Die Teilung hat gleich zwei Vorteile. Sie verjüngt einen alten Rhabarberstock und liefert gleichzeitig mehrere neue Pflanzen. Mit einem scharfen Spaten und etwas Kraft ist die Arbeit schnell erledigt.
Rhabarber (Rheum rhabarbarum) bleibt viele Jahre am selben Platz stehen und entwickelt dabei einen kräftigen Wurzelstock. Irgendwann zeigt sich das Alter jedoch, und die Mitte des Stocks wird zunehmend kahl, neue Triebe erscheinen vor allem am Rand und die Stangen fallen schwächer aus. Spätestens dann lohnt es sich, den Rhabarber zu teilen und an einem gut vorbereiteten Standort neu einzupflanzen. Etwas Aufmerksamkeit verdienen die Teilstücke selbst, denn nicht jedes Stück des alten Wurzelstocks eignet sich für einen kräftigen Neuaustrieb.
Wann sollte Rhabarber geteilt werden?
Der beste Zeitpunkt zum Teilen liegt im Herbst, sobald die Blätter einziehen. Meist ist das zwischen September und Oktober der Fall. Die oberirdischen Pflanzenteile verlieren dann ihre Kraft, während der ausdauernde Wurzelstock im Boden erhalten bleibt. Nach der Teilung ist der Boden noch warm genug, damit sich vor dem Winter neue Wurzeln bilden. Gleichzeitig verdunstet die Pflanze ohne ihre großen Blätter viel weniger Wasser.
Ein fester Kalendertermin ist dafür nicht nötig. Die Pflanze selbst zeigt den passenden Zeitpunkt. Werden die Blätter gelb oder braun und ziehen langsam ein, lässt sich der Wurzelstock gut ausgraben.
Eine Neupflanzung von Rhabarber ist auch im zeitigen Frühjahr möglich. Für die Teilung eines großen, älteren Stocks bietet der Herbst jedoch besonders günstige Bedingungen.
Wie oft sollte Rhabarber geteilt werden?
Ein kräftiger Rhabarber darf mehrere Jahre ungestört wachsen. Nach etwa sechs bis zehn Jahren lohnt sich ein Blick auf den Stock.
Typische Anzeichen für eine notwendige Verjüngung sind:
- eine zunehmend kahle Mitte des Wurzelstocks,
- weniger neue Austriebe,
- dünnere Stangen trotz guter Versorgung,
- oder ein sehr großer, dicht gewachsener Pflanzenstock.
Allein das Alter gibt dabei nicht den Ausschlag. Ein vitaler Rhabarber mit kräftigen Stangen braucht nicht vorsorglich nach wenigen Jahren geteilt zu werden.
Rhabarber teilen und vermehren
Vor dem Ausgraben wird zunächst der neue Pflanzplatz vorbereitet. So liegen die freigelegten Wurzeln später nicht unnötig lange offen. Für die Arbeit eignen sich ein stabiler Spaten oder eine Grabegabel, ein scharfes Messer für beschädigte Wurzeln und eine Schubkarre für besonders schwere Wurzelstöcke.

1. Rhabarber großzügig ausgraben
Stechen Sie rund um den Rhabarberstock mit ausreichend Abstand in den Boden. Ein älterer Rhabarber bildet ein großes, tief reichendes Wurzelsystem und lässt sich selten mit einem einzigen Spatenstich herausheben.
Lockern Sie den Wurzelstock zunächst von mehreren Seiten. Eine Grabegabel schont dabei viele der stärkeren Wurzeln. Anschließend lässt sich der Stock Stück für Stück aus dem Boden heben.
Alte Blätter und abgestorbene Pflanzenteile dürfen vorher entfernt werden.
2. Wurzelstock genau ansehen
Nach dem Ausgraben sind die jungen Austriebsbereiche meist gut von älteren Teilen zu unterscheiden. Besonders interessant sind die kräftigen äußeren Bereiche mit gut entwickelten Knospen.
Sehr alte Rhabarberstöcke werden im Zentrum mitunter dunkel, trocken oder morsch. Solche eignen sich nicht zur Vermehrung und werden entfernt.
Kontrollieren Sie außerdem die Wurzeln. Verletzte, faulige oder abgestorbene Stellen werden mit einem sauberen Messer bis ins gesunde Gewebe zurückgeschnitten.
