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Echter Thymian – Pflege und Ernte

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Thymian findet nicht nur in der Küche als Gewürz Anwendung, sondern auch in der Naturmedizin. Wir haben für Sie ein paar Tipps zur Anzucht und zur Pflege.

Thymian
© Madeleine Steinbach / stock.adobe.com

Der Echte Thymian (Thymus vulgaris) wird zu den Lippenblütengewächsen gezählt. Es handelt sich um eine artenreiche Gattung, welche als Heil- und Gewürzpflanze Verwendung findet. Der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Thymian ist heute auch in Asien oder Nordafrika verbreitet.

Im Mittelalter fand der Echte Thymian seinen Weg über die Alpen in unsere Klostergärten. Heute dürfen die intensiv duftenden Stauden in keinem Kräuterbeet fehlen. Thymian verbreitet mediterranes Flair und ist eine beliebte Bienenweide.

Kleine Pflanzenbeschreibung

Echter Thymian (Thymus vulgaris)
Wuchshöhe:10 – 30 cm
Blütezeit:Mai – Oktober
Pflanzenbedarf:25 cm Pflanzabstand
Verwendung:Kräuterbeet, Kräutertöpfe, Fensterbank, Terrasse
Standort:Sonne
Boden:trocken, gut durchlässig, geringer Nährstoffbefarf
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Der Echte Thymian wächst als Staude oder Halbstrauch und erreicht dabei Wuchshöhen zwischen 20 und 40 Zentimetern. Die Pflanzen können stark verzweigen und verholzen. Die Heimat des Echten Thymians liegt am westlichen Mittelmeer.

Wild kommen die Pflanzen nur in warmen Regionen wie der Alpensüdseite vor. Auch in einigen klimatisch begünstigten Regionen Deutschlands wurde der wärmeliebende Thymian eingebürgert. Zwischen Mai und Oktober werden die kleinen weißen, roten oder violetten Blüten sichtbar. Es werden runde Nussfrüchte ausgebildet.

Verwendung und Nutzen

Thymian ist ein beliebtes Gewürz, welches in der mediterranen Küche für die Verfeinerung von Fleisch- und Fischgerichten, Suppen und Soßen Verwendung findet. Der Echte Thymian ist reich an ätherischen Ölen  und besitzt in der Volksmedizin Bedeutung als krampflösendes Mittel bei Erkrankungen der oberen Atemwege.

Entzündungen im Mund- und Rachenraum können durch eine Gurgellösung mit Thymian gelindert werden. Auch bei Verdauungsbeschwerden und Hautleiden können die ätherischen Öle des Echten Thymian hilfreich sein.

Echten Thymian pflanzen

Den passenden Standort finden

Thymian in Blüte
© prystai / stock.adobe.com

Die mediterrane Pflanze liebt einen warmen und vollsonnigen Standort. Dabei steht der Echte Thymian gern geschützt, beispielsweise im Schatten einer Hauswand. Auch als Wegbegrenzung oder in Kräuterspiralen ist die Pflanze eine Bereicherung. An schattigen Standorten wird das Sonnenkind Thymian dagegen weniger gut zurechtkommen.

Das ideale Substrat auswählen

Der Echte Thymian kann sich auch an eher ungünstige Bodenverhältnisse anpassen. Der Boden darf steinig und trocken beschaffen sein. Karge Böden sind ideal für die robuste Pflanze. Wichtig ist die Durchlässigkeit des Bodens, denn Thymian bildet eine weit in das Erdreich hineinragende Pfahlwurzel aus. Dadurch haben sich die Pflanzen an ihre natürliche Umgebung angepasst und stellen die Versorgung mit Feuchtigkeit und Nährstoffen sicher.

Thymian kommt auch mit längerer Trockenheit zurecht. Schwere oder besonders lehmhaltige Böden bekommen der Pflanze weniger gut. Diese sollten vor der Pflanzung aufgelockert und durch die Beigabe von Splitt oder Sand durchlässiger gestaltet werden. Dadurch kann auch das Wasser besser abfließen. Der größte Feind des Echten Thymian ist Staunässe. Ein durchlässiger Boden lässt das Wasser besser abfließen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den pH-Wert des Bodens überprüfen. Entsprechende Tests sind in Baumärkten erhältlich. Thymian bevorzugt einen neutralen bis basischen Boden. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 7 und 8. Ein sauerer Boden ist nicht optimal.

Tipp: Ist der Boden von Moos bedeckt, deutet dies auf ein feuchtes und meist auch saures Milieu hin.

Pflanzanleitung – Schritt für Schritt

1. Standort auswählen
2. Boden vorbereiten
3. Pflanzloch ausheben
4. Pflanze einsetzen
5. Pflanzloch schließen
6. Erde andrücken
7. Pflanze angießen

Im Topf vorgezogener Thymian kann zwischen Frühling und Herbst an allen frostfreien Tagen gepflanzt werden. Thymianpflanzen sollten in einem Pflanzabstand von 25 Zentimeter gesetzt werden. Die Pflanzen werden dabei so tief in die Erde gesetzt, wie sie vorab im Pflanzgefäß standen.

