Es hört sich komisch an, aber die Umfallkrankheit gibt es wirklich. Diese befällt vor allem Jungpflanzen, die man ausgesät hat und die gerade als Keimlinge einige Zentimeter groß sind.

Ursachen der Umfallkrankheit

Die Umfallkrankheit, auch bekannt als Auflaufkrankheit, Schwarzbeinigkeit oder Wurzelbrand, wird durch verschiedene Bodenpilze verursacht. Diese Pilze greifen den Wurzelhals der jungen Pflanzen an, was dazu führt, dass die Sämlinge oder Keimlinge umfallen und absterben. Oft haben die infizierten Jungpflanzen einen dunkel verfärbten Wurzelhals. Schuld daran sind Bodenpilze wie Pythium, Rhizoctonia und Fusarium. Diese Schadpilze gedeihen besonders gut in feuchtem und schlecht belüftetem Boden.

Dabei ist es ganz unabhängig davon, um welche Pflanzenart es sich handelt – die Umfallkrankheit kann jede Pflanze erwischen. Besonders betroffen sind wärmeliebende Kulturen wie Tomaten, Gurken, Basilikum und Chili.

Gefahren in Aussaatgefäßen

Man sollte eigentlich meinen, dass Pflanzen, die man in Aussaatgefäßen groß ziehen will, besonders geschützt sind, doch da irrt man sich. Denn vor allem in Gefäßen, die aus recycelbaren Materialien wie Eierkartons oder Pappe bestehen, können sich solche Pilze verbreiten. Ist das mal geschehen, dann sind auch meist die noch gesund aussehenden Pflanzen bald betroffen. Wenn die ersten Pflanzen umfallen und absterben, dann ist der Rest meist nicht mehr zu retten.

Vorbeugung der Umfallkrankheit

Umfallkrankheit
Von der Umfallkrankheit sind vor allem Jungpflanzen betroffen | © iMarzi / stock.adobe.com

Damit Ihre Pflanzen gesund bleiben, können folgende Maßnahmen helfen.

Sauberkeit ist das A und O:
Verwenden Sie lieber Kunststoff-Aufzuchtbehälter und desinfizieren Sie diese vor der Pflanzung mit heißem Wasser. Behälter aus recycelbaren Materialien wie Eierkartons oder Pappe können Pilzbefall begünstigen.

Optimale Keimbedingungen:
Achten Sie darauf, dass die Temperatur für die Keimung ideal ist und gießen Sie regelmäßig, aber nicht zu viel. Eine gute Belüftung ist ebenfalls wichtig.

Wärme:
Zu warme Bedingungen ohne ausreichende Belüftung fördern die Verbreitung der Pilze. Eine Abdeckhaube im Minigewächshaus sollte genügend Luft durchlassen.

Sterile Erde verwenden:
Nutzen Sie nur sterile Erde, um das Risiko einer Pilzinfektion zu minimieren. Hervorragend eignet sich Anzuchterde, diese ist nährstoffarm und bestens auf die Bedürfnisse der Jungpflanzen ausgerichtet.

Lichtverhältnisse verbessern:
Stellen Sie sicher, dass die Keimlinge ausreichend Licht bekommen, um Vergeilung zu vermeiden, denn dann sind die Pflanzen anfälliger.

Rechtzeitig pikieren:
Pikieren Sie die Keimlinge rechtzeitig, damit sie genügend Platz haben. Das Umsetzen in einzelne Töpfe fördert stabile Wurzelballen und reduziert damit die Anfälligkeit für Krankheiten.

Was tun gegen Umfallkrankheit?

Es gibt leider keine wirksamen Fungizide oder Behandlungen gegen die Umfallkrankheit, die Ihre Pflanzen noch retten können. Wenn Sie bemerken, dass Ihre Pflanzen umkippen, sollten Sie jedoch schnell handeln:

Befallene Pflanzen entfernen:
Ziehen Sie die betroffenen Pflanzen sofort aus dem Boden und entsorgen Sie diese, um zu verhindern, dass sich die Krankheit auf andere Pflanzen ausbreitet.

Infizierte Erde nicht wiederverwenden:
Verwenden Sie die Erde, in der die kranken Pflanzen gewachsen sind, nicht für neue Aussaaten, da sie immer noch Pilzsporen enthalten kann. Stattdessen können Sie die Erde im Garten verteilen, wo sie weniger Schaden anrichtet.

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Ringo von Gartentipps.com

Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

Ein Kommentar

  1. Trichotherma im Gießwasser für die Sämlinge gibt anderen Pilzen keine Chance!

    Ausserdem kann man Schachtelhalm dazu geben….

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