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Vietnamesischer Koriander – Geheimtipp im Kräutergarten

Koriander kennen wir alle. Kennen Sie aber auch den Vietnamesischen Koriander? Dabei handelt es sich um eine echte Rarität, die bei uns immer häufiger angepflanzt wird.

Vietnamesischer Koriander
Vietnamesischer Koriander: Hat einen exotisch pfeffrigen Geschmack (© sakchaiphoto / stock.adobe.com)

Sowohl in der Küche als auch im Garten probieren wir Hobbygärtner gerne immer mal wieder etwas Neues aus. Wer mal ein Kraut testen möchte, das hierzulande noch sehr selten und entsprechend schwer zu bekommen ist (zumindest im frischen Zustand), der sollte sich eine Pflanze namens Vietnamesischen Koriander (Persicaria odorata) nach Hause holen. Bei dieser Gewürzpflanze handelt es sich um eine echte Rarität. In Asien (seinem Heimatland) ist das Kraut schon weit verbreitet. Bei uns hingegen gilt es noch als Besonderheit.

Wie schmeckt Vietnamesischer Koriander?

Vietnamesischer Koriander hat einen interessanten Geschmack. Er schmeckt nach Koriander in abgemilderter Form und leicht nach Pfeffer. Gerichte bekommen somit also das gewisse Etwas. Sie können ihn beispielsweise zum Aufpeppen von Salaten, asiatischen Gerichten oder Fisch- und Fleischspeisen verwenden. Probieren Sie ihn doch einfach mal aus, vielleicht kommen Sie ja auf den Geschmack. Der Anbau ist auch recht einfach.

Anbau von Vietnamesischen Koriander

Standort:

Die 50 – 60 cm hoch wachsende Pflanze stammt ursprünglich aus tropischen Gebieten und mag deshalb bevorzugt viel Licht und Wärme. Ein halbschattiges Plätzchen wäre aber auch noch in Ordnung. Es empfiehlt sich generell aber immer, den Vietnamesischen Koriander im Topf anzupflanzen. So kann er im Sommer im Freien stehen und in der kalten Jahreszeit im Haus überwintern. Die aromatische Gewürzpflanze ist schließlich nicht winterhart.

So wird er angepflanzt:

1Möchten Sie den Vietnamesischen Koriander in einen Topf pflanzen, dann verwenden Sie als Substrat am besten eine Fertigmischung für Kräuter und Gemüse. Wenn dann nicht mehr mit Frost zu rechnen ist bzw. ist es gerade mitten im Sommer, können Sie die Gewürzpflanze im Garten oder auf dem Balkon platzieren.

2Anschließend ist es wichtig, dass Sie den Vietnamesischen Koriander gleichmäßig feucht halten. Der Boden darf also nicht austrocknen. Sollten Sie mal zu viel Wasser verabreichen, dann ist das auch nicht weiter schlimm. Der Vietnamesische Koriander verträgt das.

3Zudem kann es nicht schaden, wenn Sie ihn auch ab und zu mal düngen. Beim Anpflanzen im Frühjahr empfiehlt es sich zum Beispiel etwas Kompost in die Erde einzuarbeiten. Anschließend ist es ratsam von April bis September auf organischen Flüssigdünger zurückzugreifen. Diesen müssen Sie dann einmal monatlich verabreichen. Im Winter reicht es jedoch aus, wenn Sie ihn alle 8 Wochen düngen.

4Ist der Winter gekommen, dann stellen Sie die Gewürzpflanze an ein warmes und helles Plätzchen im Haus. Erst, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen Sie den Koriander wieder in den Garten stellen. Kleiner Tipp: stellen Sie die Töpfe doch einfach in die Blumenkästen auf dem Balkon. Das sieht sehr schön aus.

So können Sie den Vietnamesischen Koriander vermehren

Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, der kann in der Regel gar nicht genug vom Vietnamesischen Koriander bekommen. Deshalb ist es immer gut zu wissen, wie man ihn vermehren kann. Das ist an sich ein wahres Kinderspiel und schnell gemacht. Gehen Sie dabei so vor:

Schneiden Sie ca. 5 cm lange Stecklinge vom Gewürzkraut ab und stecken Sie sie direkt in nährstoffarme Erde. Danach gut angießen, warm stellen und so lange mit einem Vlies abdecken, bis sich Wurzeln gebildet haben. Anschließend können Sie sie in größere Töpfe umpflanzen.

10 Kommentare

  1. Habe dieses Kraut im Garten gepflanzt. Als Bodendecker scheint es was zu taugen, riecht nach Koriander der Geschmack ist leider NULL! Für die Küche untauglich!

