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Schonende Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen – So locken Sie Nutzinsekten erfolgreich an

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Im Handel gibt es unzählige Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge zu kaufen. Diese können Sie sich aber auch sparen. Setzen Sie lieber Nützlinge gegen Schädlinge ein.

Nützlinge im Ziergarten einsetzen
© Henri Koskinen / stock.adobe.com

Wenn Sie in Ihrem Zier- oder Nutzgarten eine schonende Schädlingsbekämpfung anstreben, dann sollten Sie einen biologischen Pflanzenschutz den Vorrang geben. Hierfür stehen Ihnen im Handel zahlreiche Spritzmittel zur Verfügung, die aus bestimmten Pflanzenextrakten gewonnen werden. Diese wirken äußerst zuverlässig bei der Anwendung gegen Schädlingslarven und deren erwachsenen Insekten.

Bei einem geringen bis mäßigen Schädlingsbefall können Sie sich die teuren Pflanzenschutzmittel aber auch sparen. Schließlich gibt es genügend Insekten, die Sie gegen Schädlinge einsetzen können. Um die so genannten Nützlinge im Garten anzusiedeln, müssen Sie diesen allerdings auch optimale Bedingungen in Ihrem Garten bieten. Im folgenden stellen wir Ihnen einige schwirrende Schädlingsbekämpfer vor und machen Sie mit deren Bedingungen für eine bestmögliche Ansiedlung vertraut.

Ein Tipp vorweg:

Legen Sie Ihren Ziergarten naturnahe an und Sie haben den geringsten Blattlausbefall. So wie sich Schädlinge zwischen Ihren Gehölzen und Stauden ansiedeln, so werden auch Nützlinge bei richtiger Pflege in Ihrem Garten heimisch und halten die Blattsauger im Schach.

So locken Sie Nützlinge in den Garten

❍ Florfliege (Chrysopidae)

Florfliege
© Henri Koskinen / stock.adobe.com

Ein willkommenes Nutzinsekt ist die Florfliege. Ihre Larven fressen bis zur Verpuppung mehrere hundert Blattläuse. Florfliegen paaren sich im Frühling. Damit die zukünftige Generation gute Voraussetzungen hat, legen die zarten Insekten ihre Eier an Trieben und Blättern in unmittelbarer Nähe einer Blattlauskolonie ab. Die frisch geschlüpften Larven machen sich sofort daran, die Pflanzenschädlinge einzudämmen. Dabei fressen sie nicht die Blattläuse, sondern sie saugen diese aus. Die leeren Hüllen bleiben dann auf der Pflanze zurück.

➞ Florfliegen anlocken:

Pflanzen Sie einige Stauden Katzenminze in Ihren Ziergarten. Der Nützling fliegt im wahrsten Sinne des Wortes auf diese Pflanze. Denn die Blüten der echten Katzenminze enthalten den Duftstoff Nepetalacton. Er ähnelt dem Sexuallockstoff der Insekten und lockt somit die erwachsenen Fliegen als Bestäuber an. Auch Blattläuse produzieren den Lockstoff Nepetalacton. Das zieht auch die Florfliegen an.

➞ Florfliegen im Garten überwintern:

Sicher wollen Sie länger etwas von dem Nutzinsekt haben. Bieten Sie Ihren Florfliegen deshalb eine Herberge als Überwinterungsplatz an. Hierfür eignet sich ein spezieller Florfliegen-Kasten oder ein Quartier im Insektenhotel, in dem die erwachsenen Tiere den Winter überdauern. Sie können natürlich so ein Insektenhotel selber bauen. Dann füllen Sie den Kasten mit Weizenstroh und hängen ihn mit der Lamellenfront windabgewandt in einen Baum. Wenn der Garten größer ist, dann hängen Sie gleich mehrere dieser Kästen auf.

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❍ Marienkäfer (Coccinellidae)

Marienkäfer
© Jürgen Kottmann / stock.adobe.com

Marienkäfer sind weitläufig beliebt. Die rot-schwarzen Krappler sehen nicht nur hübsch aus, sie gelten obendrein als Glücksbringer. Sie werden deshalb auch Glückskäfer genannt. Etwa 70 heimische Arten gibt es, die sich durch Farbe, Größe und die Anzahl der Punkte auf ihren Deckflügeln unterscheiden. Die in unseren Gefilden häufigste Art ist der Siebenpunkt-Marienkäfer. Er entwickelt pro Jahr zwei Genartionen. Ein erwachsenes Exemplar dieses Marienkäfers vertilgt 40 bis 150 Blattläuse als Tagesration.

Der Nützling überwintert und legt im Frühjahr seine Eier ab. Aus den gelben Eiern schlüpfen dann nach etwa einer Woche blaugraue Larven. Sie sind sehr beweglich und verzehren in den drei Wochen bis zu ihrer Verpuppung bis zu 600 Blattläuse.

➞ Marienkäfer anlocken:

Wollen Sie Marienkäfer in den Garten locken, dann klappt das am besten mit ihrer Lieblingsspeise, also mit Blattläusen. Belassen Sie Bereiche Ihres Gartens in einem natürlichen Zustand, in denen auch Blattläuse leben dürfen. Sie können auch eine Naturwiese anlegen, in der Dill, Schafgarbe, Klatschmohn, Buchweizen und Kamille wachsen. Marienkäfer schätzen diese Pflanzen und lassen sich von denen gern verführen.

