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Schafgarbe – Pflanzen, pflegen und vermehren

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Schafgarben sind ausdauernde Blüher, die nicht nur im Garten schön aussehen, sondern auch geerntet und als Würz- bzw. Heilkraut genutzt werden können.

Schafgarbe
© hjschneider – Fotolia.com

Die Schafgarbe ist eine ausdauernde Pflanze, die recht schnell zu krautigen Halbsträuchern heranwächst und zu den Korbblütlern zählt. Dabei werden Wuchshöhen bis zu einem Meter erreicht. Doch nicht nur das, die Pflanze bildet auch Rhizome aus, welche bis zu 50 Zentimeter lange Ausläufer bilden. Kennzeichnend sind die körbchenförmigen Blütenstände, welche sich im Frühsommer zeigen. Wenn auch die Schafgarbe vorrangig als Heilpflanze im Gespräch ist, zählt sie auch zu den robustesten Gartenblumen und sorgt in Rabatten und Bauerngärten mit ihren pastellfarbigen Blüten für ein stimmungsvolles Bild.

Herkunft

Die Pflanzengattung der Schafgarben umfasst etwa 100 verschiedene Arten. Die lateinische Entsprechung „Achillea“ lässt sich auf den griechischen Gott Achilles zurückführen. Der Sage entsprechend soll dieser die Pflanze für die Wundbehandlung seiner Soldaten eingesetzt haben. Die deutsche Bezeichnung Schafgarbe lässt darauf schließen, dass die Pflanze zu den Lieblingsspeisen der Schafe zählt. In unseren Breiten sind auch Bezeichnungen wie Schafzunge, Frauendank oder Bauchwehkraut geläufig.

Die ursprüngliche Heimat der Schafgarbe liegt in Eurasien. Dort bevorzugt die Pflanze subtropische bis gemäßigte Klimazonen. Auch in Amerika und im Norden Afrikas sind einige Arten anzutreffen. Schafgarben sind heute in ganz Europa heimisch. Das Verbreitungsgebiet reicht dabei von der Alpenregion bis zum Polarkreis. Vorwiegend sind die Pflanzen an Wegrändern, auf Wiesen und Weiden oder an Berghängen anzutreffen.

Von der Heil- zur Zierpflanze

Die Schafgarbe besitzt seit Jahrhunderten Bedeutung für die Naturheilkunde. Darauf deutet nicht zuletzt die Bezeichnung „Bauchwehkraut“ hin. Die Heilwirkung der Schafgarbe wurde bereits im Altertum von den Asiaten, den Indianern oder den Germanen geschätzt. Heutzutage wird das Kraut bevorzugt in Form von Tees bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Das Kraut der Pflanze wird aber auch zu Aufgüssen oder Presssaft verarbeitet. Äußerlich können Sie mit dem Pflanzenauszug getränkte Umschläge zur Behandlung von Wunden und Geschwüren einsetzen. Auch einen Badezusatz können Sie aus Schafgarbenkraut herstellen. Ein Auszug aus den oberirdischen Teilen der Pflanze gilt als antibakteriell und krampflösend. Die Schafgarbe kann bei folgenden Beschwerden Linderung verschaffen:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Gallenbeschwerden
  • Wundbehandlung

In der heutigen Zeit ist die Heilwirkung der Schafgarbe, vielleicht zu Unrecht, in den Hintergrund geraten. Weit mehr Interesse kommt der Schafgarbe als Gartenpflanze zu. Während die Wildform mit ihren weißen Blüten eher wenig attraktiv erscheint, konnten in Kombination mit der kaukasischen Gold-Garbe umfangreiche farbenfrohe Sorten herangezüchtet werden.

Wann blühen Schafgarben?

Schafgarben sind ausdauernde Blüher. In der Regel setzt die Blüte im Mai ein und reicht bis in den September hinein. Die Blütezeit ist nicht nur abhängig von der Sorte, sondern auch der Standort, die Höhenlage oder die allgemeine Wetterlage im Gartenjahr haben Einfluss auf die Blühfreudigkeit der Pflanzen.

