Die Bodenbeschaffenheit im Garten spielt für das Gedeihen der Pflanzen eine sehr wichtige Rolle. Aber wie bestimmt man den Gartenboden?

Die meisten Pflanzen stellen eine gewisse Anforderung an die Bodenbeschaffenheit. Sie gedeihen also nur üppig, wenn Sie diese in den richtigen Boden einpflanzen. Viele Pflanzen passen sich den Bodenverhältnissen auch an, weshalb sie leider häufig aber auch eingehen. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie für jede Bodenart die richtige Pflanzenauswahl treffen.

Gartenboden bestimmen – Schritt für Schritt erklärt

Das Problem ist häufig, dass besonders Hobbygärtner gar nicht erst wissen, was für einen Boden sie im Garten haben. Dementsprechend sind sie dann auch verwundert, wenn viele Pflanzen nicht richtig gedeihen wollen oder gar eingehen. Wir erklären Ihnen hier deshalb einmal, wie Sie die Bodenbeschaffenheit in Ihrem Garten bestimmen. Mit diesem Wissen werden Sie dann sicherlich nicht mehr die falschen Pflanzen im Garten einsetzen.

Gartenboden bestimmen
Verschiedene Pflanzen stellen unterschiedliche Ansprüche an den Gartenboden – © Photographee.eu / stock.adobe.com

» Schritt 1 – Bodenart bestimmen

Es gibt sehr viele verschiedene Bodenarten, die alle ganz bestimmte Merkmale haben. Anhand dessen können Sie also ganz leicht die Bodenart in Ihrem Garten bestimmt. Nehmen Sie einfach eine Bodenprobe und betrachten Sie diese etwas genauer. In dieser Übersicht finden Sie die einzelnen Merkmale der Bodenarten:

BodenartEigenschaft
Sandiger BodenSandige Böden sind leicht, jedoch oftmals nährstoffarm.
Moor-BodenMoor-Böden erkennt man an schwarzer, sehr feuchter Erde.
Schwerer BodenSchwere Böden sind oft lehmhaltig, sehr fruchtbar, mit Staunässe behaftet und können im Sommer extrem hart werden.
Kalkhaltiger BodenKalkhaltige Böden (auch alkalische Böden genannt) sind helle, steinige Böden, die durchlässig und fruchtbar sind.
Kalkfreier BodenKalkfreie Böden (auch saure Böden genannt) speichern Feuchtigkeit gut und können mit Kalk neutralisiert werden.

Und, konnten Sie analysieren, welchen Boden Sie im Garten haben? Wenn nicht, dann sollten Sie zu Schritt 2 übergehen. Wenn doch, dann springen Sie bitte zu Schritt 3 über.

» Schritt 2 – Fachmännische Bodenanalyse durchführen lassen

Bodenanalyse
Eine Bodenanalyse gibt Aufschluss über die Zusammensetzung – © New Africa / stock.adobe.com

Eine genaue Auskunft, welcher Boden in Ihrem Garten anzutreffen ist, gibt Ihnen eine fachmännische Bodenanalyse. Dabei wird gleich auch noch eine Nährstoffanalyse durchgeführt und somit die Werte von Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Kalzium, Schwefel und sonstigen Spurenelementen (wie z.B. Eisen, Kupfer, Zink, etc.) bestimmt.

Und so wird die Bodenanalyse durchgeführt

Vor allem der Winter eignet sich hervorragend für eine sogenannte Bodenprobe. Dafür müssen Sie ein wenig Erde an verschiedenen Stellen aus den einzelnen Gartenbeeten entnehmen. Ideal ist es, wenn Sie dabei sogar noch unterschiedliche Bodentiefen ausgraben und miteinander vermischen. Die Bodenproben können Sie dann beim jeweils zuständigen Landwirtschaftsamt abgeben und analysieren lassen. Vorab sollten Sie sich allerdings genau über die Kosten informieren und am besten auch noch einmal genau erklären lassen, wo Sie wie viel Erde entnehmen und auch abgeben müssen.

» Schritt 3 – pH-Wert bestimmen

pH-Wert Boden
Der pH-Wert zeigt an, ob der Boden sauer oder kalkhaltig ist – © Shawn Hempel / stock.adobe.com

Wenn Sie eine professionelle Bodenanalyse durchführen lassen, wird Ihnen der pH-Wert des Gartenbodens direkt mitgeteilt. Haben Sie die Bodenart jedoch selbst bestimmt, ist es wichtig, den pH-Wert zusätzlich eigenständig zu messen. Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch Ihr Boden ist – ein entscheidender Faktor für das Wachstum Ihrer Pflanzen. Die Regel ist, dass die meisten Pflanzen mit einem Säuregehalt (sprich also pH-Wert) von 5,5 bis 7,0 recht gut auskommen. Es gibt aber Ausnahmen, wie blaue Hortensien, die behalten ihre Farbe nur auf saurem Boden, weshalb Sie lieber den pH-Wert bestimmen sollten.

Gartenböden werden je nach pH-Wert wie folgt eingeteilt:

BodenartpH-Wert
Saurer BodenpH-Wert unter 4,5
SandbodenpH-Wert von 5,5
Normaler BodenpH-Wert zwischen 6,5 und 7
Alkalischer BodenpH-Wert über 7,2

pH-Wert im Boden selbst bestimmen

Um den pH-Wert jetzt zu bestimmen, sollten Sie am besten ein pH-Bodentest-Set kaufen. Wir empfehlen Ihnen z.B. das NEUDORFF PH Bodentest Set (hier günstig erhältlich). Dieses lässt sich ganz einfach verwenden. In nur vier Schritten bestimmen Sie den pH-Wert Ihres Gartenbodens. Und so wird es gemacht:

  1. Etwas Erde in die mitgelieferten Röhren geben
  2. Röhren mit Wasser auffüllen
  3. Eine Tablette dazugeben
  4. Die Farbe mit den Angaben auf dem Set vergleichen und den pH-Wert bestimmen

Bei gesundheitlichen Bedenken kann mit einem Geigerzähler geprüft werden, ob sich radioaktive Strahlung im Boden befindet. Dies ist eher selten der Fall und wird vornehmlich von Gartenbesitzern praktiziert, die in der Nähe eines Atomkraftwerkes wohnen.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

6 Kommentare

    • Hallo Reinhold! Deine Frage ist zwar schon älter, aber vielleicht hilft die Antwort ja doch noch jemanden, der Grade das selbe Problem hat …

      Bei Säuren Böden hilft es Kalk in die Erde einzuarbeiten um diese zu neutralisieren.
      Wie das genau gemacht werden sollte, kann man auf verschiedenen Seiten im Netz nachlesen.
      Einfach mal nach den Begriffen „sauren Boden Kalken“, oder „saure Böden mit Kalk neutralisieren“ googeln.

      Alles Gute!

  1. Was ist, wenn mein Wasser recht alkalisch ist und ich aber einen saueren Boden habe? Das verfälscht doch den Test.

    • Thomas Kreuzer on

      Hast recht,gute Frage,nimm Destilliertes Wasser zum Test,ist ph neutral,dieser logische Gedanke steht halt garnicht auf einem der Links,schade,fliegt’s ja nicht auf den Mond ohne Schraubenzieher!!!

  2. Thomas Kreuzer on

    Bei Bodeproben sollte man immer einen Bodenprobestab zur Hand haben,kann man selber auch bauen wenn er zu teuer erscheint der nicht kurz sein darf denn Wurzelerde ist nicht gleich Oberflaechenerde,kann dann sein dass die Werte nicht stimmen

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