Kaum ein Strauch blüht so früh im Jahr wie der Japanische Papierstrauch. Allerdings zeigt er seine Blütenpracht nur dann, wenn Sie ihm den richtigen Platz gönnen.
Einige Gartenfreunde haben ihn schon gepflanzt und sich anschließend gewundert. Den ganzen Winter über saßen die silbrigen Knospen an den Zweigen, doch im Frühjahr fielen sie einfach ab, ohne sich je zu öffnen. Woran das liegt? Meist nicht am Papierstrauch selbst, sondern an seinem Platz. Denn der Japanische Papierbusch, ebenso als Mitsumata bekannt, ist zwar ein genügsamer Frühjahrsbote, hat aber klare Vorlieben. Wind mag er nämlich gar nicht, und trockene Erde ebenso wenig. Stimmen dagegen Standort und Winterschutz, belohnt diese bezaubernde Rarität ihre Gärtner bereits im Februar mit kugeligen Blütenbällen, die kräftig nach Honig duften.
Pflanzenfamilie und Herkunft
Botanisch gehört der Papierstrauch (Edgeworthia chrysantha) zu den Seidelbastgewächsen (Thymelaeaceae) und ist damit ein Verwandter des heimischen Seidelbast. Das verrät übrigens schon die Blüte. Echte Blütenblätter fehlen ihr, stattdessen bildet eine gefärbte, röhrenförmige Hülle jede Einzelblüte, und Dutzende davon drängen sich zu einem Blütenball zusammen.
💡 Gut zu wissen: Japanisch ist an der Pflanze eigentlich nur ihre Geschichte. Ursprünglich stammt sie aus Südostchina und kam erst im 16. Jahrhundert als Faserpflanze nach Japan, wo sie heute auch verwildert wächst. Aus den langen Bastfasern unter der Rinde schöpfen japanische Papiermacher bis heute feines Papier für Kalligrafie. Früher bestanden sogar Banknoten daraus.
Steckbrief des Japanischen Papierstrauchs
| Papierbusch (Edgeworthia chrysantha) | |
|---|---|
| Wuchshöhe: | meist 1 bis 1,5 m, alte Pflanzen bis 2 m |
| Wuchsbreite: | 80 bis 120 cm |
| Blütezeit: | Februar bis April |
| Standort: | sonnig bis halbschattig, windgeschützt, warm |
| Boden: | humos, frisch, durchlässig, leicht sauer |
| Besonderheit: | frühe Nahrung für Bienen und Hummeln |
| » Mehr Bilder und Daten anzeigen | |

Wie groß der Papierstrauch eigentlich wird? Das hängt vorwiegend von seinem Alter ab, denn er lässt sich Zeit und legt im Jahr nur 10 bis 20 Zentimeter an Größe zu. Junge Pflanzen bleiben deshalb lange kompakt und rundlich, ältere erreichen 1 bis 1,5 Meter. An einem geschützten Platz wird der Strauch nach vielen Jahren sogar 2 Meter hoch und wächst dabei oft mehr in die Breite als in die Höhe.
Fast jeder Trieb gabelt sich in drei neue Äste, und genau daher stammt auch der japanische Name Mitsumata, was „dreigabelig“ bedeutet. An den Spitzen dieser Gabeln sitzen schon ab dem Spätsommer die Knospen. Silbrig behaart schmücken sie den Strauch den ganzen Winter über, bis sie sich je nach Witterung zwischen Februar und April öffnen.
Erst nach der Blüte treibt das Laub aus. Die schmalen, bis zu 12 Zentimeter langen Blätter sind oben dunkelgrün und unten graugrün gefärbt. Im Herbst leuchten sie dann goldgelb, bevor sie fallen und den Blick wieder auf die Knospen freigeben.
💡Besondere Sorte
Größere Blütenbälle und noch mehr Duft? Die Baumschule Horstmann führt die Sorte ‚Grandiflora‘, die mit 1,5 bis 2 Metern etwas kräftiger wächst als die reine Art und als Containerpflanze in mehreren Größen erhältlich ist.
Japanischer Papierstrauch pflanzen
Ist der passende Papierstrauch gefunden, kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Am besten wandert er ab Mitte April in die Erde, sobald keine starken Fröste mehr drohen. So bleibt ihm ein ganzer Sommer, um gut einzuwurzeln. Eine Herbstpflanzung ist dagegen riskant, denn dann steht der Strauch mit kaum verankerten Wurzeln in der Kälte.