Farbenspiel im Jahreslauf

Die Gemeine Schafgarbe mit ihren weißen Blüten kommt bei uns vorwiegend in der freien Natur vor. Im Garten erfreuen sie uns meist den ganzen Sommer mit ihrer Blüte. Dabei bieten sie im Beet ein vielfältiges Farbspektrum. Noch dazu werden die Pflanzen von Bienen, Hummeln oder Schmetterlingen gern besucht. Es ergibt sich ein ausgesprochen stimmungsvolles Bild, besonders dann, wenn die Schafgarben ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen und die Farbe wechseln.

Als Gartenpflanzen zeigen sich Schafgarben mit verschiedenen Gelb-, Orange- oder Rottönen ausgesprochen farbenprächtig. Erfolgt nach der Erstblüte ein kräftiger Rückschnitt, folgt meist eine üppige Zweitblüte. Dabei lässt die Farbkraft nach und vormals kräftig rote Blüten erscheinen in einem zarten Rosé-Ton. Terracottafarbene Blüten erhalten mit der Zweitblüte ein kräftiges Sonnengelb.

Welche Pflanzenarten gibt es?

Mit ihrem umfangreichen Artenreichtum sorgt die Schafgarbe für Blickfänge im Gartenbeet. Je nach Wuchshöhe eignen sich die einzelnen Sorten für den Steingarten, für Blumenkübel, Pflanzschalen oder Rabatte und Bauerngärten. Besonders beliebt sind z.B diese Arten:

❍ Dalmatiner Silbergarbe:

Diese Pflanzenart ist besonders vielseitig und kann aufgrund ihres polsterartigen Wuchses in Trögen oder Steingärten angepflanzt werden. Die Blätter erscheinen Silbergrau und sind fein gefiedert. Die ursprüngliche Heimat der Dalmatiner Schafgarbe liegt im Balkangebirge. Zwischen Mai und Juli erscheinen die zahlreichen weißen Blütenköpfe.

❍ Muskat Garbe:

Die Muskat Garbe ist nicht nur dekorativ im Beet, auch die Verwendung als Würzpflanze wird geschätzt, denn die Blätter besitzen einen milden Muskatgeschmack. In der Küche sollten Sie jedoch lediglich die jungen Triebe verwenden. Ältere Pflanzenteile besitzen einen eher bitteren Geschmack. Schneiden Sie die Pflanzen mehrmals jährlich zurück, lassen sich die zarten Triebe ganzjährlich nutzen.

Als Blühpflanze überzeugt die Muskat Garbe mit ihren weißen Blüten, die sich in einem bunten Sommerstrauß ebenso gut machen wie als Blickfang im Beet und als Kontrast zu den farbigen Pflanzensorten.

❍ Hellgelbe Schafgarbe:

Die hellgelbe Schafgarbe ist eine stattliche Erscheinung im Staudenbeet und wächst etwa 50 Zentimeter hoch. Die schwefelgelben Blüten erscheinen besonders zahlreich, wenn Sie einen warmen und trockenen Standort ausgewählt und den Boden vor der Pflanzung aufgelockert haben. Da die Pflanze recht rasch wächst, sollten Sie sie häufig teilen.

So pflanzen Sie die Schafgarbe richtig

❍ Standort:

Schafgarben sind eine ideale Anfängerpflanze, pflegeleicht und anspruchslos. Die Pflanze liebt einen sonnigen und warmen Standort. Dabei wird auch Trockenheit relativ gut vertragen. Staunässe dagegen bekommt Schafgarben nicht. Den Standort sollten Sie auch immer im Hinblick auf die Wuchshöhe der Pflanzen wählen, denn Schafgarben können zwischen zehn Zentimeter und einen Meter hoch wachsen. Im Steingarten fühlen sich z.B. niedrige Arten wohl. Im Staudenbeet können die mittelhohen Arten ihren Platz finden. Die hoch wachsenden Arten sind besonders attraktiv, wenn Sie die Blütenstände nicht abschneiden und sie im Winter somit als bizarre Dekoration im Beet dienen.

❍ Boden:

Wenn Sie die Pflanzen in einen lockeren und durchlässigen Boden setzen und regelmäßig gießen, macht Ihnen die Schafgarbe im Beet wenig Probleme. Im Grunde bietet der Pflanze jeder Gartenboden die idealen Bedingungen. Der Boden sollte lediglich locker und nährstoffreich beschaffen sein. Da die Pflanze keine Staunässe verträgt, sollten Sie für eine Drainage sorgen. Niedrig wachsende Sorten lassen sich auch im Kübel oder Blumenkasten kultivieren.

