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Johannisbeerblasenlaus bekämpfen (ohne Chemie)

Weisen die Blätter Ihrer Johannisbeeren Blasen auf, steckt vermutlich die Johannisbeerblasenlaus dahinter. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese wieder loswerden.

Johannisbeerblasenlaus
© schulzie / stock.adobe.com

Zeigen sich an den Blättern der Johannisbeere unschöne Blasen, ist meist die Johannisbeerblasenlaus aktiv. Ein Befall durch den Schädling ist in der Regel harmlos und schädigt die Pflanzen nicht nachhaltig. Kommt es zu einem zeitigen Befall, führt dies zu einer Beeinträchtigung in der Entwicklung von Trieben und Blättern. Weiterhin ist der Schädling als Überträger der Andernbänderung im Gespräch. Damit es nicht zu dieser Virusübertragung kommt und die Pflanzen nachhaltig Schaden nehmen, sollten Hobbygärtner entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten und die Johannisbeerblasenlaus bekämpfen.

Verbreitung der Johannisbeerblasenlaus

Die Eier der Johannisbeerblasenlaus werden im Herbst auf den Blättern der Pflanze abgelegt und überdauern den Winter meist, ohne Schaden zu nehmen. Beginnen die Pflanzen im Frühling auszutreiben, schlüpfen auch die Läuse. Diese entziehen den jungen Blättern den Pflanzensaft. Im Frühsommer verlässt die Johannisbeerblasenlaus ihre Wirtspflanze und bevölkert andere krautige Gartenpflanzen. Im Herbst kehren die Schädlinge an die Johannisbeerpflanzen zurück und beginnen mit der Eiablage.

Schadbild der Johannisbeerblasenlaus

Im Frühling erscheinen die charakteristischen Blasen auf der Oberseite der Blätter. Die Farbe der Wölbungen variiert zwischen den einzelnen Johannnisbeersorten.

Johannisbeersorte
• Rote Johannisbeeren
• Schwarze Johannisbeeren
• Weiße Johannisbeeren
Farbe des Schadbildes
• rötlich und auffällig
• gelbgrün, eher unauffällig
• gelblich, eher unauffällig

Tipp: Häufig wird der Befall erst recht spät erkannt, da vereinzelte Blattwölbungen recht unscheinbar erscheinen.

Die Johannsibeerblasenlaus saugt an der Blattunterseite. Dort lassen sich die Schädlinge meist sogar mit bloßem Auge ausmachen.

Die Läuse hinterlassen auf den Blättern und Früchten Honigtau, was die Entwicklung von Rußtaupilzen fördert. Sind jüngere Pflanzen betroffen, können sich diese nur verlangsamt entwickeln. Dies kann mit einem Abwerfen der Blätter verbunden sein. Stark befallene Pflanzen lassen verkrüppelte Triebe erkennen. Dies führt zu einer verzögerten Fruchtholzausbildung für das kommende Erntejahr.

Maßnahmen zur Bekämpfung

Wird der Befall frühzeitig erkannt, lässt sich die Johannisbeerblasenlaus recht einfach und ohne den Einsatz chemischer Mittel bekämpfen. Dabei sollte die natürliche Schädlingsbekämpfung im Kleingarten den Vorzug bekommen, um der Umwelt gerecht zu werden und andere Nützlinge zu schonen.

Betroffene Pflanzenteile entfernen

Bei einem leichteren Befall sind nur einige wenige Blätter betroffen. Alle betroffenen Pflanzenteile werden entfernt. Dies sollte geschehen, bevor sich die Schädlinge von der Johannisbeerstaude zurückziehen und andere krautige Pflanzen im Garten befallen. Die Blätter lassen sich einfach mithilfe einer Gartenschere entfernen und anschließend in der Biotonne entsorgen.

Nützlinge ausbringen

Fressfeinde der Johannisbeerblasenlaus
Marienkäfer zählen zu den Fressfeinden der Johannisbeerblasenlaus – © diaphiris / stock.adobe.com

Die Johannisbeerblasenlaus besitzt einige Fressfeinde, weshalb sich die Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen anbietet. Die besten Erfolge bringt diese Methode, wenn der Befall frühzeitig festgestellt wird und sich noch nicht auf die komplette Pflanze erstreckt.

Es können Florfliegen- oder Marienkäferlarven eingesetzt werden. Entsprechende Nützlingsboxen sind im Handel erhältlich. Diese können direkt auf den betroffenen Blättern ausgebracht werden und ein Herabfallen der Larven von den Blättern des Johannisbeerstrauches wird vermieden.

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Einsatz natürlicher Mittel

Bei stärkerem und sich jährlich wiederholendem Befall ist es ratsam, mit einer natürlichen Emulsion gegen die Schädlinge vorzugehen.

Diese können Sie sich wie folgt selbst herstellen:

  • zwei Liter Wasser
  • 60 Milliliter Speiseöl
  • zwei Teelöffel Natron
  • vier Teelöffel Spülmittel

Die Zutaten werden miteinander vermischt und in eine Sprühflasche gefüllt. Die Pflanze wird im zeitigen Frühjahr, wenn die Knospen zu schwellen beginnen und vor dem Erscheinen der ersten Triebe großzügig eingesprüht. Die ölige Emulsion vernichtet die Larven, indem deren Atemöffnungen verkleben. Die Zugabe von Natron bewirkt eine leichte Zersetzung.

Befall vorbeugen

Wer einem möglichen Befall zuvorkommen möchte, sorgt für kräftige und gesunde Johannisbeerpflanzen. Der Boden sollte jährlich mit Kompost aufgewertet werden. Dieser natürliche Langzeitdünger versorgt die Pflanze mit allen notwendigen Nährstoffen. Zwischen März und April kann Hornmehl als Dünger eingesetzt werden.

Tipp: Die verwendeten Düngemittel sollten wenig Stickstoff enthalten.

Bei einem starken Befall bietet es sich an, es nicht beim Abschneiden der Blätter zu belassen, sondern die Äste komplett zu entfernen. Das Ansiedeln von Nützlingen in der unmittelbaren Pflanzumgebung beugt einem Befall ebenfalls vor.

Bei der Anpflanzung kann auf Sorten zurückgegriffen werden, welche sich gegenüber der Johannisbeerblasenlaus weniger anfällig zeigen. Entsprechende Sorten können der vom Bundessortenamt herausgegebenen „Beschreibenden Sortenliste Strauchbeerenobst“ entnommen werden.

Weiße Johannisbeeren
• Zitavia
• Primus
• Weiße Holländische
• Weiße Langtraubige
Rote Johannisbeeren
• Rose Hollander
• Heinamnns Rote Spätlese
• Red Lake

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