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Echte Katzenminze – ein Zauberkraut mit hohem Nutzen

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Echte Katzenminze ist ein Zauberkraut für Mensch und Tier, aber auch eine Zierde im Garten. Welche Wirkung hat die Catnip auf Katzen und auf Menschen?

Echte Katzenminze
© maler / stock.adobe.com

Heilkräuter bezeichneten die Menschen im Mittelalter als Zauberkräuter. Nur wenige Menschen kannten sich mit der Wirkung der heilenden Kräfte bestimmter Pflanzen aus. Und diejenigen, die sich darin auskannten wurden als Hexen oder Hexenmeister verschrien oder gar verfolgt. Später wurden die “wundersamen” Kräuter in Klostergärten angebaut, aus denen Mönche und Nonnen heilbringenden Balsam, Tee oder Tinkturen mixten. Eine der bekanntesten “Kräuterfeen” des Mittelalters war die Benediktinerin Hildegard von Bingen.

Längst haben Heil- und Arzneipflanzen die Klostermauern überwunden und in vielen Gärten ein neues Zuhause gefunden. Darunter zählt auch die Minze, die wegen ihres nuancenreichen Menthol-Aromas kaum noch aus der Küche wegzudenken ist.

Wir wollen Ihnen hier aber eine ganz andere Gattung der Minze vorstellen: die Echte Katzenminze (Nepeta cataria), auch Katzenmelisse, Katzenkraut oder Catnip genannt.

Katzenminze, ein Schatz auf den zweiten Blick

Katzenminze im Gartenbeet
Katzenminze charmant im Gartenbeet eingebunden | © 7monarda – Fotolia.com

Während uns die eher bekannten Minzesorten mit ihrem Aroma betören, entfaltet die Echte Katzenminze eine wundersame Wirkung auf Mensch und Tier. Hobbygärtner schätzen die Echte Katzenminze als Staude im Steingarten und Naturgarten, obwohl die Pflanze einen eher bescheidenen Anschein hat. Zu einem Schatz im Garten wird die Katzenminze allerdings auf den zweiten Blick.

Katzenminze im Garten – Pflanztipps

Verhalten und dennoch schmuckvoll gibt sich die Katzenminze als blauvioletter Kavalier zu Füßen von Rosen. Sie können die Nepeta cataria (hier bestellen) aber auch zu orangefarbenn Fackellilien setzen. So geben Sie dem Pflanzenensemble auf der Rabatte einen wohltuend sanften Kontrast.

» Tipp: Katzenminze ist übrigens frosthart und robust.

Die Katzenminze bevorzugt einen warmen Standort mit einem trockenen Lehm- oder Sandboden. Sie wird zwischen 60 und 100 Zentimeter hoch. Zudem duften ihre grünen Blätter angenehm nach Minze und Zitrone. Die Blüten in blau-lila, aber auch in weiß, rosa oder gelb, stehen dicht zu fünft nebeneinander und bilden so einen Kelch.

Wenn Sie die Katzenminze nach der Hauptblüte bodennah zurückschneiden, dann wird die Pflanze zu einem zweiten Flor im Spätsommer angeregt. Außerdem verhindern Sie somit, dass sich die Staude von selbst aussät.

Katzenminze – Wirkung auf Tiere

Katzenminze Wirkung Katzen
Katzenminze regt Katzen zum Spielen an I © lukszczepanski / stock.adobe.com
  1. Die Blüten der Echten Katzenminze enthalten einen Duftstoff, das Nepetalacton. Es ist dem Sexuallockstoff der Insekten ähnlich. Amerikanische Forscher haben entdeckt, dass die Florfliege von diesem Lockstoff regelrecht besessen ist. Dieser pheromonähnliche Duft lockt den Blattlausjäger als Bestäuber an.
  2. Anziehend wirkt die Katzenminze aber besonders auf Katzen. Einige tanzen euphorisch um die Stengel herum, zerreißen Blätter oder wälzen sich darunter am Boden. Andere Katzen lässt der Duft dieses Krautes völlig kalt. Wenn Sie in ihrer Nachbarschaft mehrere Katzen haben, dann sollten Sie wohl überlegen, ob diese Pflanze für Ihren Garten geeignet ist.
  3. Abschreckend wirkt die Katzenmine allerdings auf Pflanzenschädlinge und Ungeziefer wie Flöhe, Stechmücken und Kakerlaken. Gegen Ratten wird sogar Katzenminze-Öl als Vertreibungsmittel eingesetzt.

Katzenminze – Wirkung auf den Menschen?