3. Rhabarber in kräftige Teilstücke teilen
Setzen Sie einen scharfen Spaten zwischen den Austriebsstellen an und teilen Sie den Wurzelstock mit einem kräftigen Stich.
Jedes neue Teilstück benötigt einen gesunden Abschnitt des Rhizoms, kräftige Wurzeln und gut entwickelte Austriebsknospen. Mehrere kräftige Austriebsknospen sind optimal, denn sie besitzen mehr gespeicherte Reserven und treiben daher kräftiger aus.
Als Orientierung kann ein Teilstück ungefähr 10 bis 15 cm lang sein oder 400 bis 500 g wiegen. Festlegen muss man sich jedoch nicht. Bei besonders großen Rhabarberstöcken fallen die Stücke entsprechend kräftiger aus. Entscheidend ist weniger ein exaktes Gewicht als ein vitaler Wurzelabschnitt mit gesunden Austrieben.
Sehr kleine Wurzelstücke ohne erkennbare Knospe werden aussortiert.
4. Schnittstellen kurz abtrocknen lassen
Beim Teilen entstehen größere Wundflächen am fleischigen Rhizom. Lassen Sie diese vor dem Pflanzen kurz antrocknen. Dadurch schließen sich die frischen Schnittflächen etwas und sind weniger anfällig für Fäulnis.
Stundenlang in der Sonne liegen müssen die Teilstücke dafür nicht. Die Wurzeln dürfen nicht vollständig austrocknen.
Welcher Standort eignet sich für geteilten Rhabarber?
Rhabarber bildet große Blätter und beansprucht mit den Jahren erstaunlich viel Raum. Planen Sie für eine ausgewachsene Pflanze etwa 1 m² Fläche ein.
Ein sonniger Standort fördert kräftige Stangen und hohe Erträge. Leichter Halbschatten wird ebenfalls vertragen. Ebenso stark wie auf das Sonnenlicht reagiert Rhabarber auf den Boden. Als Starkzehrer bevorzugt er:
- einen tiefgründig gelockerten Boden,
- einen hohen Humusanteil,
- eine gute Nährstoffversorgung,
- gleichmäßige Bodenfeuchte,
- einen Wasserabzug ohne Staunässe.
Setzen Sie die Teilstücke nicht wieder an dieselbe Stelle, sondern in einen frisch vorbereiteten Boden. Eine Anbaupause von 5 Jahren am gleichen Pflanzplatz hat sich auch in Hinsicht auf Schädlinge bewährt.
Boden und Pflanzloch vorbereiten
Lockern Sie den Boden großzügig und tief. Rhabarber gehört zu den Tiefwurzlern und profitiert nicht von einem kleinen Pflanzloch, das lediglich der Größe des Teilstücks entspricht.
Reifer Kompost verbessert den Humusgehalt und versorgt den neuen Rhabarber mit Nährstoffen. Vermischen Sie ihn mit dem vorhandenen Gartenboden, anstatt das Rhizom direkt in eine dicke Schicht aus reinem Kompost zu setzen.
Schwere, verdichtete Böden werden gründlich gelockert. Bleibt Wasser nach Regen lange im Pflanzloch stehen, ist der Standort ungünstig. Staunässe fördert Fäulnis am Wurzelstock.
Wie tief wird geteilter Rhabarber gepflanzt?
Setzen Sie das Rhizom nur flach ein. Die Austriebsknospen liegen unmittelbar an beziehungsweise knapp unter der Erdoberfläche. Zu tief gesetzter Rhabarber treibt schlecht aus und reagiert in nassem Boden empfindlicher auf Fäulnis.
Verteilen Sie die Wurzeln locker im Pflanzloch, füllen Sie Erde ein und drücken Sie diese vorsichtig an. Zum Schluss wird gründlich angegossen. So schließen sich Hohlräume zwischen Erde und Wurzeln.
💡 Tipp: Eine dünne Mulchschicht aus einem geeigneten organischem Material hält die Feuchtigkeit länger im Boden. Die Austriebsknospen selbst bleiben dabei frei.
Welchen Pflanzabstand benötigt Rhabarber?
Zwischen zwei Rhabarberpflanzen sollte rund 1 m Platz bleiben. Große Sorten brauchen entsprechend mehr Raum.