Standort
Den größten Fehler machen viele Gärtner beim Platz. Die Knospen sitzen nämlich den ganzen Winter ungeschützt an den Zweigspitzen, und eisige Böen trocknen sie aus oder pusten sie schlicht davon. Die Wahl fällt deshalb am besten auf einen warmen, windstillen Standort vor einer Hauswand, einer Mauer oder einer immergrünen Hecke. Sonne verträgt der Papierbusch gut, im Halbschatten blüht er ebenso zuverlässig. Nur in sehr heißen Lagen freuen sich junge Pflanzen mittags über etwas Schatten, sonst rollen sich die Blätter ein und bekommen braune Ränder.
💡 Tipp: Am schönsten kommt der Duft dort zur Geltung, wo täglich jemand vorbeigeht. Ein Platz am Hauseingang, am Gartenweg oder neben der Terrasse ist also wie gemacht für ihn. Gestreute Wege bleiben allerdings tabu, denn Streusalz verträgt der Strauch schlecht.
Boden
Unter seinen Wurzeln wünscht sich der Papierstrauch lockere, humusreiche Erde, die Feuchtigkeit hält und überschüssiges Wasser trotzdem abfließen lässt. Besonders wohl fühlt er sich in leicht saurem Boden, etwa am Rand eines Rhododendron-Beets. Zwar genügt auch normaler, humoser Gartenboden, schwerer Lehm benötigt jedoch vorher eine Portion Sand und reifen Kompost. Staunässe nimmt der Strauch nämlich übel.
Pflanzanleitung Schritt für Schritt
- Den Wurzelballen in einen Eimer Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Ein Pflanzloch ausheben, doppelt so breit und tief wie der Ballen.
- Den Aushub mit Kompost oder Rhododendronerde mischen, bei schwerem Boden zusätzlich mit Sand.
- Den Strauch so tief einsetzen, wie er im Topf stand, und die Erde rundherum gut andrücken.
- Kräftig angießen und eine 5 bis 10 Zentimeter dicke Schicht aus Laub oder Rindenhumus verteilen.
Großzügig zu planen lohnt sich dabei. Auch wenn die Topfpflanze noch klein wirkt, bleiben bis zum nächsten Gehölz am besten 1,5 Meter frei. Sonst drängen schnellwüchsige Nachbarn den gemächlichen Strauch über die Jahre in den Schatten.
Pflanzpartner
Ein schöner Begleiter ist die Zaubernuss, denn sie blüht zur selben Zeit und liebt ebenfalls geschützte, humose Plätze. Ihre fädigen gelben oder kupferroten Blüten bilden zu den runden Blütenbällen des Papierstrauchs einen reizvollen Kontrast. Zu ihren Füßen füllen Christrose, Schneeglöckchen und Winterlinge den Boden. Alle drei kommen gut mit Halbschatten zurecht und blühen ebenso früh.
Papierstrauch im Kübel pflanzen
In rauen Lagen ist der Kübel eine gute Wahl, denn bei strengem Frost zieht der Strauch einfach ins Haus um. Ein Gefäß mit etwa 30 Litern Volumen reicht für einige Jahre. Unten im Topf sorgt eine Schicht Blähton dafür, dass überschüssiges Wasser abläuft, darüber kommt Kübelpflanzenerde mit etwas Rhododendronerde. Allerdings trocknet die Erde im Topf schneller aus als im Beet. An heißen Tagen braucht der Papierbusch dort oft täglich einen Schluck Wasser.
Japanischen Papierstrauch pflegen
Ob im Beet oder im Kübel, ist der Papierstrauch erst einmal eingewurzelt, bleibt die Pflege erfreulich überschaubar. Er wünscht sich Wasser im Sommer, Schutz im Winter und eine zurückhaltende Hand beim Schnitt.

Gießen
Im Sommer entscheidet die Gießkanne über die Blüte im nächsten Jahr. Im Spätsommer legt der Strauch seine Knospen an, und fehlt ihm in dieser Zeit Wasser, bleiben im Frühjahr viele Zweige leer. Auch im Winter lohnt ab und zu ein Blick auf die Erde. Bleibt der Boden im Januar und Februar lange trocken, fehlt den Knospen schlicht die Kraft zum Aufblühen. Eine Kanne Wasser an einem frostfreien Tag wirkt dann Wunder.
Düngen
Ein großer Esser ist der Papierstrauch nicht. Eine Schaufel reifer Kompost im Frühjahr und eine frische Mulchschicht aus Laub im Herbst decken seinen Bedarf vollkommen. Der Mulch zersetzt sich nach und nach zu Humus, hält die Erde feucht und schützt nebenbei die Wurzeln vor Kälte. Auf Mineraldünger lässt sich getrost verzichten.
Schneiden
Einen regelmäßigen Schnitt, wie er bei vielen anderen Sträuchern üblich ist, braucht der Papierbusch nicht. Er wächst ganz von selbst in eine lockere, harmonische Form, und stärkere Eingriffe verträgt er ohnehin schlecht. Steht doch einmal ein Ast im Weg, ist der April direkt nach der Blüte der richtige Zeitpunkt, noch bevor sich das Laub ganz entfaltet. Dann sitzen nämlich noch keine neuen Knospen am Holz.