Katzenminze Wirkung Mensch
Wirkt entspannend und schmerzlindernd I © marisc / stock.adobe.com
  1. Als Tee wirkt das Kraut der Katzenminze entspannend, schmerzstillend, schweißtreibend, krampflösend, fiebersenkend und verdauungsfördernd. So lindert der Tee aber auch Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Nervosität.
  2. Für den Tee nehmen Sie zwei Esslöffel getrocknete Katzenminze, die mit 250 Milliliter heißem, aber noch nicht kochendem Wasser, übergossen werden. Anschließend lassen Sie ihn etwa 5 Minuten ziehen. Der Tee schmeckt erfrischend nach Minze und Zitrone. Er kann auch leicht euphorisierend wirken.
  3. Überdies bringen gut gekaute frische Blätter der Pflanze bei Zahnschmerzen eine angenehme Linderung. Und schließlich eignen sich die Blätter auch für einen Umschlag bei äußeren Verletzungen.

Katzenminze – Wissenswertes und Wirkung im Überblick

❏ Ist Katzenminze eine Staude?

Die Katzenminze wird nicht nur als dekorative Staude in unseren Gärten gepflanzt, sie kommt auch als Wildpflanze im Wald oder anderen, vornehmlich trockenen Standorten vor.

❏ Ist Katzenminze für Katzen gefährlich?

Das Katzenkraut wirkt anregend auf die meisten Stubentiger. Der Wirkstoff animiert Katzen aktiv zu werden, manche Katzen reagieren euphorisch. Deshalb sollte man Katzenminze mit Bedacht pflanzen und in der Wohnung maximal einen Topf mit Katzenkraut stehen haben. Gefährlich wirkt die Katzenminze zwar nicht auf Ihren Liebling, aber die andauernde Reizüberflutung sollten Sie Ihrer Katze ersparen.

❏ Ist Katzenminze für Hunde gefährlich?

Nein, die Katzenminze schadet dem Hund nicht. Allerdings sollte man bei der Auswahl des Spielzeugs auch spezielles Hundespielzeug benutzen. Spielzeug, in dem Katzenminze enthalten ist, ist für Katzen gemacht. Hunde haben einen viel festeren Biss, so dass der Spielball etc. nicht lange halten würde.

❏ Ist Katzenminze giftig für Katzen?

Es ist nicht bekannt, dass Katzenminze giftig für Katzen ist. Daher kann neben der Pflanze selbst, auch Katzenspielzeug mit Katzenminze unbedenklich verwendet werden. Man sollte es aber, wegen der “aufputschenden” Wirkung mit der Anwendung nicht übertreiben.

❏ Ist Katzenminze giftig für Menschen?

Nein, Katzenminze schadet uns Menschen nicht. Die ätherischen Öle im Katzenkraut können verschiedene Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. So werden dem Heilkraut folgende Eigenschaften zugeschrieben: krampflösend, verdauungsfördernd, schmerzstillend, fiebersenkend, entspannend, entgiftend und schweißtreibend. Wer unter chronischer Bronchitis leidet, sollte diese zusätzlich mit einem Tee aus Katzenminze behandeln und den antibakteriellen Effekt nutzen.

❏ Kann man Katzenminze essen oder trinken?

Katzenminze kann man als Tee oder Smoothie trinken, sie kann aber auch gegessen werden. Die Heilpflanze hat eine appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung beim Menschen. Katzenminze schmeckt süßlich, aber auch leicht nach Minze. Sie wird daher gern zur Zubereitung von Salaten und Desserts genutzt.

❏ Ist Katzenminze mehrjährig?

Die in unterschiedlichen Blütenfarben erhältliche Staude ist eine mehrjährige Pflanze. Bekommt das Catnip einen trockenen, sonnigen Standort und etwas Pflege, werden Sie lange Freude daran haben.

❏ Wann blüht Katzenminze?

Das ist abhängig von der Sorte. Die meisten Exemplare haben ihre Hauptblütezeit von Juni bis Juli. Es gibt aber auch Sorten, die schon im April die ersten Blüten zeigen und bis in den Herbst hinein blühen, wenn sie im Sommer zurückgeschnitten wurden.

❏ Ist Katzenminze winterhart?

Katzenminze, die im Freiland als Staude gepflanzt wurde, ist sehr gut winterhart. Wird die Katzenmelisse im Topf oder Kübel kultiviert, sollte sie im Winter einen Schutz aus Reisig oder Vlies bekommen.

❏ Kann man Katzenminze zurückschneiden?

Wenn Sie die Nachblüte fördern möchten, schneiden Sie Ihre Katzenminze am besten nach der ersten Blüte um die Hälfte zurück. Im Herbst müssen Sie die Katzenminze nicht schneiden, denn die Triebe dienen als Schutz vor Frost.


Foto1: © maler / stock.adobe.com, Foto2: © 7monarda - Fotolia.com, Foto3: © lukszczepanski / stock.adobe.com, Foto4: © marisc / stock.adobe.com

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