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Blattläuse: Arten & verschiedene Bekämpfungsmethoden

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Blattläuse – sie kommen wie aus dem Nichts und können an den geliebten Pflanzen im Garten enormen Schaden anrichten. Hier ein Überblick welche Arten es gibt und wie sie sich bekämpfen lassen.

Schwarze Bohnenlaus
Die schwarze Bohnenlaus – © hakoar – Fotolia.com

Blattläuse gehören zu den bekanntesten Schädlingen im eigenen Garten. Sie befallen sowohl Zier- als auch Nutzpflanzen. Sie kommen ganz überraschend und in Windeseile machen sie sich massenhaft auf den jungen Blättern und Trieben der Pflanzen zu schaffen.

Dieser Schädlingsbefall beginnt meist erst einmal unbemerkt, dann aber breiten sie sich unter optimalen Bedingungen explosionsartig aus.

In unseren Gefilden heimische Blattlausarten

Etwa 850 Arten dieser gierigen Insekten sind in Mitteleuropa bekannt. Einige von ihnen zählen zu den häufigsten Vertreter in unseren Gärten. Dazu gehören die …

Grüne Pfirsichblattlaus

Große Pfirsichblattlaus
© By Tsaag Valren – via Wikimedia Commons

Sie tritt in zwei Generationen auf. Die Sommergeneration ist grün gefärbt und besitzt keine Flügel. Bei den flugfähigen Generationen sind Kopf und Teile des Brustbereichs schwarzbraun bis schwarz gefärbt.

Der Schädling besiedelt Pfirsich, Pflaume und Mirabelle, darüber hinaus aber auch verschiedene Gemüsearten und Unkräuter.

Schwarze Bohnenlaus

Schwarze Bohnenlaus
© hakoar – Fotolia.com

Dieses Insekt bildet mehrere in Kolonien lebende Generationen aus. Die geflügelten und ungeflügelten Jungfern sind breit oval und dunkelgrün bis matt schwarz gefärbt. Befallene Blätter rollen sich ein und die Triebspitzen verkrümmen. Die Laus verbreitet sich auf Bohnen, Kartoffel sowie Rüben, aber auch auf Schneeball und Pfaffenhütchen.

Große Rosenblattlaus

Große Rosenblattlaus
© Eric – Fotolia.com

Der Schädling hat einen langen spindelförmigen Körper mit schwarzem Kopf. Der Körper ist Grün oder Rosa.

Etwa so lang wie der Körper des Tieres und meist auch etwas länger, sind die schwarzen Fühler. Das Terrain dieser Blattlaus sind Rosen, Apfel, Birne und Erdbeere.

Apfelblutlaus

Apfelblutlaus
© commons.wikimedia.org

Die ungeflügelten erwachsenen Tiere sind dunkelbraun bis dunkel-violettstichig gefärbt. Zudem ist der Körper, der über den im Boden lebenden Exemplaren mit langen, weißen, wollähnlichen Wachsfäden bedeckt. Die unter der Erde lebende Apfelblutlaus ist mit weißlich-blauen Wachspartikeln übersät.

Dieses lausige Insekt richtet Schaden an Apfel, Birne und Quitte an.

Weitere Blattlausarten, die im heimischen Garten ihr Unwesen treiben sind:

  • die Grüne Apfelblattlaus
  • die Große Zwetschgenblattlaus
  • die Johannisbeerblasenlaus
  • die Oleanderblattlaus
  • die Sitkalaus

Das Übel der lausigen Plage

Blattläuse können einen beträchtlichen Schaden im Garten anrichten, der zu Ertrags- und Qualitätsverlusten bis hin zum vollständigen Ernteausfall führen kann. Denn mit ihrem Saugrüssel stechen die Schadinsekten die Pflanzenzellen noch junger, saftiger Blätter und Triebe an und saugen den zuckerhaltigen Pflanzensaft heraus.

Da sie aber zum Leben nur einen geringen Eiweißanteil des Pflanzensaftes brauchen, scheiden sie ein Teil des zuckrigen Saftes wieder aus. Dadurch wird die Pflanze teilweise mit einem klebrigen Saft, dem sogenannten Honigtau, überzogen.

Frischer Honigtau lockt andere Insekten an, die sich daran laben. Besonders Ameisen sind von dieser zuckerhaltigen Ausscheidung besessen und melken die Blattläuse. Dabei verteidigt die Ameise die Blattlaus sogar vor Angriffen von Nützlingen.

Wind und Insekten siedeln oft Sporen von Pilzkrankheiten auf ältere Honigtau-Ablagerungen an. Einen großen Schaden ruft der Pilzbefall jedoch nicht hervor. Hinterlassen werden lediglich unansehnliche dunkle Schimmelflecken.