Wichtiger als der Zeitpunkt ist allerdings die Schnittstelle. Ein Aststummel ohne Knospe trocknet häufig bis zum Ansatz zurück. Die Schere gehört deshalb direkt über eine nach außen weisende Knospe oder eine Verzweigung. Zu breit wachsende Äste kommen am besten ganz am Ansatz heraus, größere Korrekturen verteilen sich auf mehrere Jahre.
💡 Tipp: Lassen Sie die Schere im Herbst und Winter im Schuppen. Jeder Trieb, der dann fällt, trägt bereits die Knospen für das nächste Frühjahr.
Überwintern
Wie viel Kälte der Papierstrauch verträgt, schätzen Baumschulen erstaunlich unterschiedlich ein. Die Angaben reichen von wenigen Minusgraden bis etwa minus 12 °C. Empfindlich sind hauptsächlich die Wurzeln, und auch der Wechsel zwischen Nachtfrost und Wintersonne setzt den Knospen zu. Etwas Schutz benötigt der Strauch deshalb in jedem Fall.
Im Beet genügt meist eine dicke Decke aus Laub und Nadelreisig über dem Wurzelbereich. Drohen in rauen Lagen Kahlfröste, schützt ein locker übergelegtes Vlies zusätzlich die Krone. Gerade junge Pflanzen profitieren in den ersten Standjahren davon.
💡 Tipp: Im Kübel reicht bei kurzen Frostperioden eine Abdeckung der Erde mit Reisig oder Vlies. Hält der Frost jedoch länger an, zieht der Topf an einen kühlen, hellen und frostfreien Ort, etwa in einen unbeheizten Wintergarten oder ein helles Treppenhaus. Dort braucht der Strauch nur wenig Wasser und darf ab Mitte Mai wieder raus.
Japanischen Papierstrauch vermehren
Hat der Papierbusch erst einmal begeistert, wächst oft der Wunsch nach einem zweiten, für einen anderen Gartenwinkel oder als Geschenk. Am zuverlässigsten gelingt das über Stecklinge.
Stecklinge
Im Sommer, wenn die jungen Triebe am Grund leicht verholzen, eignen sich etwa 10 bis 15 Zentimeter lange Triebspitzen. Der Schnitt sitzt knapp unter einem Blattknoten, die unteren Blätter kommen ab, und dann wandert der Steckling in ein lockeres Sand-Erde-Gemisch. Eine Folienhaube hält die Luft schön feucht, und ein heller Platz ohne Mittagssonne fördert die Wurzelbildung.
Nicht jeder Steckling schlägt Wurzeln, daher lohnt es sich, gleich mehrere anzusetzen. Den ersten Winter verbringen die Jungpflanzen frostfrei im Haus, erst im zweiten Frühjahr ziehen sie ins Freie. Bis zur ersten Blüte braucht es dann allerdings noch etwas Geduld.
Mein Fazit: Japanischen Papierbusch pflanzen
Für mich gehört der Japanische Papierstrauch zu den schönsten Überraschungen, die ein Garten im Spätwinter bereithält. Ganz anspruchslos ist er zwar nicht, doch seine Wünsche bleiben überschaubar. Eine windstille Mauer, Wasser im Spätsommer und eine Laubdecke über den Wurzeln, mehr verlangt er nicht. Geduld gehört allerdings dazu, denn bis zur üppigen Blüte vergehen einige Jahre.
Ich finde, dieses Warten lohnt sich. Wenn im Februar noch Raureif auf dem Rasen liegt und die ersten Blütenbälle nach Honig duften, rückt der Frühling plötzlich ganz nah. Gärtnern in rauen Lagen rate ich zum Kübel, dann übersteht der Strauch auch strenge Winter sicher im Haus.
Häufige Fragen zum Japanischen Papierstrauch
Ist der Japanische Papierstrauch giftig?
Verlässliche Angaben dazu fehlen. Baumschulen stufen ihn in der Regel als nicht giftig ein. Da er jedoch zur Familie des giftigen Seidelbasts gehört, schadet in Gärten mit kleinen Kindern oder knabbernden Haustieren etwas Vorsicht nicht.
Warum gehen die Knospen nicht auf?
Häufig steht der Strauch zu kalt oder zu windig, oder der Boden war im Spätwinter zu trocken. Auch ein später Nachtfrost lässt Knospen vertrocknen. Solange das Holz unter der Rinde grün ist, treibt der Papierstrauch aber wieder aus.
Warum bekommt der Papierstrauch gelbe Blätter?