❍ Pflanzen:

Die Samen der Schafgarbe können Sie zwischen April und Juni direkt ins Freiland säen. Dabei sollten Sie einen Pflanzabstand von etwa 25 Zentimetern einhalten. Beachten Sie dabei, dass Schafgarben Lichtkeimer sind – deshalb die Samen also nicht mit Erde bedecken. Wenn Sie die Samen anschließend gut angießen, werden Sie nach etwa 14 Tagen erste Pflänzchen erkennen können.

Tipp:
Im Beet kommen die Pflanzen sehr gut im Ensemble mit Glockenblumen, Nelken, Mohn oder anderen Wiesenblumen zur Geltung.

Pflegetipps für gesunde Pflanzen

Blüten der Schafgarbe
© Anton – Fotolia.com

❍ Gießen:

Die Schafgarbe ist sehr gut an weniger optimale Witterungsbedingungen angepasst. Trockenheit verträgt sie bedingt. Es kann durchaus vorkommen, dass die Pflanzen auch nach längeren Trockenphasen noch in voller Blüte stehen. Ist der Standort besonders trocken und vernachlässigen Sie das Gießen, werden die Pflanzen im Wachstum deutlich zurückbleiben und auch weniger Blüten ausbilden. Regelmäßige Wassergaben sind deshalb ratsam. Achten Sie jedoch immer darauf, dass die Pflanze nicht zu nass steht und die Nässe sich nicht staut.

Junge Pflanzen sollten Sie prinzipiell häufiger gießen, damit sie gut anwachsen und sich entsprechend entwickeln können. Gießen Sie aber niemals bei voller Sonneneinstrahlung, um einen Sonnenbrand bei den Pflanzen zu vermeiden. Die Morgen- und Abendstunden sollten Sie für das Gießen bevorzugen.

❍ Düngen:

Der beste Dünger für die Schafgarbe ist eine Gabe Kompost, die Sie im Frühling und im Spätherbst verabreichen sollten. Kompost liefert der Pflanze alle benötigten Nährstoffe und erspart Ihnen die Anschaffung eines handelsüblichen Düngers. Wenn kein Kompost verfügbar ist, können Sie sich auch mit einem Flüssigdünger für Blühpflanzen behelfen. Diesen dann als Langzeitdünger im Frühling einmalig verabreichen oder während der Blütezeit etwa alle 14 Tage ins Gießwasser gegeben. Auch hier gilt, eher sparsam dosieren, denn die Pflanzen sind sehr genügsam und stellen bezüglich der Pflegemaßnahmen wenig Ansprüche.

❍ Schnitt:

Ein Rückschnitt ist besonders nach der ersten Blüte sinnvoll. Wenn Sie die verblühten Stängel entfernen, beginnt die Pflanze meist erneut zu blühen. Niedrige Sorten sollten Sie im Herbst etwa handbereit zurückschneiden. Hohe Stauden können Sie auch erst im Frühling zurückschneiden, denn sie sorgen, von Schnee und Reif bedeckt, für einen Blickfang im winterlichen Garten.

❍ Überwinterung:

Die Pflanze toleriert selbst starke Fröste und die meisten Arten vertragen sogar Temperaturen bis -30 Grad. Die Pflanzen können während des Winterhalbjahres also im Boden bleiben. Ein zusätzlicher Winterschutz ist nicht notwendig.

Wann beginnt die Erntezeit?

Wer die Schafgarbe als Küchenpflanze nutzen möchte, kann im Frühjahr die ersten zarten Blätter ernten und Salate daraus zubereiten. Steht die Pflanze in voller Blüte, sind Kraut und Blüten für Bäder oder Tees verwendbar. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen, sollten Sie die Pflanzenteile möglichst schnell trocknen.

Wie lässt sich die Schafgarbe vermehren?

Die Schafgarbe lässt sich durch Samen und durch Teilung vermehren. Auch eine Selbstaussaat ist möglich. Weniger Erfolg erzielen Sie bei der Vermehrung durch Stecklinge. Setzen Sie also lieber auf Samen und die Teilungs-Variante.