Tipp: Thymian verträgt sich mit allen mediterranen Kräutern, sollte jedoch keinen Majoran als direkten Pflanznachbarn erhalten.

Der Echte Thymian kann problemlos auch im Pflanzgefäß auf Balkon oder Terrasse kultiviert werden. Ein sonniger Standort sollte auch hier gegeben sein. Im Pflanzgefäß ist besonders darauf zu achten, dass die Erde durchlässig genug beschaffen ist und sich keine Staunässe bildet. Handelsübliche Kräutererde bietet in der Regel die passenden Voraussetzungen.

Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick

TätigkeitErläuterung
Standort bestimmen
  • sonnig
  • warm
  • geschützt
Boden vorbereiten
  • nährstoffarm
  • durchlässig
  • kalkhaltig
Pflanzung vornehmen
  • Pflanzabstand einhalten
  • nicht neben Majoran pflanzen
  • Topfkultur möglich

Artenvielfalt erleben

Thymiane sind ausgesprochen artenreiche Pflanzen. Neben dem Echten Thymian existieren noch mehr als 200 weitere Arten. Dabei werden Unterschiede im Wuchs, der Form und Färbung der Blätter und auch im Geschmack deutlich. Wer auf verschiedene Thymian-Arten setzt, kann sich Vielfalt in den Kräutergarten holen.

Hier haben wir drei Beispiele für Sie:

Zitronen-Thymian (Thymus Citriodorus) © sloone / stock.adobe.com
Ein intensives Zitronenaroma zeichnet den Zitronen-Thymian aus. Es existieren verschiedene Unterarten. Die Zierform besitzt grün-gelb gefleckte Blätter. Zitronen-Thymian wächst etwas niedriger als der Echte Thymian, bildet aber auch mehr als 30 Zentimeter lange Triebe aus. Aufrecht wachsende Formen sind ebenso geläufig, wie Bodendecker. Ein Winterschutz ist in unseren Breiten für den Zitronen-Thymian notwendig.

Feld-Thymian (Thymus Pulegioides) © vodolej / stock.adobe.com
Hierbei handelt es sich um eine wildwachsende Polsterstaude. Der Feld-Thymian wächst etwa zehn Zentimeter hoch und besitzt glatte grüngraue Blätter. Die violetten Blüten lassen sich bis in den September hinein bewundern. Feld-Thymian ist robust und winterhart, bleibt aber im Aroma hinter den Echten Thymian zurück.

Kaskaden-Thymian (Thymus Longicaulisssp. Odoratus) © Eberhard / stock.adobe.com
Diese Sorte wächst besonders schnell. Die Triebe können etwa 25 Zentimeter lang austreiben. Die häufig auch als Steinpilz-Thymian bezeichnete Pflanze bildet dichte Teppiche und steht zwischen Mai und Juli in Blüte. Aufgrund der herabhängenden Triebe ist diese Thymian-Art besonders gut für die Bepflanzung von Balkonkästen geeignet.

Echten Thymian pflegen

Echten Thymian richtig gießen

Thymian übersteht längere Trockenperioden ohne Probleme. Da über das Laub ständig Wasser verdunstet wird, sollte Thymian möglichst nicht austrocknen. An heißen Sommertagen ist gelegentlich zu wässern.

Tipp: Auch im Winter sollte die Pflanze nicht austrocknen. Daher wird an frostfreien Tagen gelegentlich gegossen.

Verliert der Echte Thymian seine Blätter, ist dies ein Indiz für Gießfehler. Dann wurde entweder zu wenig oder zu viel gegossen.

Echten Thymian richtig düngen

Eine regelmäßige Düngung ist für den genügsamen Thymian nicht notwendig. Es ist ausreichend, bereits bei der Pflanzung etwas Kompost oder Hornspäne in den Boden einzuarbeiten. In der Regel ist die natürliche Beschaffenheit des Bodens für Thymianpflanzen ausreichend.

Muss der Echte Thymian geschnitten werden?

Durch Schnittmaßnahmen im Frühling lässt sich die Wuchsfreude des Echten Thymians anregen. Hierfür wird die Pflanze um etwa ein Drittel gekürzt. Nach der Blütezeit sollten die Triebspitzen gekappt werden.

Der ideale Schnittzeitpunkt fällt mit der Ernte zusammen, welche kurz vor der Blüte vorgenommen werden sollte. Der Rückschnitt erfolgt bis zum alten Holz. Einige Knospen sollten an den Stängeln verbleiben, damit die Pflanze neu austreiben kann.

Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen. Die Pflanze kann die Wunden dann nicht rechtzeitig schließen und es drohen Frostschäden.

Tipp: Thymian sollte regelmäßig geschnitten werden. Ansonsten droht die Pflanze zu verkahlen.