Die flugfähigen Blattläuse werfen aber ein weiteres Problem auf. Bei der Besiedlung neuer Pflanzen können sich diese mit Virus-Erkrankungen infizieren und diese breiten sich dann beispielsweise auf Obstbäumen oder Stauden aus.

Blattläusen natürlich vorbeugen

“Vorbeugen ist besser als heilen”, diese Volksweisheit kann sich auch der Hobbygärtner zu nutze machen, wenn er seinen Pflanzen im Garten eine Blattlaus-Plage ersparen will. Die beste Vorbeugung gegen Blattläuse ist, den Garten naturnahe zu bewirtschaften. Im Klartext heißt das:

  • größere Ansammlungen gleichartiger Pflanzen vermeiden
  • Ziersträucher mit unterschiedlichen Stauden kombinieren
  • Gemüse in Mischkultur anbauen
  • Überdüngung mit Stickstoff vermeiden. Stickstoff regt die Pflanze fortwährend an, saftige junge Triebe hervorzubringen, von deren Pflanzensaft Blattläuse profitieren.
  • Bepflanzen Sie Baumscheiben von Obstgehölzen mit Kapuzinerkresse, die hält Blattläuse fern.

Florfliegen, Marienkäfer und Co dezimieren Blattläuse

Helfer im Schutz gegen Blattläuse sind die Nützlinge unter den Insekten. Dabei handelt es sich um natürliche Feinde der lausigen Übeltäter. Von großem Nutzen sind:

  • Florfliegen
  • Marienkäfer
  • Schlupfwespen
  • Schwebfliegen
  • Raubwanzen und andere Nutzinsekten.

Einige dieser nützliche Helfer siedeln sich gut im Garten an. So betört der Duft der Katzenminze die Florfliege. Den gleichen Lockstoff wie diese Pflanze hat, verströmt auch auch die Blattlaus und lockt die Fliege an.

Marienkäfer hält es im Garten, wenn sie genügend Nahrung finden. So kann eine kleine Wildblumenwiese mit Dill, Schafgarbe, Klatschmohn und Buchweizen eine zusätzliche Blattlaus-Quelle für Marienkäfer sein.

Außerdem ist es ratsam, im Garten genügend Nistmöglichkeiten zu errichten, wie beispielsweise eine kleine Totholzhecke, ein Florfliegenkasten oder ein Insektenhotel. Wenn sich die Nützlinge in Ihrem Garten wohlfühlen, dann nimmt der Blattlausbefall schon nach dem ersten Befall im späten Frühling oder Frühsommer spürbar ab.

Gleichzeitig vermehren sich durch das gute Nahrungsangebot die Blattlausjäger enorm. So stellt sich im Lauf des Sommers ein Gleichgewicht ein, mit dem sich gut leben lässt.

Hausmittel können Wunder bewirken

Bevor sie zu den handelüblichen Pflanzenschutzmitteln greifen, sind probate Hausmittel zu empfehlen. Bei einem eher überschaubaren Blattlausbefall können Sie mit Kernseife-Lösung, Brennnessel- oder Tabaksud schon gute Erfolge erzielen.

Nützlingsschonender Pflanzenschutz

Bewährt hat sich die sogenannte Austriebsspritzung bei Obstgehölzen im Frühjahr, um einen Blattlausbefall vorzubeugen. Wenn die Knospen prall werden und die ersten Blattspitzen zu sehen sind, dann werden die Bäume und Sträucher gründlich mit einem nützlingsschonenden Austriebsspritzmittel wie “Promanal” behandelt. Rapsöl, der Wirkstoff, dringt in die kleinsten Rindenspalten und überzieht Blattlauseier sowie überwinternde Schädlinge mit einem feinen Ölfilm, so dass diese absterben.

Der Pflanzenschutz gegen Blattläuse sollte in jedem Fall nützlingschonend sein. Schließlich will der Hobbygärtner das natürliche Gleichgewicht von Nützlingen und deren Nahrungsbedarf im Garten keinesfalls stören. Und so können Sie im  Gartenfachhandel aus dem Sortiment nützlingsschonender Präparate auswählen. Diese Präparate wirken auf der Basis von Rapsöl oder Kaliseife. Es sind beispielsweise solche Produkte wie “Naturen Blattlausfrei” oder “Neudosan Blattlausfrei”. Diese Mittel verstopfen die Atmungsorgane der Blattläuse, so dass die Insekten mit der Zeit ersticken. Um möglichst viele Schädlinge zu erfassen, ist es wichtig, dass die Pflanzen gründlich von allen Seiten eingesprüht werden.


Foto1: © By Tsaag Valren - via Wikimedia Commons, Foto2: © hakoar - Fotolia.com, Foto3: © Eric - Fotolia.com, Foto4: © commons.wikimedia.org

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