Bergamotten sind bei uns eine wahre Rarität. Dabei haben sie so einiges zu bieten. Was genau und wie man sie auch bei uns anbauen kann, erkläre ich hier.

Wenn Sie Zitronen und Limetten mögen, werden Sie die Bergamotte lieben. Denn diese Zitrusfrucht riecht nicht nur herrlich, aus der Schale lässt sich auch aromatisches Bergamottenöl gewinnen. Doch nicht nur für den Gaumen und die Nase ist die Bergamotte gut. Sie ist mit ihrer Größe und den außergewöhnlich aussehenden Früchten auch eine Zierde für den Garten.

Ich verrate Ihnen nachfolgend nicht nur mehr über diese Zitruspflanze, ich erkläre Ihnen auch ganz genau, wie Sie diese selbst im Garten anbauen können.

Herkunft

Die Bergamotte, botanisch als Citrus bergamia bezeichnet, ist eine eher selten bekannte Zitruspflanze, die vermutlich aus Südostasien stammt und über den Mittelmeerraum verbreitet wurde. Heute ist sie vor allem in der italienischen Region Kalabrien an einem 100 Kilometer langen Küstenstreifen verbreitet, denn genau dort ist das Klima ideal für ihren Anbau. Die italienische Region Kalabrien ist heute sogar für etwa 80 % des weltweiten Bergamotten-Anbaus verantwortlich. Die Zitruspflanze ist daher sogar ein Symbol für die Region. Aber auch in einigen Ländern Afrikas und Südamerikas wird die Bergamotte mittlerweile angebaut.

Entstanden ist diese Frucht aus einer Kreuzung von Bitterorange und Limette. Einige meinen aber auch, dass sie eher aus einer Kreuzung zwischen Zitronatzitrone und Limette entstanden ist. Hier mögen sich die Geister scheiden. Fakt ist jedoch, dass die Frucht vor allem bekannt ist für ihr ätherisches Öl. Dieses wird hauptsächlich in der Parfümerie und zur Aromatisierung von Earl Grey Tee verwendet. Das Öl soll jedoch auch besondere Eigenschaften besitzen. So soll es:

  • helfen, Stress zu reduzieren
  • eine antibakterielle Wirkung haben
  • als Analgetikum angewendet werden können

Aussehen und Wuchs

Bergamotte pflanzen, pflegen und vermehren
Bergamotten schmecken sehr sauer und herb – © dasuwan / stock.adobe.com

Bei der Bergamotte handelt es sich um einen mittelgroßen Baum, der in der Regel eine Höhe von bis zu 4 m erreicht. Die Blätter sind dunkelgrün, glänzend sowie lederartig und besitzen eine charakteristische ovale Form mit leicht gezackten Rändern. Die Blüten der Bergamotte sind weiß und sehr duftend, ähnlich die von anderen Zitrusblüten und ziehen deshalb Bienen und andere Bestäuber an. Sie erscheinen in der Regel im Frühling.

Die Früchte sind rund bis leicht birnenförmig, wiegen circa 100 bis 200 Gramm und haben eine raue, unebene Oberfläche. Anfangs ist die Schale grün. Während des Reifeprozesses färbt sich diese zitronengelb. Geerntet werden die Früchte von November bis März. Während die Schale besonders aromatisch und ölreich ist, hat das Fruchtfleisch der Bergamotte einen sehr sauren und herben Geschmack. Deshalb verzehrt auch kaum jemand das Fruchtfleisch. Eher wird der Saft weiterverarbeitet. Zum Beispiel etwa in Fruchtaufstrichen, Limonaden oder Likören. Früher wurde die Bergamotte sogar überhaupt nicht angebaut, um das Fruchtfleisch zu essen. Die Früchte wurden nur gezüchtet, um das ätherische Öl aus der Schale zu gewinnen.

Steckbrief

Bergamotte (Citrus bergamia)
Gattung:Zitruspflanzen
Wuchshöhe:bis zu 4 m
Ernte:November bis März
Geschmack:sehr sauer und herb
Standort:Sonne
Boden:durchlässig, leicht sauer, nährstoffreich
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Standort und Boden

Auch wenn es heißt, dass das Klima für den Anbau von Bergamotten in Kalabrien am besten ist, so bedeutet das noch lange nicht, dass sie nicht auch bei uns gedeihen können. Mit dem richtigen Standort und der optimalen Pflege ist es natürlich auch möglich Bergamotten in unseren Gärten anzubauen.

Damit die Bergamotten ordentlich wachsen und Früchte ausbilden, benötigen die Pflanzen von Mai bis Oktober einen sonnigen Standort auf dem Balkon oder der Terrasse. Balkon oder Terrasse deshalb, weil die Pflanzen keinen Frost vertragen, bei uns dementsprechend nicht winterhart sind. Somit eignet sich die Bergamotte nicht für den Anbau im Garten, sondern nur für die Kübelhaltung.

Bergamotten bevorzugen ein leicht saures und nährstoffreiches Substrat. Um hier nichts falsch zu machen, greifen Sie am besten auf Zitruserde zurück. Bergamotten gedeihen zudem am besten in gut durchlässigen Böden. Deshalb sollten Sie am besten eine Drainage im Blumentopf anlegen. Hierfür eignet sich zum Beispiel Blähton sehr gut. Die Erde selbst können Sie obendrein mit Splitt oder Sand anreichern und somit durchlässiger machen. Achten Sie zudem darauf, dass der Kübel Wasserabzugslöcher besitzt, denn Staunässe kann Wurzelfäule verursachen. Dazu mein Lesetipp: Wurzelfäule erkennen, behandeln & vorbeugen.