    • Musst halt wissen wie man ihn einsetzt 😀 ist ein klassiker für viele vietnamesische schmorgerichte, da kommt der geschmack gut raus. für die Küche voll tauglich (wenn man weiß was man macht)

  2. Den Vietnamesischen Koriander habe ich im Frühjahr als Jungpflanze bei einem Händler auf unserem Markt entdeckt, ihn in einen Kübel gepflanzt, in dem er sich zu einem ca. 60 cm hohen und ebenso umfangreichen Strauch entwickelt hat. Geschmacklich ist es eine eher ungewöhnliche Erfahrung…etwas scharf, pfeffrig, aromatisch…für Salate, asiatische Gerichte u.a. als frisch geschnittene Blättchen direkt zum Essen geben…einfach ausprobieren, es lohnt sich.
    Bodendecker und Null Geschmack, wie im vorherigen Kommentar erwähnt, trifft auf meine Pflanze definitiv NICHT zu.

    • Wir haben ein echte Pflanze im Garten- da kann ich mich Ina anschließen. Ich finde den Geschmack sehr angenehm- nach Koriander, aber nicht so extrem. Bzgl. Des Kommentars von Jean: wir haben Pflänzchen (Wahl. Angeflogen) entdeckt, die völlig gleich aussahen. Ich dachte, unsere Pflanze hätte sich über Samen vermehrt. Wo auch immer sie herkamen- sie sehen für mich exakt gleich aus- schmecken aber nach nichts.

  3. Ich habe sogar Blätter getrocknet verwendet und anders als beim echten Koriander sind die durchaus aromatisch, natürlich nicht so wie frisch aber für den Winter eine gute Alternative.

  4. Also die Aussage dass es keinen Geschmack hat kann ich ebenfalls nicht bestätigen, hab das Kraut letztes Frühjahr gekauft. Besonders hoch wächst es bei mir im Kistl leider nicht, dafür umso breiter.
    Das Kraut passt auch lecker zu Sandwiches, finde den Geschmack sehr erfrischend.

    Die unteren Triebe neigen dazu Wurzeln zu bilden, dh man kann welche abschneiden und in ein separates Gefäß geben. So hab ich für diesen Frühling das Kraut vermehrt, aktives vermehren ist aber nicht zwingend notwendig, da das Kraut eh wie wild wuchert.

    Ich hab mit einfrieren der geernteten Blätter sehr gute Erfahrungen gemacht, sie behalten ihren Geschmack besser als beim Trocknen, allerdings sind sie nach dem auftauen nicht mehr so hübsch anzusehen, also besser schnell verarbeiten.

  5. Wir haben auch Vietnam Koriander vom Markthändler und er ist sehr aromatisch im Geschmack. In unserem Garten wächst aber auch noch Ampfer Knöterich. Die Blätter sehen genauso aus wie beim Vietnam Koriander, den würde ich aber nicht essen, der schmeckt anscheinend nicht. Ggf. hat Jean dieses Kraut verwendet?

  6. Der vietnamesische Koriander ist ein Zungenkitzler: Er erinnert an traditionellen Koriander, gibt dem Essen aber zusätzlich einen gewissen Pfiff, in dem Schärfe, Geschmack und Yammi stecken. Also einfach genial! Eine Gemüsepfanne aus Süßkartoffeln, Möhren und Lauch mit Ingwer und vietnamesischem Koriander, dazu Naturjoghurt und einen Vinho Verde Rosé – das ist wahrhafiges Gaumenballett!

  7. Ich habe eine Pflanze Vietnam Koriander im Hochbeet überwintern lassen. Im 1. Jahr wurde der Recht hoch und auch verzweigt. Wunderschöne kleine Blüten.dachte für die Optik und die Bienen. Der Geruch hält sich in Grenzen. Ich hatte ihn heruntergeschnitten bis auf einen Zweig, der in der Höhe blieb. 2. Jahr . Dicht , hoch und sehr lebendiges grün. Habe dann Blattweise die Pflanze meinen Männern untergeschoben. 1 – 3 Blatt sehr fein im Salat. Dann in Pilzen, über Blumenkohl, in Möhrengemüse mit Petersilie. Auf Nachfragen , die wirklich kamen, war meine Aussage: ich habe Trockenkräuter genommen, scheint wohl Pfefferminze mit dabei gewesen zu sein .
    Alles gut. Heute habe ich mir fast alles abgeerntet und getrocknet, zerrieben in dkl.. Gläser gefüllt.
    Der Geschmack ist Zitrone, Pfefferminze, Koriander, frisch …
    Nicht zu lange kochen lassen , der Geschmack verliert sich dann. Für die Trockenkräuter die Lebensader rauslassen . Ist sehr hart
    Lg Birgit

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