Ab dem Spätherbst leuchten sie wieder weithin orange in den Supermärkten: Clementinen und Mandarinen. Doch worin liegen eigentlich die Unterschiede zwischen beiden Früchten? 

Clementine mit leicht oranger Schale
DIe Schalen der Clementine leuchten nicht so stark orange. © M.studio
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Mandarinen und Clementinen werden oftmals miteinander verwechselt. Kein Wunder, sind sich doch die beiden Früchte optisch recht ähnlich. Trotzdem gibt es ein paar Unterschiede, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick wahrnimmt.





Wie sehen die Unterschiede im Detail aus?

Die Verwechslung von Clementine und Mandarine kommt unter anderem auch daher, dass selbst der Handel es mit der korrekten Bezeichnung nicht immer genau nimmt und übergreifend von Clementinen spricht.

Anderweitig wiederum werden Clementinen, Mandarinen als auch Satsumas gerne unter dem Oberbegriff Mandarinen zusammengefasst.

Die Unterschiede zeigen sich jedoch bei den folgenden Eigenschaften:

  • Ursprünglich stammen die beiden Früchte aus unterschiedlichen Ländern.
  • Die Schale ist unterschiedlich dick.
  • Die Farbe des Fruchtfleischs unterscheidet sich.
  • Die Zahl der Fruchtsegmente variiert.
  • Die eine Frucht weist mehr Kerne auf, als die andere.
  • Der Geschmack ist bei beiden Früchten unterschiedlich.
  • Die Verteilung der Vitamine und weiteren Inhaltsstoffe ist ein wenig anders.

Nachfolgend erläutern wir die Unterschiede im Detail und bieten somit einen noch besseren Überblick.

Alles zur Herkunft

Schon beim lateinischen Namen beider Früchte wird klar, dass sie aus verschiedenen Familien stammen. So werden Clementinen als „Citrus clementina“ bezeichnet, während Mandarinen den Namen „Citrus reticulata“ tragen.

Ursprünglich stammt die Mandarine aus dem Grenzgebiet zwischen Indien und China und verbreitete sich von dort im südostasiatischen Raum. Erstmals wurde sie bereits im 12. Jahrhundert v. Chr. erwähnt. Die Mandarine ist eine Hybridfrucht, die aus der Pampelmuse und einer Wildart entstanden ist. Heutzutage wird sie in Ländern wie Spanien, der Türkei oder Italien gezüchtet und von dort exportiert.

Erhältlich ist sie allerdings vorwiegend im Herbst und Winter. So findet man sie zwischen Oktober und Januar in so gut wie allen Supermärkten.

Die Clementine hingegen wurde von einem Mönch namens Frère Clément entdeckt, der sie aus einer Mandarine und einer Bitterorange züchtete. Als ursprüngliches Herkunftsland wird Algerien angegeben. Kultiviert wird sie heutzutage in Florida, Nordwestafrika und im Süden Europas. Ihre Erntezeit liegt ebenfalls zwischen November und Januar.

Farbunterschiede zwischen Mandarinen und Clementinen

Ein Detail, das vielen erst auf den zweiten Blick auffällt, ist der leichte Farbunterschied. Dieser spiegelt sich nicht nur in der Schale wieder, sondern auch im Fruchtfleisch.

So weist die Schale der Mandarine ein leuchtendes Orange auf, während die der Clementine ein wenig heller und mitunter auch blasser ist. Wird die Schale schließlich entfernt, zeigt sich das strahlend orangene Fruchtfleisch der Mandarine, währenddessen das Fruchtfleisch der Clementine eher gelborange und somit etwas heller ist.

Die Dicke der Schale

Durch die Kreuzung mit der Bitterorange besitzt die Clementine eine etwas dickere Schale als die Mandarine. Somit gilt sie auch als widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen.

Mandarinen weisen manchmal dunklere Flecken auf. Diese sind auf Druckstellen zurückzuführen. Dadurch trocknen die Früchte auch schneller aus.

Die Dicke der Schale wirkt sich übrigens auch auf die Lagerfähigkeit der Früchte aus. Mandarinen können lediglich zwei Wochen gut gelagert werden, ohne dass sie verderben. Bei Clementinen erstreckt sich die Haltbarkeit auf bis zu zwei Monate.

Die Zahl der Fruchtsegmente

Ein deutlicher Unterschied zwischen Mandarine und Clementine zeigt sich in der Zahl der Fruchtsegmente.

  • Mandarinen besitzen grundsätzlich neun Fruchtsegmente.
  • Clementinen weisen dagegen zwischen acht und zwölf Stück auf.

Wer also nicht ganz sicher ist, ob es sich bei der Frucht um eine Mandarine oder Clementine handelt, sollte einfach die Fruchtsegmente zählen.

Mehr oder weniger Kerne

Mandarinen haben eine Eigenschaft, die beim Verbraucher nicht unbedingt gut ankommt: In ihrem Inneren befinden sich oftmals sehr viele Kerne. Dahingegen enthalten Clementinen nur wenige bis gar keine Kerne.

Dies ist übrigens auch mit ein Grund, warum die Mandarine mehr und mehr vom Markt verschwindet. Kunden wünschen sich nämlich immer häufiger Früchte ohne Kerne, da diese beim Essen stören. Allerdings lassen sich aus den Kernen auch wunderbar selber Mandarinbäumchen ziehen.

Mandarine oder Clementine ist Geschmacksache

Ein weiterer Punkt, in dem sich die Früchte deutlich voneinander unterscheiden, ist ihr Geschmack.

So gelten Mandarinen zwar als schmackhafter, weil sie ein gutes Aroma besitzen. Allerdings weisen manche von ihnen auch einen herben Geschmack auf. Bei der Clementine hingegen kann man sich fast immer sicher sein, dass diese sehr süß sind. Dafür büßen sie jedoch auch ein wenig Aroma ein.

Mehr oder weniger Vitamine?

Clementinen und Mandarinen sind auch ein gutes Beispiel dafür, dass nur weil etwas relativ ähnlich aussieht, nicht unbedingt dasselbe drinstecken muss. Dies zeigt sich vor allem in Bezug auf die Inhaltsstoffe.

Mandarinen enthalten einen bedeutend größeren Anteil an Kalium als Clementinen. Allerdings besitzen sie auch einen höheren kalorischen Nährwert. Clementinen wiederum weisen dagegen einen höheren Gehalt an Vitamin C auf als Mandarinen.

Am Ende sind jedoch beide Früchte sehr gesund und einem Verzehr ist absolut nichts entgegenzusetzen.

Als zweifache Mutter lebe ich mit meiner Familie, Hund und Pferden auf dem Land. Nachhaltigkeit und ein angenehmes Miteinander sind mir besonders wichtig und werden in unserem Haushalt täglich vorgelebt. Genau wie meine Leidenschaft fürs Gärtnern und Schreiben.

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