Tipps zur Pflege

Bergamotte pflanzen, pflegen und vermehren
Bei einem Schädlingsbefall hilft oft das Besprühen mit Lösungen weiter – © Петр Смагин / stock.adobe.com

Bergamotten bevorzugen ein mediterranes Klima. Das bedeutet, dass Sie nicht nur den Standort daran anpassen müssen, sondern auch die Pflege der Pflanze. Achten Sie daher bei der Pflege auf die folgenden Punkte:

Gießen:

Wenn Sie diese Zitruspflanzen gießen möchten, gilt es nach dem Alter der Pflanzen zu gehen. Ältere Bergamottenpflanzen können selbst längere Trockenperioden gut überstehen. Allerdings trocknet die Erde im Kübel schneller aus. Gießen sollten Sie jedoch nur immer dann, wenn die obere Hälfte der Erde abgetrocknet ist. Um herauszufinden, wann dies der Fall ist, empfehle ich einen Feuchtigkeitsmesser zu verwenden. Damit können Sie in die tieferen Erdschichten vordringen und somit verhindern, dass Sie weder zu viel noch zu wenig gießen. Denn Staunässe sollte beim Gießen nicht entstehen.

Düngen:

Während der Wachstumsphase von März bis Oktober sollten Sie Ihre Bergamotte alle zwei Wochen über das Gießwasser mit einem Zitrusdünger versorgen. Im Winter hingegen sollten Sie auf Düngergaben verzichten.

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Umtopfen:

Umtopfen müssen Sie Ihre Bergamotte erst, wenn der Kübel komplett durchwurzelt ist. Das ist etwa alle zwei bis drei Jahre der Fall. Dann sollten Sie das Bäumchen vor dem Austrieb im März in einen größeren Kübel umsetzen. Der Topf sollte dazu etwa 5 cm größer sein als der alte.

Rückschnitt:

Geschnitten werden muss die Bergamotte nur selten. Und wenn dann nicht zu radikal, denn das könnte dem Bäumchen schaden. Es genügt vollkommen aus, wenn Sie am Ende des Winters abgestorbene Äste und Zweige entfernen und die Krone etwas in Form bringen.

Überwinterung:

Ab November gehören die frostempfindlichen Bergamotten ins Haus. Am besten werden sie hier in einem Raum überwintern, indem die Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad Celsius liegen. Dabei gilt: je wärmer der Raum, desto heller sollte er sein. Außerdem sollten Sie im Winter, während der Ruhephase, die Wassermenge reduzieren. Auf diese Weise fördern Sie ein gesundes Wachstum und eine gute Fruchtform.

Krankheiten und Schädlinge:

Bergamotten sind anfällig für verschiedene Krankheiten und Schädlinge, darunter Blattläuse, Schildläuse und Spinnmilben. Eine gute Pflege und regelmäßige Kontrollen sind deshalb entscheidend für gesunde Pflanzen.

  • Blattläuse werden Sie zum Beispiel wieder los, indem Sie eine Lösung aus 100 Gramm Kern- oder Schmierseife, 2 Litern Wasser und 150 Milliliter Spiritus herstellen und damit die Blätter abwischen bzw. die Pflanze damit einsprühen.
  • Schildläuse lassen sich durch das Abwischen mit einem alkoholgetränkten Tuch oder durch den Einsatz von Rapsöl entfernen. Dazu eine Lösung aus 30 Prozent Rapsöl und 70 Prozent Wasser herstellen und den Baum damit einsprühen.
  • Spinnmilben sind typische Zitronenbaum Schädlinge und treten vor allem in trockenen, warmen Umgebungen auf. Bekämpfen können Sie sie, indem Sie die Bergamotte in eine lichtdurchlässige Folie einwickeln und diese oben und unten zubinden. Auf diese Weise bildet sich Feuchtigkeit, die den Spinnmilben schadet.

Ernte & Verwendung

In den Wintermonaten zwischen November und März sind Bergamotten erntereif. Dann haben sie eine zitronengelbe Farbe und können einfach vom Baum gepflückt werden. Anschließend können Sie die Früchte auf sehr vielfältige Art und Weise verwenden. Sie können etwa den Saft zum Aromatisieren von Wasser und Speisen verwenden. Im nachfolgenden Video sehen Sie ein paar Rezeptideen:

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Mehr Informationen

Vermehrung

Die Vermehrung der Bergamotte erfolgt üblicherweise durch Veredelung. Hierbei wird ein Trieb der Bergamotte auf eine Unterlage einer anderen Zitruspflanze gepfropft. Dies fördert ein starkes Wachstum und eine bessere Fruchtqualität. Allerdings sollten Sie diese Art der Vermehrung am besten Experten, wie z.B. Baumschulen, überlassen. Wesentlich einfacher ist es, die Bergamotte über Samen zu vermehren. Allerdings verspricht diese Vermehrungsvariante keinen großartigen Erfolg. Wenn Sie einen Vermehrungsversuch starten möchten, versuchen Sie es deshalb am besten über Stecklinge. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  1. Schneiden Sie circa 15 cm lange Stecklinge von der Bergamotte.
  2. Entfernen Sie alle Blätter bis auf das obere Blattpaar.
  3. Geben Sie in kleine Gefäße etwas Anzuchterde und setzen Sie die Stecklinge ein.
  4. Stellen Sie die Töpfe anschließend an einen warmen Ort (22 bis 25 Grad Celsius).
  5. Halten Sie die Erde feucht.

Nach circa 6 bis 8 Wochen sollten die Stecklinge Wurzeln ausgebildet haben.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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