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Speierling pflanzen – Standort, Boden, Pflanzanleitung und Pflege

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Der Speierling zählt zu den seltensten und zugleich attraktivsten in Deutschland vorkommenden Baumarten. Wer ihn pflanzt, trägt somit zur Erhaltung der Art bei.

Speierling pflanzen
© Andrea Geiss – Fotolia.com

Seit mehr als tausend Jahren wird die Pflanze kultiviert. Einst war sie in den Dörfern und auf den Höfen nicht wegzudenken. In Deutschland kommt die Wärme liebende Pflanze vorwiegend in Weinbauregionen vor. Das Rosengewächs entstammt der selben Familie wie die Eberesche. Die Bäume können in unseren Breiten bis zu 20 Meter hoch wachsen und bilden ausladende Kronen. Der Speierling besitzt viele Bezeichnungen, die auf die frühere Bekanntheit schließen lassen:

  • Spierbaum
  • Schmerbirne
  • Sperberbaum
  • Spierapfel
  • Spierling
  • Sperbelbaum

Der Speierling – seltener Gast im heimischen Garten

Vor wenigen Jahrzehnten war der Sperberbaum in Deutschland quasi vom Aussterben bedroht. In den 1980er Jahren wurden deshalb umfangreiche Nachzuchtmaßnahmen ergriffen. Im Jahre 1993 wurde der Speierling dann zum Baum des Jahres gewählt.

Da die Pflanzen in heimischen Gärten noch immer äußerst selten anzutreffen sind, sichern Sie doch den Fortbestand der Art und bescheren Sie auch Ihren Nachkommen noch Aussicht auf die gelbroten Früchte und die hübsche Herbstfärbung. Speierlinge können nämlich mehr als 150 Jahre alt werden.

Doch passen Sie auf: Der Speierling wird schnell mal mit der artverwandten Eberesche verwechselt. Während die Vogelbeere behaarte, schwarzbraune Knospen besitzt, verfügt der Sperling über unbehaarte, grünlichbraune und leicht klebrige Knospen.

Wo kann man Speierlinge kaufen?

Da ein Speierling nicht mit einem herkömmlichen Apfel- oder Birnbaum zu vergleichen ist und nicht in jedem Pflanzenmarkt angeboten wird, sind auf die Aufzucht spezialisierte Baumschulen der richtige Ansprechpartner. Stammt das Saatgut von vitalen Mutterpflanzen, welche auf ihre Eignung zur Nachzucht hin geprüft wurden, haben Sie den Vorteil, dass Sie kräftige Pflanzen erhalten werden, die sich einfach kultivieren lassen und gut anwachsen. Es empfiehlt sich generell, kräftige Containerpflanzen zu kaufen. Ältere Bäume mit kräftigen Wurzelballen wachsen schließlich weit besser an, als kleine und schwache Pflänzchen, die zudem häufig von Pilzkrankheiten befallen sind.

Den passenden Standort auswählen

In Weinbaugebieten herrschen die bevorzugten klimatischen Bedingungen für den Speierling. Die erste Grundregel für die Anpflanzung lautet: Speierlinge benötigen viel Platz. Als Solitärpflanze kann der Sporapfel bis zu 20 Meter hoch wachsen. Möchten Sie keine ausladende Krone, sondern den Baum gezielt für die Obstgewinnung im Nutzgarten einsetzen, werden Schnittmaßnahmen erforderlich und es bietet sich an, veredelte Pflanzen zu kaufen.

Die Pflanzen benötigen zudem viel Licht, Wärme und Raum. Dennoch werden die Bäume recht langsam wachsen und können sich daher auch im Kleingarten über mehrere Jahre als Obstbaum etablieren. Ältere Pflanzen lassen sich hingegen nur schwer umpflanzen. Das sollten Sie bei der Standortwahl auf jeden Fall bedenken.

Die Bodenqualität berücksichtigen

Speierlinge benötigen einen nährstoffreichen Boden. Warme und trockene Böden mit einem hohen Kalkanteil vertragen sie zum Beispiel sehr gut. Abzuraten ist von sandigen Böden und einem schweren und feuchten Substrat. Besonders Jungpflanzen reagieren empfindlich auf Staunässe. Das können Sie durch Anlegen einer Drainage direkt beim Pflanzen vermeiden.