❍ Vermehrung durch Samen:

Die Aussaat sollte zwischen April und Mai direkt ins Freiland erfolgen. Die Samen dabei lediglich andrücken und nicht mit Erde bedecken. Halten Sie dabei einen Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen von 25 Zentimeter ein.

Die Samen können Sie aber auch bereits ab dem Spätwinter in Töpfen auf der Fensterbank vorziehen. Ab Mitte Mai müssen Sie die Pflanzen dann pikieren und ins Freiland setzen. An einer Schafgarbenstaude werden Sie dann etwa fünf Jahre Freude haben.

❍ Vermehrung durch Teilung:

Alle zwei bis vier Jahre bietet es sich an die Schafgarben-Pflanzen durch Teilung zu vermehren. Nehmen Sie die Pflanze dazu vor dem Austrieb aus dem Boden und teilen Sie sie mit einem Spaten in mehrere Teile. Dann den Boden auflockern, Kompost unterheben und die Pflanzen in den Garten setzen. Dabei sollten Sie einen Abstand von etwa 40 Zentimetern einhalten.

Schädlinge und Krankheiten bei der Schafgarbe erkennen und bekämpfen

Bei guter Pflege und geeigneten Standortbedingungen bleibt die Pflanze weitgehend von Schädlingen und Krankheiten verschont. Mehltau oder Pilzbefall können dennoch auftreten. Daher sollten Sie die Pflanzen regelmäßig kontrollieren, um einen möglichen Befall rechtzeitig zu erkennen und die geeigneten Pflegemaßnahmen zu ergreifen.

❍ Echter Mehltau:

Wird auf den Blättern ein an Mehl oder Puder erinnernder weißer Belag sichtbar, handelt es sich vermutlich um Echten Mehltau. Zunächst lässt sich der Belag noch leicht entfernen. Bei fortgeschrittenem Befall setzt sich der Belag dann auch an den Blattunterseiten fest und auch die Knospen sind dann betroffen. Die Blätter rollen sich ein und das Wachstum der Pflanze ist stark eingeschränkt. An trockenen und warmen Tagen kann sich der Pilz besonders gut ausbreiten. Wird es im Frühling oder Spätsommer nachts kühler und es kommt zur Bildung von Tau, ist der ideale Nährboden für den Echten Mehltau geschaffen.

❍ Falscher Mehltau:

Falscher Mehltau macht sich auf der Unterseite der Blätter bemerkbar. Dort zeichnet sich ein weißlicher Belag ab. Die Blattoberseite zeigt gelb-braune Fleckenbildung. Die Knospen und Triebe sind von Austrocknung betroffen. Der Befall von Falschem Mehltau wird an feuchtwarmen Tagen und kühleren Nächten begünstigt. Auch ein Mangel an Stickstoff im Boden kann den Pilz auslösen.

Was ist zu tun?

Sie sollten alle betroffenen Pflanzenteile entfernen und die Pflanzenwurzeln feucht halten. Aber nicht von oben bewässern! Außerdem sollten Sie die Pflanze mit einem Gemisch aus Milch und Wasser einsprühen. Das mehrmals wöchentlich wiederholen.

Vorbeugen können Sie einen Befall mit Mehltau, indem Sie die Pflanzen im Beet mit einem ausreichenden Abstand zueinander einpflanzen. Den Boden sollten Sie zudem nicht mit stickstoffhaltigen Präparaten überdüngen. Außerdem sollten Sie die Blätter weitgehend trocken halten. Gießen Sie daher nur direkt an den Wurzeln. Pflanzen Sie die Schafgarbe in der Nähe von Basilikum, Schnittlauch oder Kerbel, lässt sich die Gefahr eines Pilzbefalls ebenfalls minimieren.

Wichtig:
Entfernte Pflanzenteile dürfen Sie nicht auf dem Kompost entsorgen, denn der Pilz könnte dort überwintern und sich im Frühling erneut ausbreiten. Die verwendeten Gartengeräte sollten Sie ebenfalls gründlich reinigen.


Foto1: © hjschneider - Fotolia.com, Foto2: © Anton - Fotolia.com

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