➞ Marienkäfer im Garten überwintern:

Sicher ist es in Ihrem Sinne, wenn die Marienkäfer nach getaner Arbeit auch bleiben und im Garten überwintern. So sind die bunten Käfer im nächsten Frühjahr zur Stelle, wenn die Blattläuse loslegen. Das heißt, die Insekten brauchen eine Stätte zur Überwinterung. Marienkäfer lassen sich zum Beispiel gerne in loser Borke an Bäumen, in hohen Grasbüscheln oder Steinhaufen nieder. Auch der Heckenschnitt gemischt mit Laub sollte in einer Gartenecke einen Platz zum Überwintern der Glückskäfer hergeben.

❍ Schwebfliege (Syrphidae)

Schwebfliege
© senderone / stock.adobe.com

Bedrohlich scheint die Schwebfliege auf den ersten Blick zu sein. Doch für den Menschen ist sie völlig harmlos, auch wenn sie mitunter für eine Wespe gehalten wird. Das mag an ihrem schwarzgelb gefärbten Hinterleib liegen. Den Namen hat die Fliege vom Schweben in der Luft. Wie ein Helikopter steht das Insekt in der Luft, saust dann blitzschnell einen Meter weiter und scheint seine Umgebung zu beobachten.

In Mitteleuropa gibt es mittlerweile rund 450 Arten. Am häufigsten kommt bei uns die Hain-Schwebfliege vor. Auf flachen Doldenblütlern, Hahnenfuß- und Rosengewächsen, aber auch auf Lilien treffen Sie diese meist an. Während die ausgewachsene Schwebfliege dem Nektar und den Pollen zugetan ist, vertilgt die Larve in ihrer zweiwöchigen Lebensdauer etwa 600 Blattläuse, Schildläuse, Blutläuse, Spinnmilben und kleine Käferlarven.

➞ Schwebfliegen anlocken:

Neben den Bienen stellen Schwebfliegen die wichtigste Gruppe der Bestäuber dar. Dabei orientieren sie sich optisch bei der Nahrungssuche. Verschiedene Tests haben belegt, dass dieses schwirrende Insekt eine Vorliebe für gelbe Blüten hat. Daraus lässt sich ganz einfach ableiten, dass sie von der gelben Blütenfarbe angelockt werden. Gelb blühen beispielsweise Narzissen, Forsythie, Zaubernuss und Winterjasmin.

➞ Schwebfliegen im Garten überwintern:

Wenn sich das Jahr langsam dem Ende neigt, dann beginnt für viele Insekten eine harte Zeit. Die Schwebfliegen können als erwachsene Insekten wie auch als Larven oder Puppen überwintern. Sie nutzen dazu hauptsächlich Sträucher und Hecken. Einerseits dienen diese Gehölze den Tieren als Winterquartier und anderseits als Reserve bei knappen Nahrungsangebot.

❍ Raubwanzen (Reduviidae)

Raubwanze
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Raubwanzen zählen in jedem Garten zu den Nützlingen. Sie jagen aktiv nach ihrer Beute oder lauern solange auf Blüten und Blättern bis sich ein Schadinsekt niederlässt. Dann dringen sie mit ihrem kräftigen Stechrüssel in den Körper ihrer Beute und sondern ein Speichel­sekret ab. Dieses Sekret lähmt oder tö­tet das Opfer. Anschließend wird es von der Raubwanze ausgesaugt.

Zu den bekanntesten Raubwanzen im Garten gehört die Blumenwanze. Mit ihrem langen Rüssel ist sie in der Lage bis zu 100 Spinnmilben pro Tag auszusaugen. Bereits in den ersten warmen Frühjahrstagen nimmt sie zahlreiche Spinnmilben oder Blattläuse ins Visier. Je nach Art der Raubwanzen treten im Jahr 1 bis 3 Generationen auf.

➞ Raubwanzen anlocken:

Die Hauptnahrungsquelle vieler Wanzen sind Pollen und der Saft einiger Pflanzen. Sie locken die Raubwanzen somit also erfolgreich an, indem Sie Blütenhecken, Trockenmauern und ungefüllte Blütenpflanzen in Ihrem Garten integrieren. Es kann sich auch lohnen das Laub im Herbst liegen zu lassen. Kehren Sie es einfach als Haufen zusammen, denn darin und auch in Haufen aus Reisig und Steinen fühlen sich Raubwanzen sehr wohl.

➞ Raubwanzen im Garten überwintern:

Halten Sie Ihren Ziergarten nicht zu steril. Eine Gartenecke mit einem kleinen Stapel alter Baumstämme und loser Borke oder ein Laubhaufen am Rande des Gartens bietet den Raubwanzen eine optimalen Stätte zum Überwintern. Früh im Jahr können Sie den Räuber dann zusammen mit anderen Blumenwanzen-Arten an Weidenkätzchen beim Saugen aufspüren.

Hier noch ein interessantes Video passend zum Thema:

Foto1: © Henri Koskinen / stock.adobe.com, Foto2: © Henri Koskinen / stock.adobe.com, Foto3: © Jürgen Kottmann / stock.adobe.com, Foto4: © senderone / stock.adobe.com, Foto5: © Stefan / stock.adobe.com

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