Da der Baum bereits seid tausend Jahren kultiviert wird, kann das natürliche Verbreitungsgebiet nicht genau bestimmt, sondern allenfalls grob eingekreist werden. Hauptsächlich ist die Pflanze in folgenden Regionen anzutreffen:

  • Balkan
  • Halbinsel Krim
  • Ostspanien
  • Kleinasien

In Deutschland herrschen im südwestlichen Raum die besten Standortbedingungen. Natürliche Bestände von etwa 2.500 Exemplaren sind in Bayern und Baden-Württemberg anzutreffen. Beispielsweise im Moseltal, Neckartal und Rheintal sowie in Unterfranken und im Taunus.

Wann sollten Speierlinge gepflanzt werden?

Die ideale Pflanzzeit für den Speierling ist der Herbst. Durch die Winterfeuchte ist ein optimaler Bodenschluss gewährleistet. Bereits im März werden die Wurzeln dann ihre Aktivität aufnehmen. Pflanzen Sie die Bäume im Frühling, müssen Sie die Pflanzen besonders gut angießen und einschlämmen.

So pflanzen Sie Speierlinge richtig:

  1. Standort auswählen.
  2. Wurzelballen wässern.
  3. Boden vorbereiten.
  4. Steine und Unkraut entfernen.
  5. Kompost oder Mist als Langzeitdünger einbringen.
  6. Pflanzloch in dreifacher Größe des Wurzelballens ausheben.
  7. Pflanze einsetzen.
  8. Pflanzloch mit Erde auffüllen.
  9. Boden gut andrücken.
  10. Pflanze ausreichend wässern.

Damit die jungen Pflanzen nicht umknicken können, sollten sie einen Stab als Stütze erhalten.

So pflegen Sie die Jungpflanzen richtig

❍ Verbiss-Schutz gegen Nagetiere anlegen:

Mag es sich auch um einen robusten und langlebigen Baum handeln, so sind die Jungpflanzen dennoch recht empfindlich und anfällig für Krankheiten. Die Wurzeln sind zudem häufig das Ziel von Mäusen und anderen Nagetieren. Es bietet sich daher an, einen Verbiss-Schutz anzulegen. Das sollte direkt beim Pflanzen geschehen. In das ausgehobene Pflanzloch dazu einfach einen engmaschigen, kleinen Drahtkorb legen. Oberirdisch eignet sich Kaninchendraht als Verbiss-Schutz. Dieses können Sie direkt am Stützpfeiler anbringen.

❍ Breitbandfungizid gegen Schorfpilze einsetzen:

Junge Pflanzen zeigen sich anfällig gegenüber Schorfpilzen. In den ersten Jahren bietet sich deshalb der Einsatz eines Breitbandfungizids an. Die Knospen nach ihrem Austrieb einfach mit einem auch gegen Apfelschorf eingesetzten Mittel behandeln.

❍ Früchte vor Vögeln schützen:

Speierlinge wachsen recht langsam und benötigen in den ersten Jahren regelmäßige Bewässerung. Ältere Pflanzen vertragen hingegen auch längere Trockenperioden. Mit den Jahren bilden sich nämlich trockenheitsresistente Pfahlwurzeln aus. Ältere Pflanzen benötigen deshalb oftmals auch keine weiteren Schutzmaßnahmen. Die Früchte des Speierlings sind jedoch häufig das Ziel von Vögeln. Wer die Früchte verwenden möchte, kann sich hier mit einem Netz behelfen.

Speierling pflanzen – Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:

+ Der Speierling ist ein seltener Baum, der mit Sicherheit Blicke auf sich zieht.
+ Die Früchte lassen sich verwerten und zum Beispiel zu Obstbrand verarbeiten.
+ Die Bäume sind wuchsfreudig und langlebig.

Nachteile:

– Die Pflanzen benötigen viel Platz. Solitärpflanzen werden bis 20 Meter hoch.
– Zur Obstgewinnung sind regelmäßige Schnittmaßnahmen notwendig.
– Die Pflanzen sollten von renommierten Baumschulen stammen.
– Junge und schwache Speierlinge sind anfällig für Pilzerkrankungen.


Foto1: © Andrea Geiss - Fotolia.com

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