Die wichtigsten Pflegetipps im Überblick:

TätigkeitErläuterung
Gießen
  • gelegentlich wässern
  • verträgt längere Trockenheit
  • Staunässe vermeiden
Düngen
  • geringer Nährstoffbedarf
  • Kompost im Frühling
  • Hornspäne in den Boden einarbeiten
Schneiden
  • Rückschnitt im Frühling
  • Rückschnitt bis ins alte Holz
  • regelmäßiger Schnitt schützt vor Verkahlen

Echten Thymian richtig vermehren

Für die Vermehrung des Echten Thymians besitzen Hobbygärtner mehrere Möglichkeiten:

Vermehrung durch Aussaat

Viele Thymian-Arten machen des Ihnen leicht, denn sie säen sich selbst aus. Die Aufzucht aus Samen gelingt problemlos. Es wird empfohlen, die Pflanzen auf der Fensterbank in Töpfen vorzuziehen. Dies kann bereits ab März geschehen.

Eine Direktaussaat ist problematischer, denn die besonders feinen Samen des Thymians könnten vom Wind leicht davongetragen werden. Da es sich um Lichtkeimer handelt, werden die Samen nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht angedrückt.

Die Keimung der Samen setzt bereits nach etwa zehn Tagen ein. Ab Mai werden die Sämlinge auf 20 mal 20 Zentimeter vereinzelt. Sind ab Mitte Mai keine Fröste mehr zu erwarten, können die Pflanzen ins Kräuterbeet umziehen.

Vermehrung durch Teilung

Diese Art der Vermehrung ist mit wenigen Handgriffen erledigt und beschert dem Hobbygärtner sofort eine gesunde und kräftige Pflanze.

So gehen Sie bei der Teilung vor:

  • Mutterpflanze aus dem Boden nehmen
  • Mutterpflanze auf Schädlinge oder Krankheiten kontrollieren
  • Mutterpflanze teilen
  • neue Pflanzen getrennt voneinander einpflanzen

Für die Teilung ist eine ausreichend entwickelte Mutterpflanze Voraussetzung. Die Teilung bedeutet einen Eingriff, der von jungen und schwachen Pflanzen nicht verkraftet wird. Bei der Teilung ist darauf zu achten, dass sich an beiden Pflanzen ausreichend Wurzelwerk befindet.

Tipp: Eine Teilung sollte etwa in dreijährigen Abständen vorgenommen werden.

Vermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung kann im Frühsommer in Angriff genommen werden. Von den gut entwickelten Pflanzen werden circa zehn Zentimeter lange verholzte Seitentriebe abgeschnitten.

Damit der Steckling seine Kraft in die Ausbildung der Wurzeln steckt, sind die Seitentriebe zu entfernen. Die vorbereiteten Stecklinge werden in ein durchlässiges, sandiges Substrat gesteckt.

Indem die Pflanztöpfe mit einer Abdeckung aus Folie versehen werden, wird die Wurzelbildung beschleunigt. Von einer erfolgreichen Vermehrung kann ausgegangen werden, wenn sich erste Triebe am Steckling zeigen.

Krankheiten und Schädlinge am Echten Thymian erkennen

Der Echte Thymian ist eine gesunde und robuste Pflanze. Krankheiten kommen kaum vor. Gelegentlich wird ein Befall mit Mehltau beobachtet. Meist verursacht durch Pflegefehler, treten hin und wieder Blattläuse auf.

Blattläuse lassen sich meist bereits mit einem harten Wasserstrahl entfernen. Bei Mehltau hat sich die Behandlung mit Schachtelhalmbrühe bewährt.

Den Echten Thymian richtig überwintern

Thymian überwintern
© Martina / stock.adobe.com

Der Echte Thymian ist frosthart und benötigt daher nicht zwingend einen Winterschutz. Mit einer Abdeckung aus Reisig oder Laub sind die Pflanzen gegen Kahlfröste geschützt. Ungeschützte Pflanzen reagieren mit Blattfall.

Wird der Echte Thymian im Kübel kultiviert, sollten die Pflanzgefäße in ein helles und frostfreies Winterquartier im Haus umziehen.

Echten Thymian ernten

Thymian kann jederzeit geerntet werden. Idealerweise verbindet man die Ernte mit dem jährlichen Rückschnitt im Frühsommer. Thymian kann sehr gut eingefroren werden. Für die Trocknung werden die Triebe abgeschnitten und nebeneinander in Kisten ausgelegt.

Für die Trocknung lassen sich die Triebe auch zusammenbinden und über Kopf aufhängen. Die Trocknung sollte an einem schattigen und trockenen Platz erfolgen, bevorzugt auf Dachböden oder in Garagen.

Tipp: Für die schnelle Trocknung die Thymianzweige einfach in den Backofen legen und bei einer Temperatur von 50 Grad etwa zwei Stunden lang trocknen.

Foto1: © Madeleine Steinbach / stock.adobe.com , Foto2: © prystai / stock.adobe.com, Foto3: © Martina / stock.adobe.com

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