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Medinille vermehren – So klappt’s mit Stecklingen und Abmoosen

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Die Medinille zu vermehren gehört zwar nicht unbedingt zu den leichtesten Aufgaben eines Hobbygärtners, aber es ist möglich. Dafür gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten.

Medinilla vermehren
© Africa Studio – Fotolia.com

Die Medinille ist eine sehr hübsche und aparte Zimmerpflanze, welche allerdings auch ihre Ansprüche stellt und nicht wirklich als pflegeleicht gilt. Auch die Vermehrung ist kein Kinderspiel.

Wer die folgenden Hinweise beachtet, hat jedoch gute Chancen, bei dieser exotischen Blühpflanze für Nachwuchs zu sorgen.

Die Medinille lässt sich auf zwei unterschiedliche Arten vermehren:

  • Stecklinge
  • Abmoosen

Die Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung durch Stecklinge gilt allgemein als einfach und unkompliziert. Werden bestimmte Bedingungen erfüllt, besitzt diese Art der Vermehrung auch bei der anspruchsvollen Medinille durchaus Erfolgspotential.

Zeitpunkt:

Der beste Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung sind die Monate Januar und Februar. Während der Wachstumsphase und während der Blüte sollten keine Stecklinge geschnitten werden.

Nötige Materialien:

  • Stecklinge
  • Vermehrungsbeet
  • Substrat
  • Bewurzlungspulver
  • Abdeckung aus Plastik oder Glas

Anleitung:

❶ Stecklinge schneiden
❷ Schnittstelle abtrocknen lassen
❸ Steckling in Bewurzlungspulver tauchen
❹ Pflanzgefäß mit Substrat füllen
❺ Stecklinge einsetzen
❻ Standortbedingungen beachten
❼ Stecklinge bewurzeln

Die Kopfstecklinge werden im Winter geschnitten. Es sollte noch keine Knospenbildung eingesetzt haben. Ein Steckling sollte etwa acht bis zehn Zentimeter lang sein. Die Erfolgschancen lassen sich verbessern, wenn die Stecklinge vor der Pflanzung in Bewurzlungspulver, wie beispielsweise dieses hier, getaucht werden. Das Pflanzgefäß sollte mit einem Gemisch aus Sand und Torf gefüllt werden. Nachdem die Stecklinge eingesetzt wurden, ist für einen passenden Standort zu sorgen.

» Tipp: Die Bewurzlung wird nur funktionieren, wenn konstant hohe Temperaturen herrschen und auch für eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt wird.

Die Temperaturen sollten sich nicht unter 30 Grad bewegen, besser noch sind Werte um 35 Grad. Da auch eine sehr hohe Luftfeuchte benötigt wird, sollte das Vermehrungsbeet mit einer Abdeckung aus Plastik oder Glas versehen werden.

» Achtung: Die Abdeckung ist täglich zu lüften, damit es im feucht-warmen Klima nicht zu Schimmelbefall kommt.

Die Vermehrung durch Abmoosen

Diese Vermehrungsmethode wird vielleicht im ersten Moment etwas exotisch klingen, hat aber wenig mit der Herkunft der Pflanze zu tun. Abmoosen ist ein Begriff, der entstand, als man einst aus der Not eine Tugend machte. Wo heute auch Zellstoff verwendet werden kann, nutzte man früher eine Hülle aus Leder, welche mit Moos gefüllt wurde.

Im Prinzip ist Abmoosen mit der Vermehrung durch Absenker vergleichbar. Diese Methode ist geläufiger. Dabei wird ein Strang direkt von der Pflanze in den Boden geleitet und mit Erde bedeckt. Die Triebspitze schaut heraus und der unterirdische Teil bewurzelt. Später wird dann die bewurzelte Pflanze von der Mutterpflanze getrennt und separat herangezogen.

Zeitpunkt:

Für diese Methode der Vermehrung erscheinen die Monate März und April besonders geeignet.

Nötiges Material:

  • scharfes Messer
  • Bewurzlungspulver
  • Moos oder Zellstoff
  • wasserdichtes Behältnis

Anleitung:

Zum Abmoosen geeignet sind mehrjährige Zweige. Der ausgewählte Zweig wird nach der Austriebstelle bis etwa zur Mitte schräg eingeschnitten. Der Spalt sollte offen bleiben und gut sichtbar sein. Damit die Bewurzlung vorangetrieben wird, ist Bewurzlungspulver aufzutragen. Nun wird die offene Schnittstelle gut in Moos oder auch in Zellstoff eingepackt.

» Tipp: Moos wurde seit jeher zum Abmoosen verwendet und besitzt die Fähigkeit, fremde Pflanzen beim Wurzelwachstum zu unterstützen.

Nun gilt es, den verpackten Trieb gleichmäßig feucht zu halten. Um sich dies zu vereinfachen, kann ein Plastikbecher als Hülle dienen. Das Gefäß wird seitlich aufgeschnitten und mit Hilfe eines mittigen Sternschnittes am Ast befestigt. Der längs geführte Schnitt wird wieder mit Klebeband verschlossen und der Becher mit Erde aufgefüllt. Nun kann beim Gießen nichts mehr danebengehen.

» Tipp: Durchsichtige Becher haben den positiven Nebeneffekt, die Bewurzlung beobachten und kontrollieren zu können.

Dauer des Abmoosens:

Dies ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich. Während es zum Beispiel bei Feigenbäumen nur wenige Wochen dauert, können bei der Medinille einige Monate vergehen, bis sich das Wurzelgeflecht bis zum Rand des Bechers vorgearbeitet hat.

Was passiert danach?

Haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, wird der neue Trieb einfach oben und unten abgeschnitten. So ist eine neue kleine Pflanze entstanden, welche nun ein eigenes Pflanzgefäß erhält und separat kultiviert werden kann.

Die Vor- und Nachteile der Vermehrungsarten

Stecklingsvermehrung

» Vorteile:

  • Die Stecklingsvermehrung ist einfach und unkompliziert.
  • Es können zeitgleich mehrere Stecklinge geschnitten werden. Dies kann sehr gut mit dem Umtopfen oder Zurückschneiden der Pflanze verbunden werden.
  • Die Stecklinge können sofort in das Substrat gesetzt werden.
  • Es lassen sich einfach mehrere Stecklinge gewinnen.

» Nachteile:

  • Es fallen für das Bewurzlungspulver, das Substrat oder das Vermehrungsbeet Mehrkosten an.
  • Die Stecklinge wurzeln nur bei konstanten Temperaturen von mehr als 30 Grad.
  • Es muss für eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt werden.
  • Es müssen mehrere Stecklinge geschnitten werden, die Ausfallquote ist hoch.

Abmoosen

» Vorteile:

  • Die Erfolgsquote beim Abmoosen ist vergleichsweise hoch.
  • Hat ein Trieb Wurzeln geschoben, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit auch gut anwachsen.
  • Es fallen keine Mehrkosten an.

» Nachteile:

  • In der Regel erhält man nur eine neue Pflanze.
  • Das Abmoosen ist aufwendig und langwierig.
  • Die Pflanze wird für einige Zeit durch den entstandenen Pfropf optisch eher unansehnlich.
  • Es dauert Monate, bis die Wurzeln hinreichend ausgebildet sind.

Foto1: © Africa Studio - Fotolia.com

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