken und frostfrei ist. Wählen Sie daher am besten einen Pflanztermin im Spätfrühling nach den letzten Frösten.

2. Schritt:
Eine gute Bodendrainage aus Kies oder Blähton ist für Blauschwingel unabdingbar. Der Standortboden sollte ebenfalls mit Kies, Sand und / oder Splitt abgemagert werden.

3. Schritt:
Der optimale Pflanzabstand beträgt bei Blauschwingel etwa 25 – 30 cm, denn so breit wachsen die Horste des Ziergrases später. Wird der Pflanzabstand nicht eingehalten, drohen die Grashorste benachbarter Pflanzen aneinander zu stoßen, was zur äußeren Verkahlung führt.

Blauschwingel – gießen und düngen

In Freilandkultur ist bei Blauschwingel weder Gießen noch Düngen notwendig. Im Gegenteil, beeinträchtigt beides die kräftige Blaufärbung und auch das Wachstum der Pflanze. Es gilt: Besonders gut und farbenfroh gedeiht der Blauschwingel, wenn es am Freilandstandort dauerhaft sonnig, trocken und nährstoffarm ist.

Blauschwingel Topf
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Etwas mehr Zuwendung könnte die Pflanze jedoch bei Topfstandorten benötigen. Neben gelegentlichen Gießgängen empfiehlt sich hier auch eine Startdüngung im Frühling, etwa zwischen März und April. Denken Sie auch bei Topfkulturen an eine gute Bodendrainage, damit Gießwasser schnell abfließen kann. Die Bewässerung mit kalkhaltigem Leitungswasser macht den Pflanzen nichts aus.

Blauschwingel schneiden und vermehren

Schwingel-Arten sind äußerst vermehrungsfreudig. In ihren ährigen Rispen bilden sich nach der Blüte viele kleine Karyopsen als Samenbestände aus. Diese verbreiten sich mit dem Wind recht ungezügelt im Garten. Um das zu unterbinden, muss man zielgerichtet schneiden. Und auch zur Formgebung und zur Verjüngung der Pflanze sind verschiedene Schnittmaßnahmen notwendig.

Blütenschnitt

Der Schnitt während der Blüte kann einerseits zur Entnahme schöner Blauschwingel-Ähren genutzt werden, etwa um Blumensträuße oder Gestecke damit zu dekorieren. Andererseits wird durch das Ausschneiden welker Blütenstände auch die Selbstaussaat des Blauschwingels eingedämmt.

Formschnitt

Im Herbst kann man unansehnliche Grashalme etwas zurück schneiden. Behalten Sie aber die Form der Horste im Blick und schneiden Sie entsprechend der Formgebung maßgeblich an den Rändern.

Rückschnitt

Die kräftig blaue Färbung des Blauschwingels ist beim Neuaustrieb am stärksten. Um ihn zu fördern, ist im Frühling, vor dem Austrieb, ein bodennaher Rückschnitt welker Pflanzenteile empfehlenswert.

Vermehrung

Zur Verjüngung des Blauschwingels muss neben regelmäßigen Rückschnitten gelegentlich auch eine Teilung der Horste erfolgen. Denn Schwingel-Arten neigen nach einigen Standjahren zur Verkahlung von innen heraus. Graben Sie die Pflanze deshalb alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr aus und teilen Sie den Wurzelstock mit einem Spaten oder scharfem Messer. Die Teilstücke können Sie danach sofort zurück ins Beet setzen.

Blauschwingel – schöne Sorten für den Garten

Es gibt vom Blauschwingel eine ganze Fülle an Kultursorten, die sich maßgeblich durch individuelle Wuchshöhen und variierende Blautöne ihrer Blätter voneinander unterschieden. Zu den beliebtesten Sorten gehören:

  • ‚Blaufuchs‘ ca. 50 cm hoch; kräftig seegrüne Halme
  • ‚Blauglut‘ – ca. 25 cm hoch; grau-blaue Halme
  • ‚Compact Blue‘ – ca. 30 cm hoch; helle, blau-grüne Halme
  • ‚Eisvogel‘ – ca. 30 cm hoch; eisvogelblaue Halme
  • ‚Elijah Blue‘ – ca. 25 cm hoch; silbrig blaue Halme
  • ‚Intense Blue‘ – ca. 40 cm hoch; metallisch blaue Halme

Krankheiten und Schädlinge

Festuca glauca ist eigentlich sehr schadbildresistent. Allerdings können Pflegefehler sehr schnell zu braunen Verfärbungen, Wurzelfäule und einer herabgesetzten Lebensdauer des Ziergrases beitragen. Denken Sie deshalb immer daran, Blauschwingel nicht zu übergießen und zu überdüngen. Wenn Sie die Bedürfnisse der Pflanze beachten, werden Sie lange Freude an dem blau strahlenden Ziergras haben.

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