Im Herbst ist das ganz natürlich, denn der Strauch wirft sein Laub ab. Gelbe oder braunrandige Blätter im Sommer deuten dagegen meist auf Trockenheit oder zu pralle Sonne hin.
Lässt sich ein Papierstrauch umpflanzen?
Junge Pflanzen bis etwa fünf Standjahre vertragen einen Umzug gut. Die beste Zeit dafür liegt nach dem Laubfall zwischen Mitte Oktober und Ende März. Ältere Sträucher wachsen nach dem Umsetzen dagegen oft schlecht an.





7 Kommentare
Mein Papierstrauch setzt jedes Jahr sehr viele Blüten an, nur aufgehen tut keine.
Die Blüten bleiben klein und vertrocknen am Strauch.
Woran kann das liegen?
Hallo und erstmal wünsche ich Ihnen ein frohes neues Jahr.
Gerade bin ich über Ihren Artikel über den Papierstrauch gestolpert unhabe dabei gelesen, dass Sie die „Rosenfreunde Wittstock (mit.)gegründet haben..Witzig, da meine Mama viele Jahre 1. Vorsitzende der Rosenfreunde Im bergischen Land, bzw.in Solngen war. Vielleicht kennen Sie sie ja…Monika Steinbach.
Unsere Papierstrauch haben wir erst seit letztem Jahr.Ich bin gespannt, ob er dieses Jahr schon blühen wird…
Mit freundlichen Grüßen
Heidrun Steinbach
Hallo Frau Steinbach,
vielen Dank für Ihre nette Nachricht und ein frohes neues Jahr auch Ihnen! Es freut mich, dass Sie über den Artikel zum Papierstrauch gestolpert sind. Ihre Verbindung zu den Rosenfreunden klingt spannend, jedoch muss ich gestehen, dass ich Ihre Mutter, Monika Steinbach, leider nicht kenne.
Liebe Grüße Kathrin vom Gartentipps-Team
Habe diesen bUsch seit dem Frühjahr in einem Kübel gepflanzt. Die grünen Blätter sehen gesund aus, ausser an den Spitzen. Diese sehen vertrocknet aus und rollen sich zusammen. Ungeziefer haftet nicht dran
Hallo Dietrich,
wenn sich die Blattspitzen Ihres Papierstrauchs einrollen und trocken wirken, liegt das oft an Trockenstress oder zu viel Sonne. Gerade im Kübel trocknet die Erde schneller aus, und die Wurzeln haben weniger Platz.
Gießen Sie regelmäßig, am besten immer dann, wenn sich die oberste Erdschicht trocken anfühlt. Die Erde darf leicht feucht bleiben, aber nicht nass sein. Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser eignen sich am besten.
Für die Nährstoffe reicht es, von März bis August etwa einmal im Monat einen flüssigen Blühpflanzendünger zu geben. Verwenden Sie lieber die halbe Dosierung, um die feinen Wurzeln nicht zu überfordern.
Der Standort sollte halbschattig sein. Ein Platz mit Morgen- oder Abendsonne ist ideal, während starke Mittagssonne oder heißer Wind die Blätter schnell austrocknen können.
Vielleicht hilft es, Wasserbedarf, Nährstoffversorgung und Standort noch einmal in Ruhe zu prüfen. Oft lässt sich mit kleinen Veränderungen schon viel verbessern.
Sonnige Grüße
Kathrin vom Gartentippsteam
Also mein Strauch ist bereits 2m hoch und 3 m breit und als ich einmal ein Stück Ast geschnitten habe ist gleich der gesamte Ast eingegangen. Seine Blüten sind herrlich Duftend und die erste Bienenmahlzeit. Ich weiss allerdings nicht wie ich ihn im Zaum halten soll und werde einzelne in die Breite gehende Äste wohl ganz unten abschneiden, damit der Strauch es mir nicht wieder übel nimmt
Liebe Susanna, vielen Dank für Ihren schönen Bericht! Da hat Ihr Papierstrauch ja schon eine ordentliche Größe erreicht. Dass der eine Ast eingegangen ist, lag vermutlich am Schnitt. Wenn ein Stück vom Ast ohne Knospe stehen bleibt, trocknet es oft zurück. Deshalb am besten immer knapp über einer nach außen gerichteten Knospe oder einer Verzweigung schneiden. Ihre Idee, die zu breiten Äste direkt unten herauszunehmen, finde ich gut. Ich würde damit allerdings bis nach der Blüte warten, sonst gehen Ihnen die Blüten fürs nächste Frühjahr verloren. Und lieber jedes Jahr nur ein paar Äste entfernen, damit der Strauch seine schöne natürliche Form behält. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude mit Ihrem Papierstrauch!