Der Abstand wirkt beim Pflanzen zunächst großzügig. Bereits nach wenigen Jahren beanspruchen die großen Blattstiele und Blätter jedoch einen beträchtlichen Teil des Beetes. Zu eng gesetzte Pflanzen konkurrieren um Licht, Wasser und Nährstoffe.
Pflege nach dem Teilen
Frisch geteilter Rhabarber benötigt zunächst einen gleichmäßig feuchten Boden. Kontrollieren Sie den Boden in trockenen Herbstwochen regelmäßig und gießen Sie bei Bedarf nach.
Eine starke zusätzliche Düngung direkt nach der Pflanzung ist bei einem gut mit Kompost vorbereiteten Boden nicht nötig. Im Frühjahr erhält die Pflanze zum Austrieb erneut organische Nährstoffe, etwa durch reifen Kompost.
💡 Tipp: Ein besonderer Winterschutz ist bei eingewachsenen Rhabarberpflanzen normalerweise nicht erforderlich. Das Rhizom ist winterhart und überdauert die kalte Jahreszeit im Boden.
Wann darf geteilter Rhabarber wieder geerntet werden?
Im ersten Jahr nach der Teilung bleibt der Rhabarber vollständig von der Ernte verschont. Die Pflanze nutzt ihre Blätter, um Reservestoffe zu bilden und ein kräftiges Wurzelsystem aufzubauen. Eine frühe Ernte schwächt das frisch gesetzte Rhizom unnötig.
Im zweiten Standjahr ist bereits eine kleine Ernte möglich. Entfernen Sie dabei nur einzelne kräftige Stangen und beenden Sie die Ernte etwa Mitte Mai. Danach sammelt die Pflanze neue Reserven für das kommende Jahr. Ab dem dritten Standjahr beginnt wieder die reguläre Erntezeit. Sie endet spätestens am 24. Juni, dem Johannistag.
💡 Tipp: Soll nur ein weiterer Rhabarber entstehen und die alte Pflanze weiterhin beerntet werden, muss nicht zwingend der komplette Stock ausgegraben werden. Bei einer kräftigen Pflanze lässt sich am Rand ein geeignetes Stück mit Knospen abstechen. Ein großer, gut eingewurzelter Teil der Mutterpflanze bleibt dabei unberührt.
Häufige Fehler beim Teilen von Rhabarber
- Zu kleine Teilstücke verwenden
Ein winziges Stück Rhizom besitzt nur geringe Reserven. Kräftige Wurzelstücke mit deutlich sichtbaren Austriebsknospen wachsen zuverlässiger an. - Alte und morsche Wurzelteile wieder einpflanzen
Das Ziel der Teilung ist die Verjüngung. Dunkle, abgestorbene oder morsche Bereiche des alten Stocks gehören deshalb nicht in das neue Pflanzloch. - Rhabarber zu tief setzen
Die Austriebsknospen gehören dicht an die Bodenoberfläche. Ein tief vergrabener Wurzelstock startet schlechter und ist bei feuchtem Boden stärker durch Fäulnis gefährdet. - Zu wenig Platz einplanen
Der kleine Wurzelabschnitt täuscht leicht darüber hinweg, wie groß die Pflanze später wird. Rund 1 m² je Pflanze verhindert, dass sich mehrere Rhabarberstöcke nach wenigen Jahren gegenseitig bedrängen. - Im ersten Jahr kräftig ernten
Jeder entfernte Blattstiel nimmt der frisch geteilten Pflanze Blattfläche für die Bildung neuer Reserven. Eine Erntepause unterstützt deshalb den Aufbau eines kräftigen neuen Stocks.
Lohnt sich das Teilen eines alten Rhabarbers?
Besonders sinnvoll ist die Teilung, wenn die Pflanze von innen verkahlt, nur noch am Rand kräftig austreibt oder ohnehin an einen anderen Standort ziehen soll. Aus einem einzigen alten Wurzelstock entstehen auf diese Weise mehrere junge Rhabarberpflanzen, ohne dass eine neue Pflanze gekauft werden muss. So wachsen daraus in den nächsten Jahren wieder stattliche Rhabarberstöcke.








2 Kommentare
Gute Tipps.
Auf den Mangold vom Bild treffen sie aber nicht zu.
Bei der Fotoauswahl ist uns versehentlich ein Irrtum unterlaufen. Inzwischen wurde der Fehler behoben.