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Rhabarber verfrühen – So wird’s gemacht

Wussten Sie, dass Sie Rhabarber mit einem ganz einfach Trick bis zu vier Wochen früher ernten können? Nein? Dann möchten wir Ihnen diesen Trick natürlich nicht vorenthalten.

Rhabarber verfrühen
© RW Jemmett / stock.adobe.com

Wer gerne und viel Rhabarber isst und diesen auch noch selbst im Garten anbaut, der kann es oft kaum erwarten bis die Stangen endlich reif sind und man sich ab dem Frühsommer wieder leckeren Rhabarberkuchen backen kann. Frisch aus dem Garten schmeckt es einfach doppelt so gut als beim Bäcker um die Ecke. So ist es doch aber immer mit Obst und Gemüse. Aus dem eigenen Garten schmeckt es einfach immer viel besser.

Doch was, wenn die Rhabarberernte noch ein wenig auf sich warten lässt, der Appetit danach aber schon riesig ist? Dann machen Sie sich die Eigenschaften der robusten Rhabarberpflanze zu Nutze und verfrühen Sie diese doch einfach. So können Sie mit wenig Aufwand schon bis zu vier Wochen eher frischen Rhabarber aus dem eigenen Garten genießen. Wie genau das Verfrühen funktioniert und was Sie zum Forcieren bzw. Bleichen (wie das Verfrühen unter passionierten Gärtnern auch genannt wird) benötigen, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Wie funktioniert das Verfrühen von Rhabarber?

Das Forcieren bzw. Bleichen von Rhabarber funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip: Über den noch im Boden ruhenden Rhabarber wird ein hohes Terrakottagefäß mit Deckel gestülpt. Dieses wiederum erwärmt sich in der Sonne, speichert die Wärme über Stunden und sorgt so dafür, dass der Rhabarber früher austreibt. Ein weiterer Vorteil ist die Dunkelheit im Terrakottagefäß. Denn auf der Suche nach Licht, schießen die Rhabarberpflanzen schneller in die Höhe.

Rhabarber verfrühen – Schritt für Schritt erklärt

Forciertopf
© hubb67 / stock.adobe.com

Für das Verfrühen benötigen Sie zunächst einmal ein Gefäß, dass Sie über den Rhabarber stülpen können. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Regenwassertonne sehr gut. Allerdings müssen Sie dann für ein Loch im Boden sorgen, denn ohne eine ausreichende Belüftung wird die Pflanze nicht wachsen bzw. anfangen zu faulen. Dieses Loch decken Sie anschließend am besten einfach mit einer schwereren Platte ab. Wer es sich einfacher machen möchte, der kann natürlich auch einen großen Pflanzkübel von mindestens 50 cm Höhe nutzen. Oder aber Sie verwenden für das Verfrühen einen speziell dafür vorgesehenen Forciertopf. Anschließend gehen Sie beim Verfrühen wie folgt vor:

  1. Bedecken Sie die Rhabarberpflanze im Februar mit trockenem Stroh.
  2. Stülpen Sie den Forciertopf über die Pflanze.
  3. Versorgen Sie die Pflanze regelmäßig mit Wasser.
  4. Zwischendurch können Sie immer mal wieder ein paar Stangen vom Rhabarber ernten.
  5. Im Frühjahr können Sie den Forciertopf dann wieder entfernen.

Kleiner Tipp:
Möchten Sie in den nächsten Jahren noch mehr Rhabarber genießen, dann können Sie im Herbst Ihren Rhabarber teilen. In den ersten beiden Jahren ist es jedoch ratsam von der umgesetzten Rhabarberpflanze zunächst einmal nichts zu ernten, da die Pflanze eine Schonzeit benötigt. Aber danach steht dem leckeren Rhabarbergenuss nichts mehr im Weg.

Gebleichter Rhabarber schmeckt milder

Gebleichter Rhabarber
© Larkspur / stock.adobe.com

Wenn Sie nun das erste Mal Rhabarber unter einem Terrakottagefäß verfrühen, werden Sie schnell feststellen, dass dieser etwas anders aussieht als „normaler“ Rhabarber. Um genau zu sein heller. Statt kräftig grüne Blätter und knallig rote Rhabarberstangen besitzt die verfrühte Variante gelbe Blätter und rosafarbene Stangen. Das liegt lediglich daran, dass den Blättern durch die Dunkelheit das Chlorophyll fehlt. Deshalb spricht man auch von gebleichtem Rhabarber.

Und noch etwas ist anders beim forcierten Rhabarber – der Geschmack. Denn nicht nur die Farbe der Pflanze ist abgeschwächt, sondern auch der Geschmack. Denn verfrühter Rhabarber schmeckt milder, weniger bitter und enthält auch weniger Säure.

Hier noch ein interessantes Video zum Thema Rhabarber verfrühen:

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2 Kommentare

  1. Den Ernteschluss für Rhabarber nur am Kalender festzumachen ist nicht empfehlenswert. Da der Oxalsäuregehalt in der Pflanze mit der Blütenbildung steigt, muss man u.U. schon früher die Ernte der Rhabarberstangen beenden. Alternative (besonders für sehr früh blühende Sorten): die Blütenstängel ausbrechen, sobald sie sich zeigen.

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